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    Gedicht der Woche: Platz der Jugend

    gedicht der woche20KW fiedels adstock 96941854Enthält Datei #96941854 | © Fiedels | Adobe Stock
     
    Das Vorwort
     
    Kamen ist eine Stadt der Literatur, gleich mehrere, auch überregional bekannte Schriftsteller wohnen hier. KamenWeb.de möchte darauf durch die Reihe "Gedicht der Woche" hinweisen.
     

    Platz der Jugend

     Schon lange nicht mehr da

    der Platz der Jugend, auf dem

    wir spielten, selbstvergessen

    an Tagen, die länger waren

    als alle Tage heute

    Zugebaut, vie5rst6öckig Flachdach

    fantasielos schon im Moment

    des Bauens, langweilig

    wie vieles in der Stadt

    in der ich lebe

    nichts mehr zu sehen aus der Zeit

    die uns gehörte, bis ich den

    Hinterho0f betrete und denke:

    fünfzig Jahre, sogar ein paar mehr

    und nichts ist hier vergangen

    Alles noch wie damals, Vor mir

    die Fachwerkwand der Schreinerei

    die Fenster zugemauert, die beiden

    Bäume direkt davor, Torpfosten

    bei unseren Fußballspielen

    Jetzt nur noch meine Freunde

    muß ich denken und, ach ja

    ein Ball. Es könnte sein

    wie früher, als wäre

    nichts geschehen seither

    Dazu die Glocke der kleinen

    Kirche, deren Läuten mich bedrückt

    bis heute. Sieben Uhr. Um sieben

    läutete sie schon damals und rief

    mir zu, dass ich nach Hause musste

    Zum Abendessen. Ihr Läuten war mein

    Tagesende und weckt bis heute

    ein Gefühl von Abschied. Das ist es

    was mir blieb. Dieses Gefühl, dazu

    ein längst vergessner Hinterhof

    Heinrich Peuckmann

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