WTV-Verbandspräsident Robert Hampe und richtet einen eindeutigen Appell an die Politik

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Lokalsport

Hampe Robert Dortmund WTV0221WTV-Verbandspräsident Robert Hampe und richtet einen eindeutigen Appell an die Politik. "Lösungen für den Tennissport müssen her. Die Politik verliert sonst ihre Glaubwürdigkeit!"

Kamen. Seit nunmehr fast dreieinhalb Monaten darf in den Tennishallen Nordrhein-Westfalens kein Ball mehr geschlagen werden. Ein mittlerweile untragbarer Zustand, findet WTV-Verbandspräsident Robert Hampe und richtet einen eindeutigen Appell an die Politik.

Aus vielerlei nachvollziehbaren Gründen fordert Robert Hampe, Präsident des Westfälischen Tennis-Verbandes e.V., zeitnah Lösungen für das Ermöglichen des Tennissports in Westfalen und ganz NRW.
Dabei scharren viele WTV-Vereine mit den Hufen und haben die Augen längst auf die Saison unter freiem Himmel gerichtet. Sofern es das Wetter zulässt, wollen sie ihre Plätze schon im März fit für den Sommer machen. Ebenso sehnen knapp 300.000 Tennisspieler*innen in NRW einer Lockerung, allerspätestens im März entgegen.

Differenzierte Betrachtung für das Tennis
Wie es geht, coronakonform Tennis zu spielen, haben die Vereine und ihre Mitglieder bereits im vergangenen Sommer gezeigt. Mit der Verantwortung, schon Anfang Mai 2020 als eine der ersten Sportarten wieder auf die Plätze zu dürfen, wurde hervorragend umgegangen. Darüber hinaus wurde im Winter bisher in Niedersachen und in Hessen erfolgreich und ohne große Zwischenfälle Einzel in der Halle gespielt. Ja, ist die klare und eindeutige Antwort auf die Frage, ob es für den Tennissport in NRW auch eine differenzierte Betrachtung geben muss, denn schließlich ist das Spielen in zwölf Landesverbänden theoretisch und in vier von 17 Landesverbänden in der Halle möglich.

Der WTV weiß von zahlreichen Spieler*innen, die aus dem Ruhrgebiet und aus Ostwestfalen nach Niedersachen und aus dem Sauerland ins benachbarte Hessen fahren und den Tennishallen dort florierende Umsätze bescheren. Mittlerweile ist es ein Ding der Unmöglichkeit im südlichen Niedersachsen einen Hallenplatz zu buchen. Wartezeiten von drei Wochen sind die Regel, während wenige Kilometer entfernt in NRW Tennisschulen und Hallenbetreiber um ihre Existenz bangen.

Niedersachen und Hessen als Blaupause
Dabei schaut man aber nicht neidisch in die benachbarten Bundesländer – wenngleich die unterschiedliche Bewertung nicht zu vermitteln ist – sondern will die Lage als Blaupause nutzen. „Eine Lösung muss schnell her“, so WTV-Präsident Robert Hampe. Eine von den NRW-Tennisverbänden unterstützte Klage vor dem OVG Münster gegen das Verbot von Hallentennis hatte im Dezember keinen Erfolg. Hampe verweist auf den in der vergangenen Woche vom Landessportbund NRW veröffentlichten Stufenplan. „Dieser zeichnet ein realistisches Szenario, wie eine Rückkehr in den Vereinssport gelingen kann – auch für die Individualsportart Tennis. Diesem Vorschlag darf die Politik nicht ausweichen, wenn sie ihre Glaubwürdigkeit nicht verlieren will“, so der langjährige Verbandspräsident. Er befindet sich in stetigem Austausch mit den Behörden, ist das ständige Vertrösten allerdings – wie viele Tennisspieler*innen auch – leid.

„Von einem normalen Einzelspielbetrieb im Tennis geht keine Gefahr aus“
Ähnlich sieht es der neue DTB-Präsident Dietloff von Arnim. Der Düsseldorfer erläuterte in einem Interview gegenüber dem Hamburger Abendblatt, dass man die Politik überzeugen müsse. „Wir müssen deutlich machen, dass wir Teil der Lösung und nicht Teil des Problems sind. Von einem normalen Einzelspielbetrieb im Tennis geht keine Gefahr aus. Es gibt, vor allem auch bei Kindern und Jugendlichen, einen großen Bedarf an Bewegung. Dem wollen wir Rechnung tragen und müssen nun daran arbeiten, die Politik davon zu überzeugen.“

Begleitschäden nicht in Kauf nehmen
„Ja, der Tennissport ist solidarisch!“ betont Robert Hampe. „Solidarität mit anderen Sportarten und Mitmenschen zeigen ist selbstverständlich, wenn es aber Lösungen gibt und man Begleitschäden als Folge des Lockdowns vermeiden kann, dann sollten wir diese anstreben.“ Er zitiert hierbei den bekannten und renommierten Univ.-Prof. Dr. Ingo Froböse von der Sporthochschule Köln, der Tennis dezidiert als Sportart für eine differenzierte Sichtweise nannte. Froböse sieht außerdem die Psyche vieler Menschen in Gefahr, die den Sport als Stressventil brauchen. Von den dramatischen Folgen für die vielen Kinder und Jugendlichen ganz zu schweigen.

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