Kamen. Die Zukunft der Konzertaula war am Donnerstagabend eines der zentralen Themen in der Ratssitzung der Stadt Kamen. Intensiv diskutierten die Ratsmitglieder über die Notwendigkeit, den Umfang und die Finanzierung der geplanten Fassadensanierung des stadtbildprägenden Gebäudes. Dabei machte die Verwaltung deutlich: Die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher sowie der Passanten steht an erster Stelle.
Nach Angaben der Stadt wurden bei erneuten Untersuchungen Schäden an den Fassadenplatten festgestellt. Ursache sei die fortschreitende Karbonatisierung des Betons, die die Stabilität der Bauteile beeinträchtigen könne. Bereits lose Betonteile seien entfernt worden. Zusätzlich soll kurzfristig ein Sicherungsnetz installiert werden, um mögliche herabfallende Teile abzufangen.
Die aktuellen Entwicklungen stehen in engem Zusammenhang mit Untersuchungen, die bereits Anfang des Jahres sichtbar geworden waren. Damals hatten Bohrungen und Markierungen an der Außenwand der Konzertaula bei vielen Bürgerinnen und Bürgern für Verwunderung gesorgt. Auf Anfrage erklärte die Stadt im Januar, dass es sich um eine turnusmäßige Kontrolle der Aufhängungen der Fassadenplatten handele. Stadtsprecher Peter Büttner hatte betont, dass diese Überprüfungen regelmäßig stattfinden, um die Sicherheit des inzwischen über 50 Jahre alten Gebäudes – insbesondere bei Sturmereignissen – sicherzustellen. Eine komplette Fassadensanierung sei zu diesem Zeitpunkt noch nicht konkret geplant gewesen.
Inzwischen zeichnet sich jedoch ein deutlich größerer Handlungsbedarf ab. Parallel zu den aktuellen Sicherungsmaßnahmen bereitet die Stadt nun eine umfassende energetische Sanierung der gesamten Außenhülle vor. Geplant sind Arbeiten an Fassade, Fenstern und Dach. Die Kosten werden auf rund 3,2 Millionen Euro geschätzt.
Finanziert werden soll das Projekt vollständig über das Sondervermögen des Bundes „Infrastruktur und Klimaneutralität“. Bürgermeisterin Elke Kappen erläuterte im Rat außerdem, in welchen Ausschüssen das Thema bereits zuvor beraten worden war und welche weiteren Schritte nun vorgesehen sind.
Damit die Umsetzung bis spätestens 2028 abgeschlossen werden kann, sollen bereits im Laufe des Jahres 2026 die notwendigen Fachplanungen ausgeschrieben und vergeben werden. Die Stadtverwaltung sieht darin einen wichtigen Schritt, um die Konzertaula langfristig als kulturellen Veranstaltungsort zu sichern und gleichzeitig energetisch auf einen modernen Stand zu bringen.
Archiv: Löcher bohren für mehr Sicherheit an der Konzertaula
[Satire] Löcher und Markierungen: Neue Kletterlandschaft an der Aula?





