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Bergkamen. In jüngster Zeit gibt es vielfache Initiativen, der Artenvielfalt, besonders hinsichtlich Insekten und Blühpflanzen, zu helfen. Während in der Landwirtschaft Blühstreifen favorisiert werden, gibt es in den Siedlungsgebieten gleich vielfache Konzepte. Dr. Götz Heinrich Loos geht am Montag, den 14. Januar um 19.30 Uhr in der Ökologiestation der Frage nach, ob sich diese Ansätze überhaupt lohnen? Möglichkeiten und Grenzen der Ideen sollen in diesem Vortrag gezeigt und diskutiert werden.
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von Dr. Götz Loos
Nanu... gibt es tatsächlich einen Weihnachtsbaum, der auch botanisch so heißt? Und der tritt auch spontan in Kamens Siedlungen auf? Des Rätsels Lösung ist freilich etwas komplizierter: Es gibt mehrere Nadelhölzer, die bevorzugt als
Weihnachtsbäume verwendet werden. Der beliebteste ist die Nordmann-Tanne; auf Rang zwei folgt die Stech-Fichte (Picea pungens), von der hier die Rede sein soll. Leider macht dieser Baum seinem Namen alle Ehre, die Nadelblätter sind stechend spitz. Wie bei allen Fichten, stehen diese rundum am Zweig. Ursprünglich ein Baum der Bergwälder der Rocky Mountains in den USA, finden sich bei uns angepflanzt vorwiegend Sorten mit grau- bis blaugrauen Nadeln, die man Blau-Fichten (Picea pungens convar. glauca) nennt. Ältere Exemplare sind auf den Friedhöfen und u.a. am Gartenplatz zu sehen. Aber erst im Zuge des Nutzungswandels des Gartens kamen Blau-Fichten seit etwa 40 Jahren vermehrt in Mode. Uns interessieren freilich Verwilderungen und solche sind trotz der Häufigkeit der Anpflanzungen nur extrem selten zu sehen. Und daran sind sicher nicht nur die Eichhörnchen Schuld, zumal diese erst innerhalb der letzten 20 Jahre verstärkt in die Siedlungen gekommen sind - aber am Gartenplatz konnte beobachtet werden, dass die Zapfen, die Fruchtstände, komplett von Eichhörnchen geplündert wurden. Nichtsdestotrotz müssen noch andere Gründe ein häufigeres Verwildern verhindern. Nachweise junger Blau-Fichten existieren vor allem im Gleisbereich nahe des Bahnhofs, auf dem Friedhof Mitte und in der Nähe der Kirche Heilige Familie.
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Grafik: Welche Flächen würden ohne Pumpwerke unter Wasser stehen? Wo gibt es überall Entwässerungspumpwerke? (Quelle: EGLV)
Emscher-Lippe-Region. Das Revier verabschiedet sich Ende dieser Woche vom Bergbau. Schicht im Schacht, heißt es dann für den Kohleabbau in der Region – nicht jedoch für die Pumpwerke an Emscher und Lippe. Als Folge des Bergbaus haben die Wasserwirtschaftsverbände Emschergenossenschaft und Lippeverband die Ewigkeitsaufgabe, das Revier vor dem „Absaufen“ zu bewahren: 344 Pumpwerke entwässern die sogenannten Polderflächen, die in Folge des Kohleabbaus teils um bis zu 25 Meter abgesackt sind. Ihr Anteil macht immerhin fast 40 Prozent der Region aus.
Wasser hat leider die negative Eigenschaft, den Berg nicht hinauf zu fließen. Und wo nichts mehr fließt, hilft nur noch pumpen! Die Anfänge reichen bis zum Jahr 1914 zurück, als die 1899 gegründete Emschergenossenschaft das erste Pumpwerk an der Alten Emscher in Duisburg in Betrieb nahm.
„Unser erstes Pumpwerk ist auch heute noch unser schönstes, mit einer an das römische Pantheon angelehnten Architektur“, sagt Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender von Emschergenossenschaft und Lippeverband, „seither haben sich jedoch Bauausführung, Größe und Anordnung der Maschinen, Transformatoren und Schaltanlagen konsequent weiterentwickelt.“
Denn eines war von Beginn an klar: Pumpwerke dürfen nicht ausfallen, unbedingte Betriebssicherheit hat höchste Priorität. „Die Anlagen sollten und sollen auch bei stärksten Niederschlägen in der Lage sein, den auftretenden Abfluss anzuheben. Würden sie abgeschaltet, stünden weite Teile unserer Region unter Wasser“, sagt Dr. Emanuel Grün, Technischer Vorstand von Emschergenossenschaft und Lippeverband.
Bis heute werden mit 126 Entwässerungs- und 7 Abwasserpumpwerken rund 38 Prozent der Fläche der Emscher-Region entwässert. Die 123 Entwässerungs- und 88 Abwasserpumpwerke des 1926 gegründeten Lippeverbandes legen rund 16 Prozent des Lippe-Einzugsgebietes trocken.
Die Jahr für Jahr aus den Senkungsgebieten in der Emscher- und Lippe-Region gepumpte Wassermenge beträgt insgesamt ca. 600 Millionen Kubikmeter. Damit könnte der Essener Baldeneysee 70 Mal gefüllt werden! Mit der jährlich allein in der Emscher-Region geförderten Wassermenge ließe sich der Gasometer in Oberhausen an die 1.000 Mal auffüllen. Noch ein Vergleich: Die Anlage in Gelsenkirchen-Horstermark fördert bei maximaler Leistung (ca. 900 Kilowatt) in einer Sekunde 3.600 Liter, was dem Inhalt von 30 Badewannen entspricht.
Das leistungsstärkste Pumpwerk des Lippeverbandes steht am Sickingsmühlenbach in Marl. Es entwässert ein rund 8.000 Hektar großes Gebiet. Mit einer installierten Leistung von 3.840 Kilowatt – so stark wie ein ICE-Triebwagen – kann das Pumpwerk bei Starkregen bis zu 20.000 Liter pro Sekunde bewältigen.
Die Verbände
Emschergenossenschaft und Lippeverband sind öffentlichrechtliche Wasserwirtschaftsunternehmen, die effizient Aufgaben für das Gemeinwohl mit modernen Managementmethoden nachhaltig erbringen und als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip leben.
Die Aufgaben der 1899 gegründeten Emschergenossenschaft sind unter anderem die Unterhaltung der Emscher, die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie der Hochwasserschutz. Der 1926 gegründete Lippeverband bewirtschaftet das Flusseinzugsgebiet der Lippe im nördlichen Ruhrgebiet und baute unter anderem den Lippe-Zufluss Seseke naturnah um.
Gemeinsam haben Emschergenossenschaft und Lippeverband rund 1600 Mitarbeiter und sind Deutschlands größter Abwasserentsorger und Betreiber von Kläranlagen (rund 740 Kilometer Wasserläufe, rund 1320 Kilometer Abwasserkanäle, 344 Pumpwerke und fast 60 Kläranlagen).
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Kamen. Die Stadt Kamen pflanzt in diesen Tagen wieder neue Bäume. Insgesamt 11 Bäume - darunter Eiche, Bergahorn, Eberesche, Felsenbirne, 3x Feldahorn, 2x Linde, 2x Vogelkirsche – werden an verschiedenen Stellen des Stadtgebietes in den Boden gebracht. Die Neupflanzungen ersetzen im Wesentlichen Bäume, die zuvor abgestorben oder aus Gründen der Gefahrenabwehr entfernt worden waren.
Durch die Neuanlage von zwei Forstflächen in der letzten Woche wächst zukünftig auch der Waldanteil im Stadtgebiet um rund 15.000 m². Die neuen Waldflächen liegen in Rottum an der Straße Meisenwinkel und in Südkamen an der Straße Buschweg.
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Kreis Unna. Fünfundzwanzig Bürger aus dem Kreis Unna dürfen sich freuen: Sie haben bei der Verlosung der GWA-Abfallberatung mitgemacht und eine praktische Emil-Getränkeflasche für unterwegs gewonnen. Aus mehr als 80 Einsendungen wurden die Gewinner ermittelt. Sie kommen aus folgenden Städten und Gemeinden: Bergkamen, Bönen, Kamen, Schwerte, Unna und Werne.
Ihren Gewinn erhalten Sie in den nächsten Tagen per Post.
Die GWA-Abfallberatung verloste die umweltfreundlichen Mehrwegflaschen als Aktion im Rahmen der Europäischen Woche der Abfallvermeidung. Die Getränkeflaschen sollen auch unterwegs für einen abfallarmen Trinkgenuss sorgen und helfen, Plastikflaschen zu vermeiden; nach dem Motto: „Lieber Wasser im Glas als PET im Meer“
Die Europäische Woche der Abfallvermeidung (EWAV) ist Europas größte Kommunikationskampagne für Abfallvermeidung. Tausende öffentliche Aktionen zeigten auch dieses Jahr europaweit Alternativen zur Wegwerfgesellschaft und Ressourcenverschwendung auf.
„Wir unterstützen die Kampagne, um für einen nachhaltigen Umgang mit Produkten zu werben. Abfallvermeidung fängt oft im Kleinen an. Mehrwegflaschen zu nutzen ist ein guter Beitrag zum Umweltschutz“ so GWA-Abfallberaterin Dorothee Weber.
Mehr Infos zur Europäischen Woche der Abfallmeidung und weitere Aktionsbeispiele gibt es
unter www.wochederabfallvermeidung.de
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Jahreshauptversammlung des Lippeverbandes
Unna. Der Lippeverband begreift das Thema Nachhaltigkeit nicht als Trend, sondern als Prozess, der das gesamte strategische Handeln bestimmt. Daran hat Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender des Lippeverbandes, bei der diesjährigen Verbandsversammlung am Freitag (30.11.2018) in der Stadthalle Unna keinen Zweifel gelassen: „Als Lippeverband betrachten wir Wasserwirtschaft im umfassenden Sinn und verstehen uns als Dienstleister für unsere Mitglieder. Gemeinsam mit ihnen wollen wir die Zukunft gestalten.“
Städtebaulicher Effekt durch Renaturierungsmaßnahmen
Uli Paetzel verweist auf Renaturierungsmaßnahmen an Seseke und Lippe, die bereits gezeigt hätten, welche positiven regionalwirtschaftlichen und städtebaulichen Effekte wasserwirtschaftliche Projekte haben können. „Diesen Weg gilt es nachhaltig weiter zu beschreiten. Die ökonomische Entwicklung unserer Region kann durch den ökologischen Mehrwert befördert werden – sauberes Wasser spielt hierbei eine wichtige Rolle. Grünblaue Infrastrukturen sind positive, harte Standortfaktoren!“, so Paetzel. Daher sei die zentrale Aufgabe des Verbandes auch zukünftig die Renaturierung der Lippe, die als Flusslandschaft des Jahres 2018/2019 ausgezeichnet worden ist. „Diese Auszeichnung begreifen wir als Ansporn und Motivation für die nächsten Jahre“, so Uli Paetzel.
Lippeverband bringt Nutzungsansprüche in Einklang
„Gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und im Schulterschluss mit den Kreisen und Kommunen an der Lippe, arbeiten wir daran, dass die Lippe bald nicht nur der längste Fluss Nordrhein-Westfalens ist, sondern auch offiziell der schönste“, blickt Uli Paetzel auf die erfolgreichen Entwicklungen des letzten Jahres zurück. Wichtiger Meilenstein sei die Unterzeichnung der Vereinbarung zur Umsetzung des Programms „Lebendige Lippe“ im August 2018 mit NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser und Vertretern der Landwirtschaft gewesen. „Im Auftrag des Landes wird der Lippeverband die unterschiedlichen Nutzungsansprüche an die Flusslandschaft – natürliche Auen und Bewirtschaftung – im Gleichgewicht halten“, betont Paetzel. Dieses Ziel ergibt sich aus der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie, in welcher der Fokus auf eine nachhaltige und umweltverträgliche Wassernutzung ausgerichtet ist – verbindlich für alle Mitgliedsländer.
Maßnahmen für lebendige Lippe
Die aktuell umfangreichsten Maßnahmen innerhalb des Programms „Lebendige Lippe“ setzt der Lippeverband unter anderem aktuell in Olfen am Haus Vogelsang um, wo die Flusslaufverlängerung im Frühjahr 2019 abgeschlossen sein wird. Auch in Haltern-Lippramsdorf und Marl finden noch bis 2023 Arbeiten zur Renaturierung und Deichrückverlegung statt. In Schermbeck soll im kommenden Jahr die Mündung des Schermbecker Mühlenbachs aufgeweitet werden und in direkter Nähe eine Auenlandschaft entstehen.
Gezielte Auenentwicklung für den Hochwasserschutz
Ja, an den Gewässern im Lippeverbandsgebiet hat sich bereits viel getan und noch viel mehr wird sich in den kommenden Jahren tun. Darauf weist auch Bodo Klimpel, Ratsvorsitzender des Lippeverbandes und Bürgermeister der Stadt Haltern am See hin: „Durch gezielte Entwicklung von Auenflächen in Freiräumen schaffen wir Flächen, in die Hochwasser kontrolliert abfließen kann. Hochwasserspitzen in regelmäßig betroffenen Bereichen lassen sich so langfristig abmildern. Die ökologische Gewässerentwicklung geht somit keineswegs zu Lasten der Anwohner.“ Die bereits umgesetzten Maßnahmen sind ein Erfolg – daran lassen rund 40 Fischarten, die sich heute wieder in der Lippe tummeln, keinen Zweifel. „Im renaturierten Lippe-Mündungsbereich in Wesel haben Fachleute jetzt sogar Flundern nachgewiesen – ich bin sicher, dass wir uns auch zukünftig über den sich entwickelnden Artenreichtum an unserem Fluss freuen können“, so Bodo Klimpel.
Ein Fluss für die Menschen
Doch nicht nur Fische sollen sich in der Lippe wohlfühlen. Mit dem Renaturierungs-Programm möchte der Lippeverband den Fluss auch für die Menschen im LippeLand erlebbar machen: „Die generationengerechte Bewirtschaftung der Wasserressourcen ist das wichtigste Nachhaltigkeits-Handlungsfeld des Lippeverbandes. Eine lebendige Lippe lädt zum Verweilen, zum Spaziergang oder zur Fahrradtour an ihrem Ufer ein. Dieses Plus an Lebensqualität ist sicher ein entscheidender Faktor für die Entwicklung der Lippe-Region“, betont Raimund Echterhoff, Vorstand des Lippeverbandes für Personal und Nachhaltigkeit. Zu den 87 Kilometer Radewegen, die der Lippeverband auf seinen Wirtschaftswegen schon heute den Radfahrerinnen und Radfahrern bietet, kommen 2019 noch einige hinzu – so zum Beispiel am renaturierten Dümmerbach in Datteln.
2020: Abwasserfreiheit im Lippeverbandsgebiet
Der kontinuierlich steigende Artenreichtum ist allerdings nicht ausschließlich auf die nachhaltigen Renaturierungsmaßnahmen, sondern auch auf den konsequenten Ausbau der Klär- und Regenwasserbehandlungsanlagen des Lippeverbandes zurückzuführen. An zwei Gewässern in Hamm – dem Herringer Bach und Hoppeibach – laufen noch bis 2020 Entflechtungsarbeiten. Auch in Datteln ist die Entflechtung des Dümmerbachs bald Realität. Dann fließt im gesamten Lippeverbandsgebiet kein Abwasser mehr durch offene Kanalsysteme.
Gebührenstabilität trotz hohen technischen Anforderungen
„Ökologische Nachhaltigkeit lässt sich nur durch einen hohen technischen Einsatz realisieren. Die stabile Gebührensituation zeigt, dass sich dieses ambitionierte Ziel durch engagiertes Handeln auch mit einem wirtschaftlichen Anspruch in Einklang bringen lässt“, so Dr. Emanuel Grün, Technischer Vorstand des Lippeverbandes. Im Hinblick auf die steigenden Qualitätsansprüche an die Wasserwirtschaft, wie sie unter anderem durch die vierte Reinigungsstufe oder moderne Sanierungsverfahren im Kanalbau vorgeben werden, sei die Übertragung der Abwasserbeseitigung auf Sondergesetzliche Wasserwirtschaftsverbände eine logische Konsequenz, so Grün.
Zukunftsmodell Abwasserbeseitigung aus einer Hand
„Wasser ist unser höchstes Gut, dessen Bewirtschaftung in keiner anderen Form erfolgen darf, als durch die öffentliche Hand“, betont auch Uli Paetzel. Mit der Übertragung der Abwasserbeseitigung auf den Lippeverband – wie sie zum Jahresanfang in Nordkirchen erfolgen soll – könnten die Wasserverbände ihr gesamtes Know-how im Sinne der Daseinsvorsorge für ihre Mitglieder anbieten. Der Wegfall der technischen Schnittstelle, wie sie sich aktuell noch zwischen den städtischbewirtschafteten Kanalnetzen und den wasserwirtschaftlichen Anlagen ergibt, kommt nicht nur einem sicheren Betrieb der Anlagen, sondern letztendlich auch den Gewässern zugute. „Abwasserbeseitigung aus einer Hand ist das Zukunftsmodell moderner und sicherer Abwasserwirtschaft“, so Uli Paetzel.
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