Bürgermeisterin Elke Kappen (l.) und die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses Christiane Klanke präsentierten Studien und Befragungsergebnisse zur Situation von Jugendlichen allgemein und ganz konkret in Kamen sowie Perspektiven für kommunale Jugendpolitik. Foto: SPD
Kamen. Die SPD Kamen hat sich im Rahmen einer Informationsveranstaltung mit der Lebenssituation junger Menschen und den Herausforderungen kommunaler Jugendpolitik beschäftigt. Eingeladen hatte der SPD-Ortsverein Kamen-Mitte. Bürgermeisterin Elke Kappen und die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, Christiane Klanke, diskutierten mit den Teilnehmenden über aktuelle Jugendstudien sowie über bestehende und künftige Angebote für Kinder und Jugendliche in der Stadt.
Im Mittelpunkt standen Erkenntnisse aktueller Jugendstudien und die Frage, welche Konsequenzen sich daraus für die kommunale Politik ergeben. Christiane Klanke verwies darauf, dass junge Menschen grundsätzlich leistungsbereit seien, jedoch nicht „bis zur Selbstaufgabe“. Damit widersprach sie dem Bild einer Generation, der häufig mangelnde Leistungsbereitschaft zugeschrieben werde.
Zugleich machte sie auf die Belastungen aufmerksam, denen viele Jugendliche ausgesetzt seien. Die Folgen der Corona-Pandemie, internationale Krisen, wirtschaftliche Unsicherheiten und Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche hätten dazu beigetragen, dass psychische Belastungen zugenommen hätten. Dennoch blickten laut den vorgestellten Studien weiterhin mehr als 60 Prozent der Jugendlichen optimistisch in die Zukunft.
Auch Bürgermeisterin Elke Kappen berichtete von überwiegend positiven Rückmeldungen junger Kamenerinnen und Kamener. Diese seien unter anderem im Rahmen der Erarbeitung des Kinder- und Jugendförderplans, bei Gesprächen mit Schulklassen sowie im Planspiel Kommunalpolitik eingeholt worden. Die Stadt wolle Beteiligungsmöglichkeiten für junge Menschen weiter ausbauen. Die SPD Kamen unterstütze dieses Ziel ausdrücklich. Auch mehrere junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung betonten, dass eine frühzeitige Einbindung die Akzeptanz kommunaler Angebote fördere.
Nach Angaben der Stadt seien bestehende Einrichtungen wie das Bürgerhaus Methler, das Jugendfreizeitzentrum Lüner Höhe sowie kirchliche Jugendangebote in Heeren-Werve bei vielen Jugendlichen bekannt. Weiterhin ungeklärt sei jedoch die Zukunft des Jugendkulturcafés, dessen Räume nach einem Wasserschaden nicht mehr genutzt werden können. Ebenfalls angesprochen wurde der Bedarf an Proberäumen für junge Bands, für den bislang noch keine Lösung gefunden wurde.
Positiv bewertet wurden Ergebnisse einer Befragung, nach der sich 66 Prozent der teilnehmenden Jugendlichen an keinem Ort in Kamen unwohl fühlen.
Als weitere politische Ziele nannten Bürgermeisterin und SPD Kamen unter anderem den Ausbau der Schulsozialarbeit sowie die Sicherung und Erweiterung der Mobilen Jugendarbeit. Gleichzeitig solle an den bestehenden Angeboten in der frühkindlichen Bildung und Betreuung festgehalten werden. Trotz der angespannten Finanzlage der Kommunen bleibe dies ein Schwerpunkt der kommunalpolitischen Arbeit.
Kappen verwies darauf, dass Kamen bereits über eine gut ausgebaute Infrastruktur bei Kindertagesstätten, Schulen und Sportanlagen verfüge. Mit dem Ausbau der Diesterwegschule für den Offenen Ganztag sowie der Weiterentwicklung des Gymnasiums werde dieser Weg fortgesetzt.
Kritisch äußerte sich die SPD Kamen zu landespolitischen Vorhaben im Bereich des Kinderbildungsgesetzes sowie zu den geplanten ABC-Klassen. Aus Sicht von Fachkräften innerhalb der Partei bestehe die Gefahr, dass dadurch Qualitätsstandards abgesenkt oder Maßnahmen an den Bedürfnissen von Kindern vorbeigeplant würden.





