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Kamen. Dass die Stadt Kamen schon in älteren Reisehandbüchern - seit dem Zeitalter der Aufklärung, allerdings zumeist erst in späteren Abschnitten desselben - erscheint und auch historisch früh gewürdigt wurde (vor allem in Johann Diederich von Steinens "Westphälischer Geschichte"), ist eigentlich nichts Neues. Doch dass es in einem mehrbändigen Werk berücksichtigt wird, welches eine geographische Darstellung der ganzen Erde zum Ziel hat, ist zumindest nichts Alltägliches. Auch wenn es nur vergleichsweise wenige Zeilen sind, so wird Kamen im sechsten Band von Anton Fried(e)rich Büschings "Erdbeschreibung" behandelt.- Details
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Kirmestrubel 1930
von Klaus Holzer
Kamen. Der Oktober ist Kirmesmonat, in Kamen gibt’s die Severinskirmes. Kurz darauf findet in Werne Sim-Jü statt. Werne wirbt damit, Sim-Jü (an Simon-Juda, 28. Okt.) sei die größte Kirmes in der Region und es gebe sie seit 1362. Muß sich Kamen dahinter verstecken? Werfen wir doch einmal einen Blick ins Stadtarchiv.
Kamens Stadtarchiv ist immer noch reich an mittelalterlichen Urkunden, und man muß dank der Vorarbeit durch Theo Simon und Hans-Jürgen Kistner nicht lange suchen, bis man auf eine auf Latein verfaßte Urkunde stößt, in der Graf Adolf II. von der Mark „seinen aufrechten Bürgern von Kamen“ zwei Jahrmärkte und drei Wochenmärkte gewährt. Die Urkunde ist auf den 4. Juli 1346 datiert, also 16 Jahre vor Sim-Jü. Die zwei Jahrmärkte sollen an Pfingsten und „am Tage des seligen Severin (d.i. der 23. Okt.), des Schutzpatrons der Kirche“ (heute Pauluskirche) stattfinden, und zwar jeweils drei Tage vorher und nachher.
Damit ist der Name St. Severinskirmes von Anfang an belegt, doch wissen wir nicht, wie lange er in Gebrauch war und nichts über die Kontinuität dieser Kirmes. Belegt ist allerdings, daß er 1950 wieder verwendet wurde, als der HA lobt, daß die Kirmes ihren alten Namen zurückbekommen habe, aber modernisiert. 1951 macht die Westfalenpost den abstrusen Vorschlag, sie in „Eduard-Kirmes“ umzubenennen, weil Severin nicht „kömsch genug“ sei. Satire? 1983 beschließt der Kamener Rat, die Kirmes Severinsmarkt zu nennen. So ist Kamen sein alter Stadtpatron erhalten geblieben.
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Kamen. Kann man aus einer Urkunde des Kölner Erzbischofs aus dem Jahre 1173, in welcher unter anderem ein gewisser Everhardus de Herne als Zeuge aufgeführt ist, ein Ortsjubiläums Heeren-Werves ableiten? Kann man, sagte der Historiker und Leiter des Mühlenhof-Freilichtmuseums Münster, Dr. Christoff Spannhoff, in einem Fachvortrag im Rahmen eines Symposiums in Heeren-Werve. Für Heeren-Werve heißt dies, dass der Ortsteil in diesem Jahr auf eine mindestens 850jährige Geschichte zurückblicken kann. Der Ortsheimatpfleger Karl-Heinz Stoltefuß war auf das Dokument im Rahmen seiner langjährigen Arbeit gestoßen.
Das Symposium "1173 - 2023 / 850 Jahre Heeren?" wurde gemeinsam von der Stadt Kamen und dem neuen Kreisheimatpfleger André Siegel organisiert. Auf vier Roll-Ups wurden von Siegel die Hintergründe des möglichen Ortsjubiläums in einer kleinen Ausstellung präsentiert. Neben einer kurzen Einführung wurden auch die archäologischen Quellen vom Turmacker und ein Überblick über die wichtigsten schriftlichen Quellen vorgestellt. In einem gut einstündigen Vortrag ging anschließend der Wissenschaftler Dr. Christoff Spannhoff dezidiert auf die Methodik und die Problematiken der Ortsjubiläumsforschung ab dem 4. Jahrhundert n.Chr. im Allgemeinen und im Besonderen auf Heeren und Werve ein – und bestätigte die Sichtweise von Karl-Heinz Stoltefuß als durchaus schlüssig, dass die Nennung des Everhardus de Herne im Jahr 1173 n. Chr. in einer Urkunde des Erzbischofs von Köln als Grundlage für ein Ortsjubiläum bzw. als erstmalige Nennung des Ortes Herne / Heeren dienen kann. Dr. Spannhoff beleuchtete hierbei auch Aspekte wie verschiedene Datierungsmöglichkeiten, die die Archäologie bietet – wie etwa Dendrochronologie, C14-Methode, Pollenanalyse etc. Aber auch die Ortsnamensforschung erläuterte der Referent eingehend.
Bei kühlen Getränken und gegrillten Bratwürstchen diskutierten die Anwesenden ausführlich die Ausführungen – und dachten bereits an, wie und in welchem Rahmen das Ortsjubiläum gefeiert werden kann. Die Stadt Kamen hat hierzu bereits Arbeitsgespräche mit Karl-Heinz Stoltefuß aufgenommen.
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Kamen. „1173–2023 – 850 Jahre Heeren?“ Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Veranstaltungstitel mit einem Fragezeichen versehen ist. In diesem Fall heißt es aber auch, dass ein Thema zu Diskussionen einladen soll und mag. Diese Diskussion soll bei einem kleinen Symposium stattfinden, zu dem die Stadt Kamen am Samstag, 9. September, um 15 Uhr ins VHS-Haus der Bildung in der Bergstraße 13 in Heeren-Werve einlädt.
Ausgangspunkt dieser bewusst als Frage betitelten Veranstaltung ist eine Urkunde des Kölner Erzbischofs aus dem Jahre 1173, in welcher unter anderem ein gewisser Everardus de Herne als Zeuge aufgeführt ist. Grund genug, die Korken knallen zu lassen und ein Ortsjubiläum zu begehen? Was dafür spricht und was dagegen, wie Historiker mit solchen Themen umgehen und ob und wieso mit Herne auch Heeren gemeint sein kann, beleuchtet neben einer kleinen Plakatausstellung im Foyer der VHS-Kamen-Bönen auch der Historiker und Leiter des Mühlenhof-Freilichtmuseums Münster, Dr. Christof Spannhoff, in einem Fachvortrag. Informationen geben bei einem Rundgang durch die Ausstellung darüber hinaus die beiden Ortsheimatpfleger Andre Siegel und Karl-Heinz Stoltefuß. Die Veranstaltung beginnt mit der Begrüßung durch Bürgermeisterin Elke Kappen.
Im Anschluss an Vortrag und Diskussionsrunde lädt ein kleiner Imbiss zum geselligen Austausch über das Thema des Tages. Wer mag, kann den Tag zu guter Letzt mit einem kleinen Spaziergang durch den Ort zum Schloss Heeren ausklingen lassen. Um Anmeldungen zur Teilnahme bittet die Stadt Kamen bis Donnerstag, 7. September, unter der Telefonnummer 02307 148-1200 oder E-Mail an
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Manfred Wiedemann begrüßte für den Förderverein die Besucher des Festtages unter dem Fördergerüst des Schachtes Grillo 1.
Kamen. (wol) Kamen bleibt Bergbaustadt. Das machten Hunderte Besucher beim Fest zu 150 Jahren Monopol deutlich mit einem klaren Bekenntnis zu Bergbautraditionen. Dafür stand ein Chor aus Diesterwegschülern, die aus voller Seele das Steigerlied sangen. Und dafür sorgte auch Landesministerin Ina Scharrenbach mit der Bekräftigung einer Förderzusage über 2,6 Millionen Euro für die Sanierung des Gerüstes über dem Schach Grillo 1. Schon im Jahr 2025 soll der Monopolschacht in neuem Glanz erstrahlen.
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Heinz Assmann nahm mit 92 Jahren im Haus der Stadtgeschichte mit zu einer Reise durch seine Erinnerungen an den Kampf um Monopol. Fotos: wol für KamenWeb.de
Kamen. (wol) Emotional und musikalisch endete die Vortragsreihe zu 150 Jahren Monopol und stimmte zugleich ein auf das Jubiläumsfest am Samstag. Heinz Assmann, 92 Jahre alt und fast 30 Jahre lang Bezirksleiter der Bergbaugewerkschaft, nahm die Zuhörer mit auf eine bewegende Reise durch seine Erinnerungen. Und Reinhard Fehling, heute als Chorleiter in Kamen aktiv, ließ das vor genau 50 Jahren von ihm und Mitstreitern erdachte Monopollied erklingen. Den Vortragsabend beendeten im Haus der Stadtgeschichte natürlich das Steigerlied und ein vielstimmiges „Glück Auf“.
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