Absagen: Stadt sagt alle städtischen Kultur-Veranstaltungen bis Ende August ab

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Rudelsingen7 719KBRudelsingen im Juli 2019. Fotos: Katja Burgemeister Archiv KamenWeb.de

Kamen. Die Corona-Pandemie beeinträchtigt das öffentliche Leben in fast allen Bereichen. Die Eindämmung des Virus und der Schutz der Bürgerinnen und Bürger vor einer Infektion wirken sich auch weiterhin auf zahlreiche städtische Kulturveranstaltungen aus. So sagt der Fachbereich Kultur der Stadt Kamen unter anderem den für den 13. Juni 2020 geplanten Gala-Abend in der Konzertaula ab.

Bereits erworbene Eintrittskarten können unter Angabe des Namens des Käufers und einer Bankverbindung bis zum 30. Juni im Kulturbüro der Stadt Kamen zurückgegeben werden. Die Preiserstattung erfolgt ausschließlich bargeldlos.

Darüber hinaus finden aufgrund der gesetzlichen und hygienischen Bestimmungen folgende Veranstaltungen nicht statt:

• 29. Mai Open Air bei der Feuerwehr

• 6. Juni Tag der Musik

• 21. Juni GSW Kamen Klassik

• 26. Juni Antenne Unna Altstadtparty

• 1. Juli Open Air Kindertheater

• 5. Juli Shanty-Chor-Festival

• 10. Juli Rudelsingen in der Fußgängerzone

• 7. August Brunnenfest

• 8. August Laut & Lästig Open Air Festival

• 15. August Open Air Kino auf dem Parkdeck des Kamen Quadrat

Darüber hinaus entfallen in der Sommerzeit einige Chor- und Orchesterveranstaltungen in der Innenstadt. Die Organisatoren schließen jedoch nicht aus, einzelne, kleinere SUMMERlife-Veranstaltungen durchzuführen – immer vor dem Hintergrund, dass die Situation dies zuletzt. Die Veranstaltungen werden dann rechtzeitig bekannt gegeben.

KamenKlassik2 719KBAbgesgat: GSW Kamen Klassik am 21. Juni 2020

Kindertheater: „Feuerwehrmann Sam“ auf September verlegt

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tshopaula18Kamen. Die Stadt Kamen weist noch einmal darauf hin, dass die für den 13. Mai vorgesehene Aufführung des Kindertheaterstückes „Feuerwehrmann Sam“ im Zuge der Corona-Pandemie auf den 24. September verschoben wurde. Bereits erworbene Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit, können aber auch bis zum 30. Juni ans Kulturbüro der Stadt Kamen, Rathausplatz 1, 59174 Kamen zurückgeschickt werden. Der Eintrittspreis wird dann erstattet. Hierzu bitte den Namen, die Anschrift und die IBAN-Nummer angeben.

Landesregierung beschließt Stufenplan zur Wiederaufnahme des Kulturbetriebs in Nordrhein-Westfalen

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Düsseldorf. Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft teilt mit: Um das kulturelle Leben in Nordrhein-Westfalen angesichts der weiterhin großen Herausforderungen der Corona-Krise schrittweise und verantwortungsvoll wieder zur Entfaltung zu bringen, hat die Landesregierung einen detaillierten Stufenplan vorgelegt. Dieser sieht vor, die Anti-Corona-Maßnahmen im Kulturbereich in den kommenden Wochen und Monaten schrittweise zu reduzieren – abhängig von der weiteren Entwicklung des Infektionsgeschehens.
 
„Die zurückliegenden Wochen haben auf schmerzliche Weise deutlich gemacht, wie sehr das persönliche kulturelle Erleben in unserem Alltag fehlt. Umso mehr freut es mich, dass die aktuelle Entwicklung jetzt eine behutsame Öffnung des kulturellen Lebens möglich macht. Bei aller Freude dürfen wir jedoch nicht vergessen, dass der Schutz der Künstlerinnen und Künstler, der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtungen sowie der Besucherinnen und Besucher weiterhin an erster Stelle stehen müssen. Ich bin aber absolut überzeugt, dass die Kultur in Nordrhein-Westfalen auch diese Herausforderung erfolgreich meistern wird“, sagt Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen.
 
Erste Lockerungen sind bereits umgesetzt worden: Museen, Ausstellungen und Musikschulen dürfen unter strikter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregelungen und teilweise weiteren Auflagen wieder öffnen, ebenso Bibliotheken und Archive.
 
Ab Montag, 11. Mai, sollen in einer nächsten Stufe auch kleinere Konzerte und andere öffentliche Aufführungen unter freiem Himmel ermöglicht werden. Bei Einhaltung strenger Regelungen, Mund-Nase-Bedeckung sowie einem mit der örtlichen Behörde abgestimmten Konzept sind solche Aufführungen grundsätzlich auch in Gebäuden zulässig. In Musikschulen sind ab 11. Mai neben Einzelunterricht auch Ensembles mit maximal sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmern möglich. Ebenfalls wird der Probenbetrieb unter Schutzauflagen ermöglicht, für Chöre und Orchester gelten erweiterte Abstandsregeln.
 
Eine weitere Stufe zur verantwortungsvollen Wiederaufnahme des kulturellen Lebens in Nordrhein-Westfalen wird am 30. Mai erfolgen: Ab diesem Datum soll Kinos sowie kleineren Theatern, Opern und Konzerthäusern eine Wiedereröffnung ermöglicht werden, sofern der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Besuchern gewährleistet werden kann und die Einrichtungen ein Zutrittskonzept für den Einlass sowie das Verlassen der Häuser vorlegen können. Das von den Häusern vorzulegende Zutrittskonzept sieht u.a. vor, dass zwischen haushaltsfremden Besuchern jeweils zwei Sitzplätze freizuhalten sind und Vorkehrungen zum Schutz der im Bühnenbereich tätigen Personen getroffen werden. Zudem soll verstärkt Ordnungspersonal eingesetzt werden, um Menschenansammlungen im Warte- und Pausenbereich zu verhindern.
 
Bei den großen Theatern, Opern und Konzerthäusern, bei denen die Anpassung an die Bedingungen der Pandemie eine etwas längere Vorbereitungszeit erfordert, ist wie bei Großveranstaltungen eine Wiederaufnahme des regulären Aufführungsbetriebs zum Start der nächsten Spielzeit ab dem 1. September realistisch.
 
„Gerade die Theater haben in den vergangenen Wochen eine enorme Flexibilität und Kreativität gezeigt, wie sie bei einem künftigen Spielbetrieb den aktuellen Gegebenheiten Rechnung tragen wollen – etwa mit neuen, auf die Corona-Bedingungen angepassten Spielplänen oder kreativen Konzepten zur Einhaltung der Abstandsregeln. Daher freut es mich besonders, dass sie in der kommenden Woche wieder mit den Proben beginnen können und hoffentlich schon bald wieder erste Stücke für ihre Zuschauer auf die Bühne bringen können“, sagt Ministerin Pfeiffer-Poensgen. „Bei den großen Häusern mit ihren zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und dem aufwändigen Probenbetrieb ist diese Umstellung naturgemäß nicht so schnell umsetzbar, weshalb sie ihren Spielbetrieb mit Beginn der kommenden Spielzeit aufnehmen werden. Damit haben auch sie Planungssicherheit für die nächste Zeit und können mit der gebotenen Sorgfalt die Spielpläne, Inszenierungen sowie das Besucher- und Hygienemanagement auf die aktuellen Vorgaben anpassen“, so die Ministerin.

"Mord am Hellweg X" wird um ein Jahr verschoben

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mordamhellweg1219AGIm Dezember 2019: Katrin Jubitz vom Fachbereich Kultur der Stadt Kamen, Heiner Remmert vom Westfälischen Literaturbüro und Stadtbüchereileiterin Andrea Sternal (1., 2. und 4.v.l.) freuten sich über den knapp einwöchigen Recherchebesuch von Autor Antti Tuomainen (3.v.l.) aus Finnland. Foto: Alex Grün für KamenWeb.de

Unna. Die Auswirkungen der Corona-Krise haben nun auch die Festivalleitung von Mord am Hellweg, den Kulturbereich der Kreisstadt Unna und das Westfälische Literaturbüro in Unna e.V., dazu veranlasst, das für diesen Herbst geplante Festivaljubiläum Mord am Hellweg X um ein Jahr auf den Zeitraum 18. September bis 13. November 2021 zu verlegen. "Mord am Hellweg ist ein internationales Festival, das durch seine Größe mit mehr als 200 Lesungen und weit über 400 Mitwirkenden einen langen Planungsvorlauf hat, nun aber durch die derzeitigen Einschränkungen vor großen Planungsunsicherheiten steht; und es ist schon jetzt absehbar, dass viele Veranstaltungen nicht mehr so stattfinden könnten, wie wir es uns vorgestellt haben. Trotzdem möchten wir unseren Besucher*innen ein Festival in der Qualität und Quantität bieten, die sie von uns gewohnt sind. Das wird in diesem Jahr in der Form nicht annähernd möglich sein, weshalb wir in enger Abstimmung mit unseren Unterstützern und Förderern, insbesondere dem Land NRW, leider die schwere Entscheidung treffen mussten, das Festival zu verschieben", so die Erklärung der Festivalleitung.

Durch eine Verschiebung hoffen die Organisatoren größeren Schaden vom Festival abzuwenden, der durch eine kurzfristige Komplettabsage oder ein stark eingeschränktes Programm entstehen würde. Die derzeitigen Einschränkungen würden schon jetzt zu zahlreichen Problemen in der aktuellen Planungsphase führen. Im Moment könnten beispielsweise kaum Künstler*innen eingeworben und Termine abgesprochen werden, da nicht wenige Verlage und Künstler*innen seit geraumer Zeit keine Anfragen mehr annehmen, bereits bestehende Termine für das ganze Jahr absagen oder Buchveröffentlichungen verschieben. "Zunehmend erreichen uns auch Absagen internationaler Stars, die bereits zugesagt hatten", so die Festivalleitung weiter, "und im Herbst möglicherweise noch geltende Abstandregeln würden in den Veranstaltungsräumen zu grotesken Atmosphären und fürs Festival zudem zu großen finanziellen Einbußen, wenn nicht gar Debakeln führen."

Die Festivalleitung arbeitet nun bereits unter Hochdruck daran, die Termine, die sich schon im Vorverkauf befinden, um genau ein Jahr zu verschieben. Für einige Veranstaltungen mit internationalen und nationalen Bestsellerautor*innen und weiteren Künstler*innen wurden bereits neue Termine für den Herbst 2021 in Aussicht genommen. So haben u.a. Jussi Adler-Olsen, Simon Beckett, Joe Bausch, Arne Dahl, Sebastian Fitzek, Fritz Eckenga, Andreas Gruber, Jens Henrik Jensen, Volker Kutscher, Ralf Kramp oder Klaus-Peter Wolf, um nur einige zu nennen, dankenswerterweise bereits ihre Zusage gegeben, die mit ihnen geplanten Lesungen auf Herbst 2021 zu verschieben. Ebenso werden der von Sebastian Fitzek gestiftete und von Mord am Hellweg organisierte VIKTOR CRIME AWARD sowie die Verleihung des Europäischen Preises für Kriminalliteratur verlegt. Das Erscheinen des Jubiläumsbandes Mord am Hellweg X (EMONS-Verlag Köln, Reihe Grafit) mit weiteren namhaften Autor*innen wie Ben Aaronovitch, Bernhard Aichner, Friedrich Ani, Horst Eckert, Doris Gercke, Elisabeth Herrmann, Andreas Gruber, Jürgen Kehrer, Gisa Pauly oder Jan Costin Wagner soll ebenfalls um Jahr verschoben werden. Das Gleiche gilt für die hochkarätig besetzte Tagung "Zur Ästhetik des Kriminalromans" (kuratiert von Oliver Bottini und Thomas Wörtche), die nun vom 01. bis 03. Oktober 2021 stattfinden soll.

Bereits gekaufte Karten/Buchungen behalten ihre Gültigkeit, wenn die jeweilige Veranstaltung auf nächstes Jahr verlegt werden kann.

Archiv: Finnischer Star-Autor Antti Tuomainen verfasst Kamens Beitrag zur zehnten "Mord am Hellweg"-Anthologie

"FkL" nimmt Abschied: Wenn Else Kling noch Corona erlebt hätte

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fklAM PDer FkL im Heiligen Gral - Besuch in Köln-Bocklemünd. Foto: Privat

Lindenstrasse7 F1758 Lindenstraße, Folge 1.758, "Auf Wiedersehen", am Sonntag (29.03.20) um 18:50 Uhr im ERSTEN. Die letzte Klappe in der fast 35-jährigen Geschichte der Lindenstraße fiel am 20. Dezember 2019. © WDR/Steven MahnerKamen. (am) Abgesehen von der Tagesschau, gibt es im deutschen Fernsehen kaum was Zäheres als die Lindenstraße. Wenn an diesem Sonntag (29.03.2020) die letzte Folge - die 1758. - in der ARD läuft, guckt auch der Kamener Freundeskreis Lindenstraße (FkL) zu. Jochen Büttner, Peter Büttner und Andreas Milk hatten ihn 1989 gegründet, im Lokal Kümper an der Bahnhofstraße. Denn in Kneipen entstehen die besten Ideen. Die allerbeste war dann, einen Bürgerantrag an die Stadt Kamen zu richten: Die Lindenallee in Methler möge doch bittesehr umbenannt werden in Lindenstraße. Weil selbst allerbeste Ideen manchmal scheitern, heißt die Allee halt heute immer noch Allee. Aber der damalige Bürgermeister Werner Berg ließ zum Trost ein Sektfrühstück springen. Er blieb dafür bis zu seinem Tod FkL-Ehrenmitglied.

Die Herren Büttner, Büttner & Milk wiederum schafften es in den Heiligen Gral - sprich: nach Köln-Bocklemünd. Dort wurde die Kultserie produziert. Dem Kamener Trio gelang es im Herbst 1990, sich als Statisten engagieren zu lassen. Das Ergebnis ist in Folge 263 mit dem Titel "Abschied" zu sehen. Jochen Büttner und Milk wuseln mit einem Tannenbaum auf den Schultern durch die Szenerie - Peter Büttner, dem für den Dreh eine schmucke Polizeiuniform verpasst worden war, ist dagegen in der fertigen Episode nicht zu sehen. Schnöde rausgeschnitten! Ein Trauma, das bis heute nachwirkt.

Noch jahrelang gab es allerhand mehr oder weniger blödsinnige Aktionen des FkL - etwa eine Plakatierung zur Bundestagswahl: Wählt Gung! Genützt hat es dem freundlichen Vietnamesen nichts. Egal. Seriöse Medien ("Hellweger Anzeiger", "Weser Kurier") und weniger seriöse ("Bild") berichteten über FkL-Umtriebe. Im Oktober 1991 meldete sich der Fachbereich Kommunikationswissenschaften der Freien Universität Berlin, namentlich eine Frau mit dem lindenstraßentauglichen Namen Eva Schabedoth, bei den FkL-Aktivisten: Sie forschte zum Stellenwert der Fernsehunterhaltung im Alltag und hatte Fragen. Natürlich bekam sie Antworten.

Im Januar 2005 ließ sich Kamens Bürgermeister Hermann Hupe als Ehrenmitglied im FkL aufnehmen - laut unbestätigten und leider auch unwahren Gerüchten sah er dies als Höhepunkt seiner Laufbahn. Lindenstraßenerfinder Hans W. Geißendörfer sandte ein Grußwort. Und jetzt ist eben Ende. Der FkL versammelt sich ein letztes Mal vor dem Bildschirm - natürlich nicht im selben Raum, wegen Corona.

Apropos: Gäbe es in Deutschland noch eine Autorität wie Else Kling - das dämliche Virus wäre längst weg vom Fenster.

Landesregierung beschließt Soforthilfe für Kultur- und Weiterbildungseinrichtungen

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Düsseldorf. Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft teilt mit: Durch die flächendeckende Schließung von öffentlichen und privaten Einrichtungen sowie die Absage sämtlicher Veranstaltungen aufgrund der Corona-Pandemie zunächst bis zum Ende der Osterferien, geraten derzeit zahlreiche Initiativen, Einrichtungen und Freiberufler in der Kultur, aber auch im Bereich der Weiterbildung in große, teilweise sogar existenzbedrohende Finanzprobleme. Um den Betroffenen unverzüglich zu helfen und Liquiditätsengpässe zu vermeiden, hat die Landesregierung eine konkrete Soforthilfe für Kultur und Weiterbildung beschlossen.

„Kleinere private Einrichtungen, aber gerade auch Freiberufler sind am schnellsten von den finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise betroffen. Deshalb haben wir mit Hochdruck erste Sofortmaßnahmen erarbeitet, um den Betroffenen schnell, unbürokratisch und wirksam zu helfen, durch diese schwere Zeit zu kommen. Wir wollen verhindern, dass die Corona-Pandemie zur Krise der Kultur und der Weiterbildungslandschaft wird“, sagt Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen.

Bereits gestern hat die Landesregierung einen umfassenden Rettungsschirm für die direkten und indirekten Folgen der Corona-Pandemie in Nordrhein-Westfalen in Höhe von 25 Milliarden Euro aufgelegt, auch die Bundesregierung arbeitet an breit angelegten Unterstützungsprogrammen. Ergänzend sieht das Ministerium für Kultur und Wissenschaft kurzfristige, auf die akuten Bedürfnisse der Akteure zugeschnittene Soforthilfen und weitere Maßnahmen vor:

Kultur
Mit einer Soforthilfe in Höhe von zunächst fünf Millionen Euro unterstützt die Landesregierung freischaffende, professionelle Künstlerinnen und Künstler, die durch die Absage von Engagements in finanzielle Engpässe geraten. Sie erhalten eine existenzsichernde Einmalzahlung in Höhe von bis zu 2.000 Euro. Die Soforthilfe kann mittels eines einfachen Formulars bei den zuständigen Bezirksregierungen beantragt werden und muss später nicht zurückgezahlt werden.

„Freischaffende Künstlerinnen und Künstler verfügen meist nur über geringe Rücklagen. Wenn Aufführungen, Gigs und Veranstaltungen massenweise wegfallen, geraten sie daher schnell in dramatische Geldnot. Die Soforthilfe verschafft ihnen schnell und unbürokratisch einen finanziellen Puffer, um die Zeit bis zum Anlaufen der großen Rettungsschirme in Land und Bund bestmöglich zu überbrücken“, sagt Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen.

Daneben schaffen zusätzliche Anpassungen im regulären Förderverfahren Sicherheit für die Kultureinrichtungen und -akteure. Grundsätzlich gilt dabei: Bereits bewilligte bzw. derzeit noch in Prüfung befindliche Förderungen in Höhe von mehr als 120 Millionen Euro werden in jedem Falle ausgezahlt – auch dann, wenn die Veranstaltungen und Projekte wegen Corona abgesagt oder verschoben werden müssen.

Zusätzliche Ausnahmeregelungen sollen Veranstalter und Einrichtungen finanziell wie zeitlich entlasten: So können etwa Ausfallkosten, die durch Absagen entstehen, als zuwendungsfähige Ausgaben im Rahmen der Förderungen anerkannt werden sowie die üblicherweise bei der Verwendung von Fördermittel geltenden Zwei-Monats-Fristen gelockert werden.

Weitere Informationen sowie das Antragsformular finden Sie unter www.mkw.nrw/Informationen_Corona-Virus.

Weiterbildung und politische Bildung
Auch im Bereich der gemeinwohlorientierten Weiterbildung und politischen Bildung plant die Landesregierung, die bereits bewilligten gesetzlichen Fördermittel in Höhe von ebenfalls rund 120 Millionen Euro fortlaufend und beschleunigt auszuzahlen, auch wenn Bildungsveranstaltungen wegen der Corona-Pandemie derzeit nicht durchgeführt werden können. Dadurch soll das Risiko verringert werden, dass die Einrichtungen in akute Liquiditätsprobleme kommen.

Außerdem arbeitet das Ministerium an einem Hilfsprogramm für die Einrichtungen, um vor allem die fehlenden Einnahmen durch den Wegfall von Kursgebühren oder Teilnehmerbeiträgen auszugleichen, die im Bereich der gemeinwohlorientierten Weiterbildung etwa ein Drittel der regelmäßigen Einnahmen ausmachen.

„Weiterbildungseinrichtungen sind Orte der Bildung, der Begegnung und des Austauschs. Mit ihrem breiten Angebot leisten sie einen unverzichtbaren Beitrag zum lebenslangen Lernen und für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Wir werden alles daransetzen, die Einrichtungen zu unterstützen und sie vor einer existenziellen wirtschaftlichen Krise zu bewahren“, sagt Klaus Kaiser, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft.

Zur konkreten Ausgestaltung der weiteren finanziellen Unterstützung für die Weiterbildungslandschaft befindet sich das Ministerium für Kultur und Wissenschaft derzeit in Gesprächen innerhalb der Landesregierung und mit den Bezirksregierungen.

In Nordrhein-Westfalen gibt es rund 460 Weiterbildungseinrichtungen in kommunaler und freier Trägerschaft. Dazu gehören unter anderem rund 130 kommunal getragene Volkshochschulen, rund 170 Einrichtungen der Weiterbildung in anderer Trägerschaft, 116 Einrichtungen der Familienbildung und 45 Einrichtungen der politischen Bildung. Sie bieten jährlich circa 250.000 Bildungsveranstaltungen an.

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