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Captain Horst feiert auf der Lüner Höhe fulminanten Einstieg ins Konzertjahr 2023

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Musik

captain horst 123AGCaptain Horst in Aktion: Sänger Torsten Fluhme (r.) und der neue Leadgitarrist Tobi Betke hatten sichtlich Spaß am ersten Auftritt im neuen Jahr. Fotos: Alex Grün

von Alex Grün

captain horst 2 0123AGDie Coverband "Abrocats" brillierte als Konzert-Opener mit grandioser Sängerin und coolem Sixties-Sound.Kamen. In absoluter Top-Form gab die Kamener Kult-Combo Captain Horst einen fulminanten Neujahrsempfang im Freizeitzentrum Lüner Höhe. Corona-Krise und Ukraine-Krieg konnten ihren "Dampfer" nur zeitweilig in laue Gefilde bringen und auch ein Personalwechsel hat sie nicht aus dem Ruder gebracht - im Gegenteil ließen sich die unermüdlichen Deutsch-Punk-Indie-Rocker von den Miseren der letzten Jahre sogar zu neuen Songs inspirieren, die unter die Haut gehen und die sie teilweise erstmals live vorstellten.

Mit ihrem neuen Gitarristen Tobi Betke, der sich einmal mehr als würdiger Ersatz für Fabian Fluhme erwies, hauten die vier "Captains" den FZ-Besuchern nicht nur die Songs vom aktuellen Album "Loss los!" um die Ohren, sondern auch älteres Material - davon hat die Band nach 15 Jahren Arbeit jede Menge. Immer wieder schwingen in den Songs auch politische und sozialkritische Untertöne mit. Mit dem Titel "Gruß von der Front" setzte die Band ein Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine, mit "Guten Morgen, Marie", das die Corona-Skeptikerin "Jana aus Kassel" und ihren Selbstvergleich mit Sophie Scholl aufs Korn nimmt, eins gegen kollektive Verblödung. Mit der Singleauskopplung "Lauf (wenn du kannst)" wurde das Publikum zu später Stunde nach Hause geschickt, das sich nach der Show mit Blick auf die Präzision und technische Versiertheit der Band in einer Sache weitestgehend einig war: "Die werden nicht älter, nur besser".

"Ich bin jetzt verdammt nervös", gestand Horst-Frontmann Torsten Fluhme vor dem "Captain's Dinner" ein - der Grund: die phantastische Opener-Band Abrocats, die mit ihrem coolen Sixties/Surfer/Rockabilly-Sound für absolute Begeisterung sorgte und vorm Zug schon schwer zu toppen war. Dabei ergänzte sich die Stimme von Sängerin und Gitarristin Carina Ölkrug, mit der sie stilistisch eine Bandbreite zwischen Dolly Parton und Amy Winehouse abzudecken vermag, bei Songs wie "Shakin' all over" oder "This boots are made for walking" perfekt mit der analogen (!) Trompete - das FZ war an diesem Abend sozusagen komplett keyboardfreie Zone. Die fünfköpfige Cover-Band aus Hamm dürfte mit ihrer musikalischen Zeitreise in die Fünfziger und Sechziger Jahre spätestens seit Samstagabend einige Fans dazugewonnen haben. "Eine Wahnsinns-Combo, die sollten auf jeden Fall öfter nach Kamen kommen", sind sich etwa Sonja und Holger aus Heeren einig.

Auffallend war indessen auch der hervorragende Sound, den das Team um FZ-Leiter Michael Wrobel hingezaubert hatte. Der freute sich, dass nach der schlimmen Phase der Corona-Krise "jetzt endlich wieder mehr Leben in die Bude kommt", sagt Wrobel. Alles in allem sei seine Einrichtung gut durch die Zeit gekommen. Es sei zwar noch nicht wieder ganz so voll wie "vor Corona", aber auch die Veranstaltung am Freitag, die knapp hundert Leute aus Kamen und Umgebung besuchten, zeige, dass das kulturelle Leben auf der Lüner Höhe wieder Fahrt aufnehme. Als nächstes angesagt sind Cover-Shows von The Cure, AC/DC, Fleedwood Mac und den Neue-Deutsche-Welle-Größen Ideal und Nichts. Infos gibt es auf der Homepage des FZ Lüner Höhe.

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