An den Ursprüngen des Blues: Dortmunder Band kehrt von großer Südstaaten-Tour zurück

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Musik

Chris Kramer BeatboxnBlues liveChris Kramer & Beatbox'n'Blues live. Foto: Raphael Tenschert

Chris Kramer & Beatbox `n` Blues am 28. April 2017 in der Stadthalle in Kamen - Einlass 19 Uhr | Beginn 20 Uhr - Vorverkauf: 15 EUR zzgl. VVK-Gebühren - Abendkasse: 18 EUR
Vorverkaufsstellen: Hellweger Anzeiger Kamen / Unna, Stadtspiegel Kamen
oder online im KamenWeb.de Ticketshop >>>
Infoline: Kamener Stadthalle Tel.: 02307/1486000

Dortmund/Kamen. Zweieinhalb Wochen war die Blues-Band „Chris Kramer & Beatbox’n’Blues“ in den amerikanischen Südstaaten unterwegs. Die beste deutsche Bluesformation des Jahres 2016 vertrat Deutschland bei der Weltmeisterschaft des Blues in Memphis und erkundete das Baumwoll-Land von Tennessee, Mississippi und Alabama. Am heutigen Tag begrüßten Fans die Band bei ihrer Ankunft am Flughafen Düsseldorf.
 
chriskr 2804Die US-Tour der Westfalen startete seinerzeit mit einem Kraftakt: nach zwei Flügen um den halben Globus direkt in den Mietwagen, um dann im Anschluss gegen 4.00 Uhr morgens deutscher Zeit nonstop auf die Bühne eines Bluesfestivals zu springen. Mit enormer Energie eröffneten Chris Kramer, Sean Athens und Kevin O Neal Ende Januar ihre Tour zu den Ursprüngen des Blues. Die deutschen Top-Acts des Blues 2016 aus Dortmund waren das Highlight auf dem „Sleepy John Estes Blues Festival“ in Brownsville, Tennessee. Schauplatz war das „West Tennessee Delta Heritage Center“: ein Museum, zu dem auch das Geburtshaus der Blueslegende Sleepy John Estes und das weltweit einzige „Tina-Turner-Museum“ gehören. Die Rock-Diva stammt aus dem Nahen Nutbush. Die deutsche Band traf dort auf ein Publikum, das hellauf begeistert war von der ungewöhnlichen Kombination des klassischen Delta Blues mit der Beat Box: Schlagzeug- und Percussion-Sounds, die Kevin O Neal allein mit seinem Mund und einem Mikrofon hervorbringt. Blues und Hip Hop finden so zusammen. Hätte es einen besseren Ort für den Auftakt einer zweiwöchigen Tour geben können als dieses Museum inmitten von Baumwollfeldern?  
 
Und dann die Millionenstadt Memphis, Tennessee, „Heimat des Blues und Geburtsort des Rock’n’Roll“ am Mississippi River: „Chris Kramer & Beatbox’n’Blues“ hatten sich 2016 dem Hörer-und Expertenurteil gestellt und waren zur besten deutschen Bluesband des Jahres gewählt worden. Das machte den Weg frei nach Memphis, um ihr Land auf der „International Blues Challenge“ zu vertreten, der Weltmeisterschaft des Blues.  
 
Auch hier war das Publikum begeistert von den Beatbox-Sounds. Ein Ansager: „Ich sage euch: So etwas habt ihr noch nicht gehört!“ Bis ins Halbfinale schaffte es die Band. Das war weit mehr als nur ein Achtungserfolg, denn die Sieger stammen fast immer aus Nordamerika. Die Band nutzte die Zeit, sich auch die Musikstadt Memphis gründlich anzuschauen. Chris Kramer, Sean Athens und Kevin O Neal lernten die Clubs der amerikanischen Bluesmeile Beale Street kennen, tourten durch Elvis Presley’s Graceland und das Sun Studio – wo der König des Rock ‘n‘ Roll, aber auch Bluesgrößen wie Howlin‘ Wolf ihre Platten aufnahmen – und überquerten den „Ol‘ Man River“ mit dem Fahrrad auf der brandneuen Brücke „Big River Crossing“. Sie erkundeten das „Stax Museum of American Soul Music“, die „Blues Hall of Fame“, die GitarrenManufakturen Gibson und St. Blues und das „Rock‘n‘Soul Museum“. Auch das „National Civil Rights Museum“ fehlte nicht. Das Nationalmuseum der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung markiert den Ort, an dem 1968 Dr. Martin Luther King, Jr. ermordet wurde.
 
Weiter ging es „Way down South“: in den Staat Mississippi, dessen Grenze die Band gleich südlich von Memphis überquerte. Die Reise führte zunächst wieder ins Mississippi Delta: nicht an die Flussmündung, wie der Name vermuten ließe, sondern in das ehemalige Schwemmland des großen Flusses. Rund 200 Kilometer von Nord nach Süd misst dieses brettflache Land in
Mississippi, Tennessee und Arkansas, in dem erst mit den ersten Deichbauten vor 120 Jahren die Landwirtschaft möglich wurde. Auf einem der besten Ackerböden der Welt gedeiht die Baumwolle prächtig. Schwarze Arbeiter rackerten auf den Feldern und sangen dabei ihre Lieder. So entstand der Blues. Und im Delta lebt er weiter. Zum Beispiel in Clarksdale, wo der Hollywood-Star Morgan Freeman den Bluesclub Ground Zero besitzt. Die Band trat dort auf, wie auch in einigen anderen Clubs im Delta. Und tagsüber war Zeit, sich die Südstaatenvillen und das Bürgerkriegs-Schlachtfeld von Vicksburg anzuschauen, das Muppet Museum in Leland, das Grab des legendären Bluesbarden Robert Johnson und die zum Hotel umgebauten Landarbeiterhütten „Tallahatchee Flats“ und „Hopson Plantation“, sowie das „GRAMMY Museum“ in Cleveland.  
 
Es gab Begegnungen mit einheimischen Bluesmusikern, wie die im „Highway 61 Museum“ mit dem Delta-Blues-Musiker Pat Thomas. Ein perfektes Warm-up für den abendlichen Gig in der „Walnut Street Blues Bar“ in Greenville! Dort dann eine Überraschung: Der Top-Bluesmusiker John Holten kam mit Schlagzeuger, Keyboarder, und Bassist in den Club. Bald holte er die Deutschen auf die Bühne. Zusammen jammten sie, als gäbe es kein Morgen. Holten kam während der Beatbox-Solos aus dem begeisterten Lachen kaum heraus.  
 
In Oxford sah die Band das Wohnhaus William Faulkners, Rowan Oak. Viele Großschriftsteller hat Mississippi hervorgebracht, aber kaum einer schilderte das Lebensgefühl des Delta so intensiv wie der Literatur-Nobelpreisträger Faulkner. Auch den König des Blues besuchte die Band. Sein Grab liegt gleich hinter dem „B.B. King Museum & Delta Interpretative Center“ in Indianola, einer großen Ausstellung für den „Blues Boy“ Riley King und über die Kultur des Delta. Überall in der Region stehen die „Marker“ des Mississippi Blues Trail an Urstätten des Blues. So auch vor den “Dockery Farms”, dem „Birthplace of the Blues“. Von dieser Plantage kamen Muddy Waters und andere ganz Große des Genres. B.B. King meint einmal, „man kann schon sagen, dass hier alles begonnen hat.“ Grund genug für die drei reisenden Musiker, vor dem Schild ein paar Songs zu spielen.
 
Wie auch Vicksburg liegt Tupelo etwas außerhalb des Deltas. Aber die Stadt erwies sich als ebenso spannend. Die Band besuchte im „Elvis Presley Birthplace Museum“ das sehr bescheidene Geburtshaus des anderen Königs der Musik aus Mississippi.
 
Im Fortgang der inspirierenden Reise folgten bewegende Momente im Nachbarstaat Alabama, und zwar in der eher kleinen Region Muscle Shoals ganz im Nordwesten des Staates. Auf dem Programm standen die „Alabama Music Hall of Fame“ und zwei Aufnahmestudios von Weltruf: „FAME“ und „Muscles Shoals Sound Studio“, in denen Megastars wie die Rolling Stones, Cat Stevens, Aretha Franklin und viele andere aufgenommen haben. Und nebenan in Sheffield besuchte die Band auch einen afroamerikanischen Gottesdienst: Chris Kramer war es ein intensives Bedürfnis, er spielte auf der Mundharmonika zusammen mit dem Gospel-Chor.
 
Zum letzten Stopp ging es dann wieder zurück nach Tennessee. In Jackson legte die Band ihren Abschluss-Auftritt hin. Die Bühne war bereitet im „Brook Shaw’s Old Country Store“: einem Gemischtwarenladen mit einem Flair wie aus dem Jahr 1900 mit bunten Bonbons in Fässern. Der Laden mit einem Restaurant, das für sein Südstaaten-Buffet berühmt ist, gehört zum „Cases Jones Village“. Gezeigt wird das Leben eines berühmten Lokführers, der im Jahr 1900 sein Leben für die Passagiere hergab. Das Kinderlied vom „Brave Railroad Engineer“ kennt in Amerika fast jeder.
 
Mit Wehmut geht es dann nach zweieinhalbwöchiger Reise zurück in Richtung Deutschland. Nur noch anderthalb Stunden Autofahrt sind es zurück nach Memphis. Bandleader Chris Kramer
weiß schon, was er zurück zu Hause über seine Reise durch die Südstaaten berichten wird: „Reisende hören hier den Blues so ziemlich überall. Man kommt mühelos in Kontakt zu Musikern und Gleichgesinnten aus aller Welt. Museen und Gedenkstätten vermitteln fundiertes Wissen und Inspiration.” Wie seine Bandmitglieder Sean und Kevin zeigt sich Chris tief beeindruckt und auch nachdenklich: „Das war eine Reise zu den Wurzeln des Blues. Am Ende hat sie mich zu mir selber geführt.“ Und was ihn am meisten beeindruckt? „Die Gelassenheit und Herzlichkeit der Menschen.“
 
Die Reise wurde unterstützt von den deutschen Verkehrsbüros Tennessee (www.tennessee.de), Memphis & Mississippi (www.memphis-missisippi.de) und Alabama (www.alabama-usa.de). Die drei Büros verschicken gern an Interessierte kostenlos Reisebroschüren. Alles über „Chris Kramer & Beatbox‘n’Blues“ steht auf www.chris-kramer.de.

Veranstaltungstipp: Das Konzert am 28. April 2017 in der Kamener Stadthalle, die in diesem Jahr ihren 25. Geburtstag begeht, stellt den Auftakt zur Reihe „Comedy & Musik“ dar. „Die hat es früher schon einmal gegeben und jetzt wollen wir das Ganze wieder aufleben lassen“, erklärt Frank Bierkemper. Damals traten unter anderem Comedy-Acts wie Herbert Knebel und Marlene Jaschke in der Stadthalle auf. Derzeit laufen die Planungen schon heiß, um beispielsweise Kabarettist Jürgen Becker nach Kamen zu holen. Auch ein Comeback von Herbert Knebel ist nach aktuellem Stand gut möglich.

Chris Kramer & Beatbox `n` Blues am 28. April 2017 in der Stadthalle in Kamen
Einlass 19 Uhr | Beginn 20 Uhr
Vorverkauf: 15 EUR zzgl. VVK-Gebühren
Abendkasse: 18 EUR
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