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    Bürgerhaushalt 2026 in Kamen beschlossen: Diskussion über Sinn und Grenzen der Förderung

    Andre Naumann, Vorsitzender des FDP-Stadtverbandes Kamen, und Ratsmitglied Alfred Mallitzky äußern Kritik am aktuellen Konzept des Bürgerhaushalts 2026.Andre Naumann, Vorsitzender des FDP-Stadtverbandes Kamen, und Ratsmitglied Alfred Mallitzky äußern Kritik am aktuellen Konzept des Bürgerhaushalts 2026.Kamen. Der Rat der Stadt Kamen hat am 7. Mai den sogenannten „Bürgerhaushalt“ für das Jahr 2026 beschlossen. Insgesamt stehen dafür 45.000 Euro aus städtischen Mitteln zur Verfügung. Von den Geldern profitieren nach Angaben der Stadt 53 unterschiedliche Empfänger – darunter Vereine, Initiativen und Einrichtungen.

    Der Begriff „Bürgerhaushalt“ weckt bei vielen Bürgern zunächst die Erwartung, direkt Einfluss auf die Verwendung öffentlicher Gelder nehmen zu können. Tatsächlich umfasst das Programm jedoch vor allem Zuschüsse für Projekte und Anschaffungen verschiedener Vereine und Organisationen. Gefördert werden unter anderem Erste-Hilfe-Kurse, Vereinsfeste, ein Inkubator für Katzen sowie eine Fußbodenheizung für die Islamische Union.

    Auch die FDP Kamen stimmte dem Bürgerhaushalt im Rat zu. Ratsmitglied Alfred Mallitzky unterstützte die Vorlage stellvertretend für die Fraktion.

    Dennoch gibt es innerhalb der politischen Diskussion auch kritische Stimmen zum Konzept des Bürgerhaushalts. Einige Bürger hätten erwartet, dass die im Vorfeld veranstalteten Bürgerversammlungen in Südkamen, Methler, Mitte und Heeren-Werve vor allem konkrete Verbesserungen im öffentlichen Raum hervorbringen würden.

    Genannt werden dabei Beispiele wie neue Spielgeräte auf Spielplätzen, die Sanierung beschädigter Gehwege, zusätzliche Sitzgelegenheiten, bessere Beleuchtung an Kindergärten oder Verbesserungen rund um Seniorenheime. Auch die Modernisierung von Bolzplätzen oder zusätzliche Freizeitangebote wie kleine Basketballfelder werden als mögliche Projekte genannt.

    Kritiker bemängeln jedoch, dass der Bürgerhaushalt in seiner aktuellen Form hauptsächlich Vereins- und Gruppenprojekte fördert, während Maßnahmen mit unmittelbarem Nutzen für die Allgemeinheit kaum berücksichtigt würden.

    Gleichzeitig wird betont, dass die Arbeit von Vereinen und Initiativen eine wichtige Rolle für das gesellschaftliche Zusammenleben spiele. Das Vereinsleben sei ein wichtiger Bestandteil des sozialen Miteinanders in der Stadt.

    Vor dem Hintergrund angespannter kommunaler Haushalte wird jedoch zunehmend die Frage diskutiert, ob freiwillige Zuschüsse dieser Art weiterhin im bisherigen Umfang finanziert werden sollten. Kritische Stimmen verweisen darauf, dass Bürger durch steigende Abgaben – etwa bei der Grundsteuer – bereits stärker belastet würden.

    Die Debatte um den Bürgerhaushalt dürfte daher auch in den kommenden Monaten weitergeführt werden. Dabei könnte insbesondere die Frage im Mittelpunkt stehen, ob das Konzept künftig stärker auf konkrete Verbesserungen im Stadtbild und im öffentlichen Raum ausgerichtet werden sollte.

    Archiv: Bürgerhaushalt auch in der City bis zum letzten Cent ausgeschöpft – Zuschüsse für 17 Projekte verteilt

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