Patientenbeförderung auf Rezept

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VZ18KWErweiterte Regeln zur Kostenübernahme seit Januar

Kamen. Wer krank oder in seiner Mobilität eingeschränkt ist, benötigt oft eine Transportmöglichkeit für den Weg in die behandelnde Praxis, ins Krankenhaus oder zur Reha-Maßnahme. Damit die Kosten hierfür nicht aus dem Ruder laufen, ist bei den gesetzlichen Krankenkassen die Übernahme der Kosten für eine Patientenbeförderung eng geregelt: „Ärzte dürfen Krankentransporte nur verordnen, wenn die Fahrt medizinisch notwendig ist. Seit Januar beschert eine erweiterte Regel auch Pflegebedürftigen eine Entlastung: Wer über den Pflegegrad 4 und 5 oder eine Schwerbehinderung mit dem Merkzeichen „aG“, „BI“oder „H“ verfügt, kann für medizinisch notwendige Fahrten zum Arzt oder Zahnarzt auch ohne vorherige Erlaubnis seiner gesetzlichen Krankenkasse ein Taxi nehmen, für das die Kasse anschließend die Kosten übernimmt“, erklärt Elvira Roth von der Verbraucherzentrale in Kamen: „Diese Regelung gilt auch für Betroffene mit Pflegegrad 3, wenn sie zusätzlich mobilitätseingeschränkt sind.“ Fahrten zum Abholen von Rezepten oder Erfragen von Befunden werden jedoch nicht erstattet. Die Verbraucherzentrale NRW gibt einen Überblick über die geltenden Regeln:

Stationäre Behandlung: Voraussetzung für die Übernahme der Fahrtkosten zu einer Klinik ist immer, dass die Fahrt zu einer Behandlung aus medizinischen Gründen notwendig ist. In einem solchen Fall dürfen behandelnde Ärzte für den Krankentransport ein Rezept ausstellen, das hinterher mit der gesetzlichen Kasse abgerechnet werden kann. Patienten müssen diese Verordnung nicht vorab bei der Krankenkasse zur Genehmigung vorlegen. Dies gilt auch für vor- und nachstationäre Behandlungen.

Ambulante Behandlung: Die Krankenkassen übernehmen nur in wenigen Fällen die Kosten zum Arzt oder Zahnarzt. So zum Beispiel, wenn durch eine ambulante Operation ein stationärer Aufenthalt verkürzt oder vermieden werden kann. Auch für Patienten werden die Kosten übernommen, die sich einer Dauerbehandlung – wie etwa einer Strahlentherapie – unterziehen müssen, Für den Weg zu anderen therapeutischen Behandlungen – wie zum Beispiel zur Massage oder Physiotherapie – kommen die gesetzlichen Kassen nicht auf. Voraussetzung für die Übernahme der Fahrtkosten ist immer eine Verordnung des Arztes. Achtung: In den meisten Fällen muss die Krankenkasse diese Fahrten vor Antritt genehmigen. Es gibt aber auch Ausnahmen.

Art der Beförderung: Ob ambulante oder stationäre Behandlung – die Auswahl des Beförderungsmittels dorthin richtet sich stets nach dem individuellen Bedarf und Gesundheitszustand der Patienten. Ärzte und Patienten sollten deshalb zunächst prüfen, ob eine Fahrt mit Bus und Bahn oder dem eigenen Auto aus eigener Tasche bewältigt werden kann. Wenn dies nicht in Frage kommt, können Taxi, Mietwagen oder Krankentransporter genutzt werden. Gesetzliche Kassen bezahlen jedoch nur für die kürzeste Strecke und prüfen dies gegebenenfalls auch nach.

Zuzahlung und Abrechnung: Versicherte müssen einen Teil der Beförderungskosten selbst schultern. Die Zuzahlung beträgt unabhängig von der Art des Fahrzeugs – auch für Kinder und Jugendliche – zehn Prozent der Fahrkosten, mindestens jedoch fünf Euro und höchstens zehn Euro pro Fahrt. Diesen Betrag erhält der Fahrer sofort nach der Beförderung. In einigen Fällen rechnet das Transportunternehmen mit der zuständigen Krankenkasse direkt ab. In anderen Fällen beantragt der Patient die Übernahme der Fahrtkosten bei der Krankenkasse schriftlich mit den Belegen (Taxiquittungen, Bahnfahrkarten oder Kilometernachweisen). Die Krankenkasse informiert auf Nachfrage, wie die Abrechnung abläuft.

Erweiterte Fahrten ohne Genehmigung der Krankenkasse: Seit Januar 2019 brauchen viele schwerbehinderte und pflegebedürftige Patienten für Fahrten zur Facharztbehandlung keine Kassenerlaubnis mehr. Das trifft zu für Menschen mit einem Schwerbehindertenausweis, der das Merkmal „aG“ für außergewöhnliche Gehbehinderung, „Bl“ für Blindheit oder „H“ für Hilflosigkeit enthält. Pflegebedürftige, mit Pflegegrad 3, bei denen eine dauerhafte Mobilitätsbeeinträchtigung vorliegt sowie Betroffene mit Pflegegrad 4 oder 5 profitieren ebenfalls von dieser Regelung . Eine Verordnung vom erstbehandelnden Arzt reicht für eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse aus. Allerdings werden nur Fahrten mit dem Taxi oder Mietwagen übernommen. Wer unsicher ist, in welchen Fällen dies gilt, sollte die Kostenübernahme mit der Krankenkasse vorab klären.

Weitere Hinweise zu den Rechten von Patienten und Pflegebedürftige gibt die Verbraucherzentrale NRW im Internet unter www.verbraucherzentrale.nrw/wissen/gesundheit-pflege.

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PillCam bringt Hellmig-Klinik auf dem Weg zum Darmzentrum weiter

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hellmig darmspiegelung119Der Leiter der neuen Klinik für Gastroenterologie Dr. Kai Wiemer hält große Stücke auf die am Kamener Hellmig-Krankenhaus neu "eingeführte" PillCam. Foto: Alex Grün für KamenWeb.de

von Alex Grün

hellmig darmspiegelung2 119Bilder aus dem Inneren des menschlichen Körpers: Impressionen aus dem Dünndarm. Fotos: Klinikum WestfalenKamen. Auf dem Weg zur Etablierung eines Darmzentrums ist das Kamener Hellmig-Krankenhaus in den letzten zwei Wochen ein großes Stück weiter gekommen. Das Stichwort lautet: PillCam.

Mit dieser Mini-Kamera von der Größe eines Bonbons kann man eine Reise durch den eigenen Körper unternehmen, ohne es durch unangenehme bis schmerzhafte Sondeneinführungen zu spüren. Was sich noch vor zehn bis zwanzig Jahren wie die Vision eines Hollywood-Produzenten anhörte, ist dank der rasant fortschreitenden Entwicklung der visuellen Technik mittlerweile Realität. Einmal heruntergeschluckt, liefert die Kapsel Innenansichten des Dünndarms, die der Leiter der neuen Abteilung für Gastroenterologie im Kamener Krankenhaus, Dr. Kai Wiemer, jetzt zur Diagnose von Darmerkrankungen einsetzt. Was für ihn jahrelange praktische Erfahrung aus seiner früheren Tätigkeit in Herten ist, ist für das angestammte Kamener Team des Klinikums Westfalen weitgehend Neuland. Mit einem Gürtel versehen, der die Signale aus dem Inneren des Körpers auf einen Bildschirm überträgt, kann der Patient bei vollem Bewusstsein eine sieben- bis achtstündige Tour durch seinen eigenen Körper unternehmen. Diese wird auf einer Zeitachse nachvollzogen. Werden Unregelmäßigkeiten wie Blutungen oder Geschwulste erkannt, kann durch sie ermittelt werden, in welchem Abschnitt des immerhin fünf bis sechs Meter langen Dünndarms das Problem besteht - Faszination Körper trifft auf Faszination Technik. "Allein wegen seiner Länge kann man den Dünndarm mit einer herkömmlichen Spiegelung nur schwer einsehen", erklärt Wiemer. Eine solche Untersuchung müsse meist von zwei Seiten erfolgen und dauere häufig mehrere Stunden. Die Kamerakapsel biete hier eine gute Alternative. hellmig darmspiegelung3 119Bonbongroß ist die Kapsel mit der Mini-Kamera. Nach Gebrauch wird das 500 Euro teure Gerät "per Porzellan-Express" verschickt.Zum Einsatz kommt die Technik etwa bei Patienten, die aus unbekannter Ursache Blut verlieren. Bleiben Magen- und Darmspiegelung ergebnislos, ist oft der Dünndarm der "Übeltäter". Der wird mit dem "Mini-U-Boot" auf Geschwüre, Polypen oder auch Parasitenbefall untersucht und anschließend gezielt behandelt. Dadurch erübrige sich in einigen Fällen eine Endoskopie, so dass direkt operiert werden kann - oder es zeigt sich, dass der Dünndarm in Ordnung ist. Inzwischen gilt die 500 teure Kapsel als Goldstandard bei der Untersuchung des Dünndarms. Dennoch ist sie nicht in allen Fällen das erste Mittel der Wahl. Denn auch die kleine Kapsel kann auf ihrem Weg durch den Darm hängen bleiben und muss dann operativ entfernt werden. "Wenn der Verdacht auf Verengung, so genannte Stenosen, besteht, schicken wir vorab eine Kapsel ohne technisches Innenleben durch den Darm, die sich nach einer Weile von selbst auflöst", erklärt der Kamener Chef-Gastroenterologe. Wenn diese den Dünndarm problemlos durchlaufe, komme die PillCam zum Einsatz, die anschließend übrigens als Einwegprodukt den selben Weg wie das Verdaubare sucht und findet. Das Kamener Team der Gastroenterologie, das sich aktuell um eine Verdichtung seines interdisziplinären Netzwerks mit weiteren Fachärzten und Spezialisten bemüht, will mit der neuen Technik eine Lücke in den örtlichen Diagnoseangeboten schließen. Mit gleicher Technik gibt es bei entsprechender Indikation auch spezielle Kapseluntersuchungen für Morbus-Chron-Patienten und bestimmte Dickdarmkapseluntersuchungen, die aber nur selten zum Einsatz kommen. "Irgendwann", so Chefarzt Wiemer, "wird es auch möglich sein, mittels ähnlicher Kapseln Proben, etwa aus der Schleimhaut, zu entnehmen - ähnlich wie bei einer Marssonde". Das sei zwar noch Zukunftsmusik, doch diese Zukunft sei angesichts der rasend schnellen Entwicklung in der Mikrotechnik nicht mehr allzu weit entfernt.

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Wie sauber sind Restaurants und Bäckereien in Nordrhein-Westfalen? Mehr als 3.000 Hygiene-Berichte in nur zwei Wochen beantragt

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topfsecret119Topf Secret: Jetzt Hygienebericht anfragen! - Online-Plattform von foodwatch und FragDenStaat: www.topf-secret.foodwatch.de

Rund zwei Wochen nach Start der Online-Plattform "Topf Secret" haben Verbraucherinnen und Verbraucher von Behörden in Nordrhein-Westfalen mehr als 3.000 Hygiene-Berichte beantragt. Allein in Köln sind es 227 Anträge, in Düsseldorf 165 und in Essen 122. Das ergab eine Auswertung der Plattformbetreiber foodwatch und FragDenStaat. Unter www.topf-secret.foodwatch.de können die Ergebnisse von Hygienekontrollen in Restaurants, Bäckereien und anderen Lebensmittelbetrieben mit wenigen Klicks abgefragt und veröffentlicht werden. Bisher machen die Kontrollbehörden in Deutschland nur in Ausnahmefällen öffentlich, wie es um die Sauberkeit in den Betrieben bestellt ist. Seit Jahren wird jeder vierte kontrollierte Betrieb beanstandet, größtenteils wegen Hygienemängeln.

"Der Ansturm auf ‚Topf Secret‘ ist gewaltig: Die Menschen in Nordrhein-Westfalen wollen wissen, wie es um die Hygiene im Lieblingsrestaurant oder im Bäcker um die Ecke bestellt ist. Und sie haben ein Recht, das zu erfahren", erklärte Arne Semsrott, Projektleiter von FragDenStaat. Deutschlandweit wurden über "Topf Secret" bereits mehr als 15.000 Anträge gestellt. Am neugierigsten waren die Menschen laut der Plattformbetreiber in Nürnberg. Dort gab es 46,3 Anträge pro 100.000 Einwohner. Gefolgt von Berlin mit 44 Anträgen und Karlsruhe mit 43,5 Anträgen pro 100.000 Einwohner.

foodwatch und FragDenStaat forderten Bundesernährungsministerin Julia Klöckner auf, die gesetzliche Grundlage für ein Transparenzsystem wie in Dänemark, Wales oder Norwegen zu schaffen. Dort werden alle Ergebnisse der amtlichen Lebensmittelüberwachung veröffentlicht - im Internet und direkt an der Ladentür.

Auf "Topf Secret" können Verbraucherinnen und Verbraucher bei den zuständigen Behörden einen Antrag auf Veröffentlichung der Ergebnisse amtlicher Hygiene-Kontrollen stellen. Die rechtliche Grundlage dafür ist das Verbraucherinformationsgesetz (VIG), dass es zwar seit 2008 in Deutschland gibt, von Verbraucherinnen und Verbrauchern aber kaum genutzt wird. In den zwei Wochen nach Start von "Topf Secret" wurden deutlich mehr VIG-Anträge gestellt, als in den zehn Jahren zuvor. Nutzerinnen und Nutzer können auf "Topf Secret" einen beliebigen Betrieb - von Restaurants über Bäckereien bis hin zu Tankstellen - über eine Suchfunktion oder per Klick auf einer Straßenkarte aussuchen. Nutzerinnen und Nutzer brauchen lediglich Name, E-Mail- und Postadresse eingeben, die gemeinsam mit einem vorbereiteten Text an die zuständige Behörde übermittelt werden. Die Antragstellung ist innerhalb von einer Minute fertig. Verbraucherinnen und Verbraucher erhalten die Ergebnisse allerdings erst nach mehreren Wochen. Es kann auch passieren, dass sich Behörden quer stellen.

"‘Topf Secret‘ ist eine Notwehrmaßnahme. In anderen Ländern ist es selbstverständlich, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher die Ergebnisse der Lebensmittelkontrollen erfahren. Und zwar direkt vor Ort, an der Ladentür von jedem Lokal. In Deutschland wird eine solche Transparenz bisher erfolgreich von der Gastro-Lobby verhindert. Das wollen wir mit ‚Topf Secret‘ ändern!", sagte Oliver Huizinga, Leiter Recherche und Kampagnen bei foodwatch Deutschland.

Union und SPD haben sich zwar in ihrem neuen Koalitionsvertrag auch darauf verständigt, "eine übersichtliche und eindeutige Verbraucherinformation zu Hygiene und Lebensmittelsicherheit" zu gewährleisten. Allerdings sollen Betriebe ihre Kontrollergebnisse nur "auf freiwilliger Basis" veröffentlichen. foodwatch und FragDenStaat kritisierten, dass ein freiwilliges System erfahrungsgemäß nicht funktioniere - wie das Beispiel Niedersachsen zeige: In zwei Teststädten, Hannover und Braunschweig, konnten Lebensmittelbetriebe freiwillig ihre Kontrollergebnisse in Form eines "Hygiene-Barometers" an der Ladentür aushängen. Doch nur vier Prozent der Betriebe haben sich laut dem niedersächsischen Agrarministerium an dem Projekt beteiligt.

Anders zum Beispiel in Dänemark: Dort erfahren Verbraucherinnen und Verbraucher direkt an der Ladentür und im Internet anhand von Smiley-Symbolen, wie es um die Sauberkeit in den Lebensmittelbetrieben bestellt ist. Wenige Jahre nach Einführung des Smiley-Systems im Jahr 2002 hat sich die Quote der beanstandeten Betriebe halbiert, von 30 auf rund 15 Prozent. Auch in Wales und Norwegen gibt es seit mehreren Jahren ein Transparenz-System: Dort ist die Zahl der beanstandeten Betriebe nach Einführung des Systems ebenfalls deutlich gesunken.

In Deutschland veröffentlicht das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) nur anonymisierte Statistiken und Daten über die Lebensmittelüberwachung. Die Quote der beanstandeten Betriebe liegt seit Jahren nahezu unverändert bei rund 25 Prozent. 2017 lag die Quote wegen einer neuen Erfassungsmethode nur bei 13,6 Prozent. Diese Zahl umfasst nicht - wie in den Jahren zuvor - sogenannte informelle Beanstandungen.

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Verdacht auf Demenz – was nun?

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197622PMareike Frank vom Demenz Café im Hellmig-Krankenhaus und der medizinische Demenzexperte im Klinikum Westfalen, Dr. Jörg Schmidt, informierten die Teilnehmer im vollbesetzten Saal der Familienbande. Kamen. Wenn eine Demenzerkrankung auftritt, bedeuten dies für die Betroffenen und ihre Angehörigen ein hohes Maß an Belastung. Dann ist eine bestmögliche medizinische, pflegerische und psychosoziale Betreuung wichtig. Wie die aussehen kann, wie man eine Demenzerkrankung sicher diagnostizieren und auch behandeln kann, das erklärten zwei Experten aus dem Klinikum Westfalen jetzt auf einem Infoabend bei der Familienbande Kamen.

Dr. med. Jörg Schmidt, Leitender Oberarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie und Experte in diesem Bereich, übernahm den medizinischen Part. Anschließend stellte Mareike Frank das neue Demenz Café im Hellmig-Krankenhaus und die speziellen Angebote für Angehörige vor Ort vor. Betroffenen Angehörigen steht sie als Ansprechpartnerin immer montags unter Tel. 02307 149-747 zur Verfügung.

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Klinikum Westfalen begrüßt Pflegekammer-Inititiative

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Konsens von Geschäftsführung, Pflegedirektion und Ärztlicher Leitung

Dortmund, Kamen, Lünen. Pflegedirektion, Ärztliche Leitung und Geschäftsführung des Klinikums Westfalen begrüßen ausdrücklich das Votum für die Schaffung einer Pflegekammer und damit einer eigenen Körperschaft für die Pflege, parallel zu den seit langem bestehenden Ärztekammern. Pflegedirektor Matthias Dieckerhoff freut sich ins Besondere über das klare Votum aus der repräsentativen Befragung von Pflegekräften, die sich zu 79 Prozent für die neue Kammer ausgesprochen haben.

Die Gesundheitsminister von Land NRW und Bund haben sich bereits dafür ausgesprochen, die neue Struktur nun umgehend zu installieren. Matthias Dieckerhoff und der Stellvertretende Pflegedirektor Thorsten Muschinski sehen in dem Schritt eine deutliche Stärkung der Pflege. "Bisher wird oft über die Pflege geredet, statt mit der Pflege", so Matthias Dieckerhoff. Nun werde es eine starke Interessenvertretung geben mit Stimmrecht für Pflegevertreter in wichtigen Gremien. Die gewerkschaftliche Vertretung bleibe davon unberührt, es gehe hier z.B. um Fragen der Qualifizierung. "Derzeit gibt es nicht einmal eine konkrete Angabe dazu, wie viele qualifizierte Pflegekräfte in Deutschland arbeiten", ergänzt Thorsten Muschinski. Es fehle an konsequenter Erfassung und Verwaltung. In anderen Ländern sei das heute schon ganz anders.

Auch von ärztlicher Seite wird im Klinikum Westfalen der Neuregelung positiv entgegen gesehen. Der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Karl-Heinz Bauer: "Ich begrüße ausdrücklich den Plan der Landesregierung, eine Pflegekammer nach dem Vorbild der Ärztekammer einzurichten. Ich sehe darin eine Stärkung des Berufsbildes." Auch Hauptgeschäftsführer Stefan Aust wertet die Schaffung einer Pflegekammer als positiven Schritt. Es sei uneingeschränkt sinnvoll, die Pflege auch auf diesem Weg weiter aufzuwerten.

Erwartet wird, dass es bis 2020 eine solche Kammer in NRW geben könne. Eine gesetzliche Regelung soll hier noch bis zum Sommer auf den Weg gebracht werden. Dafür müssten nun alle Weichen gestellt werden und dann auch Wahlen zur Besetzung der Kammer vorbereitet werden. Auf die Pflegekräfte kommen dann auch Beitragszahlungen zu. Matthias Dieckerhoff geht davon aus, dass die bei zwei Promille des Gehaltes für alle über drei Jahre ausgebildeten Pflegekräfte liegen könnten.

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Weitere VfL-Fitness- und Gesundheitskurse starten

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Kamen. Mit viel Elan geht es beim VfL Kamen ins neue Jahr. Neben Fitness- und Gesundheitskursen starten auch die Babykurse.
Bereits gestartet ist der Kurs "Bewegen statt schonen" von Luise Lingenberg. Der einstündige Kurs geht über zwölf Einheiten und hat das Ziel Bewegenungsmangel abzubauen und gesundheitsbewusstes Bewegungsverhalten im Alltag zu vermitteln. Dazu werden Ausdauer und Kraft sowie Dehn-, Koordinations- und Entspannungsfähigkeit geschult. Interessenten können trotzdem noch mittwochs ab 8:30 Uhr in der Judohalle am Kamener Gymnasium einsteigen.

Ab Montag steht die Ganzkörperkräftigung bei Vera Ritzler im Fokus. Hier werden die Teilnehmer zu moderner Musik um 20 Uhr in der Doppelturnhalle des Gymnasiums gegenüber des Kamener Quadrats ins Schwitzen gebracht. In dem einstündigen Kurs wird in elf abwechslungsreichen Trainingseinheiten die köperliche Fitness mit und ohne Kleingeräte gefordert und gefördert. Mitbringen brauchen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lediglich Turnschuhe, Handtuch, etwas zu Trinken und gute Laune.

Der Kurs "Fit im Alter" startet am Dienstag, den 15.01.2018, um 9:30 Uhr in der Judohalle auf dem Schulhof des Gymnasiums. Kursleiterin Bärbel Wächter zeigt in zwölf Einheiten Übungen, die einem im Alltag helfen können. Daneben werden Kraft und Ausdauer verbessert, sowie Ängste durch gezielte Koordinationsübungen abgebaut.

Der Freitag ist den Babys und Kleinkindern vorbehalten. Unter der Kursleiterin Wiebke Malow bietet der VfL zwei Kurse für Kinder zwischen sechs Monaten und drei Jahren an. Der erste Kurs "Babys in Bewegung" ist für die Krabbler (ab ca. sechs Monaten) von 9 Uhr bis 10 Uhr in der Judohalle am Gymnasium. Die sicheren Läufer (bis drei Jahren) starten anschließend von 10 bis 11 Uhr. Im Vordergrund steht der Spaß an der Bewegung und die Gemeinsamkeit mit dem Elternteil. Es gibt Bewegungsangebote zum Laufen, Hüpfen, Springen, Balancieren und Klettern, welche die Kinder ungezwungen mit den Eltern meistern können. Darüber hinaus wird in jeder Stunde das Erfahren verschiedenster Materialien und Spielgeräte geübt, Selbstvertrauen auf- und Ängste abgebaut. Der Kurs startet am 18.01. und geht über zwölf Einheiten.

Die nächsten Kurse starten dann nach den Osterferien.

Die Erwachsenenkurse kosten 4 € pro Einheit, die Kinderkurse 5 € pro Stunde für Kind inklusive Elternteil. 10 % Rabatt erhalten alle Vereinsmitglieder.
Weitere Infos gibt es unter www.vfl-kamen-turnen.de. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Luise Lingenberg: 0173/9750362

Archiv: VfL-Kurs "Bewegen statt schonen" startet

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Dr. Google fragen? Ja, aber mit Vorsicht! - Start der Pulsschlagreihe im neuen Jahr erfolgt

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197316VClaudia Haschke von der Bertelsmann-Stiftung warnte vor problematischen Einträgen zu Gesundheitshemen im Internet. Kamen. Dr. Google fragen, diese Möglichkeit nutzen vermehrt Menschen jeden Alters und Geschlechts bei Gesundheitsthemen. Ob das für Betroffene, aber auch für ihre ärztlichen Partner eine gute Idee ist, oder aber nicht, war Thema des Auftaktes der Pulsschlagreihe im neuen Jahr. Claudia Haschke von der Bertelsmann Stiftung und Dr. Marcus Rottmann, Ärztlicher Leiter des Hellmig-Krankenhauses Kamen, diskutierten miteinander und mit Gästen der Vortragsveranstaltung.

Das Ergebnis des Informationsabends in Kooperation von VHS und Klinikum Westfalen war ein klarer Konsens. Sich vorab im Internet zu informieren um dann konkreter mit einem Arzt sprechen zu können, kann für beide Seiten ein Gewinn sein. Wenn die Recherche im Internet aber dazu führt, den Arztkontakt auszusparen, kann das Ergebnis problematisch sein. Sowohl ein Verharmlosen als auch eine unangebrachte Dramatisierung von Symptomen könne schwerwiegende Folgen haben, warnt Dr. Rottmann.

Claudia Haschke stellte Ergebnisse einer Studie der Bertelsmann-Stiftung vor. Danach gibt es auch Internetseiten zu Gesundheitsthemen mit Inhalten, deren Befolgen schwerwiegende Schädigungen nach sich ziehen könne. Es gebe aber auch verlässliche Gesundheitsportale, die gut informieren ohne kommerzielle Interessen zu verfolgen. Wichtig sei es zu prüfen, von wem Inhalte im Internet stammen, ob diese aktuell sind und ob erkennbar finanzielle Interessen eine Rolle spielen, rät sie. Das Gespräch mit dem Arzt des eigenen Vertrauens, so bekräftigte Dr. Rottmann, sei durch keine Internetrecherche zu ersetzen.

Das Klinikum Westfalen hat pünktlich zum Jahresbeginn ein neues Programmheft mit Gesundheitsveranstaltungen in der ersten Jahreshälfte vorgelegt, darunter auch denen der Pulsschlagreihe. 64 Fachvorträge zu unterschiedlichsten Fragestellungen sind an den vier Krankenhausstandorten in Dortmund, Lünen und Kamen geplant.

Das Themenspektrum reicht von konkreten Krankheitsbildern bis zu Ernährungsfragen. Patienten, Angehörige oder sonstige Interessenten bekommen jeweils die Gelegenheit, individuelle Fragen an die Referenten zu richten. Der Besuch aller Vorträge ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Programmhefte liegen ab sofort an den Krankenhäusern aus.

Weitere Termine:

Vortragsreihe "Pulsschlag" im Hellmig-Krankenhaus Kamen
Mittwoch, 6. März, 18:00 Uhr
Refluxerkrankungen: Mehr als nur "Sodbrennen"
Referent Dr. Kai Wiemer, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie am Hellmig-Krankenhaus

Mittwoch, 3. April, 18:00 Uhr
Nahrungsergänzungsmittel: Sinn oder Unsinn?
Referent Dr. Andreas Ludwig, Chefarzt der Klinik für Allgmein- und Viszeralchirurgie am Hellmig-Krankenhaus Kamen

Mittwoch, 8. Mai, 18:00 Uhr
Krebsvorsorge – Sinn oder Unsinn?
Referent Dr. Peter R. Ritter, M.A., Chefarzt der Klinik für Onkologie, Hämatologie und Palliativmedizin

Mittwoch, 5. Juni, 18:00 Uhr
Akuter und chronischer Knieschmerz
Referent Dieter Metzner, Chefarzt der Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie am Hellmig-Krankenhaus

Weitere Informationen unter www.klinikum-westfalen.de

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Pflege- und Wohnberatung

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Gesundheit

Kostenfrei und neutral

Kreis Unna. Mit Eintritt eines Pflegefalles stehen Betroffene und Angehörige vor vielen Fragen. Hilfe gibt es vor Ort in den Sprechstunden der Pflege- und Wohnberatung im Kreis Unna.

Holzwickede
In Holzwickede findet die nächste Sprechstunde der Pflege- und Wohnberatung am Montag, 14. Januar von 14 bis 16 Uhr statt. Die Pflegeberaterin Andrea Schulte ist im Rathaus, Nebengebäude, Poststraße 4, Raum 5 zu erreichen. Eine telefonische Kontaktaufnahme ist unter 0 23 01 / 91 53 33 möglich.

Fröndenberg
In Fröndenberg findet die nächste Sprechstunde der Pflege- und Wohnberatung am Dienstag, 15. Januar von 10 bis 12 Uhr statt. Die Pflegeberaterin Andrea Schulte ist im Rathaus, Bahnhofstraße 2, Raum 8 zu erreichen. Eine telefonische Kontaktaufnahme ist unter 0 23 73 / 976 302 möglich.

Bergkamen
In Bergkamen findet die nächste Sprechstunde der Pflege- und Wohnberatung am Donnerstag, 17. Januar von 10 bis 12 Uhr statt. Die Pflegeberaterin Anne Kappelhoff ist im Rathaus, Rathausplatz 1, Raum 600 zu erreichen. Eine telefonische Kontaktaufnahme ist unter 0 23 07 / 965 218 möglich.

Bei der kostenlosen und anbieterunabhängigen Beratung geht es um Fragen rund um das Thema Pflege, wie zum Beispiel zu den Leistungen der Pflegeversicherung oder der Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung. Ebenfalls parat haben die Berater Adressen und Informationen über ortsnahe Angebote oder zur Finanzierung von Hilfsangeboten Informationen gibt es auch zu Hilfeangeboten, die pflegende Angehörige eines an Demenz erkrankten Menschen entlasten können.

Wer den Termin nicht wahrnehmen kann, später noch Fragen hat oder einen Hausbesuch vereinbaren möchte, erreicht die Pflege- und Wohnberatung im Kreis Unna im Severinshaus, Nordenmauer 18 in Kamen unter Tel. 0 23 07 / 28 99 060 oder 0 800 / 27 200 200 (kostenfrei).

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.kreis-unna.de (Suchbegriff Pflege- und Wohnberatung). PK | PKU

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