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Spatenstich für erste Klimaschutzsiedlung in Methler

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Lokalnachrichten

MethlerKlimasiedlung1 920CVBeim Spatenstich für die erste Klimaschutzsiedlung griffen Beigeordneter Dr. Uwe Liedtke, Finanzkirchmeisterin Susanne Baumert, Bürgermeisterin Elke Kappen und Baukirchmeisterin Annette Wortmann zum Spaten. Fotos: Christoph Volkmer für KamenWeb.de

von Christoph Volkmer

Methler. Mit dem obligatorischen Spatenstich ist die Klimaschutzsiedlung in Kamen-Methler zum Wochenstart sichtbar auf den Weg gebracht worden. Die Nachfrage nach den 35 Baugrundstücken für Einzel- und Doppelhäuser ist mit über 300 Bewerbern schon jetzt enorm.

MethlerKlimasiedlung2 920CVEinige Ratsmitglieder verfolgten den Startschuss für die erste Klimaschutzsiedlung in Methler. „Viele Menschen schauen auf uns, denn das ist ein Projekt, was zu einem Stück auch in die Bau-Zukunft weist“, so Bürgermeisterin Elke Kappen am Montagnachmittag beim Spatenstich an der Wohnbaufläche an der Germaniastraße hinter dem Seniorenzentrum „Peter und Paul“. Auf der rund 3,1 ha großen Wohnbaufläche können 35 Baugrundstücke mit Grundstücksgrößen im Bereich von 300 bis 600 Quadratmetern entwickelt werden.

Nördlich des Altenzentrums sind zudem zwei Mehrfamilienhäuser mit maximal sechs bis acht Wohneinheiten vorgesehen. „Ein Schwerpunkt der Klimaschutzsiedlung ist die Vermeidung von wärmebedingten CO2-Emissionen im Gebäudebereich. Hier entstehen also hocheffiziente Häuser, die Klima und Umwelt profitieren lassen. Insofern ist das für uns ein Vorzeigeprojekt“, erklärte Kappen weiter.

Der Acker gehört der Evangelisch Lutherischen Kirchengemeinde Methler, das Projekt sei im „guten Schulterschluss“ miteinander entwickelt worden, teilte die Bürgermeisterin den anwesenden Ratsvertretern und Mitgliedern der Kirchengemeinde mit. Die Nachfrage ist hoch. Aktuell stehen 291 Interessenten auf der Liste der Stadt, die über 21 der Grundstücke verfügt. Die Kirchengemeinde vergibt 14 Grundstücke und hat dafür bereits 20 Bewerber.

Die Nachfrage dürfte noch zunehmen, denn die Grundstücksvergabe erfolgt erst im ersten Quartal 2021. „Bei der großen Nachfrage machen wir uns keine Gedanken darüber, das wir die Grundstücke nicht loswerden, dafür ist die Warteliste viel zu lang“, sagte die Bürgermeisterin. Derzeit ist die Stadt dabei, die Erschließungskosten zu ermitteln, die dann auf die Grundstückspreise umgelegt werden.

Die Kirche vermarktet nach bewährtem Erbbaurecht in Eigenregie, das bedeutet, dass die Häuslebauer das Grundstück nicht kaufen müssen, sondern der Kirchengemeinde einen jährlichen Erbbauzins zahlen.
Während der Bauphase werde es sicher Einschränkungen geben, vermutete Kappen. „Aber ich bin sicher, dass für das Dorf Methler und die Menschen, für die wir das hier machen, hier eine gute Wohnqualität geschaffen wird und dafür muss man eben die ein oder andere Einschränkung hinnehmen.“

Auch Pfarrer Jochen Voigt blickt optimistisch auf das Projekt. Dennoch gebe es ein paar Dinge, die im Auge behalten werden müssten, beispielsweise die künftige Parkplatzsituation an den beiden Mehrfamilienhäusern. „Es geht nicht, dass dann später auf dem Gemeindeparkplatz geparkt wird“, so Voigt. Beim laufendem Bau müsse zudem darauf geachtet werden, dass es keine Komplikationen zwischen ausfahrenden Baggern und Eltern, die ihre Kinder vom gegenüberliegenden Kindergarten abholen, gebe.

Archiv: Wohnbebauung südlich Dorf Methler: Bebauungsplanentwurf für Klimaschutzsiedlung liegt aus

Gibt es oder gibt es nicht? Fußballfragen für Experten

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Lokalnachrichten

fussballKWvon Heinrich Peuckmann

Alle reden mit beim Fußball, jeder weiß alles besser, aber wer hat wirklich Ahnung? Hier Fragen, die ein Experte auf jeden Fall beantworten müsste.

1. Gibt es das, einen Fußballer, der Deutscher Meister wurde, Pokalsieger, der mehrere Länderspiele bestritt, aber nur einen Arm hatte?

Ja, den gab es. Robert Schlienz hieß er, spielte beim VfB Stuttgart, wurde sogar zweimal mit seiner Mannschaft Meister und Pokalsieger und bestritt 1955 sein erstes von drei Länderspielen. Bei einem Verkehrsunfall hatte er 1948 seinen linken Unterarm verloren, seine Fußballkarriere schien beendet zu sein, aber sein Trainer Wurzer überredete ihn, nicht aufzugeben und so trat Schlienz schon vier Monate nach der Amputation wieder für seinen VfB an, nicht mehr als torgefährlicher Stürmer, sondern als Mittelfeldspieler. Schlienz war nicht irgendein Spieler der damaligen Meistermannschaft des VfB, er war der beste, der Star des Teams. Bundestrainer Herberger zögerte lange, ihn für die Nationalmannschaft aufzustellen. Als er am 28. Mai 1955 beim 2:1-Sieg gegen Irland sein erstes Spiel bestritt, fanden viele Fußballexperten diese Entscheidung längst als überfällig. Herberger hatte so lange gezögert, weil er Sorge hatte, gegnerische Mannschaften könnten einen Spieler mit einem so großen Handicap nicht richtig angreifen und solch einen Vorteil wollte der Bundestrainer nicht.

2. Ein Länderspiel der deutschen Mannschaft, bei dem zu wenig Spieler anreisten und die Verantwortlichen auf der Tribüne nachschauen mussten, ob sie geeignete Spieler finden konnten, die binnen einer Stunde vom Zuschauer zum Nationalspieler aufstiegen, gibt es das?

Ja, das gab es auch. 1910, beim Länderspiel gegen Belgien war das, als der DFB übersah, dass am Tag vorher das Endspiel um die deutsche Fußballmeisterschaft stattfand und man vom Meister Karlsruher FV mehrere Spieler einlud, die aber nach ausgiebiger Siegesfeier nicht nach Duisburg anreisen konnten. Nur acht Spieler waren erschienen, die Belgier dagegen waren komplett angereist. Sie bereiteten sich schon auf das Spiel vor, als der Fehler auffiel, so dass eine Absage nicht mehr möglich war. Folglich sah man sich heimlich auf der Tribüne um und entdeckte vier Duisburger Spieler, die gekommen waren, um sich ein Länderspiel anzusehen. Berghausen, Budzinsky, Schilling und Breynk hießen sie, von denen drei kurz drauf in der Anfangsformation standen und Breynk später, was damals noch ungewöhnlich war, eingewechselt wurde. Damals spielte man mit elf Spielern durch, egal, was passierte. Breynk wurde übrigens für Peco Bauwens eingewechselt, den späteren DFB-Präsidenten, der gegen Belgien sein einziges Länderspiel bestritt und nach siebzig Minuten konditionelle Probleme hatte. Was Wunder, dass das Spiel mit 0:3 verloren ging. Dabei spielte Zufallsnationalspieler Christian Schilling so gut, dass er noch zu einem zweiten Spiel eingeladen wurde. Aber auch dieses Spiel gegen Holland ging mit 1:2 verloren. Womit auch seine Nationalmannschaftskarriere, die eigentlich gar nicht beginnen sollte, zu Ende war.

3. Kann man sich denn das vorstellen, einen Nationalspieler, der kein Länderspiel bestritten hat?

Nein, das kann man nicht. Nationalspieler wird man ja gerade dadurch, dass man in einem Länderspiel mitmacht. Aber fast, so könnte man sagen, fast gibt es das trotzdem, was an dem Verständnis des Wortes „mitmachen“ liegt. Denn es gab einen Spieler, der sein erstes Länderspiel bestritt, ohne ein einziges Mal an den Ball zu kommen. Hartwig Bleidick von Borussia Mönchengladbach war das, der mit seiner Mannschaft mehrfach Deutscher Meister wurde, aber immer nur in der Amateurnationalmannschaft eingesetzt wurde. Ob ein Meisterspieler in der Bundesliga tatsächlich noch Amateur sein kann, soll hier nicht weiter hinterfragt werden, aber einmal wurde Verteidiger Bleidick doch zu einem Länderspiel eingeladen. 1971 beim EM-Qualifikationsspiel gegen Albanien war das. Gleich mehrere Abwehrspieler hatten verletzt absagen müssen, da griff Bundestrainer Schön in seiner Not auf Bleidick zurück. Die Absicht, ihn spielen zu lassen, hat er wohl nie gehabt, er wollte nur auf eine Notsituation vorbereitet sein. Aber da kannte er seinen Stammspieler Berti Vogts schlecht, der mit Bleidick befreundet war. Berti war schon immer Kumpel gewesen. Kurz vor Schluss des Spiels, das mühevoll mit 2:0 gewonnen wurde, spielte er plötzlich den Verletzten. Nein, die letzten zwei Minuten konnte er auf keinen Fall weiterspielen, signalisierte er zur Trainerbank, so dass Helmut Schön doch noch Bleidick einwechseln musste. Das geschah freilich so spät, dass er nicht mehr an den Ball kam. Ein Nationalspieler, der nicht mal den Ball berührt, also nicht im Wortsinne mitgemacht hatte, das konnte Helmut Schön nicht zulassen. So lud er ihn zehn Tage später zu einem weiteren Länderspiel ein und wechselte ihn nach einer Stunde für Beckenbauer ein. Zwei Länderspiele hat Hartwig Bleidick also bestritten. Eines mit Ballberührung und eines ohne.

4. Gibt es das denn, einen Schiedsrichter, der im Spiel bei einer Weltmeisterschaft die Flanke einer Mannschaft absichtlich wegköpft, damit sie kein Tor schießen kann?

Tatsächlich, das hat es auch gegeben. Der schwedische Schiedsrichter Eklind leistete sich diese unglaubliche Unsportlichkeit bei der WM 1934 in Italien. Die Österreicher mit ihrem Wunderspieler Sindelar reisten als Favoriten an, und obwohl gleich mehrere ihrer besten Fußballer durch Fehlplanung des Verbands nicht mitreisen konnten, erreichten die Österreicher erwartungsgemäß das Halbfinale gegen Italien. In diesem Spiel fing ihr Torwart Platzer eine Flanke des italienischen Außenstürmers Orsi ab, wurde dann aber von den italienischen Stürmern Miazza und Schiavo schwer gefoult und im Fallen auch noch über die Torlinie geschubst. Eklind erkannte trotzdem auf Tor. Der Ball hatte ja, in den Armen des gefoulten Torhüters Platzer, die Torlinie überschritten. In der zweiten Halbzeit setzte er dem Ganzen dann die Krone auf. Eine Flanke von Sindelar auf seinen frei vor dem italienischen Tor stehenden Mitspieler Zischek köpfte er einfach weg. Nicht ein italienischer Abwehrspieler tat das, sondern der Schiedsrichter selber! Italien wurde Weltmeister, die Österreicher, enttäuscht durch den Ausgang dieses Spiels, verloren auch noch das Spiel um den dritten Platz gegen Deutschland. Später stellte sich heraus, dass Eklind, noch am Abend vorher Ehrengast bei dem Faschisten Mussolini, bestochen war.

5. Ist das denkbar? Ein Weltstar des Fußballs, den die Nazis ermorden ließen?

Doch, das ist denkbar, wenn auch nicht bewiesen. Es handelte sich um den schon erwähnten Matthias Sindelar, den wohl besten Fußballer seiner Zeit. Sindelar, so viel steht fest, mochte die Nazis nicht, die 1938 Österreich besetzten und die österreichische Nationalmannschaft, die sich für die WM 1938 qualifiziert hatte, sofort auflösten. Als Trost für die enttäuschten Fußballfans fand ein Spiel „Altreich“ gegen „Ostmark“ statt. In diesem Spiel hat Sindelar in aufreizend lässiger Weise gleich mehrere hundertprozentige Chancen vergeben, um zu zeigen, wie wenig Wert er diesem Spiel beimaß. Als er dann doch das 1:0 für die „Ostmark“ erzielte, führte er vor den Nazis auf der Haupttribüne ein Freudentänzchen auf, um sie noch mehr zu provozieren. Danach wurden alle Profiverträge der österreichischen Fußballer aufgelöst und so genannte jüdische Vereine verboten. Dazu gehörte auch Sindelars Verein Austria Wien. Dessen Vorsitzenden auch nur zu grüßen, wurde den Spielern verboten, woran sich Sindelar nicht hielt. „I, Herr Doktor, wird Ihna oba immer griaßn“, soll er gesagt haben.
Herbergers wiederholte Einladungen, für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen, ignorierte er. 1939 wurde er tot in seinem Bett gefunden, neben ihm lag seine jüdische Freundin Camilla, die zwar noch lebte, aber einen Tag später verstarb. Der Kamin wäre schadhaft gewesen, wurde bei Untersuchungen festgestellt, beide seien an einer Kohlenmonoxydvergiftung gestorben. Aber die Polizisten, die die beiden gefunden haben, behaupteten später, Ofen und Kamin wären in Ordnung gewesen. Der Verdacht, dass daran manipuliert worden war, blieb bestehen.
Sindelar, ein doppelt betrogener also. Beim Fußball betrogen um den WM-Titel 1934 und später, seiner Standhaftigkeit wegen, auch noch um sein Leben gebracht.

6. Hat es das gegeben? Einen Fußballer, der viele Länderspiele bestritt, an einer Weltmeisterschaft teilnahm und gleichzeitig ein bekannter Romanautor war, der viele Literaturpreise erhielt und als Kandidat für den Nobelpreis galt?

Nein, das hat es nicht gegeben. Aber in Ungarn gibt es ein Brüderpaar aus der berühmten Esterhazy-Sippe, von denen der eine ein großartiger Fußballer wurde und der andere ein weltberühmter Schriftsteller. Marton Esterhazy kam auf fast 30 Länderspiele und nahm mit der ungarischen Mannschaft an der Weltmeisterschaft 1986 teil, bestritt dort alle drei Vorrundenspiele, schied dann aber aus. Sein Bruder Peter sollte nach dem Willen der Fußball begeisterten Mutter, die mit den großen Spielern der Wunderelf von 1954 befreundet war, ebenfalls Fußballer werden. Zu jedem Spiel ihrer Söhne ist sie hingelaufen und hat auf der Tribüne mitgezittert, geschimpft, gedroht und ist so manches Mal des Platzes verwiesen worden. Zu Peters Spielen kam sie aber nicht mehr, als der 14 Jahre alt wurde. Da hatte ihr der fachmännische Blick gezeigt, dass aus diesem Jungen nichts werden würde. So wurde Peter fast zwangsläufig Schriftsteller, der großartige Romane geschrieben hat, nicht zuletzt über Fußball. „Keine Kunst“ zum Beispiel, in dessen Mittelpunkt die Fußballverrückte Mutter steht, für die kein Geringerer als der geniale Ferenc Puskas geschwärmt hat.

7. Schon einen Hattrick in einem Länderspiel zu erzielen, ist schwierig. Kann man sich dann vorstellen, dass ein Spieler mal sage und schreibe 10 Tore in einem Länderspiel erzielt hat?

Doch, das hat es tatsächlich gegeben, auch wenn man es sich kaum vorstellen kann. Dem Karlsruher Gottfried Fuchs ist diese bisher einmalige Leistung in der deutschen Länderspielgeschichte geglückt. Sie fand statt während der Olympischen Spiele 1912 in Stockholm im Spiel gegen Russland. Mit 16:0 wurden die Russen vom Platz gefegt, Fuchs traf zehnmal, sein Freund Fritz Förderer, der wie er beim Karlsruher FV spielte, schoss 4 Tore. Eine Medaille haben die Deutschen trotzdem nicht gewonnen, weil in den anderen Spielen gegen Ungarn und Österreich jeweils Spieler verletzt wurden, die nicht ausgewechselt werden durften, darunter bei der Niederlage gegen Österreich der Torhüter Albert Weber. Insgesamt bestritt Fuchs 6 Länderspiele, in denen er 13 Tore schoss. Der Schnitt von über zwei Toren pro Spiel ist ebenfalls bis heute Rekord. 1910 wurde Fuchs mit seinem Verein Karlsruher FV zudem deutscher Fußballmeister.
Fuchs hatte ein besonderes Schicksal, denn er war Jude, der zweite Spieler dieses Glaubens, dem der Sprung in die Nationalmannschaft gelang. Während sein Mannschaftskollege Julius Hirsch 1943 von den Nazis in Auschwitz ermordet wurde, gelang Fuchs 1937 rechtzeitig die Flucht über die Schweiz nach Frankreich. 1940, als die Nazis einmarschierten, musste er weiter nach Kanada fliehen, wo er unter dem Namen Gotfrey Fochs den Rest seines Lebens verbrachte. Sein größter Fan war der spätere Bundestrainer Sepp Herberger. Herberger war ja ebenfalls ein guter Fußballer gewesen, der dreimal für die Nationalmannschaft spielte. Fuchs war sein großes Vorbild, auch später, als Fuchs längst aus allen Fußballannalen gestrichen war, erinnerte er immer wieder an ihn. Als die deutsche Nationalmannschaft 1956 in Moskau gegen die Sowjetunion spielte, schickte Herberger ihm eine Grußkarte nach Kanada, die er von allen Spielern unterschreiben ließ. Damit erinnerte er Fuchs an seinen Torrekord gegen Russland. Als 1972 das Olympiastadion in München mit einem Spiel gegen die Sowjetunion eingeweiht werden sollte, schlug Herberger dem DFB-Präsidenten Neuberger vor, Fuchs auf DFB-Kosten als Ehrengast einzuladen, was Neuberger aber ablehnte, um – wie er sagte – keine Präzedenzfälle zu schaffen. Eine unsinnige Argumentation, Fuchs war der einzige überlebende jüdische Nationalspieler. Enttäuscht schrieb Herberger seinem Vorbild Fuchs von dieser Ablehnung, die ihn aber nicht mehr erreichte. Fuchs war einen Monat vorher gestorben.
Den Weltrekord an Toren in einem Länderspiel hält übrigens der Australier Archie Thompson, der 2001 beim Länderspiel gegen Amerikanisch-Samoa dreizehn Mal traf. Der australische Sieg in Höhe von 31:0 ist ebenfalls Weltrekord. Thompson schoss, dies nebenbei, auch den schnellsten Hattrick der Geschichte. Nach seiner Einwechslung im Spiel gegen Guam traf er innerhalb von fünf Minuten dreimal.

8. Einen Torwart, der bei einer Weltmeisterschaft einen Sonnenstich erleidet, in tranceähnlichem Zustand durch den Torraum taumelt und schließlich vom Masseur, der hinter seinem Tor steht, dirigiert wird, sich nach links oder rechts zu werfen, weil er die Schüsse auf sein Tor nicht mehr erkennen kann, hat es das gegeben?

Ja, auch das ist vorgekommen. Im Viertelfinalspiel bei der Weltmeisterschaft 1954 zwischen Österreich und Gastgeber Schweiz erlitt der österreichische Torwart Kurt Schmied schon kurz nach Anpfiff einen Sonnenstich, was dadurch auffiel, dass er plötzlich durch die eigene Hälfte irrte, kaum noch ansprechbar war und so gut wie nichts vom Spiel mitbekam. Es war ein glühend heißer Tag, als „Hitzeschlacht von Lausanne“ ging das Spiel in die Annalen ein. Vor allem aber als dasjenige WM-Spiel, in dem bisher die meisten Tore fielen. Die Schweizer gingen mit 3:0 in Führung, kein Wunder bei dem Handicap der Österreicher, die dann ihre Taktik umstellten. Bedingungsloser Angriff war fortan ihre Devise, zumal sie sich auf ihre Abwehr ja nicht mehr verlassen konnte, und tatsächlich verwandelten sie den klaren Rückstand innerhalb von nur zehn Minuten in einen Vorsprung von sage und schreibe 5:3. In der Halbzeit wurde Schmied ohnmächtig, konnte aber rechtzeitig bis zum Anpfiff wieder zu Bewusstsein gebracht werden. Nur noch zwei Tore ließ er zu, dank der Mithilfe des Masseurs natürlich, der ihn dirigierte und Schwämme mit kaltem Wasser zuwarf, zwei Tore schossen aber auch die Österreicher, so dass sie am Ende mit 7:5 gewannen. Alle österreichischen Spieler haben später von diesem Sieg in höchsten Tönen geschwärmt, Schmied hat sich ihre Berichte immer nur ungläubig angehört. Er konnte sich nämlich an nichts erinnern.
Im Halbfinalspiel gegen Deutschland musste er durch den verletzten Stammtorwart Zeman ersetzt werden, der einen rabenschwarzen Tag erwischte. Locker mit 6:1 besiegten die Deutschen die Österreicher und schafften im Finale die Sensation gegen Ungarn. Wer vom „Wunder von Bern“ redet, sollte auch die „Hitzeschlacht von Lausanne“ nicht vergessen.

Kamener erweisen Goldschmiedekünstler Gregor Telgmann vor seiner "Quelle" die letzte Ehre

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telgmann nachruf920AGBürgermeisterin Elke Kappen würdigte Gregor Telgmann mit einer Ansprache an die Teilnehmer der Nachrufveranstaltung.

von Alex Grün

telgmann920AGKamen. Rund 100 Kamener erwiesen dem am 13. August mit 80 Jahren verstorbenen Goldschmiedekünstler Gregor Telgmann am Sonntag vor dem von ihm geschaffenen Brunnen auf dem Markt die letzte Ehre.

Die große Anteilnahme stellte unter Beweis, welch große Beliebtheit Gregor Telgmann als Künstler, Geschäftspartner und Freund seitens der Kamener zu seinen Lebzeiten zuteil wurde. Bürgermeisterin Elke Kappen würdigte ihn als einen "großartigen Künstler und gleichzeitig sehr bescheidenen Menschen", der das Leben in Kamen auf vielfältige Art und Weise bereichert habe. Insbesondere natürlich durch sein Werk "Die Quelle", dem ersten Brunnen auf dem Kamener Markt, der im Jahr 1993 mit viel Begeisterung seitens der Bevölkerung eingeweiht wurde. Rund 3000 Menschen waren damals bei der Enthüllung dabei. Sie werde Gregor Telgmann als "großen Künstler aus Ihrer Mitte" in Erinnerung behalten, richtete Kappen an die zahlreichen Besucher der rund halbstündigen Nachrufveranstaltung - eine Trauerfeier in entsprechendem Rahmen sei aufgrund der Corona-Situation nicht möglich gewesen, erklärte Telgmanns Witwe Marianne, die mit den gemeinsamen Töchtern Dorothée, Alexandra und Stephanie gekommen war. Ihm sei es immer wichtig gewesen, Kunst berührbar zu machen, so Marianne Telgmann über ihren verstorbenen Mann. Die "Quelle" sei dafür das beste Beispiel: "Wenn Sie am Brunnen vorbeikommen, werden Sie weiter an ihn denken". Musikalisch begleitet wurde die Ehrung von Violinistin Freya Deiting von der städtischen Musikschule, die, ganz nach Gregor Telgmanns musikalischem Geschmack, das Stück "Air" und einen Choral von Johann Sebastian Bach sowie die "Träumerei" von Robert Schuhmann spielte.

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RV Wanderlust hofft auf doppelte Unterstützung

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Lokalnachrichten

RV Wanderlust 01 920CVErfolgreich verlief - auch ohne die Pflaumenkirmes - der Verkauf von Kuchen, den der RV Wanderlust in diesem Jahr erneut auf die Beine gestellt hat. Foto: Christoph Volkmer für KamenWeb.de

von Christoph Volkmer

Methler. Die Pflaumenkuchen-Verkaufsaktion des RV Wanderlust am vergangenen Wochenende war ein voller Erfolg. Bei bestem Wetter fanden sich an drei Tagen viele Gäste auf dem idyllischen Kirchplatz vor der Margaretenkirche ein und unterstützen den RV Wanderlust mit dem Verzehr von Kaffee und Kuchen.

„Wir haben rund 500 Stücke Pflaumenkuchen verkauft. Das ist zwar nicht ganz so viel wie im Vorjahr, aber da hatten wir ja auch noch die Pflaumenkirmes dabei. So gesehen sind wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, bilanziert Manfred Chytralla, Vorsitzender des RV Wanderlust.

Der Erlös der Aktion fließt in die laufenden Fassadenarbeiten am Vereinsheim im alten Dorfkern. „Den Großteil der Balken und Sparren haben wir zwar umsonst erhalten, aber das Befestigungsmaterial und die Fachwerke müssen noch ausgefüllt werden, da kommt noch eine ganze Menge auf uns zu“, berichtet der Vorsitzende. Die Arbeiten liefen bei dem guten Wetter zuletzt auf Hochtouren. Am Donnerstag ist die Dachsparrenkonstruktion für das Schleppdach fertig geworden. Bis Ende Oktober sollen die Außenarbeiten, zu denen auch eine neue Fachwerkverkleidung gehört, am Gebäude fortgesetzt werden.

Unterstützer und Mitglieder können noch historische Dachpfannen erwerben, die auf das Schleppdach gelegt werden. Chytralla erklärt: „Auf der sichtbar bleibenden Unterseite der Dachpfannen wird der Name des Unterstützers aufgebracht. Deshalb verkaufen wir für die Finanzierung der gesamten Fachwerkverschönerung die Pfannen für 5 Euro pro Stück.“ Interessenten können sich direkt beim Vorsitzenden melden, um sich eine oder mehrere der Dachpfannen zu sichern.

Der RV Wanderlust freut sich zudem über die Teilnahme am "Anpacker 2020"-Wettbewerb, den Antenne Unna und die Volksbank Unna ausgerufen haben. Der Sender schreibt dazu: „Ob Nachbarschaftshilfe, Arbeit im Verein oder auch ein Natur- und Klimaschutz-Projekt: Wer engagiert sich gerade in diesem Jahr besonders vor der eigenen Haustür?

Wir möchten die wahren Helden des Alltags kennenlernen und ihre Idee unterstützen. Die Volksbank Unna fördert die ausgewählten Projekte mit bis zu 10.000 Euro“.
Per Online-Voting ist ab sofort eine Abstimmung möglich. Zu den Nominierten gehören neben dem RV Wanderlust auch die Sportschützen Heeren-Werve. Weitere Informationen zum Wettbewerb gibt es unter: www.antenneunna.de/programm/aktionen/anpacker-2020.html

rvumbau920vereinDie Arbeiten am Vereinsheim im Dorfkern laufen. Erst am Donnerstag ist die Dachsparrenkonstruktion für das Schleppdach fertig geworden. Foto: Chytralla/RV Wanderlust

Premiere: Stadtleuchten in Kamen vom 2. bis 4. Oktober

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Lokalnachrichten

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Verkaufsoffener Sonntag am 4. Oktober von 13.00 - 18.00 Uhr in der Kamener Innenstadt

Kamen. Nachdem in Kamen das kulturelle Leben langsam seinen Wiedereinzug feiert und an verschiedenen Standorten ein breit gefächertes Angebot von Kleinkunst über Sinfonie, Ausstellungen bis hin zu Kabarett angeboten wird, möchten die Stadt und der Lippeverband, unterstützt von den Gemeinschaftsstadtwerken, den Sesekepark und Teile der Innenstadt aufwendig illuminiert in Szene setzen.

Am Wochenende vom 02. bis zum 4. Oktober 2020 lohnt sich in den Abendstunden ein Spaziergang durch den zauberhaft beleuchteten Sesekepark und von dort in die Innenstadt, wo es ebenfalls noch das eine oder andere Lichtobjekt zu bestaunen gibt. Hierbei ist es gerade ein Interesse des Lippeverbands, das urbane Miteinander zwischen Fließwasser und städtischem Leben darzustellen und quasi eine Brücke von der Seseke in das Zentrum der Stadt, den Marktplatz, zu schlagen. Und so begleiten zauberhafte Wasserwesen an den beiden ersten Abenden die Besucher des „Lichter“parks auch in das Stadtzentrum, und die Gastwirte auf dieser Strecke laden zu einem gemütlichen Miteinander ein.

An diesem Wochenende wird aber nicht nur Licht die Sinne berühren, sondern auch Live-Musik, welche am Freitag und am Samstag beginnend um 19.00 Uhr bis 22.00 Uhr auf den Straßen, auf dem Markt, vor oder in der Gastronomie akustisch unterhält. Im Sinne von WalkActs wandern die Bands von einer Gastronomie in die nächste und unterhalten so über die Innenstadt verteilt die teilnehmende Gastronomie. Am Freitag spielen die Bands Kabellos und Das Quadrat und am Samstag die Bands Der kleine dicke Junge um Frauke Dryden sowie Lucas Rieger mit Band.

Nebenbei wird es sicherlich auch wunderlich oder lustig zugehen, wenn der Comedian Michael Remmert als „Ich bin viele“ eben genauso die Gaststätten besucht und zum Lachen animiert.

Am Samstag ab 19.00 Uhr öffnet die Galerie Zeitlos die Türen, und mit der aktuellen Ausstellung des polnischen Künstlers Allan Rzepka werden Werke eines international anerkannten Künstlers zur Ansicht gestellt. Neben sicherlich interessanten Gesprächen in lockerer „Künstleratmosphäre“ wird es vielleicht auch noch die eine oder andere Überraschung geben.

Am letzten Tag des Wochenendes, aus Anlass des Stadtleuchtens, öffnen zudem die Händler in der Innenstadt ihre Läden und laden ab 13.00 Uhr die Kamener Bürgerinnen und Bürger zu einem verkaufsoffenen Sonntag in die City ein. Neben interessanten Angeboten in und je nach Wetter auch vor den Geschäften, gibt es auch es ein kleines Rahmenprogramm für Familien, Schwerpunkt natürlich für die Kinder.

Gebastelt werden kann ab 14.30 Uhr im Städtischen Pavillon auf dem Willy-Brandt-Platz, Interessantes gibt es gegenüber im ehemaligen Geschenkelädchen, wo die Omas for Future ebenfalls ab 14.30 Uhr gemeinsam mit der Umweltberatung der Kamener Verbraucherzentrale Spannendes zu den Themen Klima, Umwelt, Abfall und Verschmutzung an die kleineren Besucher vermitteln, der Zauberer Rabe gibt ab 13.30 Uhr und dann zu vollen Stunden an verschiedenen Stellen in der Fußgängerzone magische Auftritte, der Kinderzirkus Pompitz bietet vor oder in der Stadtbücherei ab 14.00 Uhr Varieté und die Musicalcollective um Robin Lindemann stellt ab 15.00 Uhr sein Musicalprojekt mit Tanz und Gesang auf dem Willy-Brandt-Platz vor.

Bei allen Veranstaltungen, ob im Bereich der Gastronomie, in der Fußgängerzone oder auch beim Kinderprogramm, gelten natürlich die bekannten Infektionsschutzregelungen, worauf die Besucher wie auch alle Aktiven bitte achten sollen.

Archiv: Kamener City erstrahlt: Stadtleuchten als Brücke zwischen Lichtkunst, Kultur, Musik und Gastronomie

 

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