Will bei der Ratssitzung am 24. September klare Antworten zur Sicherheit an der Jahnschule: CDU-Ratsfraktionschef Ralf Langner. Foto: ArchivKamen. (AG) Eigentlich sollte das Fluchttreppen-Provisorium an der Außenseite der Methleraner Jahnschule noch vor dem Start des neuen Schuljahres durch einen festen Betonbau ersetzt worden sein. Die metallenen Gerüsttürme, über die die Schüler im Notfall nach unten gelangen sollen, werden nach Planung der Stadt aber noch bis zu den Herbstferien dort stehen bleiben. Die Kamener CDU-Fraktion sieht das mit Blick auf die Sicherheit der Jahnschüler kritisch.
Mitglieder der Elternvertretung hatten schon im Mai Kritik an der Konstruktion geübt, die während der Ferien abgebaut war, um der Renovierung von Fassade und Außenjalousien nicht im Weg zu stehen. Für die standardisierte Konstruktion lägen laut Aussage der Stadt lediglich eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung vor, jedoch keinerlei Akten etwa über Statik und sicherheitstechnische Bewertung, so die Kritik der Elternvertreter, die Einsicht in die Baugenehmigung für die Gerüsttürme gefordert hatten. Hinzu kommt, dass die Baufirma, die die festen Treppentürme errichten sollte, schon bei einem laufenden Auftrag für die Sesekebrücke an der Henri-David-Straße aufgrund von Personalmangel offenbar nicht hinterherkommt. Jetzt soll die metallene Übergangslösung mit Lücken zwischen den Trittgittern und darunter aufgehängten Rettungsnetzen erst einmal weiter stehen bleiben, was nicht nur bei den Eltern, sondern auch bei der Kamener CDU sauer aufstößt, die „eine umfassende Aufklärung in der September-Ratssitzung“ fordert.
„Wir müssen nachvollziehen können, wie es zu dieser Situation gekommen ist, wer welche Entscheidungen getroffen hat und welche finanziellen Folgen daraus für die Stadt entstehen“, erklärt Fraktionsvorsitzender Ralf Langner. „Insbesondere stellt sich die Frage, warum ein Unternehmen mit der Errichtung der Treppe beauftragt wurde, obwohl bei diesem Unternehmen bereits Kapazitätsprobleme bei einem Brückenbau bekannt waren.“ Die CDU fragt sich, ob die Verfügbarkeit von Baukapazitäten vor der Beauftragung ausreichend geprüft wurde, welche Alternativen untersucht und aus welchen Gründen diese verworfen wurden, wer die zusätzlichen Kosten der nun erneut notwendigen provisorischen Lösung trägt und wie die Verwaltung sicherstellt, dass sich die Verzögerungen nicht auf den sicheren Schulbetrieb auswirken.
„Für uns geht es nicht darum, Verantwortlichkeiten vorschnell zu verteilen“, sagt Langner. Aber: „Eltern und Kinder wollen und brauchen eine sichere, verlässliche und nachvollziehbare Lösung“, betont der Vorsitzende der CDU-Ortsunion Methler, Dietmar Wünnemann. „Die Jahnschule und hier insbesondere der Schulbetrieb muss trotz Verzögerungen und Abstimmungsproblemen ohne Einschränkungen möglich bleiben.“ Die CDU-Fraktion erwartet deshalb zur Ratssitzung am Donnerstag, 24. September, eine transparente Darstellung der bisherigen Entscheidungen, der Kosten und der weiteren Planung. Gleichzeitig müsse ein konkreter und belastbarer Lösungsansatz vorgelegt werden, wann und wie die endgültige, feste Treppe erstellt wird. „Die Verwaltung muss jetzt zeigen, dass sie die Situation im Griff hat, bei der die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler an erster Stelle steht“, so Langner.





