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    Neubaugebiet auf Lüner Höhe wird umgeplant: Weg von A2, hin nach Südosten

    Tausche Grünfläche gegen Wohngebiet: Das Plangebiet für eine neue Siedlung zwischen der A2 und der Straße Auf dem Brink soll nach einstimmigem Beschluss des Planungsausschusses von Norden nach Süd-Osten verlegt werden. Grafik: Stadt Kamen

    Kamen. (AG) Einstimmig beschloss der Planungs- und Stadtentwicklungsausschuss jetzt einen neuen Bebauungsplan für das Wohnbaugebiet „Kamener Knapp“ auf der Lüner Höhe. Ziel des neuen Plans ist, Wohnbebauungs- und Grünflächen im Bebauungs- und im Flächennutzungsplan sinnvoll auszutauschen, um einerseits Wohnraum zu schaffen und andererseits dem Lärmschutzaktionsplan trotz der Nähe des dicht besiedelten, 3,1 Hektar großen Geländes auf der Lüner Höhe zur A2 gerecht zu werden. Der alte Plan ist 44 Jahre alt.

    Das Plangebiet, auf dem nach dem geltenden Bebauungsplan von 1982 ursprünglich Bauland für 44 Ein- bis Zweifamilienhäuser geschaffen werden sollte, wird im Westen durch die Straße „Kamener Knapp“, im Norden durch landwirtschaftlich genutzte Flächen und den Fußweg „Kamener Knapp“, im Osten durch die Sportflächen des Boulodromes des 1. Pétanque Club 99 Kamen sowie im Süden durch die Wohnbebauung entlang der Straßen „Auf dem Brink“ und „Am Hang“ begrenzt. Im Südwesten steht ein Wohngebäude, südlich und westlich grenzt die Planfläche unmittelbar an eine ein- bis zweigeschossige Wohnbebauung. Vor zwei Jahren beschloss der Haupt- und Finanzausschuss die Aufstellung eines neuen Bebauungsplans, um der Nachfrage an Wohnraum gerecht zu werden. Der nördliche Teil Areals soll nach der neuen Planung als Grünfläche ausgewiesen werden, während die Fläche östlich des südlichen Plangebiets als Wohnbaugebiet eingetragen werden soll. Dies mache schon aufgrund der unmittelbaren Angrenzung des nördlichen Planungsgebietes zur A2 Sinn, wie Fachbereichsleiter Matthias Breuer im Ausschuss erklärte.

    Die neue Fläche für Wohnbau ist jetzt 0,1 Hektar kleiner als die Grünfläche zur Autobahn, die 0,8 Hektar umfasst, was einem Flächentausch zu fast gleichen Teilen entspricht. Für die künftigen Bewohner der neu geplanten Siedlung, die auch eine Reihenhaussiedlung und Wohnhäuser direkt am Fußweg Kamener Knapp vorsieht, soll der neue Bebauungsplan trotz der geringfügigen Verkleinerung der geplanten Wohnsiedlung Vorteile bringen. Denn dadurch, dass die Straßen schmaler als ursprünglich geplant werden sollen, verringern sich die Erschließungskosten für die Bauherren, die 90 Prozent übernehmen müssten, wie Erster Beigeordneter Dr. Uwe Liedtke erklärt. Das nach Norden spitz zulaufende Gelände östlich des ursprünglichen Planungsgebiets zwischen der A2 und dem „ausgetauschten“ Wohnbaugebiet im Süden solle für Regenrückhaltung genutzt werden. Klimaschutztechnisch sei die mit der Änderung des Bebauungsplangs verbundene 6. Änderung des Flächennutzungsplans, die ebenfalls einstimmig beschlossen wurde, unproblematisch, so die Verwaltung. Die Änderung des Flächennutzungsplans setze damit den erforderlichen Flächentausch innerhalb des Stadtgebietes um und entspreche damit den regionalplanerischen Anforderungen an eine bedarfsgerechte Siedlungsentwicklung, außerdem, so Baudezernent Liedtke, werde auch dem vom Rat beschlossenen Handlungskonzept Wohnen Rechnung getragen.

    Erschlossen werden solle das Wohngebiet durch eine Ringstraße mit Zugang zum Kamener Knapp, geplant sind außerdem Fuß- und Radwege in nördlicher und östlicher Richtung. Wann nach dem Ratsbeschluss die Bagger anrollen, ist indessen noch völlig offen. Fest steht offenbar aber jetzt schon die auskömmliche Betreuung des Siedlungs-Nachwuchses: auf Anfrage von WG-Ratsherr Dennis Kobus versicherte Liedtke, dass der Bedarf an Kita- und Schulplätzen für die voraussichtlich 30 bis 40 Kinder im Viertel infrastrukturell gedeckt sein werde, man habe dies schon bei der Erstellung des städtischen Wohnkonzeptes berücksichtigt, an der auch die kommunale Schulverwaltung stark eingebunden gewesen sei, so Liedtke.

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