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Jährlich trinkt eine Person rund 163 Liter des Muntermachers
Kreis Unna. Für viele Menschen im Kreis Unna ist eine Tasse Kaffee am Morgen ein festes Ritual. Laut Erhebungen des Statistischen Bundesamtes trinken Deutsche pro Kopf durchschnittlich 163 Liter im Jahr. Viele Studien bescheinigen dem Wachmacher gesundheitliche Vorteile. Er macht uns glücklich - und das schon seit vielen Jahrhunderten. Im Gegensatz zu Alkohol oder Nikotin ist Kaffee sogar gesund. Das liegt nicht nur am Koffein, sondern auch an den über 1.000 anderen Inhaltsstoffen. „Trotzdem sollte jeder die Koffein- und Tassenmenge pro Tag begrenzen. Aber mäßiger Kaffeekonsum ist nicht gesundheitsschädlich. Im Gegenteil: Es gibt Hinweise auf positive Wirkungen für die Gesundheit“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Jörg Kock.
Wachmacher Koffein?
Unter den vielen Inhaltsstoffen im Kaffee ist Koffein der bekannteste, denn es macht wach. Koffein stimuliert das Nervensystem: Wir können uns besser konzentrieren, schneller denken und leichter lernen. Zudem hebt Koffein die Stimmung. Auch die Herzfrequenz, der Blutdruck, die Magenfunktion, die Darmtätigkeit und viele weitere Stoffwechselvorgänge werden angeregt. Die Folge: Wir fühlen uns einfach fitter. Doch was passiert dabei genau im Gehirn? Koffein blockiert ein Molekül, das müde macht: Adenosin. Gleichzeitig sorgt es dafür, dass die Stresshormone Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet werden, die den Organismus mobilisieren. Da Koffein im Gehirn wirkt und aufputscht, gilt Kaffee als „Droge“. Er macht zwar nicht im eigentlichen Sinne süchtig, aber es tritt eine Art Gewöhnungseffekt ein. Wer also viel Kaffee trinkt und plötzlich darauf verzichtet, kann Kopfschmerzen bekommen oder müde werden.
Kaffee schützt vor manchen Krankheiten
Neben Koffein enthält Kaffee noch andere Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel pflanzliche Phenolsäuren. Diese wirken als sogenannte Antioxidantien und scheinen gesundheitsfördernd zu sein: Sie fangen freie Radikale, die unsere Zellen angreifen, und senken so das Risiko, an Krebs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Koronare Herzkrankheit und Schlaganfall) zu erkranken. Lange war unklar, ob Kaffee krebserregend ist. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) schließt aufgrund aktueller Studien ein Krebsrisiko aus. Der Wachmacher erhöht den Blutdruck nur kurzfristig, langfristig besteht keine Gefahr für Bluthochdruck. Wenn sich durch Kaffee Herzrhythmusstörungen verstärken, empfiehlt es sich, zu koffeinfreiem Kaffee oder pflanzlichen Sorten wie Getreide-, Malz- oder Lupinenkaffee zu greifen.
Vier bis fünf Tassen pro Tag sind in Ordnung
Für einen gesunden Erwachsenen gibt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) an, dass bis zu 200 Milligramm Koffein als Einzeldosis – also Koffein, das innerhalb kurzer Zeit aufgenommen wird – gesundheitlich unbedenklich sind. „Das sind ungefähr zwei Tassen Filterkaffee oder Espresso. Über den Tag verteilt können gesunde Erwachsene bis 400 Milligramm koffeinhaltige Getränke trinken, also vier bis fünf Tassen“, so Kock. Für alle, die sich gerne bewegen, gilt allerdings: Sport belastet das Herzkreislaufsystem, und Koffein kann diese Belastung erhöhen. Deshalb ist es besser, Koffein beim Sporttreiben vorsichtig zu dosieren.
Weitere Infos zum Thema zuckerfreie Ernährung im Gesundheitsmagazin unter aok.de Stichwort ‚Ernährung‘.
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Fotografien von Ulf Freisendorf zeigen die Region aus besonderer Perspektive
Ulf Freisendorf zeigt im Bürgerhaus Methler Fotografien aus Natur, Industriekultur und Landschaft.
Kamen-Methler. Das Bürgerhaus Methler wird im Mai zum Ausstellungsort für Fotografie aus der Region. Unter dem Titel „Natur, Industriekultur und Landschaft in Methler und im Ruhrgebiet“ präsentiert der Fotograf Ulf Freisendorf eine Auswahl seiner Arbeiten.
Vielen ist Freisendorf vor allem durch sein Engagement beim Weihnachtsmarkt und als Vorsitzender der Vereinsgemeinschaft Methler bekannt. Weniger bekannt ist hingegen seine intensive Beschäftigung mit Fotografie. Mit seiner Kamera dokumentiert er seit Jahren Natur, Tierwelt sowie prägende Orte der Industriekultur in Methler und Umgebung.
Seine Arbeiten zeigen sowohl Landschaften als auch Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum. Dabei legt Freisendorf nach eigenen Angaben Wert darauf, die Motive respektvoll und mit ausreichendem Abstand festzuhalten. Ein erster veröffentlichter Kalender mit Vogelmotiven aus der Region fand bereits über lokale Kreise hinaus Beachtung.
Ortsvorsteher Roland Borosch hebt die besondere Wirkung der Bilder hervor: Die Fotografien würden sowohl die Atmosphäre von Orten einfangen als auch Einblicke in Lebensräume von Tieren und Pflanzen ermöglichen.
Die Ausstellung umfasst insgesamt 16 Exponate aus den Bereichen Tierwelt, Industriekultur und Landschaft. Ergänzend werden zwei Fotobücher mit mehr als 50 Aufnahmen präsentiert, die einen vertiefenden Einblick in das Werk bieten.
Eröffnet wird die Ausstellung am 6. Mai um 18.30 Uhr durch Bürgermeisterin Elke Kappen im Bürgerhaus Methler. Besucherinnen und Besucher haben anschließend bis zum 18. Mai 2026 Gelegenheit, die Werke zu besichtigen. Ulf Freisendorf wird während der Ausstellungsdauer mehrfach vor Ort sein und für Gespräche zur Verfügung stehen.
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Dirk Frieske, Sebastian Meier und Fabian Bispinghoff (v.l.n.r.) von den Servicebetrieben der Stadt Kamen pflanzten an der Ostenallee unter anderem eine Magnolie ein. Foto: Stadt Kamen
Kamen. An der Ostenallee sind am Donnerstag fünf neue Bäume gepflanzt worden. Die Maßnahme ist Teil der laufenden Pflege und Weiterentwicklung des städtischen Grüns.
Nach Angaben der Stadt handelt es sich um Ersatzpflanzungen für Bäume, die im Sommer 2025 aus Sicherheitsgründen entfernt werden mussten. Damals hatte eine Überprüfung ergeben, dass mehrere Bäume nicht mehr standsicher waren und eine Gefahr für den Verkehr darstellten.
Bei den neu gepflanzten Bäumen handelt es sich um eine Hopfenbuche, eine Magnolie, zwei Säulenhainbuchen sowie eine schmalkronige Stadtulme. Die Auswahl erfolgte mit Blick auf die Eignung für innerstädtische Standorte.
Die Stadt verfolgt mit den Pflanzungen das Ziel, den Baumbestand im Straßenraum zu erhalten und schrittweise zu erneuern. Neben der Ostenallee sind weitere Maßnahmen geplant: So wird unter anderem eine Hecke am Mühlentorweg ergänzt, zudem sind zusätzliche Baumpflanzungen auf dem Friedhof Südkamen sowie an weiteren Standorten vorgesehen.
Während der damaligen Fällarbeiten im Sommer 2025 war es zeitweise zu Verkehrsbeeinträchtigungen gekommen. Die Stadt hatte die Maßnahme als notwendig eingestuft, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.
Mit den aktuellen Pflanzungen wird der betroffene Abschnitt der Ostenallee nun wieder begrünt.
Archiv: Notmaßnahme: Gefährdete Bäume an der Ostenallee werden gefällt
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Helmut Karpinski.
Die Freiwillige Feuerwehr Kamen nimmt Abschied von ihrem Kameraden Helmut Karpinski, der am 18.03.2026 im Alter von 98 Jahren verstorben ist.
Über viele Jahrzehnte hinweg war er ein unverzichtbarer Bestandteil der Gemeinschaft der Freiwilligen Feuerwehr Kamen-Mitte. Sein Engagement galt dabei nicht nur der Feuerwehr, sondern vor allem den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Kamen, für deren Sicherheit er sich stets mit großem Pflichtbewusstsein und außergewöhnlicher Einsatzbereitschaft einsetzte.
In besonderer Weise wirkte Helmut Karpinski als Gerätewart. Dieses Amt übte er mit großer Sorgfalt, umfassendem Fachwissen und ausgeprägtem Verantwortungsbewusstsein aus. Seine berufliche Ausbildung als Maschinenschlosser bildete hierfür eine wertvolle Grundlage und verlieh ihm technisches Können sowie ein tiefes Verständnis für die Einsatzbereitschaft der feuerwehrtechnischen Ausrüstung.
Mit großer Verlässlichkeit stellte er sicher, dass Fahrzeuge und Geräte jederzeit einsatzbereit waren – eine wesentliche Voraussetzung für schnelle und wirksame Hilfe im Dienst der Bevölkerung.
Für seine langjährige Treue und sein außergewöhnliches Engagement wurde Helmut Karpinski vielfach ausgezeichnet. Er war Träger des Feuerwehrleistungsabzeichens in Gold sowie des Feuerwehrehrenzeichens in Gold.
Mit ihm verlieren wir nicht nur einen pflichtbewussten und kompetenten Kameraden, sondern auch einen geschätzten Menschen, der durch seine Hilfsbereitschaft, Verlässlichkeit und ruhige Art große Anerkennung genoss.
Die Beisetzung findet am 17.04.2026 um 10:00 Uhr auf dem Friedhof in Kamen-Mitte statt.
Sein Andenken werden wir in Ehren bewahren.
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Durch die Blüten geschaut… oder aber Vorfreude ist die schönste Freude! Am 9. und 10. Mai steigt in Kamen wieder der Frühlingsmarkt in Kombination mit einem Blumen- und Handwerkermarkt. Dazu gibt es auch einen verkaufsoffenen Sonntag. Am besten schon einmal im Kalender vormerken.
„Kamen blüht auf!“ ist das Motto der kommenden Veranstaltung. Foto: Christoph Volkmer für KamenWeb.de
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Kamen-Heeren-Werve. Die beiden Polizeihauptkommissare Friedrich Spur und Torsten Schmitz bieten erneut eine Bürgersprechstunde in Kamen an.
Genauer gesagt am Donnerstag, 16.04.2026 im Stadtteilbüro an der Mittelstraße in Heeren-Werve.
Besucherinnen und Besucher treffen die beiden Beamten dort von 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr und können in persönlichen Gesprächen alles das klären, was ihnen auf der Seele liegt.
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Gewinnspiel: 3 x 2 Tickets für die „POP–SCHLAGER-TOUR 2026“ zu gewinnen
Partystimmung, große Gefühle und jede Menge Ohrwürmer: Am Samstag, 25. April 2026, startet die „POP–SCHLAGER-TOUR 2026“ in der Kamener Stadthalle. Einlass ist ab 19 Uhr, Beginn um 20 Uhr – und ihr könnt kostenlos dabei sein!
Wir verlosen 3 x 2 Tickets für dieses Schlager-Highlight mit Stars wie Mike Leon Grosch, Olaf Henning, Tim Peters und vielen weiteren Acts. Für zusätzliche Stimmung sorgt DJ Hans Röber, moderiert wird der Abend von Frank Neuenfels.
Freut euch auf über sechs Stunden Live-Show mit moderner Technik, starken Effekten und jeder Menge Mitsing-Momenten – ganz nach dem Motto „Lebe jetzt“.
So könnt ihr teilnehmen und gewinnen:
Schickt einfach eine E-Mail mit eurem Namen, eurer Adresse und Telefonnummer an
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Stichwort: „POP–SCHLAGER-TOUR 2026“
Unter allen Einsendungen verlosen wir 3 x 2 Tickets.
Viel Glück!
Vorverkauf läuft auf Hochtouren
Der Vorverkauf ist bereits gestartet – die Nachfrage nach Tickets ist groß. Karten sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen, in der Kamener Stadthalle sowie bundesweit bei allen Reservix-Vorverkaufsstellen erhältlich. Online-Tickets, auch als „Print-at-Home“-Variante, gibt exklusiv unter https://beatconnectevents.ditix.shop/.
Archiv:Premierenfieber in Kamen: „POP–SCHLAGER-TOUR 2026“ startet in der Stadthalle
Einsendeschluss ist der 18.04.2026, 23:59:59 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Gewinnspiel- und Teilnahmebedingungen der Brettschneider & Hanck GbR - Pop Schlager Tour 2026 - Kamen - 25.04.2026
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Nistkasten für Turmfalken 34 m über dem ehemaligen Zechengelände installiert
Ulrich Marc montierte den Nistkasten mit Mitstreitern hoch über der Stadt.
Kamen. Wenn es denn klappt bekommt der Grilloturm auf dem Monopolgelände neue Bewohner – dank moderner Technik aufmerksam beobachtet von Zechenförderern und Tierschützern. Die haben jetzt eine Nistmöglichkeit für Turmfalken installiert, rund 34 Meter über der Stadt.
Noch verhindern laufende Sanierungsarbeiten wohl tierische Bewohner hoch oben am Förderturm. Ulrich Marc und seine Mitstreiter aber haben jetzt den Nistkasten samt Überwachungstechnik montiert. Der wurde so umgebaut und montiert, dass er am Turmgerüst künftig regelmäßig gepflegt werden kann. Die findigen Turmförderer haben eine Kamera angebaut sowie Solarzellen. Und zwischen Fördermaschinenhaus und Nistkasten wird ein Repeater platziert, um das WLAN-Netz zu verstärken.
Für letzte Montageentscheidungen ließen sich die Monopoler vor Ort beraten von Udo Bennemann vom NABU. Der kennt sich bestens aus mit Falken, Steinkautz und Co. Ein Rat: Der Förderturm ragt mit mehr als 50 Metern höher hinaus, als Turmfalken das brauchen. Bei der Ausrichtung wird der Sonneneinfall beachtet und freien Anflug hätte ein Falke auch gern. All das setzen die Monopoler um. Vereinsmitglied Heinrich Behrens, selbst Biologe und langjähriges Vorstandsmitglied der Naturförderungsgesellschaft des Kreises ist optimistisch, dass der Nistkasten Nutzer findet. Turmfalken gibt es durchaus vor Ort und ausgestaltet wurde der Nistkasten exakt nach deren Vorlieben.
Wenn dann die Sanierer abgezogen sind heißt es warten. Auch Udo Bennemann hofft auf erste Beweisfotos, ob nun in dieser oder einer folgenden Nistperiode. Die Livebilder könnten dann neben den Monopolbienenvölkern und deren Honig Teil des besonderen Monopolumfeldes sein. Und auch die kleinen Besucher des außerschulischen Lernortes unter dem Grilloturm könnten im Erfolgsfall neben Bergbauhistorie noch weiteres kennenlernen.
Ulrich Marc, Vorsitzender von Monopol 2000 (l.), und Vogelkundler Udo Bennemann vom NABU klärten letzte Optimierungsfragen für den Nistkasten am Fuß des Förderturms.
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Sergej Nickel und Olaf Biesterfeldt (v.l.) von VAHLE neben dem verfahrbaren Wagen des Landstromsystems auf einem schwimmenden Ponton im Hamburger Hafen. (Foto: VAHLE)
Kamen/Hamburg, 13. April 2026 – Die Paul Vahle GmbH & Co. KG hat eine bewegliche Landstromlösung für die Fähren der HADAG Seetouristik und Fährdienst AG im Hamburger Hafen entwickelt. Das System ermöglicht eine emissionsfreie Stromversorgung der Schiffe während der Liegezeiten. Der Systemanbieter für mobile Industrieanwendungen hat die Infrastruktur speziell für schwimmende Fähranleger der Elbe konzipiert, sodass sie Bewegungen durch Gezeiten und Strömung ausgleicht.
„Die Landstromlösung ersetzt künftig die Bordgeneratoren während der Hafenliegezeiten und senkt damit Emissionen und Lärm im Hafenbetrieb deutlich“, sagt Olaf Biesterfeldt, Vertriebsmitarbeiter für Norddeutschland bei VAHLE.
Die HADAG-Flotte umfasst 27 Schiffe und verbindet zentrale Knotenpunkte des öffentlichen Nahverkehrs, darunter die Landungsbrücken, Blankenese und die Elbphilharmonie. Künftig sollen die Fähren während der Liegezeiten ohne laufende Dieselgeneratoren auskommen. Die neue Infrastruktur entsteht im Rahmen des Ausbaus landseitiger Energieversorgung im Hamburger Hafen und ist Teil der langfristigen Klimastrategie des Standorts.
Die technische Umsetzung stellte besondere Anforderungen: Die Liegeplätze befinden sich auf schwimmenden Pontons, deren Position sich durch Gezeiten und Strömung ständig verändert. Dadurch variieren sowohl die Anschlusshöhe als auch der Abstand zwischen Schiff und Infrastruktur. „Wir haben deshalb ein bewegliches Energieversorgungssystem entwickelt, das den Anschluss flexibel zur jeweiligen Fähre bringt und gleichzeitig eine sichere Stromübertragung gewährleistet“, erklärt Biesterfeldt.
Technologische Grundlage ist eine bewährte VAHLE Technologie: Das sogenannte „Stinger-System“ führt die Stromschiene über Kopf und verlagert sie damit aus dem Arbeitsbereich. Stolperfallen, unbeabsichtigter Kontakt mit Strom und Kollisionen werden vermieden. Ursprünglich für Wartungsbereiche von S- und U-Bahnen entwickelt, wurde die Technologie für den maritimen Einsatz auf eine leistungsfähige Drehstromversorgung umgestellt. „Drehstromsysteme können deutlich höhere Leistungen übertragen als Einphasensysteme. Das ist ideal für die Anforderungen moderner Schiffe“, erklärt Biesterfeldt.
Das entwickelte System erstreckt sich über rund 30 Meter entlang des Pontons. Ein verfahrbarer Wagen bringt den Stromanschluss exakt zur Position der jeweiligen Fähre und gleicht Bewegungen zwischen Schiff und Anleger aus. Die Hauptstromschiene überträgt Leistungen von bis zu 860 Ampere bei 400 Volt, was perspektivisch auch das Laden vollelektrischer Fähren ermöglicht. Zusätzlich zur Energieversorgung integriert die Lösung Steuer- und Datenübertragungssysteme, die einen zuverlässigen Betrieb sicherstellen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der praktischen Handhabung im täglichen Fährbetrieb. Um das Fährpersonal zu entlasten, integrierte VAHLE industrielle Balancer in das bewegliche System. Diese tragen das Gewicht der Anschlusskomponenten und ermöglichen es den Fährführerinnen und Fährführern, den Anschluss ohne großen Kraftaufwand zum Stromanschluss zu führen und dort anzukoppeln. Sergej Nickel, Leiter Project Engineering bei VAHLE, sagt: „Das System muss im Alltag überzeugen. Die Besatzungen sollen keine schweren Kabel schleppen müssen.“
Für die Umsetzung arbeitete VAHLE eng mit dem Generalunternehmer Actemium Cegelec Mitte GmbH zusammen. Während VAHLE die bewegliche Infrastruktur für die Energie-, Steuer- und Datenübertragung entwickelte und lieferte, verantwortete Actemium die übergeordnete elektrotechnische Integration sowie die Anbindung an die landseitige Energieversorgung. „Die Zusammenarbeit war klar strukturiert und partnerschaftlich“, so Nickel.
Aktuell sind vier Liegeplätze im Hamburger Hafen mit der neuen Landstromtechnik ausgestattet. Perspektivisch gewinnt diese Infrastruktur weiter an Bedeutung: Ab 2027 plant die HADAG den Einsatz vollelektrischer Fähren, deren Batterien während der Liegezeiten geladen werden sollen.
Landstromsysteme gelten als zentrale Infrastrukturmaßnahme für die Dekarbonisierung von Hafenverkehren. Mit Blick auf den zunehmenden Ausbau von Green Ports sieht VAHLE in dem Projekt eine Referenz für ähnliche Anwendungen in internationalen Häfen.
Blick von unten auf die von VAHLE installierte Stromschienenkonstruktion zur sicheren Energieübertragung außerhalb des Arbeitsbereichs. (Foto: VAHLE)
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