Das Haus der Stadtgeschichte bietet einmal mehr eine spannende Umgebung für die Arbeiten der Gruppe Schieferturm.
Für Vielfalt steht die Zusammensetzung des Kamener Künstlerbundes.Kamen. (wol) Eine Werkschau des Künstlerbundes Schieferturm ist immer ein besonderer Anlass im städtischen Kulturkalender. Zum einen weil hier nicht die einzige, aber die traditionsreichste Künstlervereinigung der Stadt offenlegt, was ihre Mitglieder schaffen. Vor allem aber liefert diese Gemeinschaftsausstellung auch diesmal wieder eine spannende Vielfalt an Künstlern und künstlerischen Arbeiten.
Von Fotografie - gern künstlerisch verfremdet - über digital entstandene Werke bis zu Arbeiten in Acryl und als Aquarell oder mit Pastellkreide gemalt reicht die Bandbreite der Ausstellung im Haus der Stadtgeschichte bis zu Drucken, Serigraphien oder Skulpturen aus Keramik. Genauso breit aufgestellt präsentiert sich die Mitgliederschaft der Gruppe. Seit Jahren etablierte Kamener Künstler wie Petra Eckardt oder Peter Bucker sind genauso dabei wie der junge Michael Beisenherz, der erst seit einem Jahr dazu gehört. Und es sind auch aus ihrer Heimat geflüchtete Künstler integriert, wie der Syrer Burhan Issa.
Letzterer verarbeitet in seiner Kunst sein Schicksal. Flucht heißt eine seiner Arbeiten, Zukunft eine andere. Bei Iryna Jeger stehen fallende Blätter womöglich auch als Sinnbild für Gefallene im kriegerischen Geschehen unserer Gegenwart. Janina Lenckowski setzt sich mit dem Wechselspiel von Mensch und Natur auseinander aber auch mit Tierwelt, die dem Klimawandel zum Opfer fällt. Peter Bucker zeigt Arbeiten aus seinem Winterreisezyklus als schwarz-weiße Serigrafien, bei denen die Reduzierung die passende Stimmung erzeugt. Andere Bilder der Ausstellung strahlen Farbkraft aus und erinnern an Pop Art-Arbeiten.
Bei der Eröffnung der Ausstellung ordnete Kunsthistorikern Anke Schmich die Arbeiten ein, ohne einen umfassenden Deutungsanspruch für sich zu reklamieren. Sie schloss sich in ihrem Vortrag gern einem Bildtitel von Michael Beisenherz. Sein IDK steht für „I dont know“. Nicht zu wissen ist für Betrachter solcher Kunst auch durchaus in Ordnung, so Schmich. Der Kulturausschussvorsitzende des Rates, Daniel Heidler bat Betrachter darum, sich einfach auf Kunst einzulassen. Dafür besteht im Haus der Stadtgeschichte bei dieser Ausstellung noch bis zum 11. Dezember Gelegenheit.
Bilder in unterschiedlichster Technik aber auch Keramaikobjekte zeigen die Schiefertürmer.







