Kamen. (AG) In vielen Punkten sei die Verwaltung der Stadt Kamen gut aufgestellt, in einigen könnte es besser laufen. Insgesamt bescheinigte die NRW-Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) der Stadt in ihrem mehr als 200 Seiten starken Bericht, der in der letzten Ratssitzung vorgestellt wurde, „gute Prüfungsergebnisse“.
Die stellenweisen Defizite in der Verwaltungsarbeit, etwa im Bereich der Prävention sowie der Schulungen und Übungen im Risikomanagement, für die es nur 25 beziehungsweise null Prozentpunkte des Erfüllungsgrads gab, seien „nicht hausgemacht“, wie Analyst Thomas Knuth von der GPA betont – die klammen Kassen bei immer mehr Auflagen vom Bund und die weltweiten Krisen bestimmten auch in der Sesekestadt die kommunale Handlungsfähigkeit. Die Stadt sei trotz der allgemeinen schwierigen wirtschaftlichen Situation der NRW-Kommunen aber auch im Bereich der Risikoanalyse auf einem guten Weg, so Knuth. Für ihr Krisenmanagement bekam die Verwaltung eine bessere Note, die Quote sei hier zu 46 Prozent erfüllt, wobei die Stadt sich hier noch „am Anfang und im Ausbau“ befände, wie GPA-Analyst Tobias Fuß betont. Die Maßnahmen nähmen viel Arbeit und Zeit in Anspruch und seien „keine Zusatzaufgabe“, so Fuß. Insbesondere würden die Probleme mit Hitzewellen und Cyberangriffe immer heftiger, Pluspunkte für die Stadt sind hier die Existenz eines Krisenstabs, die Anschaffung eines Notstromaggregates fürs Rathaus und die Priorität, die den neuen Feuerwehrgerätehäusern eingeräumt wird. Auch für die stete Fortschreibung des städtischen Klimaplans erntete die Stadt eine gute Quote, ebenso wie für ihre Öffentlichkeitsarbeit. „Positiv überrascht“ sei die GPA darüber hinaus vom Digitalisierungsstand innerhalb der Verwaltung, dafür bekam sie 83 Prozentpunkte des Erfüllungsgrades im interkommunalen Vergleich. Kamen habe seine Hausaufgaben gemacht, sagt Knuth. Die Altersstruktur innerhalb der Stadtverwaltung war ein weiteres Thema. Das Durchschnittsalter liege bei 44 Jahren, was eine „erhebliche altersbedingte Fluktuation in den nächsten zehn bis 20 Jahren“ bedeute. Die GPA sieht daher im Bereich des Wissensmanagements Verbesserungsmöglichkeiten, räumt allerdings ein, dass die Stadt unter anderem durch die Einbindung von „Quereinsteigern“ und vielfältige Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung besser aufgestellt sei, als viele Vergleichskommunen. Der komplette Bericht ist auf der Homepage der GPA einsehbar.






