Bei Ebay "rumgetrickst": Geldstrafe für Phantom-Handy

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Gerichtsberichte

amtsger19NKWvon Andreas Milk

Kamen. Michael E. (34, Name geändert) ist dabei, sich eine Existenz aufzubauen. Er betreibt einen Online-Handel. Im August 2018 machte sich der Kamener dabei strafbar. Bei Ebay verkaufte er ein Samsung-Handy für 347,90 Euro an einen Kunden in Süddeutschland. Der Kunde überwies das Geld - das Handy kam nicht. Der Kunde ging zur Polizei.

Michael E. war jetzt vor dem Kamener Amtsgericht wegen Betrugs angeklagt. Was im vergangenen Sommer passiert war, stellte er als eine Art Panne dar. Wider Erwarten habe er selbst von seinem Lieferanten keine Handys erhalten. Folge sei gewesen, dass er mehrere seiner eigenen Kunden nicht habe beliefern können. Die Betroffenen waren sauer, informierten Ebay, Ebay sperrte E.s Account, E. konnte sich nicht mehr mit den Kunden in Verbindung setzen, um eine Einigung herbeizuführen - so jedenfalls beschrieb er den Vorgang. "Ich hatte nicht die Absicht zu betrügen." Sein Fehler sei gewesen, mehr Handys zu verkaufen, als er tatsächlich zum Zeitpunkt des Verkaufs verfügbar hatte.

Richter Martin Klopsch kam an der Sache einiges merkwürdig vor. Zum Beispiel habe Michael E. keine Belieferung gegen Vorkasse via Paypal angeboten, sondern sich das Geld aufs eigene Konto schicken lassen. Außerdem habe er in Mails an den geprellten Kunden - noch vor Sperrung seines Ebay-Accounts - den Eindruck erweckt, über ein eigenes Warenlager zu verfügen, das den Versand des Samsung-Handys längst veranlasst haben sollte. Klopsch zu Michael E.: "Sie haben rumgetrickst."

E. ist schon wegen Betrugs und Urkundenfälschung vorbestraft. Die Sache mit dem Samsung-Handy brachte ihm nun seine dritte Verurteilung: eine Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu 25 Euro. Er sagt: Inzwischen biete er nur Dinge zu kaufen an, die er auch wirklich habe.

1
2
0
s2smodern
powered by social2s

Ex-Paar vor Gericht: Buße für mutmaßliche Todesdrohung

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Gerichtsberichte

amtsger19NKWvon Andreas Milk

Kamen. Pjotr O. (50, Namen geändert) und die Bergkamenerin Magda M. (47) waren bis Oktober 2017 ein Paar. Die Beziehung ging kaputt, es gab Streit, und der hatte juristische Folgen. Pjotr O. soll seiner Ex im Dezember 2017 gedroht haben, die Bremsschläuche an ihrem Auto zu zerschneiden; außerdem sei er mit seinem Wagen auf sie zu gefahren und habe gedroht, sie umzubringen. So steht es in der Anklage, über die heute vor dem Kamener Amtsgericht verhandelt wurde.

Die wohl verängstigte Magda M. war an jenem Dezemberabend zur Polizei gegangen und hatte die Vorwürfe gegen Pjotr O. zu Protokoll gegeben. Das sei alles lange her, erklärte sie nun im Gerichtssaal - sie wolle einfach ihre Ruhe. Eine Erinnerung an damals habe sie nicht mehr. Der Umgang zwischen Magda M. auf dem Zeugenstuhl und Pjotr O. auf der Anklagebank war entspannt. Sie dolmetschte für ihn, wenn er eine Bemerkung des Richters nicht verstand.

Pjotr O. hatte eine Bedrohung verneint: Er habe Ende 2017 bloß noch ein paar Dinge aus Magda M.s Wohnung holen wollen. Magda M. habe ihm gesagt, da sei gar nichts mehr.
Vorstrafen hat Pjotr O. nicht. Und Magda M. schien auch keinerlei Interesse zu haben, dass sich das ändert. Der Richter schlug eine Verfahrenseinstellung gegen Zahlung einer Buße an eine gemeinnützige Einrichtung vor. Damit war Pjotr O. - nach eigener Darstellung ja unschuldig - einverstanden. Er muss 750 Euro an die Deutsche Wildtierstiftung überweisen. Sobald er das getan hat, ist der Fall abgehakt.

1
2
0
s2smodern

Kiosk-Attacke mit Cappuccino: Geldstrafe

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Gerichtsberichte

amtsgerichtKamen AMvon Andreas Milk

Kamen. Ein Becher mit Cappuccino kann ein Tatwerkzeug sein. Die Bergkamenerin Magda L. (38, Name geändert) stand wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht Kamen. Am Vormittag des 11. Oktober 2018 war sie im Kiosk am Bergkamener Stadtmarkt einer Bekannten begegnet, Rosa F. (35). Freundlich ausgedrückt, schätzen die beiden Frauen sich nicht besonders. Plötzlich jedenfalls hatte Rosa F. den Inhalt von Magda L.s Cappuccinobecher im Nacken. Weil dieser Inhalt heiß war und Rosa F. Verbrühungen ersten Grades erlitt, stand nun in der Anklage gegen Magda L.: Sie habe sich der "Beibringung eines gesundheitsschädlichen Stoffes" schuldig gemacht.

Magda L. gab die heiße Begegnung zu. Aber: Es sei ein Unfall gewesen. Rosa F. habe sie am Kiosk-Eingang im Vorbeigehen mit ihrer Tasche angestoßen. Dabei habe sie eben den Becher aus der Gewalt verloren. "Ich selbst habe auch was abgekriegt." Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft beantragte Freispruch.

Der Richter allerdings war von Magda L.s Schuld - und Vorsatz - überzeugt. 1500 Euro Geldstrafe lautete das Urteil. Wichtigster Punkt der Begründung: Ohne Absicht von Magda L. hätte der Cappuccino nicht in Schulterhöhe von Rosa F. gelangen können - zumal das Opfer der Kaffeeattacke noch rund 12 Zentimeter größer ist als die (Ver-) Schütterin. Die will das Urteil anfechten. Gut möglich also, dass die Justiz weiter mit den beiden zu tun hat. L. über F.: "Ständig zerrt sie mich vor Gericht."

1
2
0
s2smodern

Einsatzort Markt: Zweimal Alkohol, zweimal Aggressivität gegen Polizisten - zweimal Haft

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Gerichtsberichte

amtsgerichtKamen AMAmtsgericht Kamen - Foto: Andreas Milk für KamenWeb.devon Andreas Milk

Kamen. Zwei Polizeieinsätze am Kamener Markt haben heute das Amtsgericht beschäftigt - es gab eine Menge Ähnlichkeiten. Beide Male waren die Auslöser aggressive Männer, beide Male hörten sich die Beamten Beschimpfungen an. Und beide Male verhängte Richter Martin Klopsch Haftstrafen.

Erster Fall: Am Morgen des 8. September 2018 gegen 6.30 Uhr läuft der 25-jährige Murat K. (Namen der Beteiligten geändert) durch die Innenstadt. Vor dem Kamen Quadrat an der Kampstraße demoliert er den Außenspiegel an einem Laster der Bäckerei Heuel. Den Fahrer nennt er einen "Hurensohn". Die Polizei wird gerufen. Die fasst Murat K. wenig später an der Bushaltestelle am Markt. Eine Polizistin muss sich "Hure", "Schlampe" und ähnliches nennen lassen. Im Polizeiwagen randaliert K., bis zur Ankunft auf der Wache in Unna geht es außerdem mit Beleidigungen weiter. Im Gerichtssaal nennt Murat K. - scheinbar reuig - das Geschehene "beschämend". Es tue ihm leid. Er habe damals Stress mit seiner Freundin und darum eine 0,7-Liter-Flasche Wodka intus gehabt. Als ein Polizist eine für K. ungünstige Zeugenaussage macht, ist es mit der Reue vorbei. K. wird wieder aggressiv. Richter Klopsch zieht den Schluss: Das nette Wesen "war wohl nur gespielt". Für den mehrfach vorbestraften K. heißt es nun: sechs Monate Gefängnis. Er kann Berufung einlegen.

Zweiter Fall: Am 6. Dezember 2018 bittet der Sicherheitsdienst auf der Kamener Winterwelt die Polizei um Unterstützung. Am Marktbrunnen gibt es Ärger mit Thomas W., damals 48 Jahre. Er soll eine Bierflasche durch die Gegend geworfen haben. Die Beamten beschimpft er; "Wichser" ist noch eine der harmloseren Bezeichnungen. Er ignoriert einen Platzverweis. Die Beamten nehmen ihn mit nach Unna, weil auf der Kamener Wache zu der Zeit kein Platz ist. Eine Beamtin hat Mühe, ihn auf der Fahrt unter Kontrolle zu halten. "In Unna war ich nassgeschwitzt", sagt sie im Gericht. Die Polizistin erinnert sich auch noch gut an die Atmosphäre auf dem Kamener Markt. Alle "guckten sich das Schauspiel an", die Zuschauer hätten sich "köstlich amüsiert". Thomas W.s Entschuldigung für sein Verhalten beantwortet die Frau nicht. Sie schaut zum Richtertisch. W.s Bedauern scheint echt. Der frühere Heroinabhängige ist Alkoholiker. Er war ein paar Wochen in U-Haft - "das hat mir gut getan". Sein Vorstrafenregister reicht zurück bis 1989. "Es wird so weitergehen, so lange Sie Ihr Problem mit dem Alkohol nicht lösen", sagt Richter Klopsch. Das Urteil für Thomas W.: zehn Monate Haft. W. sagt: "Dass ich Hilfe brauche, ist mir klar." Die Haftstrafe akzeptiert er.

1
2
0
s2smodern

Missbrauchsverdacht? - "Zur Polizei gehen - nicht zu den Nachbarn"

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Gerichtsberichte

amtsgerichtKamen AMAmtsgericht Kamen - Foto: Andreas Milk für KamenWeb.devon Andreas Milk

Kamen. Aus Sorge um den 15-jährigen Sohn hatte sich ein Ehepaar aus Heeren eine Anklage wegen übler Nachrede eingehandelt. Der Prozess vor dem Kamener Amtsgericht endete heute mit einer Einstellung des Verfahrens wegen geringer Schuld - und mit dem Rat des Richters: Wer glaubt, dass seinem Kind von jemand anderem Gefahr drohe, der solle das der Polizei sagen - nicht den Nachbarn.

Rückblende: September 2018. Der 15-Jährige lebt schon eine Weile nicht mehr bei seiner Mutter und deren Mann. Er ist vielmehr in einer betreuten Wohngruppe. Aus einem Chatverlauf schließt das Ehepaar, dass Daniel und Thorsten H. (Namen geändert) - ein homosexuelles Paar aus der Gegend - den Jungen missbrauchen, ihm Alkohol und Drogen zugänglich machen. Es folgt eine Suchaktion. Nachbarn werden befragt. Dabei kommt der Verdacht gegen Daniel und Thorsten H. zur Sprache.

Dass sie diesen Verdacht äußerten und verbreiteten, gaben die Eheleute zu. Vier als Zeuginnen geladene Nachbarinnen brauchten deshalb nicht auszusagen. Bleibt die Frage: Was ist dran an den Beschuldigungen in Richtung Daniel und Thorsten H.? Gegen den Jüngeren von ihnen, den 37-jährigen Daniel H., ist ein Ermittlungsverfahren im Gange. Deshalb durfte er im Prozess gegen die Eheleute die Aussage verweigern, um sich nicht selbst belasten zu müssen - und tat das auch. Gegen seinen Mann Thorsten gibt es kein Verfahren - und er hatte darum kein Aussageverweigerungsrecht. Er sagte, die Familie des 15-Jährigen lauere ihm und Daniel H. auf, bedrohe sie. Dabei hätten er und sein Partner sich bloß als Freunde um den Jungen gekümmert.

Ebenfalls als Zeuge im Prozess war ein Beamter der Kripo. Er hatte sich Erkenntnisse für das Verfahren gegen Daniel H. erhofft. Die gab es aber nicht. Wie lange dieses Verfahren sich noch hinziehen wird, konnte er nicht sagen.

1
2
0
s2smodern

Anzeigen

kamenlogo

kamengutschein240

ko logo

kkk logo

linklogogilde

technoparkkamen