CDU-Fraktion bezieht Stellung für Interkommunales Kombibad

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Kommunalpolitik

cdu baederanalyse319Die CDU-Fraktion des Rates der Stadt Kamen besichtigte in den vergangenen Wochen alle Stadtteilbäder und das Kamener Freibad. Foto: CDUvon Alex Grün

Kamen. Neue Wege in der Bäderdiskussion beschreitet jetzt die CDU-Fraktion des Rates der Stadt Kamen mit einer eigenen Nutzwertanalyse. Dabei stellt sich heraus: Die Alternative eines Gemeinschaftsschwimmbades mit der Nachbarkommune Bergkamen ist für die Union offenbar längst nicht vom Tisch.

cdu baederanalyse1 319CDU-Fraktionschef Ralf Eisenhardt appelliert an Rat und Bürgermeisterin, die Alternative eines gemeinsamen Interkommunalen Kombibades mit der Stadt Bergkamen erneut ins Gespräch zu bringen. Foto: Alex Grün für KamenWeb.deIn einer 28-seitigen Stellungnahme unter dem Titel "Schwimmen in Kamen 2025" bezieht die Kamener CDU jetzt eindeutig Position. Neben den beiden bislang breit diskutierten Vorgehensweisen, also Kombibad-Neubau oder Altbestandssanierung, sieht die CDU zwei weitere Alternativen: Den Neubau in Verbindung mit dem Erhalt der Bäder in Heeren und Methler, aber vor allem: Die Schaffung eines gemeinsamen Bades mit Bergkamen - logischerweise auch in Verbindung mit dem Erhalt der Bestandsbäder, beziehungsweise alternativ zumindest dem der Heerener Kleinschwimmhalle. Für das Bad in Methler gebe es zudem die Möglichkeit, gemeinsam mit dessen Eigentümer, dem Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW), Fördergelder aus dem Landesprogramm "Moderne Sportstätten 2022" zu beantragen. Denn das Programm sehe die Förderung explizit für die Sanierung von Schwimmhallen vor, die Vereinseigentum sind - ein Vorteil also, den Heeren gegenüber Methler leider nicht habe.

Die interkommunale Alternative sei schon vor rund vier Jahren ins Gespräch gebracht worden. Bergkamens Bürgermeister Roland Schäfer habe damals diese Lösung mit einem leichten Wink in Richtung des Standorts Schützenheide angeregt, der für die Bürger beider Städte gleichermaßen gut erreichbar sei. Der Vorschlag sei aber vom damaligen Bürgermeister Hermann Hupe kategorisch abgelehnt worden, so CDU-Fraktionschef Ralf Eisenhardt. Das Argument war damals der Anspruch Kamens auf ein eigenes Bad aufgrund seiner langjährigen Wassersporttradition, insbesondere mit Blick auf die erfolgreichen Wasserballer des SV Kamen. "Die Politik beziehungsweise der Rat der Stadt Kamen wurde zu diesem Zeitpunkt erst gar nicht gefragt", lautet die Kritik in der CDU-Positionierung. Jetzt sei der Zeitpunkt da, die Frage neu zu stellen, ist Eisenhardt überzeugt.

Obwohl es bislang natürlich noch weder Planungen noch Kostenschätzungen für ein entsprechendes Projekt gebe, hätte das Interkommunale Kombibad aus Sicht der Union schon vorm Zug mindestens fünf Vorteile. Erstens: Der Bau eines gemeinsamen Bades sei kostengünstiger als der von zwei Bädern (die CDU geht von 20 bis 22 Millionen Euro pro Stadt aus) und könnte aufgrund der räumlichen Nähe zu beiden Städten dennoch den Bedürfnissen der rund 100.000 Einwohner, inklusive Vereinen und Schulen, gerecht werden. Zweitens: Durch Synergieeffekte könnte der Freizeitwert steigen - was insbesondere mit Blick auf die Bäderkonkurrenz in Werne oder Bönen wichtig sei. Drittens rechnet die Union mit einer "gehörigen Ersparnis bei den Betriebskosten", denn die Bewirtschaftung eines Bades sei mit Sicherheit preiswerter als die von zweien. Viertens: Der Erhalt der Bäder in Heeren und Methler sei dadurch besser finanzierbar. Und fünftens: Durch den Wegfall des alten Freibades stünde, so Eisenhardt, "ein echtes Filetstück auf Kamener Stadtgebiet" zur Weiterentwicklung und Vermarktung oder aber zum Verkauf zur Verfügung. Die Erlöse, so Eisenhardt, wären eine Entlastung für den städtischen Haushalt.

 

Um so viele Meinungen und Aspekte wie möglich und gleichzeitig Kosten, Nutzen und Attraktivität unter einen Hut zu bekommen, hat sich die CDU-Fraktion auf eine Nutzwertanalyse mittels eines sogenannten "paarweisen Vergleichs" geeinigt. Darin werden die Nutzungsbereiche Schule, Vereine, Öffentliches Schwimmen, GSW und Stadt in allen vier alternativen Lösungen bewertet, woraus sich für jede Möglichkeit eine Punktzahl ergibt. Die höchste Punktzahl (3,96) erreichte dabei die Interkommunale Alternative. Entsprechend klar positioniert sich die CDU in einem abschließenden Fazit auch für die Gemeinschaftslösung mit Bergkamen. Die Fraktion appelliert an den Rat, diese Möglichkeit zumindest in Betracht zu ziehen und konkrete Gespräche zu führen. Bürgermeisterin Elke Kappen hatte sich bereits auf eine Anfrage in der Märzsitzung des Rates bereit erklärt, in alle Richtungen zu verhandeln, die vom Rat gewünscht sind - "wenngleich sie den politischen Impetus in diese Richtung noch nicht vernommen hat", so der Fraktionschef. Alles in allem sei es, so Ralf Eisenhardt, "nicht sachgerecht, in einem Umfeld schon attraktiver Bäder in Bönen und Werne für viel Geld noch zusätzliche zwei Bäder im Abstand von nur 2,7 Kilometern zu bauen und dafür die Stadtteilbäder zu schließen". Die Stellungnahme der CDU-Fraktion wurde am heutigen Donnerstag an alle Ratsfraktionen, die Bürgermeisterin, die GSW, und die Bäder geschickt. Zeitnah zu finden sein wird das Positionspapier auch unter www.cdukamen.de

Archiv: Einwohnerversammlung zum neuen Bäderkonzept im Rat einstimmig beschlossen

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