Litteringpfad schärft Bewusstsein der Ferienkinder für Kleinmüll

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gwakids720Kinder der Ferienaktion und GWA-Abfallberaterin Dorothee Weber. Foto: GWA

Unna/Kamen. „Was ist denn ein Litteringpfad?“  Diese Frage klärten Kinder der Ferienaktion FZ Holidays, die auf Einladung der GWA-Abfallberatung den Wertstoffhof in der Werkstraße besichtigten. Das Besondere diesmal war der neu eingerichtete Aktionslehrpfad zum Thema Stadtsauberkeit, der sogenannte „Litteringpfad“. An insgesamt fünf Stationen hatten die Kinder aktiv verschiedene Aufgaben zu erledigen. Dabei erfuhren sie einiges Wissenswertes über die tägliche Arbeit der „gelben Männer“ in Kamen und auch, dass Kleinmüll große Wirkung haben kann.

Als Littering bezeichnet man das achtlose Wegwerfen oder Liegenlassen von Müll in der unmittelbaren Umgebung. Im Fokus stehen dabei Kleinmüll wie Zigarettenkippen, Mitnahmeverpackungen für Essen und Getränke, Papier, Kaugummis und diverser Verpackungsmüll. „Leider findet man auch an vielen Stellen in Kamen diesen Kleinmüll“, erklärt GWA-Abfallberaterin Dorothee Weber den 6-12 jährigen Kindern vor Ort. Wenn viele Menschen jeweils wenig Kleinmüll erzeugen und der nicht eingesammelt wird, „vermüllen“ diese Orte z.B. in der Innenstadt oder in Parks.

Deshalb ist das Reinigungsteam von Sauberes Kamen täglich im Stadtgebiet unterwegs, um den Müll wieder einzusammeln. Dass dies nicht immer ganz einfach ist, erfahren die Kinder direkt an der ersten Station des Litteringpfades, hier geht es darum, den Müll von unterschiedlichen Bodenbelägen wie Gras, Pflastersteinen oder Rindenmulch wieder einzusammeln. Kronkorken, z.B., sind dabei oft schwierig mit dem Müllgreifer zu packen. GWA-Mitarbeiter Rüdiger Immich vom Team Sauberes Kamen ist zur Stelle und gibt den Tipp: „Benutzt mal die Spitze des Greifers, da ist ein Magnet dran!“

An der nächsten Station leert er gemeinsam mit den Kindern einen Papierkorb. Nebenbei erfahren die Kinder, dass es in Kamen fast 900 öffentliche Papierkörbe zu leeren gibt. … und dort gehört der Kleinmüll auch hinein. Denn besser ist es, wenn der Kleinmüll gar nicht erst auf dem Boden landet. Die Kinder verstehen, wenn viele Menschen einen kleinen Beitrag leisten und ihren Kleinmüll richtig entsorgen, hat das große Wirkung für ein Sauberes Kamen.

An der anderen Ecke des Wertstoffhofes gibt es die nächste Aufgabe: Der Boden ist mit Kaugummi verklebt und muss wieder gesäubert werden. Mit Handschuhen und Spachtel machen sich die Ferienkinder an die Arbeit. Auf einer Hinweistafel erfahren sie, dass Kaugummi 5 Jahre braucht um in der Natur zu verrotten, eine Chipstüte sogar 80 Jahre. Die Kinder sind darüber sehr erstaunt und wollen direkt weiter zu den  nächsten Stationen. Sie haben nämlich schon von weitem die überdimensionalen, künstlichen Zigarettenkippen und Hundehaufen entdeckt und sind gespannt, welche Aufgabe dort auf sie wartet.

Der Litteringpfad soll die Kinder auf spannende Art und Weise auf das Thema Stadtsauberkeit aufmerksam machen. „Mir ist wichtig, dass die Kinder die tägliche Reinigungsarbeit meiner Kollegen besser kennenlernen und dabei ein Bewusstsein für ein Sauberes Kamen und die Vermeidung von Kleinmüll entwickeln“, so Dorothee Weber.

Schulklassen, Gruppen der offenen Ganztagesschulen oder auch andere Kinder- und Jugendgruppen aus Kamen können sich gerne bei Interesse an die Abfallberatung wenden, um einen Termin zur Erkundung des Litteringpfades zu vereinbaren. Tel. 0800/4001400 (gebührenfrei)

Kamener Stadtpflanzen - Folge 36: Die Taube Trespe

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SP36 1 720GLTaube Trespe: Rispe mit Ährchen. Fotos: Dr. Götz Loos für KamenWeb.devon Dr. Götz Loos
 
Kamen. Marschiert man mit Sandalen oder ähnlichen Halbschuhen durch grasige Säume, hat man schnell den Salat - oder vielmehr das Gras: stechende, starre Grannen durchbohren Strümpfe und Socken und pieken in die Füße. So kann man Bekanntschaft mit der Tauben Trespe (Bromus sterilis) machen. Und so lässt sie ihre Früchte ausbreiten. Natürlich auch durch Tiere, bei denen sich die Grannen im Fell festsetzen - Hunde mögen das oft nicht...
 
SP36 2 720GLTaube Trespe im BodendeckerbeetDie Taube Trespe ist ein Süßgras mit einer Wuchshöhe bis etwa 60 cm, selten auch etwas höher. Nach dem verzweigten, langstieligen Bau ihrer Gesamtblütenstände gehört sie zu den Rispengräsern. Die auffällig lockeren Rispen sind ausgebreitet oder hängen vor allem anfangs über, mal einseitig, mal auch zweiseitig. Sie sind lang und machen bis über ein Drittel der gesamten Pflanze (mit Halm) aus. 
Die Rispen bestehen aus langgezogenen Ährchen, die an meist 3 bis 7 langen Rispenästen hängen. Von den Ährchen gehen bis über 3 cm lange Grannen ab, die zur Fruchtreife hin immer starrer und härter werden, auch abbrechen können, aber eben meist die Früchte aus den Ährchen ziehen, wenn sie irgendwo hängen bleiben - und das können unter anderem Felle von Hunden genauso sein wie menschliche Schuhe oder Socken.
 
SP36 3 720GLGroßer Bestand an BöschungVor allem an trockenen Stellen kann die ganze Pflanze in ein Rotbraun bis Violett getaucht sein, gewöhnlich ist sie aber stumpf grasgrün, nur die jungen Ährchen sind etwas heller. "Sterilis" bzw. "taub" im Artnamen nimmt Bezug auf die schmalen, trockenen Früchte, denen man kaum die Fähigkeit als Vermehrungsträger zutraut. In Wahrheit sind die Karyopsen (wie man Süßgrasfrüchte nennt - Frucht und Same sind verwachsen) aber doch äußerst keimfähig - ansonsten wäre diese Trespe nicht so häufig.
 
In Siedlungsgebieten bei uns war die Taube Trespe immer schon sehr verbreitet und ist heute dort fast allerorten anzutreffen, eben auch an sehr trockenen Standorten. In den letzten Jahrzehnten erfolgte eine starke Ausbreitung in der freien Landschaft, sicherlich gefördert durch die allgemeine Stickstoff-Überanreicherung. War sie früher beispielsweise in Äckern seltener zu finden, hat sie sich von den benachbarten Rainen in die Felder hinein massiv ausgebreitet. Das heißt, dass sie heute ebenfalls in den durch Nitratreichtum im Boden anzeigende Pflanzenarten dominierten Säumen an Straßen, Wegen, Hecken, Gräben, Waldrändern usw. oftmals in großen Beständen vorkommt. Im Siedlungsraum Kamen-Mitte wächst diese Art an allen möglichen Standorten; oft sieht man sie in Bodendecker- und Gehölzbeeten. Sie gedeiht sogar auf Mauern und Dächern, auf Komposthaufen, sehr viel auf Bahngelände, an Böschungen, in Pflasterritzen undsoweiter undsofort. Serie: Kamener Stadtpflanzen

SP36 4 720GLAm Ende bleibt Heu

 

Blühstreifen - mehr als nur schön

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bluehstreifenjekpVZKamen. Am Freitagmorgen, den 03. Juli,  stehen Umweltberaterin Jutta Eickelpasch von der Verbraucherzentrale und Stadtteilmanagerin Stefanie Haake mit einem Infostand auf dem Kamener Wochenmarkt. Das Thema lautet "Umweltfreundlich Gärtnern". Dazu verteilen sie kostenlos Infomaterialien und regionales Saatgut. Auch Kresse und recycelte Platztöpfchen für die Fensterbank, sowie Anwendundungsempfehlungen für  den  Kompost gehören zum Angebot. Den Stand finden Sie ab 9.00 Uhr am städtischen Pavillon (gegenüber der  Sparkasse). Auf Mundschutz und Abstandsempfehlungen sind auch hier zu achten.

Archiv: Gemeinsam die Stadt zum Blühen bringen

Gemeinsam die Stadt zum Blühen bringen

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Jutta Eickelpasch Stefanie Haake620SKKamen. Einen gemeinsamen Stand der Stadt Kamen und der Umweltberatung der Verbraucherzentrale werden Marktbesucher am Freitag, 03. Juli, ab 10.00 Uhr vor dem Pavillon auf dem Willy-Brandt-Platz finden. Die Stadt Kamen verschenkt insgesamt 100 Päckchen einer regionalen Saatgutmischung mit einem Blühanteil von 30 Prozent. Rund 10 Quadratmeter Fläche können mit einem Päckchen eingesät werden. Kleine Bürger dürfen sich als Ferienprojekt über Pflanzsets für Kresse von Jutta Eickelpasch (li.), Umweltberaterin bei der Verbraucherzentrale, freuen.

Neben dem Thema städtische Beetpatenschaften erhalten Interessierte am Stand außerdem ein umfangreiches Informationsangebot der Umweltberatung rund um ökologische Themen – wie zum Beispiel eine aktuelle Einkaufshilfe zu torffreier Blumenerde und Kompostempfehlungen.

Zahlreiche Flächen (rund 6 ha) werden von der Stadt Kamen derzeit naturnah bzw. extensiv bewirtschaftet. Mit derselben Saatmischung wurde zuletzt eine große Fläche an der Dortmunder Allee, Ecke Perthesstraße eingesät. Finanziert wurde das Saatgut über das Projekt GSW Blütenstrom.

Die GSW engagieren sich mit diesem Projekt vor Ort für den heimischen Artenschutz. Ackerflächen in Kamen, Bönen und Bergkamen werden in Zusammenarbeit mit dem Westfälischen Landwirtschaftsverband und den Ökostromkunden zu Blühflächen umgestaltet. Landwirte säen dort eine Blühmischung mit einheimischen Wildkräutern aus und bewirtschaften diese Flächen mindestens drei Jahre lang nicht. So können sich Insekten vermehren, Kleintiere sowie Vögel finden Schutz und Nahrung.

Wer mehr über das Projekt und die Blühflächen erfahren will, findet auf der Webseite der GSW unter www.gsw-kamen.de/bluetenstrom nützliche Informationen.

Erfrischung für das Kamener Grün: Bäume dursten bei anhaltender Trockenheit

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fwkbaeume719Kamen. Das insgesamt niederschlagsarme Frühjahr und die zuletzt sehr heißen Tage zeigen Wirkung: Viele Bäume bekommen gelblich-braunes Laub und werfen teilweise Blätter ab, weil ihnen das Wasser fehlt. Gerade Straßenbäume, die neben der direkten Sonneneinwirkung noch zusätzlich die Wärmestrahlung von aufgeheizten Fahrbahnoberflächen und Gebäuden aushalten müssen, kommen bei ausbleibendem Regen schneller in eine Stresssituation.

Die Stadt Kamen ist zwar bemüht, möglichst viel öffentliches Grün und viele Bäume mit dem frischen Nass zu versorgen und so über die trockenen Wochen zu bringen, allerdings kann sie bei einem Bestand von deutlich über 8.000 Stadtbäumen längst nicht alle bewässern.

Daher bittet Karsten Harrach vom Fachbereich Planung, Bauen, Umwelt die Bürger und Bürgerinnen um Unterstützung: „Die Straßenbäume – insbesondere die noch jungen – sind in diesen Tagen für jede Gießkanne Wasser dankbar. Dabei ist es gar nicht nötig, „seinen“ Straßenbaum jeden Tag zu gießen. Zweimal die Woche reicht aus, dann aber möglichst reichlich (5-6 Gartengießkannen).“ Die Wassergabe sollte übrigens über die gesamte Baumscheibe verteilt und nicht direkt an den Stamm gegossen werden. Wenn verfügbar, sollte man natürlich zuerst auf aufgefangenes Oberflächenwasser, zum Beispiel von Dachabläufen, zurückgreifen – das wird in diesen Tagen aber ohnehin rar sein.

„Das Wässern eines Baumes wäre eine kleine Geste mit großer Wirkung“, meint Harrach. „Jede Wassergabe hilft unseren Bäumen, möglichst unbeschadet durch die trockene Jahreszeit zu kommen. Und wie wichtig die Bäume für das Stadtklima sind, weiß jeder, der sommertags schon mal im Schatten eines Baumes gesessen hat.“

Klima-Serie: Teil 5 - Wirtschaften mit Blick auf Ressourcen

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217762VKreis Unna. Allein die Welt retten – das ist vielleicht ein bisschen viel verlangt. Doch wenn es darum geht, unser Klima zu schützen, können viele zusammen Großes bewirken. Der Kreis trägt seinen Teil im eigenen Haus bei – schließlich gilt es da eine Menge zu bewirtschaften. Und dabei nimmt die Kreisverwaltung seit vielen Jahren die Ressourcen in den Blick.

Sparsamkeit, Umwelt- und Klimaschutz gehen Hand in Hand, wo immer es in den Kreishäusern und drumherum machbar ist: Denn damit die Verwaltung arbeiten kann, muss permanent jede Menge Material angeschafft werden, müssen Gebäude bewirtschaftet und ein Fuhrpark auf Stand gehalten werden.

Seit 2016 wird der allgemeine Fuhrpark des Kreises Stück für Stück auf E-Fahrzeuge umgestellt. Unter den zwölf Pkw sind inzwischen sechs Elektrofahrzeuge. "Wenn es um Mobilität geht, dreht sich beim Kreis aber nicht alles nur ums Auto", unterstreicht der zuständige Fachdienstleiter Holger Gutzeit. Zwei ÖPNV-Tickets für Dienstreisen, ein Dienstfahrrad und zwei E-Bikes für eher kurze Wege oder auch der Fahrradkeller mitsamt Umkleidemöglichkeit gehören beim Kreis längst zum Standard.

Kreis setzt auf Ökostrom
Betankt werden die E-Fahrzeuge natürlich mit Ökostrom. Genauso wie alles andere in den Dienstgebäuden auf Ökostrom läuft. "Seit 2014 schreiben wir 100 Prozent Ökostrom aus", sagt Gutzeit. "Der ist zertifiziert und muss nachweislich in Anlagen erzeugt werden, die ausschließlich erneuerbare Energiequellen nutzen." Mit der kreiseigenen Photovoltaikanlage auf dem Dach des Freiherr-vom-Stein-Berufskollegs Werne trägt der Kreis einen kleinen Teil zu einer besseren Ökostrom-Bilanz bei. "Außerdem stellen wir Dachflächen für die Nutzung von Photovoltaikanlagen zur Verfügung – zum Beispiel am Feuerwehr-Servicezentrum in Unna."

Klimagerechter Einkauf auch fürs Bistro
Auch an anderer Stelle hat der Kreis Klima und Umwelt im Blick: "Wir ersetzen im kreiseigenen Bistro beispielsweise Plastikartikel sukzessiv durch nachhaltige Alternativen oder bieten sie gar nicht mehr
an", berichtet die zuständige Sachgebietsleiterin Tanja Fityka. "Zum Beispiel gibt es bei uns Mayonnaise, Ketchup und Senf nicht mehr in kleinen Portionstüten, sondern aus der Dosierpumpe." PK | PKU

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