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    Neue Philharmonie führte in dramatische Märchenwelten

    In dramatische Erzählungen um Geisterwesen und musikalische Motive von Peter Gabriel nahm die Neue Philharmonie Westfalen in der Konzertaula mit.In dramatische Erzählungen um Geisterwesen und musikalische Motive von Peter Gabriel nahm die Neue Philharmonie Westfalen in der Konzertaula mit.

    Kamen. (wol) Zwei Herausforderungen warteten auf Besucher des Konzertes „Erzählungen“ in der sinfonischen Reihe in der Konzertaulas. Vor der Musik drohte Parkchaos, weil kirmesbedingt Schaustellerfahrzeuge den Parkplatz verkleinerten. Und im Mittelteil des Konzertes wartete ein modernes Blockflötenkonzert jenseits erwartbarer Klassikpfade.

    Flötist Stefan Temmingh (l.) und Gastdirigent Evan-Alexis Christ plus spezielle Orchesterformation boten ein spektakuläres Blockflötenkonzert.Flötist Stefan Temmingh (l.) und Gastdirigent Evan-Alexis Christ plus spezielle Orchesterformation boten ein spektakuläres Blockflötenkonzert.

    Los ging es zunächst fröhlich-schwungvoll. Aber schon Antonin Dvořáks musikalische Erzählung vom Wassermann sparte nicht an Dramatik. Die Affäre zwischen dem Wassermann und einer jungen Frau endet mit dem Tod des gemeinsamen Kindes. Liebliche Klänge der Holzbläser für die junge Frau, zurückhaltend agierende Violinen für ihre warnende Mutter, sanfte Bläserklänge für das Kind und von den Flöten geführte immer dramatischer anschwellende Tonkaskaden für den Wassermann begleiten diese Akteure durch ihre Erzählung. Die Neue Philharmonie Westfalen meisterte geführt vom Gast-Dirigenten Evan-Alexis Christ gekonnt vielfältige Wechsel von Tempi und Stimmungen.

    Ganz anders formierte sich das Orchester zu Erzählung Nummer zwei. Fabrice Ballons hat mit „Your voice Out oft he Lamb“ ein Blockflötenkonzert geschrieben oder richtiger ein Konzert für einen Flötisten mit fünf Blockflöten plus Cellisten, Harfe, Xylophon, Schlagzeug, Keyboard und elektronische Effekte. Stefan Temmingh gehört zu den international gewürdigten Meistern an den Blockflöten, ausgezeichnet mit dem Opus Klassik. Er übernahm den Solopart an den Flöten von der großen Subbass bis zur kleinen Sopranino.

    Die Komposition spaltete das Publikum in diejenigen, die am Ende stehend applaudierten, und andere, die das Konzert vorzeitig verließen. Obwohl die Komposition erklärter Maßen von Peter Gabriels „Lamb lies down on broadway“ beeinflusst war, half es auch nicht unbedingt Genesisfan zu sein. Man musste schon mögen, was Stefan Temmingh virtuos seinen Flöten entlockte. Spektakulär war sicher, was der Solist und die spezielle Orchesterformation mit dem Gastdirigenten boten. Und der Solist ging auf in der Komposition, die er auch schon zusammen mit deren Komponisten gespielt hatte.

    Nach der Pause durften dann Streicher und Bläser zurück auf die Bühne – und wie sie zurückkehrten. Auch Alexander von Zemlinskys Seejungfrau erlebt eine überaus dramatische Geschichte in Hans Christian Andersen Märchenwelt. Hoffnung, Liebe und deren Scheitern verpackte das Orchester so gekonnt, dass es dem Publikum schwer fiel auf in der Sinfonie verpönten Zwischenapplaus zu verzichten. Den holte es dann am Ende um so anhaltender nach.

    Die Neue Philharmonie mal anders: Für Fabrice Bollons Komposition wurden doe Streicher von der Bühne verbannt.Die Neue Philharmonie mal anders: Für Fabrice Bollons Komposition wurden doe Streicher von der Bühne verbannt.

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