Kamener Stadtpflanzen - Folge 23: Drei Storchschnäbel

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Natur & Umwelt

pyrst619glPyrenäen-Storchschnabel. Fotos: Dr. Götz Loos für KamenWeb.devon Dr. Götz Loos

Kamen. "Storchenschnabel" sagen Viele, meinen aber das Gleiche, was im Buch "Storchschnabel" heißt. Nun ist das wieder einmal nicht nur einer, sondern gleich eine Reihe von Arten. Der "Schnabel des Storchs" meint die Griffel, den langen stielartigen Teil des weiblichen Geschlechtes in der Blüte; bei den meisten Blütenpflanzen verkümmern die Griffel nach erfolgter Befruchtung - bei Storchschnabel-Arten sind sie zu fünft verwachsen und stehen bis zur Fruchtreife schnabelartig über den Fruchtknoten, bis sich die Samen bilden und dann ihre Außenseiten aufklappen.

weicherst619glWeicher StorchschnabelEs gibt kleinere und größere Storchschnäbel. Zu den kleineren gehören die heute im Siedlungsbereich recht häufigen bis örtlich sehr zahlreich vorhandenen Arten Kleiner Storchschnabel (Geranium pusillum) und Weicher Storchschnabel (Geranium molle). Vor allem nichtblühend mag ihre Unterscheidung anfangs etwas schwierig erscheinen, wenn auch die Grundblätter (die bodenständigen) des Kleinen meist etwas tiefer eingeschnitten sind. Der Blick auf die Behaarubg der Blattstiele ist gibt dann Klarheit: Lang abstehende und verschiedene kürzere Haare beim Weichen, nur ganz kurze, die beim Betrachten ohne Lupe eher wie Pünktchen aussehen, beim Kleinen Storchschnabel.

Wenn beide blühen, ist ihre Unterscheidung eigentlich kein Thema mehr: Der Kleine ist zwar meist kaum kleiner als der Weiche in der Wuchshöhe, aber die Kronblätter sind kleiner, etwa so lang wie der Kelch und helllila, fast fliederblau. Der Weiche hat größere, meist tiefer rosarote Kronblätter. Beide Arten waren in den 1980er Jahren längst nicht so häufig wie heute. Besonders der Kleine wurde mit Sand und Kies bei Gestaltungen von Grundstücken, Rasen und Straßensäumen sowie beim Auffüllen von Baumscheiben mit Erde eingeschleppt, teilweise auch der Weiche, doch hat letzterer sich auch selbständiger ausgebreitet. Heute stehen sie an diversen, meist ruderalen (offeneren) Standorten, nicht selten Seite an Seite.

Wie ein großer Bruder des Weichen wirkt der Pyrenäen-Storchschnabel (Geranium pyrenaicum). Er wird oft kniehoch, hat größere Blüten und weniger tief eingeschnittene Grundblätter, oft mit einem auffälligen hellen Mittelfeld. Er war eigentlich immer viel seltener als die anderen beiden Arten, hat sich aber lokal in einigen ländlichen Bereichen (vor allem in Altenmethler und Rottum) stark ausgebreitet und findet sich seit einiger Zeit auch vereinzelt punktuell im Siedlungsbereich Mitte, mit erheblicher örtlicher Ausbreitung an der Breslauer Straße.

kleinerst619glKleiner Storchschnabel

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