Gedicht der Woche: vorstadtlandschaften

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Wort & Buch

gedicht der woche20KW fiedels adstock 96941854Enthält Datei #96941854 | © Fiedels | Adobe Stock
 
Das Vorwort
 
Kamen ist eine Stadt der Literatur, gleich mehrere, auch überregional bekannte Schriftsteller wohnen hier. KamenWeb.de möchte darauf durch die Reihe "Gedicht der Woche" hinweisen.
 
vorstadtlandschaften

von
hier oben aus betrachtet
wirkt
die landschaft
über
abgeschaffter arbeit
unwirklich
nah

grünzüge
mäandern zwischen den
vorstädten

jenen
vorratskammern
verrußter geschichten
die
wie sirrende insekten
von
garten zu garten
fliehen

Thorsten Trelenberg, Flusspoet

Gedicht der Woche: Die Zeit

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Wort & Buch

gedicht der woche20KW fiedels adstock 96941854Enthält Datei #96941854 | © Fiedels | Adobe Stock
 
Das Vorwort
 
Kamen ist eine Stadt der Literatur, gleich mehrere, auch überregional bekannte Schriftsteller wohnen hier. KamenWeb.de möchte darauf durch die Reihe "Gedicht der Woche" hinweisen.
 
Die Zeit
 

Es ist das Kind
es sitzt am Fenster und wartet
die Zeit vergeht nicht
ach würde sie doch schneller vergehen

der Schüler sitzt vor seiner Arbeit
der Zeiger der Uhr schnellt vor
er braucht mehr Zeit
wird nicht fertig

es ist das Brautpaar
das auf den Termin wartet
die Zeit geht langsam voran
die Ungeduld nimmt zu

sie warten auf das erste Kind
die Zeit wird immer länger
es wird unerträglich, sie
würden die Zeit gerne vorstellen

die Zeit bis zum Urlaub
sie zieht sich
die Vorfreude wächst
man sehnt ihn herbei

der Urlaub ist da
die Zeit bis zum Aufbruch wird knapp
man ist im Urlaub
doch die Zeit vergeht schnell

für viele Entscheidungen braucht man Zeit
für andere hat man keine
für manches benötigen wir viel Zeit
für anderes fehlt sie

Die Freude auf die Zeit
nach der Arbeit, endlich Zeit
für sich und die Familie
dann ist die Zeit da

diese Zeit, er hatte Pläne
dafür gemacht, er wollte
sie durchsetzen, die Zeit
dafür da war ja da und verrann

Was blieb, war der alte Mann
er sah auf sein Leben zurück
wünschte sich noch ein bisschen
Zeit und legte sich hin

Bernhard Büscher

Gedicht der Woche: Väter und Söhne

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Wort & Buch

gedicht der woche20KW fiedels adstock 96941854Enthält Datei #96941854 | © Fiedels | Adobe Stock
 
Das Vorwort
 
Kamen ist eine Stadt der Literatur, gleich mehrere, auch überregional bekannte Schriftsteller wohnen hier. KamenWeb.de möchte darauf durch die Reihe "Gedicht der Woche" hinweisen.
 
Väter und Söhne

Ratlos gedenken wir der Zeit

als vor hundert Jahren Stürme

von Eisen Europa verheerten

aufbegehrend sich die Söhne

vom Hemd die Vatermörder

rissen dem welschen Nachbarn

siegesstolz die Brust zu bieten

und im Verhau zu verbluten.

Sprachlos gedenken wir der Zeit

als dann die Söhne der Söhne

sich daran machten gestiefelt

Grenzpfähle niederzutreten

siegesblind in Kesselschlachten

skrupellos in Todeslagern

Leichenberge anzuhäufen

bis die eigne Heimstatt brannte.

Reulos gedenken wir der Zeit

da wir Söhne jener Söhne

unsre kriegsverstummten Väter

aufgebracht zur Rede stellten

ihnen lauthals auf der Straße

eine bunte Welt des Friedens

ohne Waffen abverlangten

bis uns der Wohlstand betäubte.

Ruhlos erleben wir die Zeit

da unsere friedlichen Söhne

ihre Kinder mit den neusten

Tablets und Spielekonsolen

ruhigstellen und sich wundern

dass sie lärmend nicht dulden 

wie Heuschrecken und Hyänen

unsren ihren Globus plündern.

Klaus Goerke

 

23. April: UNESCO Welttag des Buches bei Thalia und Mayersche

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Wort & Buch

Welttag des Buches 2021Schülerinnen und Schüler der 4. und 5. Klassen können sich in der Buchhandlung kostenlos ein Exemplar des Welttagbuches abholen. In diesem Jahr ist es der Titel „Biber undercover“ von Rüdiger Bertram mit Illustrationen von Timo Grubing.

Kamen. Am 23. April findet der 26. Welttag des Buches statt. Deutschlandweit beteiligen sich deshalb rund 250 Thalia und Mayersche Buchhandlungen an der Buch-Gutschein-Aktion „Ich schenk dir eine Geschichte“. Auch das Team der Mayerschen Buchhandlung in Kamen macht mit: Schülerinnen und Schüler der 4. und 5. Klassen können sich in der Buchhandlung kostenlos ein Exemplar des Welttagbuches abholen. In diesem Jahr ist es der Titel „Biber undercover“ von Rüdiger Bertram mit Illustrationen von Timo Grubing.
Insgesamt verschenkt das Unternehmen über 155.000 Exemplare des Büchleins. Mit der Teilnahme an der Aktion möchte Thalia dazu beitragen, Kindern Freude am Lesen zu vermitteln und sie für spannende Geschichten zu begeistern.

Meike Westermann, Leiter*in der Mayerschen Buchhandlung in Kamen: „Aufgrund von Corona sind viele Aktivitäten für Kinder stark eingeschränkt. Unser Buchgeschenk kommt da gerade recht, um vom anstrengenden und manchmal auch frustrierenden Alltag abzulenken.“

Thalia Mayersche beteiligt sich seit vielen Jahren mit einem umfangreichen Programm am Welttag des Buches. Da in diesem Jahr erneut viele Veranstaltungen und persönliche Begegnungen aufgrund der Pandemie ausfallen müssen, nimmt das Social Media-Team des Unternehmens den Welttag des Buches zum Anlass, um Lesefreunde unter dem Hashtag #shelfie nach ihrer Büchersammlung zu fragen und somit dafür zu sorgen, dass Lieblingsbücher und neue Leseideen viele Nutzerinnen und Nutzer erreichen.

Gedicht der Woche: Hier

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Wort & Buch

gedicht der woche20KW fiedels adstock 96941854Enthält Datei #96941854 | © Fiedels | Adobe Stock
 
Das Vorwort
 
Kamen ist eine Stadt der Literatur, gleich mehrere, auch überregional bekannte Schriftsteller wohnen hier. KamenWeb.de möchte darauf durch die Reihe "Gedicht der Woche" hinweisen.
 
 Hier

Schimmernde Perlen
aufgereiht an kostbarer Kette?
Schmuck schöner Frauen?

nein, nur Schienenstränge
Straßenschnüre, Asphaltbänder
grau zwischen grauen Städten

Verästelungen, trifft es
besser, Rizom vielleicht
Mangrovengeflecht

so kommt es mir vor
unter- wie übertage
ein riesiges Geflecht

graue Verästelungen
Schienenstränge, Straßenschnüre
Asphaltbänder, Stadt an Stadt

schwarze Verästelungen
Wucherungen untertage
Flöze, Strecken und Stollen

übertage Stadt an Stadt
Wucherungen als
grauer Flickenteppich

oder doch Perlenkette
Rizom, Mangrovengeflecht
grauer Urwald übertage

darunter einst all die
schwarzen Verästelungen
tausend Meter tiefe Wunden

hier lebe ich
hier ist es bunt
HIER LEBEN WIR

Gerd Puls

Gedicht der Woche: Fünf Finger

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Wort & Buch

gedicht der woche20KW fiedels adstock 96941854Enthält Datei #96941854 | © Fiedels | Adobe Stock
 
Das Vorwort
 
Kamen ist eine Stadt der Literatur, gleich mehrere, auch überregional bekannte Schriftsteller wohnen hier. KamenWeb.de möchte darauf durch die Reihe "Gedicht der Woche" hinweisen.
 

Fünf Finger

Ganz plötzlich standen sie
sich gegenüber, mitten im Feld
der eine mit Gewehr im Anschlag
der andere unbewaffnet, zwischen

den Fronten. Keine Gewehrschüsse
kein Kanonendonner in diesem
Augenblick, nur sie beide
und er überlegte, der mit

Gewehr. Ein Schuss nur
dachte er, ein Schuss
und dann … Da hob der
andere die Hände, spreizte

die Finger seiner rechten
Hand und zeigte: Fünf
ja fünf. Der eine verstand
sofort, ein Schuss nur und

fünf Kinder wären Waisen
und überlegte einen
Augenblick lang. Dann
zeigte er mit dem Gewehr

hau ab, verschwinde
der andere ging zögernd
rückwärts, den Blick fest
aufs Gewehr gerichtet

für ein paar Schritte, dann
plötzlich drehte er sich um
und rannte, rannte
so schnell er konnte

Ein Moment des Friedens
mitten im Krieg, jedenfalls
ein kleines Stück davon
für fünf Kinder ein ganzes

Heinrich Peuckmann

Anzeigen

kamenlogo  stiftungslogo rot200

kamengutschein240

ko logo

technoparkkamen