Earth Hour 2022: Kamen setzt ein Zeichen

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Earth Hour 2022

Kamen. Alles begann 2007 in einer Stadt – Sydney. Mehr als 2,2 Millionen australische Haushalte nahmen am 31. März 2007 an der ersten Earth Hour teil und schalteten bei sich zu Hause für eine Stunde das Licht aus, um ein Zeichen für mehr Klimaschutz zu setzen. Ein Jahr später erreichte Earth Hour 370 Städte in 35 Ländern verteilt über 18 Zeitzonen. Earth Hour wurde zur globalen Bewegung. Bereits zum achten Mal wird auch in diesem Jahr in Kamen am 26. März um 20.30 Uhr das Licht ausgehen.

In den vergangenen Jahren schrieb Earth Hour Geschichte und wurde zur größten weltweiten Umweltschutzaktion, die es je gab. So standen 2021 nicht nur das Brandenburger Tor, Schloss Neuschwanstein und die Dresdener Frauenkirche für eine Stunde im Dunkeln. Die Earth Hour in Deutschland erlebte eine Rekordbeteiligung. An der WWF-Klimaschutzaktion nahmen 585 Städte und Gemeinden teil, zusammen mit 448 Unternehmen an 716 Standorten. Sie verdunkelten zwischen 20.30 und 21.30 Uhr Wahrzeichen, Rathäuser, Kirchen, Firmenzentralen und Büros. Dazu kamen all die Menschen, die die „Stunde der Erde“ in den eigenen vier Wänden gefeiert haben.

In Koordination mit den GSW Kamen-Bönen-Bergkamen und der Evangelischen Kirchengemeinde Kamen werden in Kamen der „Tauchsieder“ im Kreisel am Sesekedamm, der „Schiefe Turm“ der Pauluskirche, der „Telgmann-Brunnen“ auf dem Alten Markt und die Stadtbücherei im Dunkeln liegen – als globales Zeichen für den Schutz unseres Planeten.

Earth Hour ist eine globale Gemeinschaftsaktion, die nachwirkt: Die Aktion motiviert weltweit Millionen Menschen dazu, umweltfreundlicher zu leben und zu handeln – weit über die 60 Minuten hinaus.

Der Aufruf zur Teilnahme an der Aktion des WWF richtet sich nicht allein an die Städte und Gemeinden, sondern an alle Bürgerinnen und Bürger. Wer ein Zeichen zum Schutz unseres Planeten setzen will, erhält ausführliche Informationen auf der Earth-Hour-Website des WWF (www.earthhour.de).

"Aktionsbündnis gegen (Einweg)Plastik" vor Ort

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Klimaschutz-Thema kommt gut an

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Kamen. Am vergangenen Freitag (25.02.2022) wurde die MACHbar, der Pavillon am Willy-Brandt-Platz zum Treffpunkt für das Kamener "Aktionsbündnis gegen Plastik". Dort wurden, trotz des schlechten Wetters, dutzende Stoffbeutel und Ratgeber zum Thema Einweg-Plastikvermeidung verteilt.

"Gleich fünf neue Unterstützer:innen waren zum erstem Mal dabei - das freut uns sehr", so Jutta Eickelpasch (li.), Umweltberaterin der Verbraucherzentrale und Sprecherin des Bündnisses.

Auch Stadtteilmanagerin Stefanie Haake (mitte), das Lastenrad EMIL, beladen mit buntem Infomaterial, und Ingeburg Repenning (re.), langjährige ehrenamtliche Verbraucherschützerin, waren mit vor Ort. Das nächste Treffen in und an der MACHbar findet am 25. März statt, wieder zur Zeit des Wochenmarktes.

Infos zum "Aktionsbündnis gegen Plastik" unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Archiv: Wochenmarkt: "Aktionsbündnis gegen Plastik" - am Freitag an der Machbar

Vortrag: Die Birke - der weise Baum

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oekostation ralfsaenger0122Foto: Ralf SängerBergkamen. Der Monat der Birke ist der Februar, die Zeit, in der sich die Natur auf das Wachsen vorbereitet. Gerade deshalb gab es bei unseren Vorfahren sehr viele Geschichten und Anwendungen über und mit der Birke. Am Donnerstag den 3. Februar berichtet die Wildkräuter Expertin Claudia Backenecker in der Ökologiestation in Bergkamen-Heil von solchen Zusammenhängen und über alles Weitere um diesen Birkenkult. Warum sind die Birken in Norwegen kleiner und was kann man aus der Birkenrinde gewinnen? Warum sind die Blätter so interessant? Dieses und vieles mehr, wird geklärt. Zusätzlich gibt es eine Birken-Leckerei. Die zweistündige Veranstaltung beginnt um 19.00 Uhr und kostet 5,- € je Teilnehmer. Erwachsene Teilnehmende müssen geimpft oder genesen sein. Bitte eine Mund-Nasen-Bedeckungen mitbringen.

Online-Vortrag: „Heimische Gartenvögel“

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nistkastenKWBergkamen. Die Geologin, Dr. Janine Teuppenhayn, beobachtet mit Begeisterung heimische Gartenvögel sowie andere Vögel auf ihren Exkursionen im In- und Ausland. Ganz besonders erfreut ist sie darüber, dass im eigenen, kleinen Hausgarten in Bönen bisher insgesamt 42 unterschiedliche Vogelarten gezählt werden konnten  – darunter allein sechs verschiedene Meisen- und acht Finkenarten. Da beim Ehepaar Teuppenhayn die Fotokamera praktisch immer griffbereit liegt, sind in den vergangenen Jahren so viele Vogelbilder entstanden, dass sie mittlerweile sechs Fotobücher füllen. Die Referentin zeigt am 10. Februar um 19 Uhr in einem Onlinevortrag ihre Aufnahmen und erklärt typische Verhaltensweisen wie Balzverhalten, Nestbau, Konkurrenz an der Futterstelle, Baden im Teich, Gefiederpflege oder das Füttern der Jungen anhand ihrer Fotografien. Aufgrund der Pandemiesituation bieten wir den Vortrag über Zoom als Videovortrag an. Eine Anmeldung beim Umweltzentrum Westfalen per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder unter 0 23 89 – 98 09 11 ist bis zum 1. Februar mit Angabe der E-Mail-Adresse erforderlich. Die Kosten betragen 5,00 Euro je Teilnehmenden und sind bis zum Anmeldeschluss an das angegebene Konto zu überweisen:

Sparkasse Bergkamen-Bönen

IBAN: DE19 4105 1845 0004 0153 35

BIC: WELADED1BGK

Verwendungszweck: Onlinevortrag Heimische Gartenvögel

Den Link zum Vortrag bekommen die Teilnehmenden nachdem die Anmeldegebühr eingegangen ist.

Vogelkonzert und Nussliebhaber: Der milde Jahresanfang und die wilden Siedlungstiere in Kamen

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von Dr. Götz Loos

vogelwinterKWFoto: Archiv KamenWeb.deKamen. "Für die Jahreszeit zu warm", hört man von Meteorologen. Und es ist nicht das erste Mal, dass ein Jahreswechsel so ausfällt. Man kann jetzt lange über den Klimawandel diskutieren, dass Beobachtungszeiträume zu kurz sind etc., aber es ist doch deutlich, dass sich seit Ende der 1980er Jahre wärmere Herbst- und Wintermonate häufen. Und so empfängt uns an diesem Neujahrsmorgen in den Kamener Siedlungen ein fast frühjahrshaftes Vogelkonzert bei Temperaturen, die man zumindest ein Zeitlang ohne Jacke draußen ertragen kann. Ja, der Bestand an Vögeln ist zurückgegangen, daran kann aufgrund von einschlägigen Studienergebnissen leider kein Zweifel bestehen. Und manche Arten sind weithin verschwunden. War der Girlitz noch vor vier Jahren zur Brutzeit in der Gartenstadt vorhanden, fehlt seither jede Spur von ihm. In den 1990er Jahren rief hier, wie vielfach anderswo, die Turteltaube, jedoch schon seit Längerem - einfach weg. Gleiches gilt für die Haubenlerche. Andere Vögel haben scheinbar nur ein Gastspiel gegeben, so am Gartenplatz der Birkenzeisig, auch schon zwei Jahre nicht mehr hier gesehen und gehört.

Was singt und ruft denn also noch da? Ein schallendes Lachen am frühen Morgen - der Grünspecht ist unterwegs. Der Buntspecht ist ebenfalls da, aber viel unsteter zumindest am Gartenplatz. Und wenn wir bei Baumkletterern sind, dann müssen zudem Kleiber und Gartenbaumläufer erwähnt werden. Letzterer ist in den nördlichen Kamener Siedlungen verbreiteter, singt aber im Winter auch bei wärmeren Temperaturen nur sporadisch. Der Kleiber zieht innerhalb der Siedlungsbereiche mehr umher, aber selbst im Winter ist ab und zu sein "Wiehern" zu vernehmen.

Fast das ganze Jahr hört man Gesänge von Rotkehlchen, Zaunkönig, Kohl- und Blaumeise, daneben auch viel leiser die Schwanzmeise und vereinzelter Wintergoldhähnchen. Sie werden wohl weniger von Wärme als von Sonnenschein zum Singen animiert. Aber bei diesen Temperaturen singen wenigstens die teilweise sehr zutraulichen Rotkehlchen auch bei bedecktem Himmel. Ihre Verwandten, die Amseln, hingegen sieht man zwar überall, die Männchen führen sogar Revierkämpfe aus und manches Pärchen ist gemeinsam unterwegs, allerdings zum Singen sind sie in dieser Zeit nur ganz ausnahmsweise zu bewegen.

eichhoernchenKWFoto: Archiv KamenWeb.deWährend Buchfinken jetzt erstaunlicherweise in der Gartenstadt kaum zu sehen und zu hören sind, zieht es vereinzelte Bergfinken als Wintergäste aus Norden und Osten seit Monaten in die Gärten von Kamen-Mitte. Größere Schwärme fielen mir bislang nur im Stadtpark auf. Die sonst häufigen Heckenbraunellen scheinen mindestens zu einem großen Teil weggezogen zu sein. Relativ still verhalten sich nun Ringeltaube und Türkentaube, unsere beiden häufigen Siedlungs-Wildtauben, die aber noch da sind. Die weiter üppig grünen Rasenwiesen werden von Dohlen bevölkert, die stimmlich auf sich aufmerksam machen, genauso wie die in geringerer Zahl anwesenden Rabenkrähen. Eichelhäher und Elstern streichen herum, nicht selten verjagen Dohlen aber die Elstern.

Die starke Ausbreitung des Eichhörnchens in den Siedlungen sorgt dafür, dass man viele von ihnen ständig sieht - unvermindert jetzt; bei dem Wetter intensiv auf Nahrungssuche - da wird noch manche Nuss und mancher Kirschkern gegriffen. Sie sind oft wenig scheu, knurren und zetern, wenn man ihnen dennoch zu Nahe tritt. Andere Säuger halten Ruhe oder leben heimlicher. Frische Maulwurfshügel zeigen allerdings, dass Maulwürfe weiterhin tätig sind. Wildkaninchen sind ganz unterschiedlich verteilt, jedoch wo sie sind: aktiv. Der Feldhase, der in den Sommermonaten den Gartenplatz besucht, kommt nicht, weil ihm die Rasenwiese des zentralen Angers wohl zu niedrig ist. Die ungeliebte, aber niemals vollständig zurückdrängbare Wanderratte ist fortwährend derzeit zu sehen, geht an Vogelfutterstellen, wird dann mitunter selbst von Rotkehlchen vertrieben. Ob Waschbären, inzwischen fast überall in den Siedlungen, jetzt nachts zu beobachten sind? Es ist also selbst derzeit einiges tierisch los in den Siedlungen. Wird es frostig, wird es weniger - aber dennoch: Rotkehlchen und Blaumeise schmettern selbst dann kräftig vor meinem Fenster an sonnigen Frosttagen.

Natürlich ist das tierische Leben in der Stadt abhängig davon, wie die Gärten aussehen. Geordnete Standardgrten und Schotterwüsten sind unnütz, eben von ökologisch geringem Wert. Das dahinter stehende "Schönheits"- und "Ordnungs"-Ideal ist psychologisch fragwürdig und zeugt von einer fehlgeleiteten Ästhetik. Es ist von großer Bedeutung, hier auf die Empfehlungen der Naturschutzverbände zu hören, um einen Beitrag zum Arten- und Naturschutz zu leisten - wenn man sich weiterhin und noch mehr einer größeren Vielfalt an Tieren, an Gesang und Aktivität, erfreuen möchte.

Kamener Stadtpflanzen - Folge 39: Die Walnuss

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Natur & Umwelt

SP39 1 GLTypisches Blatt einer jungen Walnuss. Fotos: Dr. Götz Loos
 
von Dr. Götz Loos
 
SP39 2 GLAusgegrabene junge Walnuss. An den Wurzeln sieht man noch die SchalenKamen. Schon einmal etwas von einer “Juglandisierung“ gehört? Nein? Aber sicher schon gesehen, die Juglans regia. Sie hat nämlich an Wildvorkommen zugenommen in Kamen, innerhalb der letzten zwei Jahre gerade in Mitte nochmals viel mehr als bereits zuvor. Hinter dem wissenschaftlichen Namen steckt der Walnussbaum oder kurz die Walnuss, denn der Fruchtname steht hier als Teil für das Ganze - wie bei vielen genutzten Pflanzen.
 
SP39 4 GLWild aufwachsende junge Walnüsse in Anlage an der NordenmauerDie Walnuss ist ein wärmeliebendes Gewächs, das seit den 1980er Jahren zunehmend beliebter als gepflanzter Baum in Gärten und Anlagen wurde. Gleichwohl gibt es in Kamen insgesamt auch einige ältere Exemplare, solche sind aber die Ausnahme.
 
Die hartschalige, holzige, furchig-runzelige Nuss, die wir knacken, steckt zunächst in einer relativ weichen, fleischigen, glatten, grünen Hülle, die aber aus Blattorganen gebildet wird und von der Entwicklung her kein Bestandteil der Frucht im engeren Sinne ist. Deshalb handelt es sich tatsächlich um eine Nussfrucht und nicht um eine Steinfrucht, wie man lange gedacht hat. Bleibt die Frucht liegen, färbt sich die Hülle braun und wird weiterhin immer schwärzlicher und zudem rissig. Uns interessiert zum Verspeisen oder Verarbeiten aber vorwiegend das Innere der Nuss, das meist in zwei “Hauptfächer“ (getrennt durch eine echte Scheidewand) und dann jeweils nochmals (durch eine unechte Scheidewand) in zwei “Nebenfächer“ gegliedert ist. Darin sitzt die Struktur, die im Volksmund als die eigentliche Nuss oder der (Nuss-)Kern gilt (im Unterschied zur holzigen “Nussschale“). Strukturell erinnert diese essbare Kernstruktur auffallend an ein menschliches Gehirn, weshalb sie in der mittelalterlichen Signaturenlehre als heilwirksam für das Hirn angesehen wurde. Tatsächlich verfügt die Walnuss über eine ganze Reihe an nützlichen und gesundheitsförderlichen Inhaltsstoffen, weshalb ihr Verzehr und die Verwendung aus ihr hergestellter Produkte (vor allem das Öl) nur empfohlen werden kann. Aber auch ohne Früchte ist die Walnuss als Art gut erkennbar, wobei es in zahlreichen Netzbeiträgen sehr gute Beschreibungen gibt. Hier soll es genügen, auf die Blätter hinzuweisen, denn die selbständig aufwachsenden Exemplare sind meist noch Jungpflanzen ohne (die ziemlich unscheinbaren) Blüten und eben Früchte. Die Blätter sind unpaarig gefiedert zusammengesetzt. Oberflächlich mag man vielleicht an junge Eschen denken, aber die einzelnen Blättchen eines Blattes sind breiter oval und größer, das Endblättchen ist oft gegenüber den anderen vergrößert, die Zähnung am Blättchenrand ist feiner und die Farbe ist bei ausgewachsenen Blättern dunkler und etwas glänzend. Wer dann noch zweifelt, zerreibt ein Blättchen und ein aromatischer Duft wie junges Walnussöl breitet sich aus. Aber Vorsicht: Braune Finger als Nebenwirkung. 
Mit dem Kollegen Ingo Hetzel habe ich 2010 über die erstaunliche Ausbreitung der Walnuss in Westfalen berichtet  (https://www.lwl.org/LWL/Kultur/Westfalen_Regional/Naturraum/Walnussbaum). Seitdem hat sich die Situation insofern verändert, dass sich die Art im Ruhrgebiet und mithin in Kamen sicher eingebürgert hat. An einzelnen Stellen sind bereits drei Generationen erkennbar und auch durch dauernde Beobachtungen eindeutig nachweisbar. Walnussbäume wachsen ziemlich schnell heran und bilden schon nach kurzer Zeit erste Früchte, so dass der weiteren Ausbreitung Vorschub geleistet wird. Das vermehrte Auftreten von Eichhörnchen und Rabenkrähen im Siedlungsbereich tut sein Übriges dazu, denn sie sind die Hauptausbreiter; viele Früchte werden von ihnen nicht verzehrt, wenn sie gestört werden - oder sie “vergessen“, wo sie ihre Vorräte deponiert haben. 
 
Eine beständige Ausbreitung wurde in Kamen über die Jahre beobachtet und vermutlich durch die zwei extrem trockenen, heißen Perioden in den vergangenen Jahren so gefördert, dass neuerdings ein enormer Ausbreitungsschub festgestellt wird. Und das ist eben, wie der Neophytenforscher Klaus Adolphi es formuliert hat, eine “Juglandisierung“ im verstärkten Sinne: eine außerordentlich starke Ausbreitung der Walnuss.
SP39 3 GLWalnussbaum am Gymnasium mit grünhülligen Früchten

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