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    Stadt stellt zwei Varianten für Sanierungskonzept am Bahnhofsparkhaus im Planungsausschuss vor

    Parkhaus am Bahnhof: Sanierungskonzept vorgestellt – Betrieb soll weiterlaufen

    Die Bewehrungen am Freideck und an den Rampen des Bahnhof-Parkhauses sind von Rost zerfressen, durch die Risse sickert chloridbelastetes Wasser vor allem in die Ebene 6, aber auch tiefer. Foto: Christoph Volkmer Archiv KamenWeb.deDie Bewehrungen am Freideck und an den Rampen des Bahnhof-Parkhauses sind von Rost zerfressen, durch die Risse sickert chloridbelastetes Wasser vor allem in die Ebene 6, aber auch tiefer. Foto: Christoph Volkmer Archiv KamenWeb.de

    Das mit Spannung erwartete Sanierungskonzept für das Parkhaus am Bahnhof wurden jetzt im Planungs- und Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt. Fotos: ArchivDas mit Spannung erwartete Sanierungskonzept für das Parkhaus am Bahnhof wurden jetzt im Planungs- und Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt. Fotos: Archiv

    Kamen. (AG) Architekt Marc Kosalla, Fachbereichsleiter Bauwerksdiagnose beim beauftragten Büro Kempen & Krause, stellte jetzt im Planungs- und Stadtentwicklungsausschuss das auch von vielen anwesenden Besuchern mit Spannung erwartete Konzept für die Sanierung des Parkhauses am Bahnhof vor. Für die Instandsetzung des Freidecks und der Rampen zeichnen sich zwei Varianten ab, über die der Rat der Stadt Kamen zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden muss. Die gute Nachricht vorab: Das Parkhaus soll während der Bauphase voraussichtlich weiter benutzbar bleiben.

    Genau genommen gibt es drei Alternativen, die sich aus insgesamt fünf Möglichkeiten für die Sanierung der betroffenen Bereiche ergeben. Eine der beiden empfohlenen Varianten ist allerdings nur in Kombination mit einer dritten Instandsetzungsmethode realisierbar – und wäre zugleich ein Pilotprojekt für die Stadt.

    Bei Variante A ist der Erhalt der vorhandenen Bauteile vorgesehen. Die Bewehrung soll durch Carbonbeton und zusätzliche Stahlträger verstärkt werden. Außerdem wird ein Titannetz eingebaut, durch das Gleichstrom geleitet wird. Dadurch wird die Stahlkonstruktion zur Kathode und der Korrosionsprozess gestoppt. Diese Technik wird erst seit rund 20 Jahren eingesetzt und wurde in Kamen bislang noch nicht angewendet.

    Nach Angaben von Kosalla hätte diese Variante in Bezug auf Bauzeit, Lärm- und Staubemission, Bauschuttbelastung, Verkehrsauswirkungen, Nachhaltigkeit und Innovationsgrad deutliche Vorteile gegenüber der Variante B. Allerdings lägen die Bruttobaukosten mit 2,37 Millionen Euro etwa 110.000 Euro höher. Zudem müssten die elektronischen Anlagen regelmäßig gewartet werden, damit sowohl die Stromkästen als auch die unter Mörtel eingebauten Sensoren in den Titanleitungen zuverlässig funktionieren. Dafür werde diese Lösung voraussichtlich länger halten als die Alternative.

    Die Variante B sieht dagegen einen Rückbau der Trapezbleche vor. Anschließend würde die Bewehrungskonstruktion rekonstruiert und mit Ortbeton neu ausgegossen. In Bezug auf Bau- und Betriebskosten schneidet diese Variante günstiger ab.

     

    Architekt Kosalla empfiehlt dennoch klar Variante A. Auch Stadtarchitektin Alina Biermann befürwortet diese Lösung, da sie nachhaltiger sei und die höheren Kosten langfristig mehr als wettmachen könne. Zudem liege die Summe im Rahmen der städtischen Planung: 2,4 Millionen Euro sind im Haushalt für die Sanierung vorgesehen. Ein weiterer Vorteil sei, dass das Parkhaus während der Bauarbeiten größtenteils weiter für Pendler nutzbar bleibe.

    Eine Entscheidung des Rates wird voraussichtlich im Herbst erwartet, erklärte Baudezernent Dr. Uwe Liedtke.

    Altlasten aus der Bauzeit

    Die Ausschussmitglieder äußerten zudem die Hoffnung, dass der jetzige Projektleiter Kosalla bessere Ergebnisse erzielt als das Büro Heberger, das das Parkhaus vor mehr als 16 Jahren mit den damals noch wenig erprobten Hoesch-Additiv-Decken errichtet hatte. Bei der Bauabnahme waren rund 100 Mängel festgestellt worden, die auch nach einer Abnahmeverweigerung durch die Verwaltung nicht vollständig behoben wurden.

    Besonders schwerwiegend sei gewesen, dass auf dem Freideck eine völlig ungeeignete Oberflächenbeschichtung aufgetragen worden sei, erklärte Stadtarchitektin Biermann. Inzwischen sei es zu spät für einen nachträglichen Schutz, da durch Risse in den Ebenen sechs und sieben über Jahre chloridhaltiges Wasser eingedrungen sei. Dieses habe die Blechbewehrung der darunterliegenden Decks zum Rosten gebracht. Die in Parkhäusern unvermeidliche Chloridbelastung entsteht vor allem durch Streusalz.

    Auch die darunterliegenden Ebenen sind laut Stadt zwar noch nicht akut sanierungsbedürftig, könnten jedoch künftig ebenfalls betroffen sein. Zwar sei die Bewehrung dort noch nicht verrostet, der Chloridgehalt liege jedoch bereits im bedenklichen Bereich. Ein Gutachten dokumentiert rund 40 Schadstellen in einem sogenannten Risskataster.

    Daher wurde im Ausschuss auch eine ganzheitliche Sanierung bis zum Untergeschoss diskutiert, die vom Planungsbüro grundsätzlich ebenfalls empfohlen wird.

    Als die Abnahme des Parkhauses damals scheiterte, hatte die Stadt Zahlungen einbehalten. Die Baufirma klagte jedoch vor dem Landgericht Dortmund dagegen. Während des Rechtsstreits sei kein Gewährleistungsanspruch entstanden, da das Bauwerk noch nicht abgenommen gewesen sei. Zu diesem Zeitpunkt seien die heutigen Schäden zudem noch nicht absehbar gewesen, erklärte die Verwaltung. Regressansprüche hätten daher später nicht mehr geltend gemacht werden können.

    Start der Arbeiten frühestens 2027

    Die Planungs- und Ausschreibungsphase soll nach Angaben von Baudezernent Liedtke im Herbst abgeschlossen sein, mit den Bauarbeiten soll im kommenden Jahr begonnen werden.

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