Weltstar der Farbenfreude: James Rizzi in der Galerie Zeitlos
Saxophon-Virtuose Rüdiger Wilke hatte gleich Tenor-, Alt- und Sopranhörner auf einmal im Gepäck und sorgte mit Gute-Laune-Hits für die passende Akustik zu den lebensfrohen Rizzi-Bildern. Fotos: AG
AnzeigeKamen. (AG) Nach der Ausstellung von Otmar Alt ist jetzt der nächste Weltstar der puren Farbenfreude in der Galerie Zeitlos vertreten: die amerikanische Pop-Art-Legende James Rizzi.
Die Rizzi-Ausstellung bei Zeitlos ist seit langer Zeit die erste, die neben einer 2025 eröffneten Großausstellung in Tübingen gezeigt wird. Galeristin Gaby Arnemann ist es gelungen, rund 100 limitierte Siebdrucke auf Leinwand und 3D-Arbeiten nach Kamen zu holen. Die Werke des New Yorker Künstlers, der 1950 im Stadtteil Brooklyn geboren wurde und 2011 in Manhattan starb, verkörpern urbane Lebensfreude, Humor und eine unverwechselbare Bildsprache, die international verstanden wird, da sie weder Erklärungen noch eine Übersetzung braucht – die Bilder sprechen für sich.
Rizzis Lieblingsthema war immer seine Heimatstadt New York und deren Bewohner, die der Amerikaner italienisch-irischer Abstammung mit Wimmelbildern in regelrecht kindlichem Stil darstellt. Dieser brachte ihm seitens der Fachpresse das Attribut „Urban Primitive Artist“ ein. Wo die Ursprünge dieser extrem naiven Art zu malen liegen, konnte Galeristin Gaby Arnemann, die Rizzi noch mehrmals persönlich getroffen hat, aufklären: Als der spätere Weltkünstler noch in Florida Betriebswirtschaft studierte, hatte er kein Geld für Bilder oder Poster für seine Studentenbude. Kurzentschlossen griff er zu Pinsel und Farbe und gestaltete seine Wände selbst. Damals habe man ihm geraten, das BWL-Studium an den Nagel zu hängen und stattdessen hauptberuflich zu malen. Daraufhin kehrte er nach New York zurück, studierte Kunst und war auch als Straßenkünstler unterwegs.
Vom Resultat dieser offenbar goldrichtigen Entscheidung sind jetzt rund 100 Werke bei Zeitlos zu bewundern. Wie oft man sich die Bilder auch anschaut – bei jedem Betrachten gibt es neue Details zu entdecken. Die Geballtheit der Motive lässt keine Langeweile aufkommen, die ungefilterte Kindlichkeit strahlt schiere Lebensfreude aus – ob in Gesichtern, Häusern, Autos oder Kreuzfahrtdampfern. Rizzis Motive wurden nicht nur auf Leinwand gebannt, auch Plattencover, Schuhe, Musikvideos, Telefonkarten, Porzellangegenstände und sogar ein Flugzeug wurden nach seinen Entwürfen gestaltet.
Nach Rizzis frühem Tod vor fast 15 Jahren wurden noch zahlreiche 3D-Editionen herausgegeben, die auf Vorzeichnungen des Künstlers basieren. Bei der für Rizzi charakteristischen dreidimensionalen Konstruktionstechnik werden aus einer Doublette des Bildes, welches als Hintergrund dient, die Bildelemente des Vordergrundes ausgeschnitten und mittels Schaumstoffsockeln in eine zweite Bildebene gesetzt. Der räumliche Abstand zwischen den Motiven erzeugt gemeinsam mit dem dadurch bewirkten leichten Schattenwurf einen 3D-Effekt. Zahlreiche limitierte Exemplare in dieser Technik haben jetzt auch den Weg in die Kamener Ausstellung gefunden.
Wie populär James Rizzis Werk auch mehr als zehn Jahre nach seinem Tod ist, zeigte sich am Samstag bei der Resonanz auf die Zeitlos-Vernissage: Rund 100 Besucher ließen sich die Eröffnung nicht entgehen. Für die passende musikalische Begleitung sorgte Saxophonist Rüdiger Wilke, der aus seinem enormen Repertoire eigens launig-fröhliche Titel heraussuchte und den New Yorker Lifestyle auch akustisch formvollendet untermalte.
Den feierlichen Abschluss der Ausstellung bildet die Finissage am Sonntag, 29. März, von 13 bis 17 Uhr. Von Donnerstag, 5. März, bis Samstag, 7. März, bleibt die Ausstellung allerdings aus persönlichen Gründen geschlossen. Kunstinteressierte sind herzlich eingeladen, die Ausstellung in der Galerie Zeitlos, Am Geist 6a, zu den Öffnungszeiten zu besuchen. Weitere Informationen gibt es online unter www.galerie-kamen.de
Die Resonanz auf James Rizzis Werk ist nach wie vor enorm, Galeristin Gaby Arnemann freute sich bei der Vernissage über ein volles Haus.
Archiv: Ausstellung „James Rizzi“ – Vernissage in der Galerie Zeitlos






