Kamen. Die Stadt Kamen möchte die Schulwege rund um das Schulzentrum an der Gutenbergstraße sicherer und fahrradfreundlicher gestalten. Dafür hat sie sich mit einer Projektskizze um Fördermittel aus dem bundesweiten Programm „Junge Generation Fahrrad – aktiv mobil“ beworben. Über den aktuellen Stand informierte die Stadtverwaltung jetzt den Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung.
Das Förderprogramm richtet sich an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre. Bundesweit können bis zu 30 Städte Fördermittel zwischen 1,5 und 6 Millionen Euro erhalten. Gefördert werden sowohl bauliche Maßnahmen als auch Projekte zur Mobilitätsbildung, Beteiligung und Kommunikation.
Im Mittelpunkt der Kamener Bewerbung steht das Schulzentrum mit der Gesamtschule Kamen und der Fridtjof-Nansen-Realschule. Besonders zu Schulbeginn und Schulschluss treffen dort zahlreiche Fußgänger, Radfahrer, Busse und Autos aufeinander. Vor allem der Bring- und Holverkehr durch sogenannte Elterntaxis führt nach Angaben der Stadt regelmäßig zu Konflikten und beeinträchtigt die Verkehrssicherheit.
Die ersten Planungen sehen vor, die Verkehrsströme künftig besser zu ordnen und die verschiedenen Verkehrsarten stärker voneinander zu trennen. Diskutiert werden unter anderem eine Schulstraße in der Gutenbergstraße, ein fester Haltepunkt für
Elterntaxis sowie die Verlagerung des bisherigen Wendebereichs. Außerdem könnten neue überdachte und beleuchtete Fahrradabstellanlagen entstehen. Als möglicher Standort für Teile der neuen Verkehrsorganisation wird die Fläche der ehemaligen Schwimmhalle geprüft.
Auch die Geh- und Radwege im Umfeld des Schulzentrums sollen verbessert werden. Vorgesehen sind unter anderem breitere Wege, eine bessere Beleuchtung sowie sicherere Querungsmöglichkeiten. Betrachtet werden dabei unter anderem die Bahnunterführung an der Lenbachstraße, eine östliche Anbindung an den Sesekeweg sowie die Verbindung zwischen Schäferstraße und Gutenbergstraße. Auch die angrenzenden Sportanlagen sollen in das Gesamtkonzept einbezogen werden.
Ein wichtiger Bestandteil der Bewerbung ist die Beteiligung der Schüler. Bereits im Rahmen des städtischen Mobilitätskonzepts SUMP haben sie Anregungen und Wünsche eingebracht. Dieser Austausch soll fortgesetzt und Themen wie Verkehrssicherheit, nachhaltige Mobilität und eigenständige Schulwege künftig noch stärker im Unterricht und bei Projekttagen verankert werden.
Darüber hinaus prüft die Stadt zusätzliche Angebote wie einen Pumptrack sowie einen Klassensatz BMX- oder Mountainbikes, die sowohl im Schulunterricht als auch in der Freizeit genutzt werden könnten.
Ob die Stadt Kamen zu den ausgewählten Kommunen gehört, entscheidet die Jury am 31. August 2026. Die Förderbescheide sollen bis Ende des Jahres vorliegen. Im Falle einer erfolgreichen Bewerbung könnten die Maßnahmen anschließend schrittweise entwickelt und bis spätestens 2031 umgesetzt werden.





