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Bürgermeisterin setzt Zeichen gegen das Vergessen

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Lokalnachrichten

rpn1118agVor rund 50 Vertretern aus Ältestenrat, Aktion Zivilcourage, Freundeskreis Shalom Eilat, JKC und Verwaltungsvorstand erinnerte Bürgermeisterin Elke Kappen am Holocaust-Mahnmal an die Reichspogromnacht. Foto: Alex Grün für KamenWeb.de

von Alex Grün

Kamen. Mit einer Kranzniederlegung und einem Moment des Schweigens wurde am Freitag auch in Kamen der Reichspogromnacht vor genau 80 Jahren gedacht. Knapp 50 Vertreter aus den Reihen des Ältestenrates, der Aktion Zivilcourage, dem Freundeskreis Shalom Eilat, dem Jugendkulturcafé an der Poststraße und dem Verwaltungsvorstand versammelten sich am Holocaust-Mahnmal an der Auffahrt zur Hochstraße. Das, was am 9. November 1938 in Deutschland geschehen ist, dürfe niemals in Vergessenheit geraten, betonte Bürgermeisterin Elke Kappen hörbar gerührt in ihrer Ansprache. Mit Blick auf die aktuelle Gespaltenheit der Deutschen sei bei ihr der Eindruck entstanden, dass viele die Tatsache, das hier seit mehr als 70 Jahren Friede herrsche, mittlerweile als Selbstverständlichkeit betrachteten und dies nicht mehr zu schätzen wüssten. Sie habe Bedenken, dass nach dem Tod der letzten Zeitzeugen dieser fatalen Epoche deutscher Geschichte das Grauen in Vergessenheit gerate, so Bürgermeisterin Kappen. "Im eigenen Land die Menschenwürde zu verlieren, ist etwas ganz besonders Furchtbares", sagte sie, auch mit einem Seitenblick hin zu einer Gruppe von rund zehn geflüchteten Jugendlichen, die zurzeit im Jugendkulturcafé betreut werden und gemeinsam mit Sozialarbeiter Ferit Altas zum Mahnmal mitgekommen waren um ihrerseits ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen. Negativ aufgefallen war dem ein oder anderen übrigens, dass der Platz rund um das Holocaust-Mahnmal offenbar von manchen Passanten völlig unpassender Weise als Hundetoilette missbraucht wird, mindestens einer landete einen Tritt "ins Glück".

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