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Finanzierung ist vom Land NRW nicht in Aussicht gestellt
Kamen. "Wenn die Städte Kamen und Unna keine Lobby bei der neuen Landesregierung in Sachen Westtangente haben, ist das ein schweres Problem für die SPD im Kreis", meint
Ralf Eisenhardt, stellv. Vorsitzender der CDU-Fraktion zur Diskussion um die Anbindung des Gewerbegebiet KamenKarree an die Umgehungsstraße L663n. Hier nutze es es der
Sache wenig, wenn Gespräche von Verantwortlichen mit Ministerien von Bürgermeister Hupe so dargestellt würden, als werde schon alles gut, die Stadt plane und das Land
werde schon später zahlen für die wichtige Anbindung des KamenKarree. Vor allem nicht, wenn es sich später eben nicht so darstellt. Dass die CDU Landtagsabgeordnete Ina
Scharrenbach eine kleine Anfrage zur Sache gestellt hat bringe endlich Klarheit in die Pläne der Landesregierung. Die Antwort zeige auf, dass hier keine Finanzierung in
Aussicht gestellt sei, auch nicht war, wie bisher gegenüber den parlamentarischen Gremien der Stadt behauptet, mindestens immer angedeutet wurde. Auch von einer
Initiative zu diesem Sachverhalt der hiesigen Landtagsabgeordneten bei der neuen Landesregierung, wie in der Mai-Ratssitzung von Hupe angekündigt, sei nichts zu
bemerken; so wie überhaupt irgend eine Aktivität der SPD-Landtagsabgeordneten des Kreises nicht für und in Kamen zu vernehmen sind. "Es mag den Bürgermeister sehr
ärgern, dass nun mit Ina Scharrenbach auf einem anderen Weg belastbare Informationen zu Kamener Angelegenheiten in die Stadt kommen können", meint Eisenhardt. Das sei
aber noch lange kein Grund Boshaftigkeit und Querschüsse zu unterstellen. So reagiere ehe jemand, der gar keine Argumente in der Sache mehr vorzutragen habe. Im übrigen
gehe schon aus der Einladung Scharrenbachs an den Verkehrsminister des Landes NRW, Herrn Groschek, zu einem Fachgespräch zu diesem Thema hervor, dass die Entwicklung
dieses wichtigen Projektes auch durch durch die Politik besonders begleitet wird. Zu diesem Gespräch würden, bei einer Zusage des Ministers, auch die Verwaltungsleitungen
und weitere Akteure eingeladen werden.
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Liberale fühlen sich von Bürgermeister Hupe (SPD) getäuscht
Kamen. Irritation zeigt sich bei den Liberalen, als sie die Antwort der rot-grünen Landesregierung auf eine Anfrage der Landtagsabgeordneten Ina Scharrenbach (CDU) erreicht. Darin wird erklärt, dass es keine Finanzierungszusage für das Planungsverfahren zur Westtangente gibt. Den Kommunen wird lediglich in Aussicht gestellt, dass, zu gegebener Zeit, darüber entschieden werden kann.
Dies stellt Bürgermeister Hermann Hupe (SPD) in der Ratssitzung am 20.10.2011 anders dar. Dort führt er aus, dass es eine zugesagte Landesfinanzierung gebe und lediglich die Frage, wie diese ausgestaltet sei, zu diesem Zeitpunkt nicht beantwortet werden kann. FDP-Fraktionsvorsitzende Heike Schaumann: „Wir haben uns auf die Aussage des Bürgermeisters, dass es vom Land eine Zusage der Finanzierung für die weitere Planung gibt, verlassen.“
Es ist ein großer Unterschied, ob lediglich die Frage, wie die Finanzierung laufen soll, ungeklärt ist, oder, ob es gar keine Zusage zur Finanzierung gibt. Für Schaumann stellen sich nun zwei Fragen: 1. Warum wird der Rat offensichtlich falsch informiert? und 2. Wie geht es mit der Westtangente weiter? Wenn es keine Zusage gibt, in der das Land die Kosten für die Planung übernimmt, kann in der derzeitigen Haushaltssituation keine kommunale Planung erfolgen.
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Kamen. Die Planungen der Ortsumgehungen L 663 Unna/Massen (Nordumgehung) und Unna (Westtangente) werden vom Land NRW nicht weiter verfolgt. Unmißverständlich hat der Landesverkehrsminister Michael Groschek dies in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage von Ina Scharrenbach MdL zum Sachstand der Landesstraßenplanung L 663n in der Vorbemerkung der Landesregierung klargestellt.
Ina Scharrenbach MdL nahm Aussagen des Kamener Bürgermeisters Hermann Hupe in der Sitzung des Rates vom 20. Oktober 2011 zum Anlass, um sich zu erkundigen, wie hoch denn die landesseitig zugesagte Finanzierung sei und ob der von Hermann Hupe angekündigte Vertrag abgeschlossen wurde.
Hermann Hupe hatte in der benannten Sitzung des Rates erläutert, dass die „[…] Landesplanung durch die kommunale Planung ersetzt werde. Durch die zugesagte Landesfinanzierung handele es sich nach Fertigstellung des Projektes um eine Landesstraße.“ Ferner wurde erläutert, dass „[…] zur Klärung weiterer Details zunächst eine Vereinbarung der beteiligten Städte geschlossen werden müsse.“
Groschek schreibt hierzu in seiner Antwort, dass den Städten lediglich in Aussicht gestellt wurde, dass bei gemeinsamer Weiterplanung der drei Bauabschnitte der L 663n durch die Kommunen zu gegebener Zeit im Rahmen einer Neuaufstellung des Landesstraßenbauprogramms über die Einstellung des Gesamtvorhabens entschieden werden kann. Darüber hinaus schreibt der Landesminister, dass den Kommunen angeboten wurde, die Planungen der drei Abschnitte selbst weiter zu führen. Ina Scharrenbach MdL: „Es gibt also keine zugesagte Finanzierung des Landes NRW für die Realisierung der Westtangente. Es gibt darüber hinaus keinen Vertrag zwischen dem Land und Unna sowie Kamen, der die Aufgabenverteilung und die Finanzierung regelt. Der Bürgermeister der Stadt Kamen wird sich fragen lassen müssen, wie er dazu kommt, so etwas im Stadtrat zu behaupten. Die Planungen und die Realisation der Nordumgehung und der Westtangente sind akut mehr als gefährdet. Die Landesstraßenplanung zur L 663n ist ein Desaster und das wird noch getoppt durch Aussagen des Bürgermeisters in Bezug auf eine zugesagte Landesfinanzierung, die selbst im Ministerium nicht bekannt ist. Ein unglaublicher Vorgang.“
Darüber hinaus fragte Scharrenbach MdL den Minister, ob der Stadt Unna und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft die bisherigen Investitionen ersetzt werden, wenn es nur zum Bau der L 663n auf Dortmunder Gebiet und damit zur Entlastung Dortmunds kommt. Die Stadt Unna hat im Vorgriff auf die als sicher geltende Realisation der Straßenplanungen Grundstückskäufe für TEUR 800 getätigt; die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Unna hat in diesem Zusammenhang bereits TEUR 4.000 für den benötigten Grunderwerb vorfinanziert, um die Trasse zu ermöglichen. Der Minister schreibt ebenso klar: „Hierzu wurde keine Regelung getroffen.“
Scharrenbach MdL: „Angesichts der Tatsache, dass es bei einem ausschließlichen Bau der L 663n auf Dortmunder Gebiet zu deutlichen Verkehrs- und Lärmbeeinträchtigungen unserer Bürgerinnen und Bürger in Unna und Kamen kommen wird und darüber hinaus die wirtschaftliche Entwicklung unserer beiden Städten über das interkommunale Gewerbegebiet gefährdet ist, habe ich den Landesverkehrsminister Groschek zu einem Gespräch in den Kreis Unna eingeladen. Gut ein Jahr ist durch Land und Kommunen bei diesem wichtigen Verkehrsprojekt verschenkt worden. Wir müssen jetzt gemeinsam nach geeigneten Lösungen suchen, um die Nordumgehung und die Westtangente realisieren zu können. Die Bürgermeister sowie Ratsfraktionen der Städte sind von mir ebenfalls informiert und eingeladen worden. Ich hoffe, dass das Verkehrsministerium des Landes dieser Einladung nachkommt und sich seiner Verantwortung für unsere Region bewusst ist.“
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Kamen. Zum 52. Mal findet das international topbesetzte Werner –Seelenbinder – Gedenkturnier in Berlin statt und zum wiederholten Mal nimmt der HW Westfalen mit seinen Auswahlmannschaften daran teil. In diesem Jahr werden die Westfalenauswahlmannschaften der Jahrgänge weiblich 1997 und 1998 den HVW im Zeitraum vom 04.10.12 bis 07.10.12 in Berlin vertreten.
Während die 98´er Auswahl auf die Vertretungen aus Bayern, Brandenburg, Berlin sowie TJ Spartak Trebic aus der Tschechei trifft, werden sich die 97´er Auswahlspielerinnen in der Vorrunde mit der Sportschule Moskau und den Auswahlen aus Sachsen-Anhalt und Hessen auseinandersetzen müssen. Zu den nominierten Spielerinnen zählen auch folgende Spielerinnen der TVG Kaiserau Scorpions:
Jg. 97: Jenny Fastnacht, Elisa Grünzig
Jg. 98: Lisa Schmidt, Corinna Kopp, Marie Borgolte
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Kamen. Die Turnabteilung des VfL Kamen sucht im Bereich Breitensport/Erwachsene eine neue Übungsleiterin. Weitere Auskünfte erteilt Marie-Luise Lingenberg unter Tel. 0173/9750362
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Fahrzeug bleibt auf dem Dach liegen
Kamen. Am Mittwoch, dem 03.10.2012, gegen 03.30 Uhr, befuhr ein 18jähriger Fahrzeugführer aus Kamen die Straße Altenmethler in Kamen, aus Fahrtrichtung Bergkamen kommend. In einer langgezogenen Rechtskurve gerät der 18jährige aus bislang unbekannten Gründen mit seinem Fahrzeug auf den rechten unbefestigten Grünstreifen. Das Fahrzeug kommt von der Fahrbahn ab, kollidiert mit einem Telefonmasten und kommt schließlich auf dem Dach liegend zum Stillstand. Zwei der fünf im Fahrzeug befindlichen Personen verletzten sich leicht. Sie konnten nach ambulanter Behandlung das Krankenhaus wieder verlassen. Das total beschädigte Fahrzeug wurde durch ein Abschleppunternehmen geborgen. Der beschädigte Telefonmast musste durch die eingesetzte Feuerwehr gesichert werden. Für die Dauer der Verkehrsunfallaufnahme musste die Straße Altenmethler gesperrt werden. Insgesamt entstand Sachschaden in Höhe von etwa 6000 Euro.
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Lemgo. Das Buch beschreibt alle BMW Motorräder aus 90 Jahre Fertigung in München und Berlin-Spandau.
In chronologischer Folge werden die einzelnen Modelle und die verschiedenen Modellreihen präsentiert. Die über 90-jährige Geschichte rund um das BMW Motorrad spiegelt eindrucksvoll einen bedeutsamen Teil deutscher Zweiradgeschichte wider.
Das umfassende Buch mit über 300 Seiten enthält mehr als 600, zum Teil noch unveröffentlichte Abbildungen und detaillierte technische Tabellen.
Alle Modelle von der R 32 bis zur neuen wassergekühlten BMW GS, die im Modelljahr 2013 debütiert, werden beschrieben.
Autor: Thomas Reinwald
Über 300 Seiten, ca. 600 Abbildungen,
Erscheinungstermin: 07.12.2012
Subskriptionspreis: 30,- € (bis 31.01.2013)
Danach Ladenverkaufspreis: 39,- €
ISBN 978-3-935517-63-8
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Projekt „Kulturschock“ der Stadt Kamen und der Stadt Bergkamen startet in die nächste Runde.
Kamen. Im Rahmen des Projektes „Kulturrucksack NRW“ des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein – Westfalen sind die Städte Kamen und Bergkamen im Verbund beteiligt. Ziel dieses Projektes ist es, Kinder und Jugendliche, im Alter von 10 bis 14 Jahren, an Kultur heranzuführen. In den beiden Städten findet dieses bis 2015 angelegte Projekt unter dem Zusatztitel „Kulturschock“ statt.
Bereits im 1. Halbjahr 2012 wurde in den Kamener und Bergkamener Schulen mit den Jugendlichen eine interaktive Befragung zum Thema „Kultur“ durchgeführt, die mit viel Spaß und Interesse angenommen wurde. Insgesamt wurden in 13 Schulen in beiden Städten ca. 1.600 Schüler zum Thema Kultur befragt. Gefragt wurde, welche Künstler aus den Bereichen Musik, Tanz und Theater ihnen bekannt waren und welche heutigen Künstler die Schüler aus Ihrer Sicht zu einer Galerie der Persönlichkeiten hinzufügen würden. Die Ergebnisse werden z. Zt. noch ausgewertet und Mitte Oktober bekannt gegeben. Diese neue Art der Befragung soll auch künftig in den Jahrgängen 5 bis 8 der Schulen stattfinden.
Im kommenden Jahr werden die Bereiche Literatur, Kunst und Medien hinzugenommen. Die Jugendlichen konnten u.a. bei der Befragung ankreuzen, an welchen kostenlosen Work-shops im Bereich Musik und Theater sie gerne einmal teilnehmen würden. Es zeigte sich, dass das Interesse sehr groß war. Im Rahmen des Projektes gibt es nun für interessierte Gruppen, Vereine, Schulen und Freizeitstätten die Möglichkeit, kostenlose Workshops in den Schulen oder in außerschulischen Orten der Kinder- und Jugendarbeit anzubieten.
Insgesamt stehen ca. 25 Workshops zur Auswahl. Kosten hierfür werden teilweise oder ganz aus den Fördermitteln des Projektes übernommen. Interessierte Vereine, Gruppen, Lehrer oder Institutionen können sich an den Kamener Beauftragten für den „Kulturrucksack, Michael Wrobel, Tel. 02307/12552, oder an den Bergkamener Beauftragten Gereon Klein-hubbert, Tel. 02307/9835027, wenden. Einige Workshops sind bereits jetzt für Veranstalter buchbar. Hier eine Auswahl:
Interessierte Lehrer können für ihre Klassen in der Schule folgende Workshops kostenlos buchen:
1. Die Musikschule der Stadt Kamen würde gerne im Rahmen des Projektes einen Trommel-workshop in einer Schule anbieten. Kursleiter ist Sven Lehmkämper, der diesen Kurs schon viele Jahre an der Musikschule erfolgreich durchführt. Interessierte Lehrer können sich gerne an den Leiter der Musikschule. Alexander Schöder, wenden
2. Im Zeitraum 22.10.12 bis 30.11.2012 ist der Kurs „ 3 in 1 Workshop“ buchbar. Er beinhaltet: Tanzen, Improvisations-Theater und „Klangdörfer“.
Der Grundkurs wird an mindestens 4, eventuell auch 8 Terminen in der Zeit von 9 bis 13 Uhr durchgeführt. Kleingruppen rotieren und lernen jeden Bereich kennen. Es können beim Tages-Workshop 4 bis 8 Klassen teilnehmen.
3. Schulklassen können sich im Zeitraum 05.11. bis 16.11.2012 für den Kurs Improvisationstheater anmelden. Hierbei handelt es sich um einen Tagesgrundkurs von 9:30 bis 13 Uhr, Klasse 5 bis 8, eine Klasse pro Tag. Der Kurs wird im Freizeitzenntrum Lüner stattfinden. Folgekurse und Projekttage sind möglich Weitere Angebote für Schulen folgen.
Außerschulisch für Eltern und Teens im Alter von 10 bis 14 Jahren gibt es folgende Angebote: Auftaktkurs in den Herbstferien:
KULTURTEENS - heißt das kostenlose 3-tägige Ferienprogramm für Teens im Alter von 10 bis 14 Jahren. Das Freizeitzentrum Lüner Höhe bietet dieses Programm in den Herbstferien vom 09. bis 11. Oktober täglich von 14.30 bis 17 Uhr an. Profis und Semi-Profis aus den Bereichen Tanz, Theater, Musik und Kulissenbau zeigen den Teens, je nach Interesse, coole Tanzbewegungen und Gesamtchoreografien, Schauspiel-Training mit eigenen kleinen Improvisations-Theaterszenen, Trommeln auf alles was es gibt (Klangdörfer), gemeinsam singen zur Akustikgitarre, oder tolle Kulissen für Theateraufführungen selbst bauen. Eltern und Jugendliche können sich ab sofort anmelden. Da dieses Projekt vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert wird, ist die Teilnahme kostenlos! Eine Anmeldung ist nicht unbedingt notwendig, erleichtert aber die Planung. Anmeldung unter Tel. 02307/12552.
Ergänzend im Freizeitbereich:
Im Zeitraum 05. bis 30. November können die Jugendlichen in ihrer Freizeit an folgenden Workshops kostenlos teilnehmen
Tanzen 1: dienstags, 16:30 bis 17:30 Uhr; Tanzen 2: dienstags, 17:30 bis 18:30 Uhr; Rap: mittwochs, 17:30 bis 18:30 Uhr; Improvisations-Theater: freitags, 16:30 bis 17:30 Uhr.
Diese Kurse finden ebenfalls im Freizeitzentrum satt.
Zusätzlich werden in diesem Jahr noch folgende Aktionen angeboten:
1. Ausstellung „Kulturschock“ 2012 / Ergebnisse der Befragung und Ausstellung Kulturgegenstände Jugendkultur der letzten 60 Jahre in den Museen der Städte. Infos folgen
2. Abschlussveranstaltung „Teenage History“, am 24.11.2012 in der Konzertaula
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von Dominik Wehberg - Blog | Cyanizer
Kamen. Vor zwei Jahren erhielt ich die Wirgin Mittelformat-Balgenkamera meines Urgroßvaters, die bisher bei meinem Großvater in einer Vitrine eingesperrt war. Der Balgen war recht trocken, porös und an einigen Stellen eingedrückt, der Spiegel war blind, der Auslöser hing etwas, der Klappmechanismus war verbogen, der Selbstauslöser blieb stecken und die Staubschicht erschien fingerdick zu sein. Kurz gesagt: ich liebte sie vom ersten Moment an. Es kostete mich fast einen ganzen Monat, um die Kamera auf Vordermann zu bringen. Unter meinem Tatendrang entschied ich mich, zu aller erst den Staub zu entfernen – sogar aus den hintersten Winkeln. Dies war gar nicht so einfach, da ich mit keinen Reinigungsmitteln irgendwas zerstören wollte. Der Spiegel war eine wahre Herausforderung, da dieser einfach nicht aufklaren wollte. Nach etlichen Versuchen gelang es mir den Spiegel wieder zum Glänzen zu bringen. Irgendwann wurde wohl Gewalt angewendet, um die Kamera zu schließen, sodass ein Metallteil an der Seite nach Innen gebogen wurde. Doch auch das wurde wieder “hingebogen” . Den Balgen habe ich mit flüssiger Schuhcreme behandelt, was ein Tipp von einem erfahrenen Kamera-Sammler aus Unna war. Schon nach den ersten zwei Behandlungen fühlte sich der Balgen wieder schön geschmeidig an und sah fast aus wie neu, aber auch nur fast. Der Balgen wies noch diese hässlichen eingedrückten Stellen auf, die ich nun mit einer Pinzette und einem Stück gefaltetem Papier langsam wieder rausgeholt habe, indem ich mit dem Papier die ursprünglichen Knickstellen entlang gefahren bin, während mit der Pinzette die eingedrückten Stellen hochgezogen wurden. Stück für Stück konnte der Balgen so eingeklappt werden – den Rest erledigte die Zeit.
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