Antanzen ohne Straftaten: Abdelkarim kommt nach Kamen

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Kultur

abdelkarim1217Abdelkarim kommt am 12. Januar nach Kamen. Foto: Guido Schrödervon Christoph Volkmer

Kamen. Deutscher Marokkaner, marokkanischer Deutscher oder ein Junge aus der Bielefelder Bronx? Irgendwie könnte man Abdelkarim als alles davon und noch einiges mehr definieren. Mit seinem Programm „Staatsfreund No.1“ kommt der Komiker am 12. Januar in die Konzertaula. Christoph Volkmer sprach vorher mit dem 36-Jährigen.

Sie haben Ihr Jurastudium kurz vor dem Abschluss geschmissen, um als Comedian Geld zu verdienen. Haben Sie den Entschluss schon einmal bereut?
Abdelkarim: Nein. Zumindest noch nicht. Ich habe drei Traumjobs: Fußballprofi, Anwalt und Comedian. Bei Fussballprofi war nach der ersten Sportstunde klar, dass es ein Traum bleiben wird. Und irgendwann hat sich dann ergeben, dass ich mehr Comedy als Jura mache.

Im Gegensatz zu manchen Kollegen picken Sie keine Zuschauer heraus, über die während der Show dann die anderen Besucher lachen. Ist das marokkanische Höflichkeit?
Abdelkarim: Ich versuche es immer so zu machen, dass die von mir angesprochenen Personen am Lautesten mitlachen. Das hat aber mit marokkanischer Höflichkeit nichts zutun. Marokkanische Höflichkeit ist, wenn man Menschen antanzt, ohne dabei Straftaten zu begehen. Oder wie mein Nachbar sagt: Marokkanische Höflichkeit gibt's nicht.

Sie leben nicht mehr in Bielefeld, sondern in Duisburg, das den Ruf als Multikulti-Stadt besitzt. Ist das nicht das ideale Umfeld für die Entstehung Ihrer Programme?
Abdelkarim: Duisburg hat noch einen ganz anderen Ruf, aber das soll uns jetzt hier nicht aufhalten. Duisburg ist nämlich definitiv besser, als der Ruf vermuten lässt. Ob es den idealen Ort für Geschichten gibt, kann ich leider nicht beantworten. Ich glaube, wenn man aufmerksam seine Umgebung beobachtet, entstehen überall interessante Geschichten.

Gibt es ein Ritual, bevor Sie auf die Bühne gehen? Mal abgesehen vom Anziehen der Lederjacke?
Abdelkarim: Ich trinke einen letzten Schluck Wasser und sage: It's Showtime! Die Lederjacke ist übrigens kein Ritual. Die trage ich leider auch privat.

Was muss ein Veranstalter beim Catering berücksichtigen, damit Sie sich vor der Show richtig stärken können?
Abdelkarim: Ich bin da relativ entspannt. Solange da kein Klischee-Veganer sitzt und mich anschreit, ist alles gut. Am wichtigsten ist Wasser.

Sie kommen auf Tournee ganz schön rum. Gibt es dabei regionale Unterschiede bei den Reaktionen des Publikums?
Abdelkarim: Zum Glück konnte ich bisher keine Unterschiede feststellen. Die Zuschauer haben in der Regel immer Spaß gehabt und auch von den Lachlauten gab es keine Unterschiede. Es gab bisher eigentlich nur einen negativen Ausreißer. Das war in Bautzen.

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