Vernissage von Franz L. Lauter in der Galerie Zeitlos - ein Blick auf seine Gemälde

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von Dr. Götz Loos

Im Kreis Unna über den kochenden Maler Franz L. Lauter zu schreiben ist wie Eulen nach Athen tragen - man möge diese abgegriffene Phrase verzeihen, aber sie trifft hier zu wie sonst kaum. Insbesondere in Werne hat er tiefe künstlerische Spuren hinterlassen, mit Auszeichnungen und der Führung in der Liste der “Künstler der Stadt Werne“. Und wer seine sternprämierten Kochkünste genießen möchte, muss sich nach Schloss Nordkirchen begeben.

Bei der Ausstellung in der Galerie Zeitlos in Kamen wählte er dreierlei Werktypen aus seinem Schaffen: Der Löwenanteil wurde aus einer Mischung aus Abstraktem und Konkreten gestellt, jeweils in einem Bild - versteht sich. Zum Zweiten brachte er Werke mit, die der naiven Malerei nahe stehen, aber ebenfalls leicht abstrahiert sind. Zum Dritten sind da die rein abstrakten Gemälde. Fängt man mit einer näheren Betrachtung der letztgenannten an, so überraschen sie durch die Strahlkraft der Farben - man möchte dies als polyton oder polychrom bezeichnen - oder einfach als bunt; ein klarer Ausdruck zu Lauters Lebenseinstellung. Es gibt oft klare Grenzen in der Farbwahl, wenige Übergänge, der Strich meist lang oder rundlich. Die Farben sind überwiegend tief und kräftig und bedingen damit das Strahlende. Diese Art der Farbkomposition zieht sich allerdings durch alle Gemäldetypen. Deshalb war bereits der Gesamteindruck beim Eintritt in die Galerie hell und freundlich. Beim Hauptteil der Bilder, der abstrakt-konkreten Mischung, wirkt jedoch der lange Strich der abstrakten Teile auf den ersten Eindruck etwas unruhig. Die Mischung beider Teile wiederholt sich weitgehend: Über einer konkret-realistischen Basis werden abstrakte Striche und Elemente aufgesetzt, wodurch die konkreten Elemente ins Schwimmen geraten, aber teilweise auch noch realistisch konturiert und ausgefüllt hindurchscheinen. Insbesondere seine zahlreichen Motive mit Klatsch-Mohn folgen diesem Muster durchgehend und hinterlassen bei mir die tiefsten Eindrücke. Überhaupt gehören Naturmotive wie Blumenvariationen, Blumen im Lebensraum, in Sträußen und in der Vase, kontrastierende Blumenmotive,  Landschaften, auch städtisch, sowie Himmel (dann auch mal voller Blumen...) zu Lauters bevorzugten Darstellungen. Und ein wenig Kritik an zerstörenden Eingriffen in die Natur darf nicht fehlen, wenn eines seiner jüngsten Werke “Wiese ohne Monsanto“ heißt.
Hier lassen sich seine Katzen- bzw. Katerporträts anschließen, die man auch als einen vierten Typus bezeichnen könnte, da bei ihnen der konkrete Realismus stärker in Erscheinung tritt, wenngleich Verfremdungselemente ebenso eingeschlossen sind. 
Zu den natürlich-dominierten Werken zählen weiterhin Stillleben, von denen er seine “Käseauswahl“ ausstellte. Und schließlich sind Menschen und menschengleiche Figuren im Fokus dieses Werktyps, von denen der Kriegsgott “Mars“ in statuenhafter, blasser Präsentation, von abstrakten Farbstrichen überzogen (insbesondere blutartigem Rot), viele Besucher der Vernissage beeindruckte, wie zu hören war. 

Die eher naiven, realistischeren Werke waren deutlich in der Unterzahl, aber farblich in gleicher Strahlkraft ausgeführt; so unter anderem in einer Stadt- bzw. Häuseransicht, deren weiße Fassaden scheinbar im Sonnenlicht glänzten. Grundsätzlich spielt das Weiße in Lauters Werk offensichtlich vielfach eine bedeutende Rolle, da die Abstrahierungen in einem großen Teil seiner Werke zumindest einen hohen Weißanteil enthalten.

Archiv: Franz L. Lauter eröffnet Ausstellung in Galerie Zeitlos

Kochender Künstler malt Stadtwappen auf altes WAZ-Haus

Franz L. Lauter eröffnet Ausstellung in Galerie Zeitlos

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FLauter819AGFranz L. Lauter eröffnete am Freitag seine Ausstellung in Kamen. Musikalische Begleitung gab es vom Acoustic Jazz Trio mit Uli Bär (Kontrabass), Ralf Bornowski (Gitarre) und Felix Krampen (Schlagzeug). Foto: Alex Grün für KamenWeb.devon Alex Grün

Kamen. Für seine Sterneküche ist er ebenso berühmt, wie für seine bildende Kunst - die stellt Franz L. Lauter ab sofort in der Galerie Zeitlos am Markt aus.

Erst habe er in seinem Ursprungsland Polen Ingenieurswesen studiert, aber bald festgestellt, dass sich mit Kunst mehr Geld verdienen ließ - es war nun einmal eine andere Zeit. Als das kommunistische Regime misstrauisch wurde, weil er schnellere Autos fuhr und größere Wohnungen hatte, sei er 48 Stunden in Haft genommen worden, ohne jegliche Begründung. Diese Erfahrung sei für ihn der Startschuss für den Weg nach Deutschland gewesen, wo er ohnehin Verwandtschaft hatte, erinnert sich Franz L. Lauter. Er machte nicht nur Karriere als weltweit ausgestellter Künstler, sondern auch als Koch der Extraklasse. Diese Passion lebt er im Schlossrestaurant Nordkirchen bis heute aus. Ohne je eine deutsche Schule von innen gesehen zu haben, hat Lauter jetzt auch ein Buch geschrieben - in deutscher Sprache. "Ich bin sozusagen das perfekte Beispiel für gelungene Integration", lacht der Künstler bei der Vernissage, gewohnt extravagant gekleidet in eine aserbaidschanische Trachtenuniform, die Impressario Michael Nosiadek ihm eigens hat anfertigen lassen. "Offenbarungen aus Küche und Atelier" - so der Titel der reich bebilderten Veröffentlichung, die in zwei Monaten auf den Markt kommen soll. Das Opus, das Lauter jetzt auf Vermittlung von Nosiadek in Gaby Arnemanns Galerie Zeitlos ausstellt, sei eine Art Retrospektive auf seine mittlerweile 72 Lebensjahre, stammen also aus mehreren Schaffensjahrzehnten. Die 42 hauptsächlich in Acryl gehaltenen Werke zeigen meist Alltägliches - Hunde, Katzen, Landschaften aber auch Akte, oft abstrakt, manchmal naiv, aber immer bunt und mit einem fröhlichen Augenzwinkern, ähnlich wie das alternierte Kamener Stadtwappen, das er vor ein paar Tagen auf die Fassade des alten WAZ-Hauses bannte. Die Ausstellung von Franz L. Lauter dauert noch bis zum Samstag, 28. September, zu den Öffnungszeiten der Galerie Zeitlos.

Archiv: Kochender Künstler malt Stadtwappen auf altes WAZ-Haus

Kochender Künstler malt Stadtwappen auf altes WAZ-Haus

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lauterzeitlos819AGFoto: Alex Grün für KamenWeb.de

Kamen. (AG) Zehn Tage vor der Eröffnung seiner Ausstellung in Gaby Arnemanns Galerie Zeitlos hat sich Franz L. Lauter (l.) etwas Besonderes einfallen lassen: Der 72-jährige Künstler, der außerdem als Sternekoch bekannt ist, verschönerte jetzt die Fassade des ehemaligen WAZ-Hauses am Markt, in dem auch die Galerie ansässig ist, mit einer abstrahierten Version des Kamener Stadtwappens. Investor Michael Nosiadek (r.) freute sich ganz besonders, jetzt neben dem Formel 1-Graffiti von Denis Klatt ein weiteres "öffentliches" Werk eines renommierten Künstlers an der Fassade seines Hauses präsentieren zu können, das sich derzeit in der Renovierungsphase befindet. Zur Vernissage wird am Freitag, 16. August, um 19 Uhr, in die Galerie Zeitlos eingeladen, bei der Lauter, der von sich selbst sagt, zum malen und kochen geboren zu sein, natürlich auch anwesend sein wird. Dazu gibt es Live-Musik vom Acoustic Jazz Trio mit Uli Bär (Kontrabass), Ralf Bornowski (Gitarre) und Felix Krampen (Schlagzeug). Die Ausstellung läuft von Samstag, 17. August, bis Samstag, 28. September, zu den Öffnungszeiten der Galerie Zeitlos.

Archiv: Formel-1-Graffiti: Endlich fertig!

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Galerie im Technopark: Ausstellung 38 - „Kunst im Verborgenen Die Welt des Kolja Raic Kohnen“

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Ausstellung 38: 04.07. – 30.09.2019 „Kunst im Verborgenen Die Welt des Kolja Raic Kohnen“

Kamen. Zur Eröffnung der 38. Ausstellung mit Arbeiten von Kolja Raic Kohnen und anlässlich des 25jährigen Jubiläums der TECHNOPARK KAMEN GmbH laden die TECHNOPARK KAMEN GmbH zusammen mit dem Fachbereich Kultur der Stadt Kamen am 04.07.2019 ein.

Kolja Raic Kohnen, geb. 1985 in Herten, setzte 2012 im Alter von 27 Jahren seinem Leben ein Ende. Er litt in seiner Jugend unter einer bipolaren Störung, die umgangssprachlich als manisch-depressive Erkrankung bezeichnet wird. Die Eltern Kohnens haben sich entschlossen, die beeindruckenden künstlerischen Arbeiten ihres Sohnes im Rahmen von Ausstellungen u.a. unter dem Titel Grenzgänger zwischen Manie und Depression in die Öffentlichkeit zu tragen. Inzwischen hat es bereits mehr als 10 Ausstellungen gegeben.

Kohnen begann in 2005 das Studium der Physik an der Ruhr Universität Bochum, absolvierte im Bereich der Programmierung diverse Praktika und war in seiner Jugend aktiver und erfolgreicher Zehnkämpfer. Er wird von seiner Familie als humorvoll, äußerst intelligent und einfühlsam beschrieben. Auf unbeschwerte „helle“ Tage folgten jedoch immer wieder düstere Nächte mit Verzweiflung und Niedergeschlagenheit. In dieser Zeit entstanden die meisten seiner 200 Gemälde, Zeichnungen und Computerdrucke aber auch Gedichte und Geschichten. In seinem künstlerischen Schaffen setzte er sich mit den entgegengesetzten Polen seiner Persönlichkeit auseinander. Sachverständige der psychosozialen Medizin bestätigen „die eigene künstlerische Handschrift als existentielles Ausdrucksmittel, um verstörende Emotionen visuell zu gestalten, ein Charakteristikum von Outsider Art. Einige seiner Bilder vermitteln dem Betrachter das Unheimliche, Abgründige und Überfordernde eigener Erlebnisse besser als es einer Beschreibung mit Worten gelingen könnte. Der Besuch der Ausstellung wird nicht nur im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung mit psychischen Ausnahmeerfahrung empfohlen, sondern weil es einfach gute Kunst ist.“

 

Ausstellungseröffnung „Meine Orte – Meine Meinung“ im Bürgerhaus Methler

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BHM18KWKamen. „Mitmischen“ - so heißt ein Projekt im Bürgerhaus Methler, bei denen Kinder und Jugendliche sich einmischen können; befähigt werden, an Entscheidungsprozessen mitzuarbeiten und somit erfahren, was Demokratie bedeutet.

Verschiedene Projektbausteine wie Umfragen unter Kindern und Jugendlichen in Schulen, Jugendzentren und bei Ferienaktionen zu ihrer Stadt über eine Führung im Rathaus und den Besuch der Bürgermeisterin, eine Ausstellung zu Kinderrechten, kindgerechte Informationen und Aktionen zum Thema Europa, die Entwicklung eines eigenen Brettspiels zum Thema Kinderrechte, die Entwicklung und Umsetzung eigener Ideen und andere Beteiligungsformate sind Inhalt des Projektes „Mitmischen“.

Das Landesjugendamt LWL in Münster zeichnete dieses Projekt durch eine Projektförderung aus.

Im Rahmen dieses Projektes beteiligten sich auch 14 Kinder und Jugendliche bei der Fertigung dieser Ausstellung „Meine Orte – meine Meinung“.
An 4 Tagen gingen die Teilnehmer durch den Ortsteil Kamen-Methler. Mit Einweg-Kameras oder Handy ausgestattet fotografierten sie „ihre“ Orte, wo sie spielen und ihre Freizeit verbringen, wo sie zur Schule gehen, ihr Wohnumfeld, die Infrastruktur oder auch die Einkaufsmöglichkeiten. Dazu dokumentierten sie auch ihre Meinungen. Viele Dinge empfinden die Kinder und Jugendlichen positiv, aber hier und da kamen auch kritische Töne oder Verbesserungsvorschläge, die die Teilnehmer versuchen, in dieser Ausstellung auszudrücken.

Zur Eröffnung der Ausstellung „Meine Orte – Meine Meinung“ am Mittwoch, 19. Juni um 17.00 Uhr lädt das Team des Bürgerhauses Methler herzlich ein.

Die Ausstellung wird dann bis zum 28.06. im Bürgerhaus zu sehen sein, am 03.07. wird sie im Landesjugendamt in Münster gezeigt und nach den Sommerferien im Besucherflur des Fachbereichs Jugend im Kamener Rathaus ausgestellt.

Schüler werten Kämpgen-Leerstand mit Kunst auf

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Kamen. 14 Schüler des Kunst-Leistungskurses der Qualifikationsphase 1 des Kamener Gymnasiums haben mit ihren Arbeiten dazu beigetragen, den City-Leerständen zumindest teilweise die Tristesse zu nehmen: Sie haben eine Ausstellung im Schaufenster des ehemaligen Modehauses Kämpgen am Markt organisiert. Die Schüler haben sich als Abiturthema den Maler, Grafiker und Bildhauer Max Ernst vorgenommen, der das Zufallsverfahren entwickelt hat: Dabei wird ein Gefäß mit Deckel an eine zwei Meter lange Schnur über ein Blatt Papier gehängt und mit Farbe gefüllt. Dann wird der Deckel durchlöchert und über das Blatt geschwenkt, so dass die Farbe sich, ohne dass der Künstler darauf Einfluss hat, über darüber verteilt. Der nächste Schritt ist reine Assoziation: Das, was der Maler selbst in den Strukturen aus Tropfen erkennt, wird mit verschiedenen Techniken herausgearbeitet - Dripping nennt sich dieses Verfahren. Angeleitet wurden die jungen Künstler dabei von Leistungskurslehrerin Christine Hupe (3.v.l.). Zu bewundern sind im früheren Kämpgen-Schaufenster außerdem Tierfiguren aus Ytongsteinen, die der Kunst-Grundkurs der Q1 gestaltet hat. (AG)

 

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