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Gasthaus Schulze-Beckinghausen: Für das Essen kommen Kunden sogar aus Hemmerde

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Markt Kamen

Neumann 01 0221CVIm Alten Gasthaus Schulze-Beckinghausen gibt es beim Wirte-Ehepaar Heike und Ullrich Neumann auch weiterhin westfälische und regionale Küche zum Abholen. Fotos: Christoph Volkmer für KamenWeb.de

von Christoph Volkmer

Neumann 02 0221CVDie Hoffnung ist groß, dass der ländliche Biergarten in Westick bald wieder öffnen kann.Kamen. Im Alten Gasthaus Schulze-Beckinghausen haben sich die Kunden längst daran gewöhnt, ihr Essen - durchgereicht durch ein Fenster - anzunehmen. Viel lieber würde Gastwirt Ullrich Neumann wieder seine Gäste wieder im Inneren des Gebäudes bedienen, doch so lange der Teil-Lockdown noch gilt, ist das nicht möglich.

„Mit der Zeit lernt man, mit der Einschränkung zu leben. Man macht zwar nicht die Umsätze wie früher, aber wenn zumindest die Betriebskosten reinkommen, ist das schon etwas. Viel wichtiger ist doch, dass man ein Dach über dem Kopf hat, gesund ist und Essen und Trinken hat - alles andere ist mittlerweile Luxus geworden“, bleibt Neumann trotz seines seit Monaten geschlossenen Gasthauses optimistisch.

Im Vergleich zu anderen Ländern gehe es der Gastronomie in Deutschland sogar noch verhältnismäßig gut, denn in anderen Ländern gebe es eine finanzielle Unterstützung wie die Novemberhilfen gar nicht. Der Wirt erklärt:„Bei uns hat das auch sehr lange gedauert, bis das erste Geld da war, aber wenn dir diese Unterstützung dann hilft, dass du weitermachen kannst, ist das etwas, wofür man dankbar sein kann.“

Dass die Kunden ihr Essen direkt an der Mühlenstraße abholen müssen und sich nicht nach Hause liefern lassen können, hat einen bestimmten Grund. „Wir möchten mit den Menschen am Fenster zumindest kurz reden können, denn etwas Smalltalk gehört einfach dazu“, erklärt Neumann. Neben dem Essen bekommt der Abholende sogar ein kleines Fläschchen Bier, das sogenannte „Kutscherbier“ als Zugabe.

Kunden, die sich ihr Essen in Westick abholen, kommen längst nicht nur aus der Nachbarschaft. „Aufgrund unserer traditionellen Küche kommen Leute auch aus Lanstrop, Brackel und sogar Hemmerde und Mühlhausen“, berichtet Neumann. Besonders freut sich das Paar darüber, dass nicht selten nach einer abgeholten Bestellung noch einmal das Telefon klingelt. „Es gibt Leute, die dann anrufen, um uns mitzuteilen, dass alles heiß war und es ihnen geschmeckt hat - das ist auch eine Motivation, um weiterzumachen“, stellt der Gastronom fest. Besonders beliebt aus der aktuellen „Wilden Winterküche“ ist übrigens die Eigenkreation mit dem Namen „Ulli´s Hüttenschnitzel“ mit Kürbissauerkraut, Grillspeck und Käse im Ofen gratiniert.

Hoffnung auf die Biergarten-Saison

Falls das Gasthaus Schulze-Beckinghausen schon bald wieder öffnen darf, ist alles darauf vorbereitet. Unter anderem ist bereits in eine neue Luftfilteranlage investiert worden und auch ein neues Hygiene-Sitzkonzept für den Besuch von Gästen steht. Eigentlich aber rechnet Neumann damit, dass es noch etwas länger dauern wird, bis er seine Gäste wieder wie gewohnt bewirten kann. Der Gastronom hofft daher, dass ihm die Kunden auch weiterhin die Treue halten. „Die haben uns in den letzten Wochen wirklich toll unterstützt. Ich hoffe sehr, dass wir uns dann, wenn Biergartenwetter ist, und wir die Tore wieder aufmachen dürfen, alle gesund wiedersehen.“

Öffnungszeiten und Speisekarte unter: https://www.schulze-beckinghausen.de/

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