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    Sanierung oder Abriss? CDU fordert im Hauptausschuss Klartext zum Bahnhofs-Parkhaus

    Soll es saniert oder abgerissen werden? Über diese Frage soll nach dem Wunsch der Rats-CDU in der nächsten Hauptausschusssitzung Klartext gesprochen werden. Foto: ArchivSoll es saniert oder abgerissen werden? Über diese Frage soll nach dem Wunsch der Rats-CDU in der nächsten Hauptausschusssitzung Klartext gesprochen werden. Foto: Archiv

    Kamen. (AG) Klartext im Hauptausschuss am 5. Mai fordert die Kamener CDU-Ratsfraktion in Bezug auf das Bahnhofsparkhaus: Es müsse eine fundierte Vergleichsbetrachtung her, um zwischen den Optionen Sanierung oder Abriss eine Entscheidung treffen zu können.

    Zur Disposition stehen im Großen und Ganzen zwei verschiedene Verfahren, mit denen das Parkhaus, dessen Parkdeck und Rampen durch Chloridschädigungen marode geworden sind, saniert werden könnte. Kern des von den Architekten empfohlenen Verfahrens ist neben einer Verstärkung der Bauteile ein sogenannter kathodischer Korrosionsschutz, also ein aufwändig verlegtes Stromleitsystem, das den Rost über Anodenspannung praktisch „selbstreinigend“ entfernt. Diese Technik wird erst seit rund 20 Jahren eingesetzt und wurde in Kamen bislang noch nicht angewendet. Knapp 2,4  Millionen Euro, genauso viel wie im Budget vorgesehen, würde die Stadt die Maßnahme kosten, Vorteil wäre, dass das Parkhaus während der Bauarbeiten größtenteils weiter für Pendler nutzbar bleibt.

    Allerdings gibt es auch Stimmen, die für eine Tabula Rasa-Lösung, also einen Abriss mit anschließendem Neubau plädieren. Deshalb hat die CDU-Ratsfraktion beantragt, „beide Varianten ergebnisoffen und wirtschaftlich vergleichbar zu prüfen“, so Fraktionschef Ralf Langner. Langner betont die finanzpolitische Tragweite der Entscheidung: „Wir stehen hier vor einer Investition in Millionenhöhe. Deshalb ist es unsere Pflicht, nicht nur kurzfristige Kosten zu betrachten, sondern die langfristige wirtschaftliche Belastung für den städtischen Haushalt transparent und belastbar zu bewerten. Ein Neubau könnte trotz höherer Investitionen auf Dauer günstiger sein“, so Langner. Neben den Investitionskosten sollten insbesondere auch Aspekte wie Folgekosten, Restnutzungsdauer, Fördermöglichkeiten sowie die Funktionalität des Standorts während möglicher Bauphasen berücksichtigt werden.

    CDU-Ratsmitglied und Vorsitzender des Planungs- und Stadtentwicklungsausschusses, Heinrich Kissing, hebt die bauliche Dimension hervor: „Die Bauweise des bestehenden Parkhauses erfordert eine besonders sorgfältige Betrachtung“, ist Kissing überzeugt. Selbst nach einer Sanierung bleibe die Frage offen, wie sich die Substanz in schwer zugänglichen Bereichen langfristig entwickele. Zugleich verweist Kissing auf mögliche Vorteile eines Neubaus: „Ein modernes Parkhaus könnte nicht nur langlebiger und wartungsärmer sein, sondern auch heutigen Anforderungen besser gerecht werden - etwa in Bezug auf Barrierefreiheit oder zukünftige Mobilitätskonzepte.“ Es gehe ausdrücklich nicht um eine Vorfestlegung, sondern um eine sachliche Abwägung, „nur wenn wir beide Wege sauber vergleichen, können wir eine verantwortungsvolle Entscheidung treffen“, so Kissing. Mit dem Antrag unterstreicht die CDU-Fraktion die Notwendigkeit einer transparenten und nachvollziehbaren Entscheidungsgrundlage, die sowohl wirtschaftliche als auch bauliche Aspekte gleichermaßen berücksichtigt.

    Die Planungs- und Ausschreibungsphase soll nach den Plänen von Baudezernent Dr. Uwe Liedtke und der Verwaltung im Herbst abgeschlossen sein, mit den Bauarbeiten soll im kommenden Jahr begonnen werden.

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