Zeitlos-Galeristin Gaby Arnemann eröffnete zusammen mit Michael Schottes von der Otmar Alt-Stiftung die Ausstellung des Weltstars „von nebenan“. Foto: AG
Kamen. (AG) Eine regelrechte Explosion von Farben ist seit Samstag an den Wänden der Galerie Zeitlos am Geist 6 zu erleben: die Ausstellung „Colorful Life“ des weltbekannten Malers, Grafikers und Skulpteurs Otmar Alt zog schon bei der Vernissage zahlreiche Besucher in die Galerie von Gaby Arnemann. Alts gleichsam lebens- wie farbenfrohe Werke bilden nach wie vor einen wohltuend heiteren Kontrast zur eher düsteren Weltlage – dies ist seit jeher das Markenzeichen und Erfolgsrezept von Otmar Alt.
Bei der letzten Ausstellung des internationalen Stars der Kunstwelt vor zwei Jahren stand die Tierwelt im Vordergrund, die aktuelle Werkschau bietet einen ebenso farbenfrohen Blick auf alle Bereiche des Lebens – der Name ist Programm. Der Name ist Programm. Unikate aus Acryl auf Leinwand oder Büttenpapier, handkolorierte Radierungen, Pigment, sowie Siebdrucke in großen und kleinen Formaten bilden einen Querschnitt aus rund 50 Jahren von Otmar Alts Lebenswerk ab, der in diesem Jahr mit 85 Jahren einen halbrunden Geburtstag feierte. Einige Werke, die jetzt in Kamen ausgestellt werden, hat Alt zuvor noch niemandem gezeigt. Einer der Gründe, warum Otmar Alt in den letzten 50 Jahren zu einem internationalen Publikumsliebling der Kunstszene avancierte, liegt sicherlich in der leichten Zugänglichkeit seiner Bilder. „Seine fröhlichen Motive, ob Tiere, Menschen oder Szenerien, verbreiten gute Laune und man sieht sie sich trotz ihrer Farbigkeit nie leid, denn man entdeckt darin immer wieder etwas Neues“, erläutert Michael Schottes von der Otmar Alt-Stiftung, die in Alts Heimatstadt Hamm ein altes Bauernhofgelände unterhält, auf dem der Künstler selbst seinen Wohnsitz hat und wo regelmäßig Ausstellungen, Konzerte und Kleinkunstveranstaltungen stattfinden und ein Skulpturenpark zum Staunen einlädt – Interessierte sind stets eingeladen, dem Gelände einen Besuch abzustatten.
Das Geheimnis von Alts großem Erfolg sei seine Bildsprache, die einen hohen Wiedererkennungswert hat, erläutert Schottes. Auf den ersten Blick scheint man den Inhalt seiner Bilder, die oft in Seriografien mit nachdenklichen Titeln wie „Der Versuch Leben“, „Kopfproblem“ oder „Episoden der Liebe“ erscheinen, schnell zu erfassen. Ihre Tiefgründigkeit und Rätselhaftigkeit erfasst man meist erst auf den zweiten oder dritten Blick. Auch Alts „tierische“ Horoskope sind mittlerweile ein Klassiker und erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Die Komposition seiner Bilder sei häufig komplex, die Darstellung durch den puzzleartigen und oft nicht symmetrischen Aufbau sei auf vielfältige Weise interpretierbar, und die Wahl der Farben und deren Anordnung stets bewusst getroffen, erklärt Schottes. Denn die Bilder und Skulpturen von Otmar Alt muss man nicht erklären – „er selbst tut es erst recht nicht“, schmunzelt Schotte, der Alt auch privat gut kennt. Man müsse sich einfach mit Offenheit auf die Exponate einlassen, seinen individuellen Zugang zu ihnen finden und ihre Geheimnisse ergründen – was bei der Fröhlichkeit, die die Objekte ausstrahlen, meist nicht schwer fällt.
Otmar Alt hat viele Spuren hinterlassen, unter anderem mit seinen zahlreichen Skulpturen, die seit vielen Jahren die bundesweiten Stadtbilder bereichern, auch die vor dem Kamener Krankenhaus stammt von dem bodenständigen Weltstar der Kunstszene. Dass Alt aus gesundheitlichen und terminlichen Gründen nicht, wie angekündigt, an der Vernissage teilnehmen konnte, bedauert Galeristin Gaby Arnemann, die Alt schon seit den Siebziger Jahren persönlich kennt und schätzt. Alt habe aber angekündigt, im Laufe der Ausstellung, die bis zum Sonntag, 30. November, besucht werden kann, für eine Signierstunde in seiner Nachbarstadt vorbeizukommen, der Termin werde rechtzeitig bekannt gegeben.
Freuen können sich die Kamener auch auf ein Konzert des Jazz-Duos „Two for the Road“ an Bass und Gitarre, das am kommenden Freitag, 14. November, um 19 Uhr, in der Galerie Zeitlos am Geist 6a, stattfindet. Öffnungszeiten, Termine und weitere Infos unter www.galerie-kamen.de






