Blühstreifen - mehr als nur schön

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bluehstreifenjekpVZKamen. Am Freitagmorgen, den 03. Juli,  stehen Umweltberaterin Jutta Eickelpasch von der Verbraucherzentrale und Stadtteilmanagerin Stefanie Haake mit einem Infostand auf dem Kamener Wochenmarkt. Das Thema lautet "Umweltfreundlich Gärtnern". Dazu verteilen sie kostenlos Infomaterialien und regionales Saatgut. Auch Kresse und recycelte Platztöpfchen für die Fensterbank, sowie Anwendundungsempfehlungen für  den  Kompost gehören zum Angebot. Den Stand finden Sie ab 9.00 Uhr am städtischen Pavillon (gegenüber der  Sparkasse). Auf Mundschutz und Abstandsempfehlungen sind auch hier zu achten.

Archiv: Gemeinsam die Stadt zum Blühen bringen

Gemeinsam die Stadt zum Blühen bringen

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Jutta Eickelpasch Stefanie Haake620SKKamen. Einen gemeinsamen Stand der Stadt Kamen und der Umweltberatung der Verbraucherzentrale werden Marktbesucher am Freitag, 03. Juli, ab 10.00 Uhr vor dem Pavillon auf dem Willy-Brandt-Platz finden. Die Stadt Kamen verschenkt insgesamt 100 Päckchen einer regionalen Saatgutmischung mit einem Blühanteil von 30 Prozent. Rund 10 Quadratmeter Fläche können mit einem Päckchen eingesät werden. Kleine Bürger dürfen sich als Ferienprojekt über Pflanzsets für Kresse von Jutta Eickelpasch (li.), Umweltberaterin bei der Verbraucherzentrale, freuen.

Neben dem Thema städtische Beetpatenschaften erhalten Interessierte am Stand außerdem ein umfangreiches Informationsangebot der Umweltberatung rund um ökologische Themen – wie zum Beispiel eine aktuelle Einkaufshilfe zu torffreier Blumenerde und Kompostempfehlungen.

Zahlreiche Flächen (rund 6 ha) werden von der Stadt Kamen derzeit naturnah bzw. extensiv bewirtschaftet. Mit derselben Saatmischung wurde zuletzt eine große Fläche an der Dortmunder Allee, Ecke Perthesstraße eingesät. Finanziert wurde das Saatgut über das Projekt GSW Blütenstrom.

Die GSW engagieren sich mit diesem Projekt vor Ort für den heimischen Artenschutz. Ackerflächen in Kamen, Bönen und Bergkamen werden in Zusammenarbeit mit dem Westfälischen Landwirtschaftsverband und den Ökostromkunden zu Blühflächen umgestaltet. Landwirte säen dort eine Blühmischung mit einheimischen Wildkräutern aus und bewirtschaften diese Flächen mindestens drei Jahre lang nicht. So können sich Insekten vermehren, Kleintiere sowie Vögel finden Schutz und Nahrung.

Wer mehr über das Projekt und die Blühflächen erfahren will, findet auf der Webseite der GSW unter www.gsw-kamen.de/bluetenstrom nützliche Informationen.

Erfrischung für das Kamener Grün: Bäume dursten bei anhaltender Trockenheit

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fwkbaeume719Kamen. Das insgesamt niederschlagsarme Frühjahr und die zuletzt sehr heißen Tage zeigen Wirkung: Viele Bäume bekommen gelblich-braunes Laub und werfen teilweise Blätter ab, weil ihnen das Wasser fehlt. Gerade Straßenbäume, die neben der direkten Sonneneinwirkung noch zusätzlich die Wärmestrahlung von aufgeheizten Fahrbahnoberflächen und Gebäuden aushalten müssen, kommen bei ausbleibendem Regen schneller in eine Stresssituation.

Die Stadt Kamen ist zwar bemüht, möglichst viel öffentliches Grün und viele Bäume mit dem frischen Nass zu versorgen und so über die trockenen Wochen zu bringen, allerdings kann sie bei einem Bestand von deutlich über 8.000 Stadtbäumen längst nicht alle bewässern.

Daher bittet Karsten Harrach vom Fachbereich Planung, Bauen, Umwelt die Bürger und Bürgerinnen um Unterstützung: „Die Straßenbäume – insbesondere die noch jungen – sind in diesen Tagen für jede Gießkanne Wasser dankbar. Dabei ist es gar nicht nötig, „seinen“ Straßenbaum jeden Tag zu gießen. Zweimal die Woche reicht aus, dann aber möglichst reichlich (5-6 Gartengießkannen).“ Die Wassergabe sollte übrigens über die gesamte Baumscheibe verteilt und nicht direkt an den Stamm gegossen werden. Wenn verfügbar, sollte man natürlich zuerst auf aufgefangenes Oberflächenwasser, zum Beispiel von Dachabläufen, zurückgreifen – das wird in diesen Tagen aber ohnehin rar sein.

„Das Wässern eines Baumes wäre eine kleine Geste mit großer Wirkung“, meint Harrach. „Jede Wassergabe hilft unseren Bäumen, möglichst unbeschadet durch die trockene Jahreszeit zu kommen. Und wie wichtig die Bäume für das Stadtklima sind, weiß jeder, der sommertags schon mal im Schatten eines Baumes gesessen hat.“

Klima-Serie: Teil 5 - Wirtschaften mit Blick auf Ressourcen

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217762VKreis Unna. Allein die Welt retten – das ist vielleicht ein bisschen viel verlangt. Doch wenn es darum geht, unser Klima zu schützen, können viele zusammen Großes bewirken. Der Kreis trägt seinen Teil im eigenen Haus bei – schließlich gilt es da eine Menge zu bewirtschaften. Und dabei nimmt die Kreisverwaltung seit vielen Jahren die Ressourcen in den Blick.

Sparsamkeit, Umwelt- und Klimaschutz gehen Hand in Hand, wo immer es in den Kreishäusern und drumherum machbar ist: Denn damit die Verwaltung arbeiten kann, muss permanent jede Menge Material angeschafft werden, müssen Gebäude bewirtschaftet und ein Fuhrpark auf Stand gehalten werden.

Seit 2016 wird der allgemeine Fuhrpark des Kreises Stück für Stück auf E-Fahrzeuge umgestellt. Unter den zwölf Pkw sind inzwischen sechs Elektrofahrzeuge. "Wenn es um Mobilität geht, dreht sich beim Kreis aber nicht alles nur ums Auto", unterstreicht der zuständige Fachdienstleiter Holger Gutzeit. Zwei ÖPNV-Tickets für Dienstreisen, ein Dienstfahrrad und zwei E-Bikes für eher kurze Wege oder auch der Fahrradkeller mitsamt Umkleidemöglichkeit gehören beim Kreis längst zum Standard.

Kreis setzt auf Ökostrom
Betankt werden die E-Fahrzeuge natürlich mit Ökostrom. Genauso wie alles andere in den Dienstgebäuden auf Ökostrom läuft. "Seit 2014 schreiben wir 100 Prozent Ökostrom aus", sagt Gutzeit. "Der ist zertifiziert und muss nachweislich in Anlagen erzeugt werden, die ausschließlich erneuerbare Energiequellen nutzen." Mit der kreiseigenen Photovoltaikanlage auf dem Dach des Freiherr-vom-Stein-Berufskollegs Werne trägt der Kreis einen kleinen Teil zu einer besseren Ökostrom-Bilanz bei. "Außerdem stellen wir Dachflächen für die Nutzung von Photovoltaikanlagen zur Verfügung – zum Beispiel am Feuerwehr-Servicezentrum in Unna."

Klimagerechter Einkauf auch fürs Bistro
Auch an anderer Stelle hat der Kreis Klima und Umwelt im Blick: "Wir ersetzen im kreiseigenen Bistro beispielsweise Plastikartikel sukzessiv durch nachhaltige Alternativen oder bieten sie gar nicht mehr
an", berichtet die zuständige Sachgebietsleiterin Tanja Fityka. "Zum Beispiel gibt es bei uns Mayonnaise, Ketchup und Senf nicht mehr in kleinen Portionstüten, sondern aus der Dosierpumpe." PK | PKU

Kamener Stadtpflanzen - Folge 35: Zitterlinse, Klingelwicke, Erve

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sp35 GLKamen. Was die Menschen Erbse oder "Erve" genannt haben, ist nicht nur das, was wir heute weiterhin genüsslich verspeisen, sondern zusätzlich eine ganze Reihe von Platterbsen- und Wicken-Gattungen und -Arten, alle nahe untereinander und mit den "wirklichen" Erbsen verwandte Schmetterlingsblütler oder Hülsenfrüchtler.

Eine dieser Arten ist die Behaarte oder Rauhaarige Wicke (Ervilia hirsuta, früher Vicia hirsuta), im Westfälischen meist Klingelwicke genannt. Aber auch Zitterlinse ist ein verbreiteter Name, wobei unklar ist, aus welcher deutschsprachigen Region der Name stammt. Er beschreibt jedoch recht gut, wie die Hülsenfrüchte im Wind wackeln bzw. zittern. Im Hellweg waren früher zudem die Namen "Linse" an sich oder "Felderlinse" hin und wieder zu hören (aber nicht gleichbedeutend mit der ebenfalls verwandten eigentlichen Linse aus der entsprechenden Suppe!), allerdings auch für andere Arten der Wicken-Gattungen.

SP35 2GLUnd damit sind wir schon beim nächsten Thema: Wurden früher alle Wicken in die Gattung Vicia gestellt, haben Untersuchungen am Erbgut gezeigt, dass mehrere kleinere eigenständige Gattungen abgetrennt werden müssen (wie das vor allem ganz früher einige Botaniker bereits getan haben), sofern man die Gattungen der Platterbsen sowie die Gattung Erbse (die wirkliche!) eigenständig belassen möchte.

Die Behaarte Wicke gehört zu den kleinblütigen Wicken-Arten. Die ziemlich winzigen weißen, schwach bläulich geaderten Blüten fallen nur deshalb ein wenig auf, weil in der Regel 5 bis 8 von ihnen in einer Traube zusammen stehen und zudem einen Farbkontrast zu den eher mattgrünen Blättern und Stängeln bilden. Die Blätter sind gefiedert und besitzen um 8 Paare von Blättchen, die an ihren Spitzen ausgerandet sind. Die Blätter selbst münden oben in eine Ranke, mit welcher die Pflanze sich gegenüber Konkurrenz gut behaupten kann, indem sie gestützt oder andere Gewächse überwuchernd Richtung Licht wächst. Typisch sind die Früchte: Zweisamige Hülsen mit feiner dichter Behaarung darauf.

SP35 3GLFrüchte der Behaarten WickeDie Behaarte Wicke war früher ein typischer und verbreiteter Ackerbegleiter, wuchs aber kaum weniger regelmäßig in Nutzgärten. In solchen Gemüsegärten bzw. an deren Rändern, Zäunen vor allem in den nördlichen Bereichen von Kamen-Mitte, wo es solche noch vornehmlich bei türkischstämmigen Mitbürgern gibt, tritt sie heute immer noch vielfach auf - die Wicke hat hier sogar deutlich zugenommen. Sonst wächst die Art in Kamens Siedlungen öfters in Gehölz- und Bodendeckerbeeten, auf Brachgelände, an der Bahn, in Staudenfluren usw. Daneben ist sie Bestandteil von Begrünungssaaten und bürgert sich daraus ein, z.B. in Grünstreifen entlang der Seseke. Wie praktisch alle Hülsenfrüchtler lebt die Wicke in Symbiose (Lebensgemeinschaft) mit Knöllchenbakterien, die durch chemische Umwandlung Stickstoffprodukte im Boden in Nitrat umwandeln. Unsere vorherrschend übermäßig mit Nitrat versorgten Lehmböden, die zusätzlich von Natur aus (u.a. durch Lössverwitterung) stickstoffreich sind, benötigen derartige Ansaatpflanzen allerdings kaum.

Serie: Kamener Stadtpflanzen

Kamener Stadtpflanzen - Folge 34: Das Wiesen-Fuchsschwanzgras

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SP34 1GLWiesen-Fuchschwanzgras ini grasigem Saum. Fotos: Dr. Götz Loos für KamenWeb.devon Dr. Götz Loos

Kamen. In den Grünländereien, vornehmlich den Wiesen, außerhalb der Siedlungsgebiete begegnet einem das Wiesen-Fuchsschwanzgras (Alopecurus pratensis) häufig und oft in großen Beständen. Ich habe schon Wanderer gesehen, die vor Wiesen mit Massen der Blütenstände der Art standen und bewunderten, wie diese sich im Wind bewegten und im Sonnenschein silbrig schimmerten. Standörtlich macht das Gras seinem Namen also alle Ehre. Und doch sind dies nicht seine einzigen Wuchsplätze - und auch in den Siedlungen kann man dieses in der Blüte ziemlich attraktive Süßgras finden.
 
SP34 2GLScheinähren bzw. Ährenrispen des Wiesen-Fuchsschwanzgrases.Die Familie der Süßgräser lässt sich nach dem Bau der Blütenstände hauptsächlich in drei für die Erkennung zweckmäßige (nicht systematische) Gruppen gliedern: Ährengräser, Rispengräser und Ährenrispengräser. Letztere Gruppe ist die kleinste bei uns und die vielleicht prominenteste Gattung darin sind die Fuchsschwanzgräser. Ährenrispengräser haben eigentlich eine Rispe, die jedoch gestaucht ist, wobei die Rispenäste gleichmäßig stark verkürzt sind und so der Blütenstand an eine Ähre erinnert (Scheinähre). Beim Wiesen-Fuchsschwanz (wie man auch kurz sagen kann; nicht verwechseln mit der Gattung Amaranthus, die deutsch durchgehend Fuchsschwanz heißt!) sind die Blütenstände länglich-walzlich bis zylindrisch und können bis 12 cm lang werden. Ihre Grundfarbe ist trübgrün, manchmal violett bis bräunlich überlaufen. Wenn die Pflanze blüht, hängen die orangefarbenen bis bräunlichroten Staubbeutel heraus. Eigentlich sind diese Scheinähren aber gar nicht die Blütenstände, sondern so genannte Gesamtblütenstände, denn sie setzen sich aus kurzen Ährchen zusammen, die die eigentlichen Blütenstände darstellen. Die Ährchen bestehen beim Fuchsschwanzgras aus äußeren, lanzettlich geformten Hüllen (Hüllspelzen) und inneren, eiförmigen Tragblättern (Deckspelzen). Letztere "tragen" die wirklichen Blüten. Der silbrige Schimmer der Ährenrispen wird durch gräuliche Grannen erzeugt, von denen je eine aus einer Deckspelze entspringt, bis 1 cm lang.
 
Als herausragendes Futtergras wird der Wiesen-Fuchsschwanz seit langer Zeit angesät. Mit anderen hochwachsenden Grasarten gehört er zu den dominanten Obergräsern des Wirtschaftsgrünlandes. Und so ist er gewiss auch in den Kamener Raum gelangt, mit großer Wahrscheinlichkeit nicht vor dem 18. Jahrhundert. Er ist also ein Neophyt, der eine Einbürgerung mit Einnischung in stabile Lebensräume der Kulturlandschaft erreicht hat. 
 
Im Siedlungsgebiet von Kamen-Mitte wächst das Gras regelmäßig, allerdings bei weitem nicht so häufig wie außerhalb, in grasigen Flächen, vermehrt z.B. entlang der Seseke, aber selbst in intensiver gemähten Scherrasen (auch in Gärten) und wiesenähnlichen Rasen in Parks und auf Friedhöfen. Daneben tritt er vereinzelter auch auf Brachen, Bahngelände, an Gebüschsäumen usw. auf. Dabei verschmäht er selbst etwas bewachsenere Schotterstellen und meist vorübergehende Feuchtbereiche (wie Ränder älterer Pfützen) nicht. Nach wie vor wird der Wiesen-Fuchsschwanz noch immer angesät, in letzter Zeit öfter in "Blumenwiesen"-Mischungen.

Serie: Kamener Stadtpflanzen

 

 

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