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    „Eltern-Taxis“ auf CDU-Antrag im Visier des Verkehrsausschusses: Bequemlichkeit ist Trumpf

    Auch der „Eltern-Taxi“-Verkehr an den Kitas wurde im Rahmen einer Fragebogenkarten-Aktion der Stadt untersucht. Foto: ArchivKamen. (AG) Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Kamen macht sich stark gegen die oftmals verkehrsgefährdenden Auswirkungen der sogenannten „Eltern-Taxis“ vor Schulen und Kitas. Ein entsprechender Sachstandsbericht seitens der Verwaltung wurde von der Union für die letzte Sitzung des Mobilitäts- und Verkehrsausschusses beantragt. Quintessenz der Debatte: Weniger die Kinder, sondern mehr die Eltern müssten in Bezug auf die morgendliche Dienstleistung erzogen werden – denn die Bequemlichkeit sei nach einer Schul- und Kita-Umfrage seitens der Stadt der Hauptgrund für das sowohl gefährliche wie auch klimaschädliche Verkehrsverhalten vieler Eltern.

    Die Fraktion wollte insbesondere wissen, an welchen Kamener Schulen seit Mai 2024 Gespräche mit Schulleitungen, Elternvertretungen, Polizei oder weiteren Akteuren zur Verkehrssituation zu Unterrichtsbeginn und -ende geführt und welche konkreten Maßnahmen zur Reduzierung des Bring- und Holverkehrs geprüft, vorbereitet oder bereits umgesetzt wurden. Sie fragte nach Lösungsvorschlägen, weiteren Schritten und Zeitperspektiven seitens der Verwaltung. Der Endbericht zur Mobilitätsbefragung 2024 der Stadt Kamen unterstreiche den gesamtschuleKamenKWHandlungsbedarf, da der Anteil der Schüler, die eigenverantwortlich mobil sind, mit zunehmendem Alter nicht – wie zu erwarten wäre – steigt, sondern insgesamt wieder abnimmt: Mehr als 20 Prozent der ab 15-Jährigen lassen sich aktuell vom „Mama-Taxi“ zur Schule karren. „Dieser Trend verdeutlicht, dass eigenständige Mobilität nicht nachhaltig gefördert wird und längere Schulwege offenbar erneut zu einer verstärkten Nutzung des Autos führen“, so die Kamener CDU. Auch fragte die Fraktion nach den Ergebnissen einer Untersuchung seitens der Stadt, die die Situation an den Grund- und weiterführenden Schulen im letzten Jahr unter die Lupe genommen hatte.

    Es gebe insgesamt drei Schulen, die eine problematische Situation aufwiesen, so die Verwaltung. Dies seien die Friedrich-Ebert-Grundschule, die Jahnschule und das Schulzentrum an der Gutenbergstraße. In der Regel seien es lediglich die ersten fünf Minuten vor Beginn des Schulbetriebes, in denen es chaotisch werde – kurz danach sei der ganze Spuk erfahrungsgemäß schon wieder vorbei. Aber auch an den Problemschulen habe sich die Situation verbessert, wie Ordnungsdezernentin Hanna Schulze berichtet. Durch die öftere Zusammenarbeit von Ordnungsamt und Polizei auch im Bereich der Schulen fühlten sich offenbar viele Eltern dazu bewegt, sich verkehrskonformer als sonst zu verhalten. Darüber hinaus nehme die Beschwerdestelle der Stadt Kamen jeden Hinweis ernst, wie Schulze betont. Eine Umfrage, die an 18 Kitas, fünf Grund- und drei weiterführenden Schulen durchgeführt wurde, zeige indessen die eigentliche Ursache beim „Eltern-Taxi“-Problem auf – und die heißt: Bequemlichkeit.

    Mittels einer Fragebogenkarte, die einen Rücklauf von mehr als 20.000 Stück verzeichnet habe, ermittelte die Stadt, welche Faktoren die Kamener Durchschnitts-Family von klimafreundlicher Mobilität – sprich: ÖPNV, Rad- und Fußverkehr – abhält. Dabei spielten Entfernung, Zeitmangel und Wetter die größten Rollen. Ein weiteres Hemmnis sei der Zustand der Rad- und Fußwegeinfrastruktur. Die Verkehrssicherheit sei in der Auswertung praktisch gar nicht vorgekommen. „Das Auto ist nach wie vor das bequemste Verkehrsmittel“, fasst Stefanie Haake vom Fachbereich Umwelt die Ergebnisse der Umfrage lapidar zusammen. Es gebe aber auch positive Gegenbeispiele: Den Gegentrend setzt etwa die Jahnschule, an der sich mittlerweile Laufgruppen gebildet haben, die ihren Schulweg täglich gemeinsam zu Fuß meistern, wie in guter alter Zeit. Seitdem, so Haacke, habe sich auch die Parksituation rund um die Schule etwas mehr entspannt.

    Die Ursache für die schwindende Jugendmobilität seien offenbar meist die Eltern, wie es Ausschussvorsitzender Klaus Kasperidus auf den Punkt brachte. Denn diese gestalteten den familiären Rahmen auch in Bezug auf die Mobilität ihres Nachwuchses. Und die ist mittlerweile auf einem beängstigenden Tiefpunkt angelangt. Kinder, so CDU-Ratsmitglied Rainer Fuhrmann, müssen sprichwörtlich lernen, ihren eigenen Weg zu gehen. Das gelinge im „Taxi Mama“ ganz bestimmt nicht. Die Stadt wies bei dieser Gelegenheit auf das „Stadtradeln“ hin, das von Sonntag, 3. Mai, bis Samstag, 23. Mai, in die nächste Runde geht  und mit vielen Preisen lockt.

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