Bubbles & Beans gibt zum August auf: Kamen verliert gastronomisches Alleinstellungsmerkmal

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Markt Kamen

Beans620AGBubbles & Beans-Inhaber Ralf Falkowski zapft hier noch bis Ende August den Kaffee zur Waffel, dann schließt er sein Lokal - zum Bedauern vieler Stammkunden. Foto: Alex Grün für KamenWeb.de

von Alex Grün

Kamen. Die Stadt verliert ein gastronomisches Alleinstellungsmerkmal: Das Waffelhaus Bubbles&Beans schließt Ende August seine Pforten. Damit ist es das erste gastronomische Corona-Opfer in Kamen.

Die zahlreichen Reaktionen auf der Facebookseite des Waffelhauses sind eindeutig: Um das Bubbles&Beans herrscht allgemein jetzt schon große Trauer, nicht nur in der Sesekestadt, sondern aus einem weiten Umfeld. Viele Waffelliebhaber aus den umliegenden Kommunen, nicht nur aus dem Nordkreis, sondern auch aus Unna, Dortmund oder Hamm, sind in den letzten beiden Jahren, seit der Eröffnung des Bubbles&Beans im Sommer 2018, eigens nach Kamen "gepilgert", weil sie weit und breit nur hier zu bekommen war: Die "Bubble-Waffel" mit viel luftigem Zwischenraum für kalorienreiche aber hochgradig köstliche Füllungen (daher "Bubble") - in Asien eine feste Größe auf der kulinarischen Sündenliste, aber hierzulande bis dato ein Exot, der vermisst werden wird. So heißt es etwa von einem Stammgast aus Unna: "Sehr, sehr schade", und "Ihr Konzept war im Kreis Unna einzigartig, von daher sind wir gerne auch aus Unna zu Ihnen gekommen".

Der Corona-Lockdown habe ihm wirtschaftlich das Genick gebrochen, bedauert Bubbles&Beans-Inhaber Ralf Falkowski. Die beantragte Soforthilfe habe ihm da ebenso weiterhelfen können, wie die Befreiung von der Sondernutzungsgebühr für seine Außengastronomie: Die weiterlaufenden Betriebskosten zwingen ihn jetzt dazu, das Handtuch zu werfen. "Eigentlich", resümiert Falkowski, "lief der Laden in den letzten beiden Jahre immer gut" - und das trotz vieler Widrigkeiten, den der Standort am Markt in letzter Zeit mit sich gebracht habe. Am schlimmsten sei die regelmäßige, meist nächtliche Randale, sagt Falkowski. An manchen Tagen brauche er erst einmal eine halbe Stunde, um seine Außengastronomie von weggeworfenen Flaschen oder Pizzaschachteln zu befreien, bevor er überhaupt öffnen kann. Blumenvasen seien mehrmals zerstört worden, in einer habe jemand eine Stichwaffe unter den Blumen "hinterlegt", erzählt Falkowski. Vor seinem Laden floriere die lokale Drogenkriminalität, "wahrscheinlich liegt es an der Arkade, weil da drunter nachts wenig Licht ist", vermutet er. Von vielen Stammkunden höre er, dass sie sich aus Furcht vor Übergriffen abends nicht mehr in die Innenstadt und auf den Markt trauten.

"Auch wirtschaftlich entwickelt sich die Kamener City seit Jahren mehr und mehr zur Geisterstadt", beklagt der Waffelwirt. Der Grund: "Keine Anziehungspunkte in der City und damit keinerlei Anreize für einen Stadtbummel - schon gar nicht für Leute von außerhalb", sagt Falkowski. 2001 sei er nach Kamen gezogen, unter anderem wegen der damals für viele attraktiveren Veranstaltungen und Feste in der Innenstadt, von denen viele "nicht mehr das sind, was sie 'mal waren", so Falkowski. Auch die Konzentration von Laufkundschaft im Kamen-Quadrat trage ihren Teil zur "Verödung" der Innenstadt bei. Alles in allem war es nicht immer einfach, und dennoch lief es für Falkowski und seine Mitarbeiterin Regina: Das Lokal war aufgrund seines Konzepts ein steter Publikumsmagnet - doch dann kam Corona. "Ich bin der erste, den es erwischt hat, aber garantiert nicht der letzte", prognostiziert Falkowski.

Was er künftig machen wird, dafür hat er derzeit noch "überhaupt keinen Plan". Ob er sein Konzept andernorts weiter umzusetzen versucht oder seinen Traum von der Selbstständigkeit begräbt, weiß er noch nicht. Bis zum 31. August geht es ja auch erst einmal noch weiter. Der Waffelspezialist bittet seine Kunden, die noch im Besitz von Verzehrgutscheinen sind, diese bis zur Ladenschließung im Bubbles&Beans einzulösen. Ansonsten bedankt er sich bei allen Gästen und Geschäftspartnern für ihre zweijährige Treue. Der gastronomische Betrieb läuft bis Ende August abgesehen von den bekannten coronabedingten Einschränkungen normal weiter, daher heißt es jetzt für Schleckermäuler von nah und fern: Letzte Gelegenheit, also 'ran an die Waffeln!

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