Vorlesungsreihe in den Kirchen lässt Reihe "SUMMERlife" trotz Krise weiterleben

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summerlife720 1AGMehr als 30 Besucher lauschten in der Pauluskirche den Geschichten von Heinrich Peuckmann und Yirgalem Fisseha Mebrahtu. Fotos: Alex Grün für KamenWeb.de

von Alex Grün

summerlife720 3AGDie eritreische Schriftstellerin Yirgalem Fisseha Mebrahtu beeindruckte mit Gedichten über Menschenrechtsverstöße in ihrer Heimat.Kamen. Unter strengen Hygienerichtlinien veranstaltete das Kulturbüro der Stadt Kamen gemeinsam mit den Kamener Autoren Heinrich Peuckmann und Bernhard Büscher am Samstagnachmittag im Rahmen der Reihe "SUMMERlife" eine literarische Lesereise.

Vorgelesen wurde in den drei Innenstadt-Kirchen, die aufgrund der Sicherheitsauflagen zwar nicht wirklich voll, aber immerhin gut besucht waren. Sechs Autoren, drei von ihnen Mitglieder der renommierten Schriftstellervereinigung PEN, nahmen an der Lesereihe teil. Gespannt waren die Besucher, die kostenlosen Eintritt hatten, insbesondere auf den Vortrag der eritreischen Dichterin Yirgalem Fisseha Mebrahtu, die wegen ihrer systemkritischen Texte in ihrer Heimat sechs Jahre lang im berüchtigten Gefängnis "Mai Swra" saß und dort auch Folter erlebt hat. Mebrahtu, die mittlerweile in München lebt und demnächst auch eine Wohnung in Kamen zur Verfügung gestellt bekommt, ist Stipendiatin im PEN-Programm "Writers-in-Exile". Sie beeindruckte die Kamener mit Sätzen, die unter die Haut gehen: "Zeugin will ich sein, für alle schwangeren Frauen, ältere und junge Mädchen, die in Gefängnissen sitzen", sagt sie. Zeugin auch "für die jungen und minderjährigen Jungen und Mädchen, die in der Wüste gestorben sind, für die, die im Mittelmeer ertranken und die Eltern, die nach dem Tod ihrer Angehörigen nicht trauern durften", so die Eritreerin im Rahmen ihrer Lesung in der summerlife720 2AGDer 18-jährige Gitarrist Jens Stammer begeisterte in den Lesepausen in der Lutherkirche mit Rock- und Soulklassikern.Pauluskirche. Der Lesenachmittag hatte aber auch heiter-besinnliche Momente zu bieten, etwa als PEN-Generalsekretär Heinrich Peuckmann in eigenen Werken wie "Getrennte Wege" oder "Aus der Spur" über seine Kindheit in der Sesekestadt zwischen, wie er es formuliert, "Liebe und Begrenztheit" memorierte, aus einer Zeit, in der für die fußballverrückten Kinder Uwe Seeler noch "der Neue" war.

Etwa 35 Besucher lauschten den Worten der beiden Literaten in der Pauluskirche. Rund 40 Literaturinteressierte besuchten direkt nebenan die katholische Pfarrkirche, wo zuerst die preisgekrönte Krimi-Autorin und PEN-Präsidentin Regula Venske und anschließend der Kamener und schriftstellerische Newcomer Bernhard Büscher ihre Texte zum Vortrag brachten. In der kleinen Lutherkirche in der Kampstraße gab sich mit Gerd Puls wiederum ein literarischer Lokalmatador die Ehre, der aus seinen Veröffentlichungen "Über der Stadt" oder "Woher der Wind weht" vor rund 15 Zuhörern vorlas.

Als Gast in Kamen war dort PEN-Vizepräsident Leander Sukov, der Auszüge aus seinen vielbeachteten Romanen und Gedichtbänden vortrug. Hochkarätig besetzt war auch die Schar der Musiker, die die Besucher sozusagen "zwischen den Zeilen" mit ihren Beiträgen begeisterten, allen voran der Kamener Blues-Man Lucas Rieger, der sich, mithilfe von Looping-Aufnahmen, auf sechs verschiedenen Saiteninstrumenten selbst begleitete und so für eine einmalige One-Man-Show sorgte. Aber auch der sechsmalige "Jugend-musiziert"-Gewinner Jens Stammer, der mit seiner Gitarre die Pausen in der Lutherkirche mit Rock- und Soulklassikern von Eric Clapton oder James Brown im Alleingang bestritt, erntete zurecht jede Menge Applaus, ebenso wie die beiden Klassikgitarristen bei der Heiligen Familie. Die Lesereihe erwies sich als bestes Beispiel dafür, dass sich Kamens Kulturangebot von der Corona-Krise nicht kleinkriegen lässt - weiter so!

Archiv: SUMMERlife: 6 und 3 - Literarische Lesereihe - 6 Autoren Lesen in 3 Kamener Kirchen

summerlife720 4AG Lucas Rieger zog in der Pauluskirche alle Register seines instrumentalen Könnens und eine brillante One-Man-Show ab.

SUMMERlife Comedy & Musik: „Der Gitarrenflüsterer“

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Sanftenschneider720SKHelmut Sanftenschneider, auch bekannt durch die Kultshow NachtSchnittchen, ist aus der Comedy- und Kabarettszene des Ruhrgebiets nicht mehr wegzudenken.Kamen. Das Kulturbüro der Stadt Kamen hat ein weiteres unterhaltsames Kulturangebot zum Ende der Sommerferien organisiert. Im Rahmen der SUMMERlife-Reihe wird am Samstag, 08. August ab 18:00 Uhr Helmut Sanftenschneider begeisternde, intelligente Comedy der musikalischen Art mit seinem Solo-Programm im Atrium des Kamener Gymnasiums an der Hammer Straße bieten.

Helmut Sanftenschneider, auch bekannt durch die Kultshow NachtSchnittchen, ist aus der Comedy- und Kabarettszene des Ruhrgebiets nicht mehr wegzudenken. In seiner One-Man-Show „Der Gitarrenflüsterer“ präsentiert der mehrfache Kleinkunstpreisträger in 90 Minuten virtuos, musikalisch und urkomisch neben neuen Nummern auch das Beste aus 15 Jahren Heiterkeit.

Der Zutritt wird auch bei dieser Veranstaltung aufgrund der Infektionsschutzregelungen gesteuert, die Zahl der Besucher wird begrenzt und auf dem Weg zu den Sitzplätzen und den Toiletten ist Mund-Nase-Schutz zu tragen. Zur Rückverfolgbarkeit werden die persönlichen Daten aufgenommen. Der Eintritt ist frei.

 

SUMMERlife: 6 und 3 - Literarische Lesereihe - 6 Autoren Lesen in 3 Kamener Kirchen

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summerlife2020 500Kamen. Im Rahmen des SUMMERlife-Programms plant das Kulturbüro der Stadt Kamen gemeinsam mit den heimischen Autoren Heinrich Peuckmann und Bernhard Büscher für Samstag, den 18. Juli, eine ganz besondere Veranstaltung, nämlich eine literarische Lesereihe, die an gleich drei Orten stattfinden wird. Insgesamt sechs Autoren werden Gedichte und Erzählungen in den beiden evangelischen Kirchen (Paulus- und Lutherkirche) und in der katholischen Kirche (Pfarrkirche Zur Heiligen Familie) lesen.

Die Auswahl der Autoren, die daran teilnehmen wird, ist sehr prominent. Gleich drei von ihnen sind Mitglieder im Vorstand der renommierten Autorenvereinigung PEN. Dessen Präsidentin Regula Venske wird kommen, u.a. hat sie einen großen Krimipreis erhalten. Der Vizepräsident Leander Sukov ist für seine Romane und Gedichte bekannt und Heinrich Peuckmann, seit einem Jahr Generalsekretär des PEN, ist als Kamener bestens bekannt. Besonders gespannt sein dürfen die Zuhörer auf die eritreische Dichterin Yirgalem Mebrahtu, die wegen ihrer kritischen Texte sechs Jahre lang in eritreischen Gefängnissen eingesperrt war und dort gefoltert wurde. Ihre Gedichte, die auch die schreckliche Zeit der Folter behandeln, sind tief beeindruckend. Yirgalem ist Stipendiatin im PEN-Programm „Writers-in-Exile“ und lebt nun in München. Der PEN hat für sein Programm inzwischen sogar eine Wohnung in Kamen angemietet, so dass auch Kamen, neben Berlin und München, bald Zufluchtsort für eine verfolgte Schriftstellerin sein wird. Die literarische Lesereise wird den Kamenern zum ersten Mal Einblick in das Schicksal verfolgter Autoren geben.

Abgerundet wird das Programm von zwei Kamener Autoren, von Gerd Puls, der Erzählungen und Gedichte lesen wird und von Bernhard Büscher, dessen erster Gedichtband vor einem Jahr erschien und mit dem er viel Anerkennung fand. Im Herbst wird ein zweiter Band folgen.

Umrahmt werden die Lesungen von einem leichten Musikprogramm, das Zeit zum Nachdenken lässt. Insgesamt zwei Stunden lang soll die literarische Lesereihe dauern, so dass die Zuhörer Zeit haben, zwischendurch den Veranstaltungsort zu wechseln, um möglichst alle Autorinnen und Autoren zu hören. Natürlich wird es auch Gelegenheit zu Fragen und zu Diskussionen geben.

In der Pauluskirche lesen Heinrich Peuckmann und Yirgalem Fisseha Mebrahtu, in der Lutherkirche Leander Sukov und Gerd Puls und in der Katholischen Kirche Regula Venske und Bernhard Büscher.

Der Zutritt zu den Veranstaltungsräumlichkeiten wird mit Blick auf die Infektionsschutzregelungen gesteuert, die Zahl der gleichzeitig anwesenden Besucher ist aufgrund gesetzlicher Abstandsvorgaben begrenzt, auf dem Weg zu/von den Sitzplätzen der Plätze ist Nasen-/Mundschutz zu tragen. Der Eintritt ist frei!

LWL präsentiert Wort des Monats: "Piggenbruut" - Nicht nur der Liebe wegen wird geheiratet

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Westfalen (lwl). Piggenbruut: Was sich so anhört wie die Nachkommenschaft einer seltenen Vogelart, ist nach plattdeutschem Wortverständnis ein junges Mädchen, das einen Bauernhof erbte und mit in die Ehe brachte. Wie sich das Wort genau zusammensetzt, wissen die Mundart- und Namenforscher beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), die es als Wort des Monats vorstellen.

Das plattdeutsche Wort Piggenbruut ist eine Zusammensetzung aus dem Grundwort Bruut, was Braut bedeutet, und dem Bestimmungswort Pigge, womit ein hölzerner Nagel oder Stift gemeint ist. Doch wie passt das zusammen? "Vermutlich steht die beim Bau oft verwendete Pigge hier für den Hof, den die Braut mit in die Ehe nahm", so Markus Denkler, Geschäftsführer der Kommission für Mundart- und Namenforschung beim LWL. Dass ein Mädchen jedoch das Erbe eines Hofes antrat, kam eigentlich nur vor, wenn es keinen oder keinen geeigneten Sohn auf einem Hof gab. "Wenn er eine solche Frau heiratete, konnte ein Mann schnell an einen Bauernhof kommen", so der Mundartforscher. "So ein Mädchen war bei den heiratswilligen Männern daher sehr begehrt." Das bestätigt das plattdeutsche Sprichwort aus Rheine-Catenhorn: "Nao de Piggenbrut laupt de Jungs ut 7 Kiäspels." Was auf hochdeutsch so viel heißt wie: Der Piggenbruut laufen die Jungen aus sieben Kirchspielen (Bezirken) hinterher.

Absagen: Stadt sagt alle städtischen Kultur-Veranstaltungen bis Ende August ab

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Rudelsingen7 719KBRudelsingen im Juli 2019. Fotos: Katja Burgemeister Archiv KamenWeb.de

Kamen. Die Corona-Pandemie beeinträchtigt das öffentliche Leben in fast allen Bereichen. Die Eindämmung des Virus und der Schutz der Bürgerinnen und Bürger vor einer Infektion wirken sich auch weiterhin auf zahlreiche städtische Kulturveranstaltungen aus. So sagt der Fachbereich Kultur der Stadt Kamen unter anderem den für den 13. Juni 2020 geplanten Gala-Abend in der Konzertaula ab.

Bereits erworbene Eintrittskarten können unter Angabe des Namens des Käufers und einer Bankverbindung bis zum 30. Juni im Kulturbüro der Stadt Kamen zurückgegeben werden. Die Preiserstattung erfolgt ausschließlich bargeldlos.

Darüber hinaus finden aufgrund der gesetzlichen und hygienischen Bestimmungen folgende Veranstaltungen nicht statt:

• 29. Mai Open Air bei der Feuerwehr

• 6. Juni Tag der Musik

• 21. Juni GSW Kamen Klassik

• 26. Juni Antenne Unna Altstadtparty

• 1. Juli Open Air Kindertheater

• 5. Juli Shanty-Chor-Festival

• 10. Juli Rudelsingen in der Fußgängerzone

• 7. August Brunnenfest

• 8. August Laut & Lästig Open Air Festival

• 15. August Open Air Kino auf dem Parkdeck des Kamen Quadrat

Darüber hinaus entfallen in der Sommerzeit einige Chor- und Orchesterveranstaltungen in der Innenstadt. Die Organisatoren schließen jedoch nicht aus, einzelne, kleinere SUMMERlife-Veranstaltungen durchzuführen – immer vor dem Hintergrund, dass die Situation dies zuletzt. Die Veranstaltungen werden dann rechtzeitig bekannt gegeben.

KamenKlassik2 719KBAbgesgat: GSW Kamen Klassik am 21. Juni 2020

Kindertheater: „Feuerwehrmann Sam“ auf September verlegt

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tshopaula18Kamen. Die Stadt Kamen weist noch einmal darauf hin, dass die für den 13. Mai vorgesehene Aufführung des Kindertheaterstückes „Feuerwehrmann Sam“ im Zuge der Corona-Pandemie auf den 24. September verschoben wurde. Bereits erworbene Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit, können aber auch bis zum 30. Juni ans Kulturbüro der Stadt Kamen, Rathausplatz 1, 59174 Kamen zurückgeschickt werden. Der Eintrittspreis wird dann erstattet. Hierzu bitte den Namen, die Anschrift und die IBAN-Nummer angeben.

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