Bei der Premiere des Altstadtfestivals auf dem Alten Markt blieb vor der Bühne oft viel Platz. Das musikalische Programm wurde nicht nur im Nachgang kritisiert. Foto: Christoph Volkmer für KamenWeb.de
von Christoph Volkmer
Kamen. Das erste Altstadtfestival hat während, vor allen Dingen aber im Nachgang, reichlich Kritik ausgelöst. Nicht nur bei KamenWeb.de, sondern auch auf den Internet-Kanälen der Stadt Kamen äußerten viele Besucher ihre Unzufriedenheit. Besonders das Programm auf der Bühne empfanden viele als unpassend. Jetzt hat Stefan Klöcker, Leiter des Fachbereichs Kultur bei der Stadt Kamen, sich zu der Kritik geäußert.
„Rückblickend muss ich aus meiner Sicht sagen, dass wir versucht haben, dabei Dinge zusammenzubringen, die am Ende des Tages nicht gut kombinierbar waren“, so Stefan Klöcker. Ziel des neu auf die Beine gestellten Festivals über zwei Tage war es, auch andere und besonders jüngere Zielgruppen mitzunehmen. „So haben wir am Ende ein Programm gehabt, bei dem für jeden etwas dabei war. Im Umkehrschluss aber war auch für jeden etwas dabei, was gar nicht gefallen hat“, unterstreicht der Kulturamtsleiter.
Ungewohnte Lautstärke
So beschwerten sich Gastronomen am ersten Abend über den Auftritt der Formation „Marathonmann“, die auf der großen Bühne für viele Menschen ungewohnt harte Kost bescherte. „Das war schon richtig laut. Es gab dabei die, die das abgefeiert haben und viele, die hinterher sagten, dass ihnen das überhaupt nicht gefallen hat. Das ist nicht gut, wenn ein Teil der Leute vergrault wird“, schildert Stefan Klöcker rückblickend seine Eindrücke.
„Das ist nicht gut, wenn ein Teil der Leute vergrault wird“, sagt Stefan Klöcker, Leiter des Fachbereichs Kultur bei der Stadt Kamen. Archiv-Foto: Christoph Volkmer für KamenWeb.de
Schlussendlich sei es auf dem Alten Markt nötig, Musik auszuwählen, die massentauglicher sei, so der Kulturplaner, der seit Anfang 2025 für die Stadt tätig ist. „Wenn wir noch mal in den Bereich Rock oder Rap für jüngere Zielgruppen gehen, dann ist das vermutlich eher dafür geeignet, dies dann solitär zu veranstalten oder deutlicher vom anderen Programm zu trennen.“
Der Leiter des Fachbereichs Kultur räumt zudem ein, dass die Idee, die bisher gewohnte Party zu einem Festival mit einem besonderen Fokus auf Musik umzuwandeln, nicht aufgegangen ist: „Musik ist einer der Faktoren, der es für die Leute schön macht, aber der besondere Fokus liegt nicht darauf. Viele kommen eher dahin, um sich mit Freunden zu treffen und etwas zu essen und zu trinken.“
Fortsetzung noch völlig offen
Wie eine Veranstaltung im Jahr 2027 aussehen könnte, ist noch völlig offen. Das liegt unter anderem daran, dass die Auswertung noch läuft und auch an der unklaren Haushaltslage der Stadt. Eine Rückmeldung der beteiligten Gastronomie hat es bereits gegeben. Demnach sei an den beiden Tagen der Umsatz insgesamt nur leicht höher gewesen als im Vorjahr, als es einen Veranstaltungstag gegeben hatte. Zufriedenheit rundherum herrschte dagegen bei den Punkten Organisation und Sicherheit. „Da haben alle Beteiligten gut zusammengearbeitet“, sagt Stefan Klöcker.
Es ist nicht das erste Mal, dass das Programm der sommerlichen Veranstaltung Kritik ausgelöst hat. Auch die letzte durchgeführte „Antenne Unna Altstadtparty“, bei der im August 2023 als Topact der Sänger Riku Rajamaa, Ex-Mitglied der Band Sunrise Avenue, in Kamen auftrat, sorgte dafür, dass von vornherein etliche Besucher aufgrund der Wahl des wenig bekannten Künstlers gleich zuhause blieben oder aber nach dessen ersten Titeln den Heimweg antraten.
Voller war es beim Festival am vergangenen Wochenende besonders in den Bereichen, die größeren Abstand zur Bühne bieten. Foto: Christoph Volkmer für KamenWeb.de
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