Ruslan Maximovski begrüßte in der Stadthalle zum Neujahrskonzert der Musikschule im Jahr des 60jährigen Bestehens.
Kamen. (wol) Die Quietscher, mit denen manche hoffnungsvolle Geigenlaufbahn nun mal beginnt, waren zwar Thema in den Ansprachen, zu hören waren sie nicht beim Neujahrskonzert der Kamener Musikschule. Deren Dozenten boten mit eindrucksvollen Darbietungen einen furiosen Auftakt ins Programm zum 60-jährigen Bestehen.
Bürgermeisterin Elke Kappen warb für eine klare Zukunftsperspektive für die Musikschule.
Musikschulleiter Ruslan Maximovski und Bürgermeisterin Elke Kappen erinnerten an die musikalische Förderung, die die Musikschule in 60 Jahren unzähligen jungen Kamenern hat zukommen lassen. Begonnen hatte alles mit zwei Blockflötengruppen in der Diesterwegschule und mit ehrenamtlichen Strukturen bis hin zum früheren Musikschulleiter Reinhard Fehling. Gelegentliche Leidensfähigkeit von Eltern und vielleicht auch von Musikschullehrern gehört auch heute noch zum inzwischen professionalisierten Schulbetrieb. Pädagogischer Einsatz und Begeisterungsfähigkeit aber zeichnen die Dozenten aus, die gleichzeitig auch selbst hervorragende Musiker sind.
Streichquintett und Konzertchor eröffneten das Musikprogramm.
Das bewiesen diese in der Stadthalle, unterstützt vom Konzertchor der Stadt. Einzelne der vielfältigen Paarungen und Kombinationen herauszuheben verbietet sich fast. Zum Auftakt zeigten einerseits das Streichquintett, andererseits die Kombination aus Schlagzeug und Elektrogitarre mit Frerdeik Taubenheim und Sven Lehmkämper die Bandbreite des musikalischen Reigens zwischen sinfonischem Wohlklang und moderner Improvisation.
Es geht nicht nur um sinfonischen Wohlklang: Die Breite des Angebotes unterstrichen Fredrik Taubenheim und Sven Lehmkämper.
Mariia und Dimitri Demchenko bezauberten mit den Klängen der nicht ganz alltäglichen Kombination von Bandura und Akkordeon. Virtuosität und Tempo des Elfentanzes von Antonio Bazzini holten beim Duett von Violinist Jaroslav Menzinsky und Alexander Litkowski am Flügel das Publikum von den Sitzen. Auch weil eigene Kompositionen nun mal ein besonderes Fach sind, beeindruckte es besonders als Andreas Ernst am Flügel Andreas Ernst spielte. Und dass Akkordeonspiel seit langem eine besondere Stärke der Kamener Musikschule ist, bewies ein Tastenquintett um den Musikschulleiter selbst, beim Finale noch verstärkt durch das Streichquintett.
Ein Höhepunkt: Das Tastenquintett mit Andreas Ernst am Flügel und starken Akkordenonspielern.
Ein wenig schade blieb, dass die begleitende Kunstausstellung des Künstlerbundes Schieferturm der Auslagerung von der Musikschule in die Stadthalle nicht folgen konnte. So waren dort nur ein paar „Köder“ zu sehen, so Ruslan Maximovski. Wer mehr sehen will von Arbeiten, die teilweise eigens für das Musikschuljubiläum entstanden, hat dazu in den Folgewochen noch am Galenhof Gelegenheit. Mehr von der Musikschule aber auch von dieser Kombination ist in den Folgemonaten noch zu erleben.
Muikschule gehöre zu den sogenannten freiwilligen Leistungen einer Stadt, die in Finanzkrisen mancher zur Diskussion stelle, erinnerte Elke Kappen. „Musik macht etwas mit Menschen“, betonte die Bürgermeisterin. Und deshalb lohne es sich dafür zu kämpfen, dass die Musikschule auch weitere Jubiläen in der Zukunft feiern kann.
Blumen gab es zum Abschluss für alle Akteure des Neujahrskonzertes.
Archiv: Musikschule Kamen wird 60 – Jubiläum mit großem Jahresprogramm






