14. Zeitzeichen des Kultur Kreises Kamen - „50 Jahre Neue Stadt Kamen – 50 Photos alte Stadt Kamen“

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Am 19. April 2018 findet das 14. Zeitzeichen des Kultur Kreises Kamen statt. Thema des Abends: „50 Jahre Neue Stadt Kamen – 50 Photos alte Stadt Kamen“

 

Kamen. Wir kennen Kamen von unseren täglichen Gängen durch die Straßen unserer Stadt, wissen, wie sie aussieht. Aber wir vergessen leicht die Bilder, die wir früher wahrnahmen. Wie sah diese Ecke aus? Welches Haus stand früher dort?

An diesem Abend möchte Klaus Holzer den Besuchern das „alte Kamen“ in Erinnerung rufen. Nicht das mittelalterliche Städtchen, sondern das, welches uns noch vor nicht allzu vielen Jahren selbstverständlich war.

Der Kontrast zwischen gestern und heute macht bewußt, wie sehr sich die Stadt in nur wenigen Jahren verändert hat.

Datum:        Donnerstag, 19. April 2018
Zeit:            19.30 Uhr
Ort:             Saal des Museums, Bahnhofstraße 21 in Kamen

Kamener Straßennamen: Koppelstraße

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von Klaus Holzer

Koppelstraße0 KHEine Koppel lat. copula, ist ein Verbindungsstück bzw. ein Band. Und genau so zog sich das große Areal, das in der Kamener Urkatasterkarte von 1827 so hieß, wie ein Band westlich bis südwestlich um die Stadt. 
 
Dieses Gelände umfaßt das gesamte Gelände südwestlich bis westlich der Stadtmauer (vgl. Abb. 4): „Auf der kleinen Koppel“ im Süden, direkt an den südlichen städtischen Filleplatz1 angeschlossen, reicht sie in 2 Flurstücken „In der Koppel“ bis nördlich des Westentors. Westlich schließt sich der Kalthof2 an, nördlich „Auf dem Spiek“3. Älteren Kamensern dürfte dieses Gelände wohl vor allem als „Römers Wiese“ in Erinnerung sein.
 
In früheren Zeiten handelte es sich bei der heutigen Koppelstraße nur um einen Feldweg, auf dem Vieh auf die Weide und zurück in den Stall getrieben wurde. Für Bauer Römer ging das bis in die 1960er Jahre: jeden Morgen trieb er sein Vieh durch die Weststraße Richtung Römers Wiese, jeden Abend wieder zurück. Auch wenn das Bild damals schon trog, hier hatten die Kamener zum letzten Mal das Bild des kleinen Ackerbürgerstädtchens, das Kamen jahrhundertelang war, vor Augen.
 
Vom Westentor gingen zwei Wege ab: der wichtigere, daher größere, eine alte Handelsroute, führte in die Hansestadt Lünen, und eine kleine nach Westick und Methler, kleinen, Kamen vorgelagerten Gemeinden, die damals einzige Verbindung von Kamen dorthin.
Koppel1Romers WieseKHAbb. 1: Römers WieseIm Süden ging dieser Feldweg bis zur Seseke, die vor der Regulierung in den 1920er Jahren hier einen starken Knick nach Süden machte, im Norden über das Kämertor hinaus bis zum Norden–oder Viehtor, der, wie die Kamener auf Platt sagten, „Vöhporte“.
Zwischen dem „Koppelweg“ und der Stadtmauer lag der alte Kirchhof, wahrscheinlich ein Armenfriedhof, da er außerhalb der Stadtmauer lag, doch soll hier auch der jüdische Friedhof gewesen sein, vielleicht auf einem abgeteilten Stück. Juden mußten damals immer außerhalb der Stadtmauern beerdigt werden, weil sie eben nicht Christen waren.
Abb1KbauAbb. 1b. Der fertiggestellte Koppelteich in den 1930er JahrenDie Koppelstraße wurde erst in den 1920er Jahren zur richtigen Straße ausgebaut, in Verbindung mit dem Seseke-Umbau. Es handelte sich dabei um den Beginn einer Umgehungsstraße. Eigentlich eine recht weitsichtige Entscheidung, können doch heutige Städte den modernen Verkehr nicht mehr verkraften. Im Mittelalter war das undenkbar. Mann wollte allen Verkehr in der Stadt haben, man wünschte die Beschickung der Märkte, denn das brachte Akzise3 ein. Und die Kaufleute schätzten die Sicherheit innerhalb der Stadtmauern. 
Abb2KoppelteichschwanKHAbb. 2: Gondelteich mit SchwanenhausBeim Bau der Koppelstraße war die Seseke schon zu einer Kloake verkommen, durch starke Verschmutzung vor allem von der Zeche in Bönen bereits ein toter Fluß. Im Oktober 1905 hatte die Einleitung einer hochkonzentrierten Ammoniakmischung alles Leben in der Seseke getötet, darunter auch den  Kömschen Bleier, der damit ausgestorben war. Obendrein waren die alljährlichen Überschwemmungen gefährlich. Bis in die Weststraße stand das Hochwasser manchmal. Um dieses Problems Herr zu werden, war 1913 die Seseke-Genossenschaft gegründet worden. 
Da traf es sich gut, daß der damalige Bürgermeister Berensmann, aus Laasphe kommend, sich von dort den Baurat Reich nach Kamen holte. Die beiden entwickelten große Aktivität bei der Neugestaltung der Stadt. Um die Seseke einzudeichen, brauchte man viel Aushub. Den bekam man auf dem Areal „In der Koppel“ und am Bahndamm gegenüber der Post. So hatte Kamen ab 1930 zwei wunderschöne Teiche, die sich auch bald größter Beliebtheit in der Bevölkerung erfreuten. Vor allem der Koppelteich konnte bald mit Gondeln befahren werden und bekam daher den Namen „Gondelteich“. In der Mitte befand sich eine Insel mit einem Schwanenhaus darauf.

Stadtführung: "Der böse Vogt von Kamen"

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kamen2016JAKamen. Wer mehr über den bösen Vogt von Kamen und anderen Personen aus Kamen, die etwas besonderes getan haben, erfahren möchte, der ist herzlich eingeladen am Sonntag, den 18. März um 15:00 Uhr an einer Stadtführung der Kamener Gästeführer-Gilde teilzunehmen. Bei dieser historischen Führung durch die Innenstadt Kamens erzählt die Gästeführerin Maria-Luise Steffan von „sagenhaften“ Gestalten, die einst hier gelebt haben sollen.

Treffpunkt ist am Brunnen auf dem alten Markt, Dauer ca. 90 Minuten, Entgelt: 4,00 Euro

Archiv: Lust auf eine Stadtführung? Gästeführer präsentieren das Programm 2018

Happy Birthday, Kamen: "Zusammengewachsen, was zusammen passt"

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von Andreas Milk | Fotostrecke >>>

50JahreKamen318KW08Kamen. Die Altersjubilarin ist gut in Schuss - das hat Bürgermeister Hermann Hupe eben in der Stadthalle klar gesagt: Es sei in 50 Jahren "zusammengewachsen, was gut zusammen passt". Im März 1968 hatte sich der Rat der "neuen" Stadt Kamen zur konstituierenden Sitzung getroffen. Der Rat des Jahres 2018 feierte den Jahrestag heute mit geladenen Gästen.

Hupe machte mit seinem Publikum einen Ausflug in die Geschichte: Die kleinen Gemeinden hätten seinerzeit nicht gerade Hurra geschrien, als sie unterm Dach der Stadt zusammengefasst wurden. Harte Arbeit sei es gewesen, die Bürger von den Chancen der kommunalen Neuordnung zu überzeugen. Aber: Die Stadt habe diese Chancen genutzt - etwa beim Ausbau ihrer Infrastruktur. Die Gründung gleich zweier Gesamtschulen zum Beispiel habe Kamen zur "Bildungspilotkommune" gemacht. Undenkbar im Klein-Klein der vorangegangenen Jahre.

Bodenständigkeit und Weltoffenheit ergänzen sich im städtischen Miteinander: Mit dieser Feststellung leitete Hupe sein Gespräch mit NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach ein. Die ist selbst Kamenerin und sagt: "Jeder Mensch hat Heimat in sich." Sie lasse sich darum auch nicht klar definieren und dürfe schon gar nicht nationalistisch vereinnahmt werden, erklärte die CDU-Politikerin vor dem Hintergrund der Debatte um Geflüchtete. "Integration gelingt durch Austausch."

In einer Talkrunde mit Hupe als Moderator kamen einige Wegbereiter und -begleiter Kamens zu Wort: Sein Vorgänger Manfred Erdtmann - erster hauptamtlicher Bürgermeister Kamens -, Ex-Beigeordneter Reiner Brüggemann - einst Verwaltungs-Azubi, pardon, -lehrling -, Ex-Beigeordneter und Ex-Stadtwerkechef Hermann Görres - der an eine mächtige schwarz-rote Koalition in Methler erinnerte -, Ex-Landrat und Kamener Gerd Achenbach, 1968 Student - "wir wollten die Welt verändern, hat aber nicht geklappt" -, schließlich Heinrich Kissing, ehemals CDU-Fraktionsvorsitzender, der an seinen gar nicht so Kamen-affinen Parteifreund Otto Buschmann erinnerte. Dessen Absenderangabe auf Briefen habe bis zu seinem Tode gelautet: "Westick bei Unna".

50JahreKamen318KW05Ein Urgestein eben - und das gilt wohl auch für Heeren-Werves Ortsheimatpfleger Karl-Heinz Stoltefuß, der sich außer der Reihe mit Anekdoten seines Stadtteils zu Wort meldete. Der entscheidende Satz dieses feierlichen Vormittags blieb gleichwohl Hermann Hupe vorbehalten. Er lautet: "Manchmal muss man sich zum Erfolg trinken" - sein Kommentar zu einer Erzählung Reiner Brüggemanns über die Entstehung der Städtepartnerschaft mit dem brandenburgischen Beeskow kurz nach dem Mauerfall. Getränke spielten offenbar eine Rolle.

Sympathisch, dass Politiker und Verwaltungsleute heute beim Feiern nicht unter sich blieben. Geladen waren beispielsweise Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr, die für Sicherheit im Städtchen sorgen. Und das Kammerorchester der Kamener Musikschule lieferte inmitten der Rederei ausgesprochen wohlklingende Zwischen-Töne. Falls wir's noch erleben: gern 2068 wieder! 

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Jubiläums-Highlights im Überblick

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50 Jahre318CVEine Übersicht über die kommenden Jubiläums-Veranstaltungen gibt es im neu erschienenen Flyer, den hier Bürgermeister Hermann Hupe und die Erste Beigeordnete Elke Kappen präsentieren. Foto: Christoph Volkmer für KamenWeb.de

von Christoph Volkmer

Kamen. Die Stadt Kamen begeht in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum, denn vor 50 Jahren wurden auf der Grundlage der kommunalen Gebietsreform die Grenzen der Stadt neu gefasst. Die ehemals selbstständigen Gemeinden Kamen, Methler, Südkamen, Rottum, Derne und Heeren-Werve bilden seit dem zusammengefasst die neue Stadt Kamen. Pünktlich zum Auftakt der bis in den Dezember andauernden Feierlichkeiten ist jetzt ein Flyer erschienen, in dem viele der Highlights aufgeführt sind.

Lediglich drei Veranstaltungen des Jubiläums sind geladenen Gästen vorbehalten, bei allen anderen Events ist rege Beteiligung der Bevölkerung gewünscht. Das gilt beispielsweise für die Sternwanderung, die am 14. April in den unterschiedlichen Stadtteilen startet und als Ziel den Rathausvorplatz hat. Am 14. Mai beginnt das Kunstprojekt „Europa ohne Schlagbaum“.

Weitere Termine sind das Musikschulfest am 16. Juni, das Kindertheater in der Innenstadt am 25. Juli, ein Chanson-Abend am 3. August an der Pauluskirche sowie die Aufführung der „Carmina Burana“ am 29. September in der Konzertaula. Am 29. und 30. September begeht dazu die Kunstmesse ART Kamen ihre zehnte Auflage in der Stadthalle - auch hier wird man sich dem Jubiläum widmen.
Am 22. September dürfte es in der Stadt mit Sicherheit richtig eng werden. Dann finden nicht nur der Weltkindertag auf dem Markt und das Entenrennen im Seseke Park statt, sondern viele weitere Aktionen rund um das Motto „Buntes Familienfest“.

Der Auftakt der Feierlichkeiten erfolgt indes schon am Sonntag, 11. März, mit einem Empfang für geladene Gäste in der Stadthalle. Am gleichen Ort finden am 8. Juli die Jubiläumsfeier und am 5. Dezember der Tag des Ehrenamtes mit ausgewählten Gästen statt. Den Flyer gibt es unter anderem im Rathaus und in der Geschäftsstelle der Sparkasse und zum Download auf www.kamen24.de (PDF) >>>

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Die Hochstraße ist 40 geworden

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Abb. 1 Hochstraße nach NordenKHDie Hochstraße, Blick nach Norden

von Klaus Holzer

Abb. 2 Bahnhofstraße GluckaufschrankeKamen. Gerade erst gab es in Kamen ein Jubiläum zu feiern, doch keiner hat es gemerkt. Und dabei betraf es eine Sache, die seit 40 Jahren immer noch viele Gemüter erregt. Am 16. Dezember 1977 wurde die Hochstraße offiziell dem Verkehr übergeben, am nächsten Tag in der Kamener Lokalpresse als „Jahrhundertwerk“ gefeiert. Die Übergabe geschah im Rahmen eines großen Volksfests mit Kirmes, das 2.500 Leute auf der neuen Straße feierten, aus Freude darüber, daß das größte Är-gernis in Kamen ein für allemal beseitigt war, die Glückaufschranke, die die Kreuzung der B 233 mit der Köln-Mindener Linie der Deutschen Bundesbahn für etwa 11 Stunden an Werktagen und für 6½ Stunden an Sonntagen versperrte. Dann staute sich der Ver-kehr kilometerweit in beiden Richtungen. Das bedeutete ärgerliches Warten für alle am Verkehr Beteiligten, und Lärm und Gestank für alle Anwohner. Die Fahrpläne der VKU waren großenteils Makulatur, obendrein verursachten die Wartezeiten und der damit verbundene Schleichverkehr hohe zusätzliche Kosten. Betriebsleiter Werner König schätzte den zusätzlichen Dieselverbrauch auf 25.000 Liter und 20.000 DM pro Jahr, und das, obwohl die Fahrer die Motoren abstellten, so oft es möglich war.

Abb. 3 VerkehrschaosVerkehrschaosEin solches Unternehmen war damals und ist heute ein schwieriges Unterfangen. In diesem Brei rührten viele Köche: die Stadt Kamen, der Kreis Unna, das Bundesverkehrsministerium, das Wirt-schaftsministerium NRW, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, die Deutsche Bundesbahn (wie sie damals noch hieß), vertreten durch die Bahndirektion Essen, die Straßenbauverwaltung NRW und das Landesstraßenamt Hagen.

Die Planungen für die Hochstraße begannen im Jahre 1962, als das beginnende Wirtschaftswunder den Verkehr rasant anschwellen ließ, auf der Straße wie auf der Schiene. Von Anfang an standen zwei Varianten zur Diskussion, eine Unterführung und eine Überführung, die der Land-schaftsverband Westfalen-Lippe zunächst ablehnte und durch seinen Vorschlag einer ganz neuen Trasse östlich der B 233 bereicherte. Sie sollte direkten Anschluß an die Werner Straße im Osten der Stadt bekommen. Doch konnte er sich damit nicht durchsetzen. Ende 1962 entschied das Landesstraßenbauamt, daß die zu bauende Hochstraße direkt in den Westring münden sollte, weil die Koppelstraße für einen vierspurigen Ausbau zu schmal sei.

Im Sommer 1963 war der Entwurf fertiggestellt, doch wurde dann noch einmal eine Kostengege-nüberstellung Hochstraße – Tiefstraße in Auftrag gegeben. Diese ergab
DM 19.591.000,- für die Tiefstraße, DM 18.832.000,- für die Hochstraße. Das führte im Sommer 1965 endgültig zur Festlegung auf die Hochstraße.

Dann jedoch stellte man in Kamen fest, daß der vorliegende Entwurf das städtische Leben, die Erreichbarkeit von Ortsteilen erheblich erschweren würde, weil man für die neue Straße einen lan-gen Damm würde aufschütten müssen. Im Sommer 1966 wurde deshalb eine neue Variante ent-wickelt, die „eine größere Durchlässigkeit der neuen Straße gewährleistet“. So kam es dann im November 1967 zur endgültigen Entscheidung für die Hochstraße in ihrer heutigen Form, ein gro-ßer Teil der 1,95 km langen Strecke als Brücke aufgeständert. „Die Mehrkosten von DM 10,5 Mill. […] erscheinen […] angemessen und vertretbar.“

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