Kreis Unna. Familien entdecken das Kleingärtnern neu für sich, Flüsse wie die Seseke und die Lippe werden renaturiert, Erholungssuchende erfreuen sich an Streuobstwiesen und Hecken, in denen jede Menge Leben steckt: „Zurück zur Natur“ lautet ein Motto, das erfreulich aktuell ist - und nicht nur der Natur, sondern auch den Menschen gut tut.
Denn in einer Zeit, in der sich vieles beschleunigt, wollen sich viele etwas Ursprünglichkeit zurückholen. Und das klappt in der Natur gerade im Sommer am besten. In der Serie „Zurück zur Natur“ zeigt die Untere Naturschutzbehörde viele Beispiele auf, wie Naturschutz im Kreis Unna gelebt wird. Praktische Tipps inklusive.
Der Naturschutz hat im Kreis Unna übrigens einen besonderen Stellenwert – denn wer am Wochenende mal schnell raus aus der großen Stadt und hinein in die freie Landschaft will, der sucht sich häufig ein grünes Plätzchen im Kreisgebiet aus. Ob zum Spazierengehen, zum Angeln, zum Reiten, Kanu fahren oder zur Radtour: Wo viele unterschiedliche Interessen mit der Umwelt in Einklang gebracht werden wollen, sind gerade hier klare Spielregeln für den Umgang mit der Natur von Nöten.
Diese Regeln hat der Kreistag des Kreises Unna nach umfangreichen Bürgerbeteiligungen in seinen Landschaftsplänen festgelegt. Die Landschaftspläne setzen Schutzgebiete wie Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete fest.
Wer unter www.geoservice.kreis-unna.de in der Kartensteuerung „Natur und Landschaft“ anklickt, sieht, wo diese Gebiete liegen und was in diesen Gebieten erlaubt oder zum Schutz von Natur und Landschaft verboten ist.
Heute: Hunde in der freien Landschaft
Lange Leine, kurze Leine, keine Leine: Wenn große und kleine Vierbeiner Bewegung brauchen, ist der Auslauf ohne Leine häufig am Unkompliziertesten. Das aber führt gelegentlich zu Konflikten – mit Joggern, Spaziergängern, anderen Hundebesitzern. Außerdem können Wildtiere empfindlich gestört werden. Deshalb gilt es für Hundebesitzer auch im Kreis Unna einige Regeln zu beachten.
Neun von zehn Städten und Gemeinden im Kreisgebiet haben in speziellen Verordnungen in bestimmten Bereichen eine Leinenpflicht für Hunde festgesetzt. So müssen z.B. in Lünen z.B. Hunde zumindest in stärker belebten Bereichen wie Fußgängerzonen, auf öffentlichen Plätzen, in Park- und Grünanlagen oder bei öffentlichen Veranstaltungen angeleint werden.
Freien Auslauf dagegen gibt es beispielsweise auf „Hundewiesen“ in Bergkamen, Kamen, Bönen oder Unna. Hier können sich die Hunde nach Belieben austoben. „Unangeleint laufen dürfen Hunde auch in vielen Bereichen der freien Landschaft“, erklärt Hermann Knüwer aus dem Fachbereich Natur und Umwelt des Kreises. Doch keine Regel ohne Ausnahme: „Für den Wald, in Naturschutzgebieten oder anderen besonders geschützten Bereichen gelten andere Regeln“, unterstreicht Knüwer.
Im Wald müssen Hunde außerhalb der Wege an die Leine. In den Naturschutzgebieten kreisweit ist das Freilaufenlassen von Hunden ebenfalls nicht erlaubt. Hier dürfen Hunde nur auf befestigten oder gekennzeichneten Straßen und Wegen und nur an der Leine geführt werden. Das gilt auch für die sogenannten Geschützten Landschaftsbestandteile.
Außerdem müssen Hunde in einem Landschaftsschutzgebiet im Kreis an die Leine genommen werden: auf dem Gelände des Standortübungsplatzes in Opherdicke-Hengsen. Neu: Während der Brutzeit der Vögel gilt nach dem neuen Landesnaturschutzgesetz auch in Vogelschutzgebieten Leinenpflicht. Das betrifft die Zeit vom 1. März bis zum 31. Juli und das Vogelschutzgebiet „Hellwegbörde“, zu dem auch Flächen der beiden Städte Unna und Fröndenberg gehören.
„Diese Regeln gibt es nicht ohne Grund“, erläutert Hermann Knüwer. Frei laufende Hunde können viele Tiere gefährden. „Und zwar auch dann, wenn sie nicht unmittelbar hinter vermeintlicher Beute herhetzen.“ Denn wenn Elterntiere beispielsweise durch frei laufende Hunde aufgescheucht werden, verlassen sie vorübergehend ihren Nachwuchs, der dann von Beutegreifern geholt werden kann. Bei nasskalter Witterung können wärmebedürftige Jungtiere an Unterkühlung sterben, auch wenn sie von den Eltern nur kurzzeitig verlassen werden.
Und es kann noch schlimmer kommen: „Werden Rehe aus ihren Einstandsgebieten durch Spaziergänger mit oder ohne Hund verjagt, können sie in ihrer panischen Flucht vor das nächste Auto laufen und so Menschenleben gefährden“, sagt Knüwer und appelliert auf eine der Grundregeln des funktionierenden Miteinanders: gegenseitige Rücksichtnahme. Im Idealfall hat auch noch die Natur etwas davon. PK | PKU
Letzte Nachrichten
-
Männerforum-Radler starten neuen Versuch für Saisonauftakt
Kamen. Nachdem der geplante Start der Radlergruppe des evangelischen Männerforums in der vergangenen Woche wegen ungünstiger Wetterbedingungen...
-
SPD will Anbindung im Kamener Osten verbessern
Kamen. Die SPD-Ratsfraktion in Kamen setzt sich für eine bessere Verkehrsanbindung des östlichen Teils der Innenstadt sowie der Ortsteile Lerche und...
-
Planungsausschuss bremst „Bau-Turbo“ bis auf weiteres aus: Grundsatzbeschluss verschoben, „zu viele Fragen offen“
Mit dem „Bauturbo“ soll schneller neuer Wohnraum geschaffen werden – grundsätzlich ein guter Ansatz, aber was er an Mehrbelastung für die Kommunen...
-
Rewe Ahlmann: Fischwagen am neuen Markt kommt gut an
Ein erweitertes Angebot erwartet die Kundschaft des neuen Rewe-Marktes an der Lünener Straße. Jeden Dienstag ist dort die Fischbude von Fisch Dietz...
-
Brennender Zeitungsstapel unter Bushaltestelle
Kamen. In der Nacht zu Samstag wurde die Feuerwehr Kamen zu einem Brand in der Heimstraße im Stadtteil Methler alarmiert. Unter einer...
-
Frühjahrsputz an der Diesterwegschule – Kinder sammeln Müll rund um das Schulgelände
Schülerinnen und Schüler der Klassen 2a und 2b der Diesterwegschule sammeln beim Frühjahrsputz rund um das Schulgelände Müll und setzen damit ein...
-
Praxiserfahrung im Ausland: Belgierin sorgt für schöne Haare
Yve Plumanns (rechts) war zwei Wochen lang im Rahmen eines Austauschprogramms bei "Carli Hair & Beauty Style" zu Gast. Foto: Christoph Volkmer...
-
Alleinunfall auf der Rottumer Straße – Mercedes prallt gegen Baum
Foto: VN24.nrwKamen. Am frühen Morgen kam es auf der Rottumer Straße in Kamen gegen 6.56 Uhr zu einem schweren Alleinunfall. Ein Mercedes war aus...
-
Seseke bekommt zwei neue Querungen: Brücken an Berliner Straße und Eilater Weg werden ersetzt
Die Brücke, über die der Eilater Weg geführt hatte, ist bereits vor Monaten abgerissen worden. Foto: Christoph Volkmer Archiv KamenWeb.de Kamen....
-
Stadt stellt zwei Varianten für Sanierungskonzept am Bahnhofsparkhaus im Planungsausschuss vor
Parkhaus am Bahnhof: Sanierungskonzept vorgestellt – Betrieb soll weiterlaufen Die Bewehrungen am Freideck und an den Rampen des Bahnhof-Parkhauses...
Serie „Zurück zur Natur“ - Teil 2: Hunde in der freien Landschaft
- Details
- Lokalnachrichten
- Lesezeit: 5 Minuten





