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Mediathek - www.zdf.devon Andreas Milk
Kamen. Wer in Kamen (oder sonstwo) zuhause vorm Fernseher sitzt, kann gleichzeitig weit weg sein. Also: im Kopf. Zum Beispiel in Ostfriesland. Das ist eine Region, in die es spätestens zum Frühjahr wieder reichlich Ruhrgebietsbewohner ziehen wird. Ich gehöre dazu. Und bis es richtig auf Reisen geht, gibt es "Friesland".
Die Krimiserie läuft im ZDF. Leider viel zu selten, wenn ihr mich fragt. Das Personal: eine taffe Streifenpolizistin; ein halbtaffer Streifenpolizist; ein cholerischer, gleichwohl sympathischer Vorgesetzter, der aus der Metropole Wilhelmshaven kommt und im pisseligen Leer (!) die Ermittlungen leiten muss. Und, ganz wichtig: Es gibt eine Apothekerin namens Insa, die sich für Rechtsmedizin begeistert. Und zwar so sehr, dass sie sich nach einem Mord schon mal ungebeten über das Opfer her macht. In einer älteren Folge pampt die Streifenpolizistin sie an: "Insa, hast du etwa wieder an der Leiche rumgefummelt?" - Natürlich hat Insa!
Überhaupt: Leichen. In der jüngsten Folge, "Asche zu Asche" vom 9. März, geht es nicht nur um eine tödliche Tat in einem Bestattungsinstitut. Der Streifenpolizist muss auch noch eine frisch verstorbene Verwandte, nun ja, entsorgen. Was ihm im Ermittlungskuddelmuddel nicht leicht fällt. Zwischendurch geht die Verblichene denn auch kurz verschütt'.
Die "Friesland"-Geschichten sind spannend - und sie sind witzig. Wer schwarzen Humor mag, sollte sich die Filme angucken. Wer ihn noch nicht mag, kommt womöglich auf den Geschmack.
Und um auf die Sache mit dem Verreisen im Kopf zurück zu kommen: "Friesland" bietet wundervolle Bilder von der Nordseeküste und der Gemütlichkeit des Hauptschauplatzes Leer. Da waren vor und hinter der Kamera Leute am Werk, die sich in "ihrer" Region richtig wohl fühlen. Grüße an die Macher des Dortmund-"Tatorts"! Suchergebnis ZDF-Mediathek >>>
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Mediathek - www.zdf.devon Dr. Götz Loos
Unter dieser Rubrik bringen wir Rezensionen zu ausgewählten Kinofilmen und Unterhaltungssendungen im Fernsehen, insbesondere solchen mit Ruhrpott- und NRW-Kolorit. Aber nicht nur... Und Vorsicht: Wer die Produktionen noch sehen möchte, muss sich hier auf Spoiler einstellen.
Am Freitag (08.03.2019) startete die dritte Ministaffel der Krimiserie "Professor T." Der besagte Professor (T. steht für Thalheim, Vorname Jasper), verkörpert von Matthias Matschke, ist ein brillanter Kriminalpsychologe der Kölner Universität. Allerdings ist er mit reichlich Marotten und Neurosen ausgestattet - was sich schon darin zeigt, dass er fast immer (blaue) Handschuhe trägt; Ausdruck einer tiefsitzenden zwanghaften Reinlichkeit. Seine Macken machen ihn nicht gerade sympathisch, er wirkt arrogant und ziemlich vorlaut, eingebildet, besserwisserisch, frech. Mit seiner dennoch genialen Art, Kriminalfälle aufzuklären, ist er freier Berater bei der Kriminalpolizei geworden, weil seine ehemalige Studentin, jetzt Kommissarin Anneliese Deckert (Lucie Heinze) ihn hinzugezogen hatte. Das Polizeiteam aus den ersten beiden Staffeln ist ebenfalls wieder mit dabei, mit Ausnahme des zuletzt in der zweiten Staffel zu Tode gekommenen Paul Rabe. Grundsätzlich scheint sich zunächst in der neuen Folge nichts geändert zu haben: Am Abfang steht ein etwas bizarrer Mord bzw. merkwürdige Umstände beim Auffinden der Leiche. Nachdem die Polizei nicht recht weiterkommt, wird Professor T. hinzugezogen. So findet hier eine soeben aus dem Urlaub zurückgekehrte Familie eine Leiche in ihrer Badewanne. Während in der folgenden Sequenz sonst der Professor in einer Vorlesung oder bei sonstigen Verrichtungen gezeigt wurde, zwar spleenig, aber letztlich stets dem Mordfall untergeordnet, bekommt es T. diesmal in der Vorlesung umgehend mit psychischen Ausfällen zu tun. Dieser Handlungsstrang wird in der ganzen Folge weiter ausgebreitet, so dass letztlich zwei Handlungsstränge entstehen, verknüpft durch die Aufforderung des Professors an seine Studierenden, einen perfekten Mord theoretisch zu erdenken. Diese Vorgehensweise der Folgenentwicklung ist neu. Thomas Jahn, Regisseur und Kameramann der Serie, ist nun auch alleiniger Autor und zeichnet somit für die neue Art des Herangehens verantwortlich. Der Handlungsstrang der Mordaufklärung führt dahin, dass T. und Deckert darauf kommen, dass eine Studentin tatsächlich einen scheinbar perfekten Mord ausgeführt haben; die Täterin wird von beiden überführt. Der persönliche Handlungsstrang von T. endet für diesen offenbar katastrophal: Die intrigante, vormals von T. abgewiesene Psychiaterin Josephine Delius (Kristina Klebe) diagnostiziert bei ihm das "Hikkimori"-Syndrom, wonach er nach und nach arbeitsunfähig werde - und möchte alle seine Tätigkeiten übernehmen, ein Buch über ihn schreiben, vor allem ihn zu diesen Zwecken entmündigen lassen. Scheinbar gelingt ihr das auch, nachdem T. in einer Vorlesung ausrastet und wahllos Studierende angreift, als er diese damit konfrontiert, dass eine oder einer unter diesen seinen Auftrag zum gedanklichen perfekten Mord praktisch umgesetzt hat. Unterdessen übernimmt ein neuer Hauptkommissar (Simon Böer) die Leitung der Mordabteilung, gewechselt vom Rauschgiftdezernat, der sehr korrekt, aber eloquent und als freundlicher Teamplayer wirkt. In den Schlussszenen wird unter den Klängen von AC-DCs "Thunderstruck" gezeigt, wie T. in eine psychiatrische Klinik abgeführt wird und der korrekte Kommissar selbst Drogen konsumiert... harter Stoff und damit in dieser Hinsicht Ende offen...
Sicher ist es übertrieben, wenn Delius glaubt, sie könne einfach so die Professur übernehmen, aber die Dramaturgie erlaubt einiges. Insgesamt ist diese neue Entwicklung gelungen und reichert die Handlung in sehr spannender Weise an. Wie weit sich Kommissarin Deckert und ihre Kollegen dabei weiterentwickeln können, bleibt für die weiteren Folgen abzuwarten. Für sich ist diese erste neue Folge jedoch gelungen und sehenswert. Diese Folge sowie auch die nachfolgenden (in Vorschau) finden sich aktuell in der ZDF-Mediathek.
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