Sven Stricker erdachte Kommissar Sörensen und las nun in Kamen aus dessen neuesten Erlebnissen.
Kamen. (wol) Stehende Ovationen im Rohbau des künftigen Kamener Sesekebades - Die aber galten weniger dem Bad, als Sven Stricker und Bjarne Mädel. Das Duo sorgte mit musikalischer Verstärkung für einen großartigen Höhepunkt des mörderischen Treibens des Hellweg-Festivals – Fortsetzung nicht ausgeschlossen.
Bjarne Mädel begeisterte im Duett mit dem Autor bei der Mord am Hellweg Lesung.
Zwei großartige Vorleser mit starker Mimik, spontanem Witz und herrlichem Miteinander zelebrierten die Lesung als bildhaft zu erlebendes Hörspiel. Ob im Wechselspiel oder synchron, die beiden Vorleser harmonierten perfekt. Jan-Peter Pflug untermalte das gekonnt an verschiedensten Tasten. Mit dabei war wenn auch virtuell der von Sven Stricker erdachte Hauptkommissar Sörensen. Stricker, Mädel und Sörensen verbinden auch die Sörensen-Verfilmungen, bei denen Mädel die Hauptrolle spielte und Regie führte.
Mit Sörensen, diesmal auf Urlaubsreise, lieferte Stricker großartige textliche Aufschläge für sich und seinen kongenialen Lesepartner. Im Leseduett wurde Komik und Drama der Krimihandlung perfekt gleichermaßen hautnah miterlebbar. Die beiden ergänzten das um eine gute Portion Situationswitz. Stricker glänzte durchaus ebenfalls als Vorleser. Das schauspielerische Können von Bjarne Mädel aber wurde auch und ganz besonders erkennbar, wenn er in längeren Passagen die Angststörungen wiedergab, die den fiktiven Kommissar plagen. Schade eigentlich, dass er in der TV-Serie Mord mit Aussicht ausgestiegen ist in der er brillierte, aber vielleicht seine Facettenvielfalt nicht ausleben konnte.
Der Rohbau des Sesekebades bot eine tolle Kulisse für mörderisches Geschehen.
Sven Stricker glänzt in seinen Texten mit einer tollen bildhaften Sprache und großartiger Detailverliebtheit. Da werden Nebenfiguren überaus lebendig und laden das Duo zu starker Leseperformance ein. Und die nahmen die Einladung an.
Besonderes Ambiente verlieh dem ausverkauften Leseabend das Wissen der Zuhörer, dass sie auf einem Bretterboden über dem Mehrzweckbecken des Sesekebades saßen. Das animierte auch die Vorleser zu ganz besonderen Bildern. Im Wechselspiel mit den Zuhörern entstand daraus das Bild einer Lesung mit Zuhörern im Wasser und der Titelvorschlag für den nächsten Strickerkrimi: „Sörensen geht baden“.
Ein paar Blicke in das künftige Bad gab es für die Mord-am-Hellweg-Freunde gratis oben drein. Die GSW hatten einigen Aufwand getrieben, um den Rohbau nutzbar zu machen. Das aber erwies sich auch als gekonnter Marketinggag. Der Besuch machte viel Lust darauf, das Bad im nächsten Jahr wirklich mit Eintauchen in seine Wasserflächen zu erkunden. Und ob es tatsächlich nach Fertigstellung weitere fiktive Morde hier geben könnte, scheint nicht ausgeschlossen. Bürgermeisterin Elke Kappen und GSW-Geschäftsführer Jochen Baudrexl zeigten sich als Lesungsbesucher durchaus angetan von der Idee. Und eine Neuauflage von Stricker und Mädel in Kamen wäre einfach großartig.
Die aktuelle Auflage des Hellweg-Krimifestivals geht aber zunächst in Kamen am 22. Oktober weiter, dann mit Autor Michael Kobr.
Sven Stricker (l.) und Bjarne Mädel bildeten ein perfektes Duo.
Archiv: Mord am Hellweg XI in Kamen: Spannung, Stars und Sesekebad!





