Das „SUMP“-Konzept der Stadt Kamen soll für eine möglichst konsensuale Planung für alle Verkehrsarten auf Kamener Stadtgebiet sorgen. Fotos: Archiv
Stadtplaner Johannes Pickert vom Dortmunder Büro Planungssocietät zeichnet mitverantwortlich für das Konzept.Kamen. (AG) Die Stadt Kamen hat im Laufe der letzten Jahre eine ganze Reihe von sektoralen Verkehrskonzepten erstellen lassen. Diese sollen künftig in einen nachhaltigen integrierten Gesamtverkehrsplan münden, der unter dem Titel „SUMP“ (Sustainable Urban Mobilityplan) für eine möglichst konsensuale Planung für alle Verkehrsarten sorgen soll. Johannes Pickert vom beauftragten Büro Planungssocietät aus Dortmund erläuterte den Mitgliedern des Mobilitäts- und Verkehrsausschusses des Rates der Stadt Kamen, was es mit dem Dachkonzept auf sich hat.
Das Dortmunder Planungsbüro hat bereits einige Projekte für die Stadt Kamen übernommen, darunter auch das Nachhaltige Mobilitäts- und das Fuß- und Nahverkehrskonzept sowie das Fahrradabstellanlagenkonzept. Jetzt ist eine Gesamtplanung für Kfz-, Rad-, Fuß-, ÖPNV- sowie Schwerlast- und ruhenden Verkehr in der Planung. Der „SUMP“ ist laut Definition von offiziellen Leitlinien ein strategischer Plan, der die Mobilitätsbedürfnisse von Verkehrsteilnehmern mit dem Ziel einer verbesserten Lebensqualität erfüllen soll, auf bewährten Planungsansätzen aufbaut und dabei in besonderem Maß Zusammenarbeits-, Beteiligungs- und Evaluationsprinzipien berücksichtigt. Zur Zielsetzung gehört neben lokaler und regionaler Erreichbarkeit auch Mobilitätsmöglichkeiten für alle Bürger sowie Klimaneutralität. Zu den Grundprinzipien des Konzepts gehört neben der interprofessionellen Zusammenarbeit der relevanten Akteure und einer integrativen Wirkung auf alle Verkehrsarten auch die Einbindung der Öffentlichkeit in die Planung, die aufgrund der Förderung für das Projekt verpflichtend ist. Seit Juli letzten Jahres wurden in vier Phasen zunächst Daten unter anderem aufgrund von Pendler- und Parkraumanalysen gesammelt, eine Leitbildbewertung erstellt und die Vorbereitung entsprechender Beschlussvorlagen für den Stadtrat getroffen, Kern der letzten Phase ist die politische Willensbildung für die Umsetzung des Konzepts.
Bei den Umfragen, die im Zuge der Analysen erstellt und ausgewertet wurden, sei unter anderem herausgekommen, dass einerseits die Interessen von mobil eingeschränkten Menschen in den Blickpunkt genommen werden müssten, um mehr Menschen auf den klimafreundlichen Umstieg auf den ÖPNV zu bringen – andererseits habe sich im Rahmen der Schülerumfragen herausgestellt, dass der Erdkunde-Leistungskurs der Jahrgangsstufe zwölf einer Kamener weiterführenden Schule zu vierzig Prozent mit dem Auto zur Schule kommt. Dagegen seien die Jahrgänge fünf bis zehn viel mehr zu Fuß und mit dem Rad unterwegs, so Stadtplaner Johannes Pickert, der für die Analyse mitverantwortlich ist. Allerdings gebe es auch für die mobilitätsaktiveren Kids Hemmschwellen wie etwa Angsträume, die das Sicherheitsgefühl negativ beeinflussen oder fehlende Beleuchtung an etlichen Stellen. Auf die Frage seitens des Ausschusses, ob es sich bei den erstellten Richtlinien des „SUMP“-Konzeptes um bindende Beschlüsse oder mehr um vage Zielsetzungen handelt, verwies der Erste Beigeordnete Dr. Uwe Liedtke auf andere kommunale Konzepte wie das Klimaschutz- oder das kommunale Wärmeplanungskonzept hin, die einen ähnlichen Verbindlichkeitscharakter besäßen. Zur weiteren Bearbeitung, so Pickert, werde ein Lenkungskreis, bestehend aus Vertretern der Ratsfraktionen, der Polizei, der Feuerwehr und des ADFC gebildet.
Archiv: „Eltern-Taxis“ auf CDU-Antrag im Visier des Verkehrsausschusses: Bequemlichkeit ist Trumpf






