Vom ersten Umweltfriseur Deutschlands zum Goldenen Meisterbrief

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Markt Kamen

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von Katja Burgemeister

Kamen-Heeren. Der „Stern“ berichtete über ihn und sogar RTL kam mit seinen Kameras nach Heeren-Werve. Denn das, was sich in dem Friseursalon abspielte, war damals einmalig. Gebrauchte Spraydosen wurden hier beim ersten Umweltfriseur Deutschlands abgegeben und entsorgt. Dafür reichten die Kunden Nachfüllflaschen für biologische Produkte über die Ladentheke. Eine FCKW freie Zone, Haarspray und Haarpflege zum Nachfüllen: Das alles gab es im Friseursalon Stantke schon lange, bevor es zur geübten Praxis wurde und das Ozonloch in aller Munde war. Einmalig ist der Salon ohnehin, jetzt auch im wahrsten Sinne verbrieft.

Für 50 Jahre Geschäftsjubiläum gab es jetzt ebenso eine Urkunde wie für das 50-Jährige der Meisterprüfung von Wolfgang Stantke (links im Bild). Mit dem goldenen Meisterbrief und dem Jubiläumsbrief unter dem Arm kamen Wolfgang Mikeleit, Obermeister der Friseurinnung Unna, und Volker Stein von der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe persönlich an der Bergstraße vorbei, um zu gratulieren. Schließlich sind derartige Gründe zum Feiern selten geworden.

Und fast hätte es Wolfgang Stantke auch in andere künstlerisch-handwerkliche Bereiche verschlagen. Umgeschaut hatte er sich auch in anderen Berufen nach Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung. Dass es ein Handwerk werden sollte, stand jedoch fest. Auch der Vater war bereits Bäcker. Im Salon Wollny im Südfeld fand Wolfgang Stantke 1959 eine Ausbildungsstelle. „Damals ging es noch jeden Morgen mit dem Fahrrad zur Arbeit“, erinnert er sich. Mit einem kurzen Zwischenstopp bei der Bundeswehr waren die Salons Witte in Unna sowie Brinkmann und Mescheder in Heeren-Werve die nächsten beruflichen Stationen. Am 5. Dezember 1967 folgte die Meisterprüfung. Schon 1968 eröffnete Wolfgang Stantke zusammen mit Karin Stellmach im Südfeld den eigenen Salon. 1980 zog der Salon um an seinen neuen Standort an der Bergstraße 27 und blieb dort bis heute.

Bis 2015 standen Wolfgang und Karin Stantke immer noch sporadisch hinter den Spiegeln und legten selbst Hand bei den Kunden an. Seit 2005 führt Sohn Christian das Geschäft, verstärkt von Ehefrau Ulrike. Beide sind „Meister of Color“. Das eigene Firmenlogo an der Fassade ist aber noch das alte – selbstentworfen von Wolfgang Stantke. Dem liegt das Kreative eben im Blut. Und auch der Spaß an seinem Beruf. Den hat er in 50 Jahren nie verloren, auch wenn ein halbes Jahrhundert „viel zu schnell vergangen ist“.

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