Thema Frauenbild: Ausstellung "Enthüllen" ist eröffnet

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Kunst & Gestaltung

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Kamen. (AG) Die Dortmunder Künstlerinnen Ulla Kallert, Susanne Beringer und Marika Bergmann haben am Donnerstag (08.07.2021) ihre Ausstellung "Enthüllen" in der Stadthalle eröffnet. Im Vordergrund ihrer Werke steht die Darstellung der Frau als "Gesamtkunstwerk". "Könnten wir uns ohne die Einschränkung durch das Dogma anerzogener gesellschaftlicher Normen freier bewegen?" - unter dieser Fragestellung haben die Künstlerinnen ihre Werkschau zusammengestellt. Ihre Message: Das heutige, viel verbreitete Frauenbild zeigt die Abgeschlossenheit innerhalb eines Konstrukts, das früher das persönliche Empfinden von Raum und Zeit definierte. Diese Trennung lässt uns heute unbewusst Grenzen ziehen, die uns schon sehr früh in Rollenspielen anerzogen wurden. Da die opulenten und farbenfrohen Großformate der Künstlerinnen viel Platz brauchen, hängen sie in der Stadthalle teilweise nicht nur von der Decke: weitere Teile der Ausstellung sind außerdem zu den Öffnungszeiten in der Galerie der Sparkasse und im Haus der Stadtgeschichte zu sehen. 

Archiv: Ausstellung unter dem Titel „enthüllen“ an drei Orten gleichzeitig

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Ausstellung unter dem Titel „enthüllen“ an drei Orten gleichzeitig

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Kamen. Malerei, Zeichnungen, Collagen, Fotografien und Plastiken zeigen die Künstlerinnen  Marika Bergmann, Susanne Beringer und Ulla Kallert in einer Ausstellung unter dem Titel „enthüllen“ an drei Orten gleichzeitig. Die Werke sind vom 8. Juli bis zum 5. August in der Stadthalle Kamen, im Haus der Stadtgeschichte und sowie in der Sparkassen-Galerie Kamen zu sehen. Jede Künstlerin ist an allen Orten mit ihren Werken vertreten. Zur Vernissage am Donnerstag, 8. Juli, um 19 Uhr in der Stadthalle Kamen bittet die Stadt um telefonische Voranmeldung unter 02307 148-3512 oder -3513.

Die Einführung in die Ausstellung hält die Kunsthistorikerin Anke Schmich. Sie schildert, dass die Genderdebatte in letzter Zeit an Fahrt aufgenommen habe. So hätten Feminismuskritiker recht schnell proklamiert: „Gute Kunst hat kein Geschlecht“ – dennoch unterliegt jede Kunst gesellschaftlichen Mechanismen und befindet sich in einem Spannungsfeld sozialer Realitäten, die durch Traditionen und genderspezifische Divergenzen Frauen in ihrem Wirken auf verschiedensten Ebenen noch immer benachteiligen.

Daher konzentrieren die Künstlerinnen ihr Tun auf das Sichtbarmachen des Verhältnisses von individuellem Selbstverständnis und gesellschaftlicher Prägung, wobei beide Faktoren einem stetigen Wandel unterliegen. Die Werke der drei Künstlerinnen, die in ihren unterschiedlichsten  Ausführungen von Selbstsicherheit und gereifter weiblicher Identität zeugen, enthüllen das weibliche Bewusstsein im „Früher“ und im „Jetzt“ ebenso wie innere Befindlichkeiten im „Hier“ und im „Anderswo“.

Marika Bergmann bietet mit ihren farblich rot dominierten Frauenporträts, den Fotografien entblößter Schaufensterpuppen in einem Parkhaus sowie Collagen, Stoffreliefs und Malereien die unterschiedlichsten Perspektiven auf das feministisch inspirierte Thema der Enthüllung.

Susanne Beringer, die in ihrer Malerei Frauenporträts mit expressivem Pinselstrich generiert und in ihren Zeichnungen ihre Meisterschülerschaft bei Piotr Sonnewend nicht verbergen kann, präsentiert darüber hinaus Bienenwachsobjekte, die den weiblichen Körper fragmentarisch in Szene setzen.

Ulla Kallert zeigt neben ihren abstrahierten Frauenporträts und stark stilisierten Monotypien Installationen ihrer überaus kunstvoll aus Papier gestalteten Kleiderplastiken, die diverse Frauenbilder und – in Verbindung mit den sie begleitenden Titeln –  besondere Gemütszustände assoziativ reflektieren.

Die Begrüßungsansprache bei der Vernissage wird der Kulturausschussvorsitzende Daniel Heidler halten, während die Kunsthistorikerin Anke Schmich in die Thematik einführen wird. Die musikalische Begleitung übernimmt die Violonistin Caroline Hoffmann. Die geltenden Hygienevorschriften sind zwingend einzuhalten.

Ausstellung: Kersten Glaser – EinBlick

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Kersten Glaser Pferd621OEKBGKFoto: Kersten GlaserFotografien in der Ökologiestation

Bergkamen. Kersten Glaser wohnt in Bergkamen und studiert Fotografie an der Fachhochschule Dortmund.

Für ihn ist Kunst eine persönliche Suche, und so untersucht er jedes Genre und jedes Aufnahmeverfahren, um die Fotografie verstehen zu lernen. Seine Bilder sind ein Ausflug in die unbeachtete Welt unseres Alltags, die eine Bühne für Wunderbares sein kann. Sie beschreiben seine Reise zum eigenen Bildstil und die Rückkehr zur kindlichen Neugier, die einst jeder von uns besaß. Aufmerksam komponierte Studien alltäglicher Darbietungen verdichten sich in stillen Schwarzweiß-Aufnahmen. Ab Donnerstag den 17. Juni 19.00 Uhr ist die Ausstellung für Besucher geöffnet. Coronabedingt gilt eine Höchstzahl für gleichzeitig Anwesende. Es empfiehlt sich eine Anmeldung unter 0 23 89 – 98 09 11 beim Umweltzentrum Westfalen. Die Fotografien bleiben dann bis zum 1. August in der Ökologiestation in Bergkamen-Heil zu sehen.

Archiv: Bergkamener Fotokünstler Kersten Glaser veröffentlicht ersten Bildband

 

Mit Corona ins Museum: So fühlt sich Kulturfutter für Ausgezehrte an

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Museum321KB 1von Katja Burgemeister | Fotostrecke >>>

Kamen. Gerade erst haben die Museen wieder leidlich geöffnet. Schon klettern die Corona-Inzidenzzahlen wieder mit atemberaubendem Tempo nach oben. Wenn nicht jetzt, wann dann? Nach Monaten des Kulturentzugs wenigstens ein Museumsbesuch und ein Hauch von Nahrung für die verschrumpelten Grauen Zellen! Bitte!

Ich hänge mich ans Handy um festzustellen, dass die Website des Museums für Internationale Lichtkunst in Unna nicht eben mobil ist. Dann eben abends am PC. Als sich die Seite mit den Tickets endlich vor mir aufbaut sind natürlich fast sämtliche buchbaren Termine in den nächsten drei Tagen ausverkauft. Die einzigen Stunden, die für den 60-minütigen geführten Besuch noch frei sind, haben nur ein Ticket zu bieten. Meine ursprünglich geplante Begleitung muss dann eben eine Stunde warten – und ich anschließend auch. Auch gut. Ich klicke mich durch zig Optionen, gebe sämtliche Daten von mir preis, bezahle mir online einen Wolf und lade mich halb zu Tode, um die endlich erkämpften Tickets auf das Smartphone zu befördern. 2 Stunden später: Geschafft.

Endlich ist es dann so weit. Der Museums-Scanner hat anstandslos meinen Barcode auf dem Handy als Ticket identifiziert. Ohne viel Tamtam stehe ich am Treffpunkt für die Führung. Am Ende warten 11 weitere Menschen mit mir. Alle medizinisch korrekt maskiert. Mit den geforderten 2 Metern Abstand klappt es auch. Zunächst. Bis wir in die Unterwelt der einstigen Lindenbrauerei hinabsteigen. Das geht nur im Entenmarsch schön nacheinander. Für die meisten Menschen generell ein Ding der Unmöglichkeit. So auch hier. Da alle bereits an ihren Handys herumfummeln, dauert es nicht lang und die ersten Mitbesucher stehen meinen Fersen. Dem einzigen Kind in der Gruppe ist schon nach drei Metern langweilig. Jemand übersetzt parallel seiner Begleiterin ins Englische, während die Fachfrau irgendwo ganz vorn in der Reihe ihr Bestes gibt.

Auf einer meterlangen schmalen Stahltreppe sehr viele Meter über dem Boden zerfallen Corona-Abstände und die Verständlichkeit zu Schall und Rauch. Heine Heine schwappt zu mir herüber, Deutschland ein Wintermärchen, ein Freund in Unna, Erwähnung. Offenbar hat der illuminierte Spruch unter meinen Füßen etwas damit zu tun. Eindrucksvoll. Im nächsten Raum verteilen Discokugeln Buchstaben in einem Affenzahn als Lichtspiele an die arg ramponierten Industriewände. Womit es damit auf sich hat, verhallt in den Privatgesprächen hinter mir. Tief unter der Erde, wo vor noch weniger als einem halben Jahrhundert Bierfässer von einer Katakombe in die nächste wanderten, tun sich noch ganz andere Welten auf.

Tränen tropfen mal rot, dann wieder blau von den tonnengewölbten Wänden. In einer Nische küssen sich zwei Männerköpfe als Film-Illumination. Der Blick in einen Raum mit rotem Viereck lässt das Bewusstsein ein wenig aus der Fassung geraten. Damit ist dann fast ganz vorbei, als im nächsten Raum plötzlich Wasser in dichten Netzen von der Decke prasselt, begleitet von ohrenbetäubendem Getöse und Lichtergewitter. Wer hier ein Problem mit dem Gleichgewichtssinn hat, kommt ins Schleudern. Im nächsten Raum glimmen rote Linien hinter einer übriggebliebenen gewaltigen Maschine für irgendwas längst Vergangenes auf. Direkt daneben tragen antik anmutende Säulen das elegante Gewölbe. Fast wäre es, als würde wir in einem Tanzsaal auf die einsetzende Musik warten. Der Vater wirbelt auch gleich sein Kind als Flugzeug durch den Raum. Ob das coronakonform ist, sei dahingestellt. Stattdessen leuchten duchgestrichene Zähl-Striche an der Wand auf – fast wie im Knast. Irgendwie auch wie eine Drohung.

In Harz gefangenes Gewebe funkelt im Lichtstrahl. Abstrahierte Wasserpflanzen mit bewegten Spiegeln werfen Schatten und Licht an die Wand. Fotos verschwinden im Lichternebel. Künstler werden zur Werbetafel. Die 60 Minuten sind um, dabei warten in den Winkeln, Ecken und Räumen eigentlich noch viel mehr Entdeckungen. Egal, besser als nichts. Die Bilder sind im Kopf und reichlich Fragen, die nach Antworten suchen, dazu. Endlich mal wieder. Und vorerst wohl auch einmalig, denn schon 24 Stunden später ist die Inzidenz-Schallmauer schon wieder überschritten… Fotostrecke >>>

Archiv: Endlich wieder… Wie sich der erste Zoo-Besuch nach dem Lockdown-Entzug anfühlt

 

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Street Art in Kamen: Graffiti-Künstler verschönern Lost Places

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streetart 3321KWFoto: Archiv KamenWeb.de

Kamen. Vor der Erschließung als Baugrund steht der Hemsack schon jetzt in einem besonderen Fokus. Denn Kamen wird Teil des Kunstprojektes „Lost Places x Graffiti“. Alle geschaffenen Kunstwerke des Projektes entstehen in Kooperation von" Rough Pictures" und dem Künstler "Shye".

Bei dem aktuellen Projekt sind nun die leerstehenden Gebäude auf den ehemaligen Sportstätten im Hemsack ins Blickfeld der Künstler geraten. Diese suchen für Ihre Graffitis nach aufgegebenen Gebäude oder Orte die verlassen sind und verschönern sie mit ihren sehr aufwendigen und kunstvollen Arbeiten. Dies geschieht natürlich immer in Absprache und mit Zustimmung der Eigentümer und ist Teil des Projektes „Lost Places“, welches dann im Anschluss medial auf verschiedenen Socialmedia-Kanälen begleitet wird.

Mit einem großen Graffiti wurde nun im Rahmen der Aktion eine Gebäudewand des ehemaligen KSC-Geländes besprüht.

Bis zum Abriss soll damit nun der ansonsten sehr trostlose Anblick verschönert werden. Das Gaston-Motiv greift spielerisch das Thema Fußball auf und wurde in einer rund sechsstündigen Aktion auf die Wand „gezaubert“.

streetart 1 321KWFoto: Stadt Kamen

 

Kunst in Coronazeiten

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heinrichpeuckmann19Heinrich Peuckmann - Foto: Archivvon Heinrich Peuckmann

Künstler und ihre Werke sind etwas für Fensterreden. Da wird ihnen mit Pathos in der Stimme bestätigt, wie wichtig sie sind. Wie sehr sie das Leben bereichern, es überhöhen, wie oft sie Denkanstöße geben und mit ihrer Kritik auf Fehlentwicklungen hinweisen. Es wird der Mut gepriesen, mit denen Künstler gegen Diktatoren und Autokraten in aller Welt Stellung beziehen und nicht selten dabei ihr Leben riskieren. Fühlen sich Künstler durch solche Reden geschmeichelt? Da und dort bestimmt, aber inzwischen zunehmend weniger. Denn wenn es hart auf hart kommt wie jetzt in Zeiten der Pandemie, wenn ihnen an allen Ecken und Enden das Geld zum Leben fehlt, hören die Künstler seitens der Politik hauptsächlich Beschwichtigungen. Nein, wir haben euch nicht vergessen, wir werden euch auch helfen, habt noch ein bisschen Geduld.

Dann werden ihnen bei Anträgen zur Unterstützung riesige bürokratische Hürden in den Weg gestellt, etwa bei dem Vorschlag, dass sie Hartz 4 beantragen sollen. Da wird insgesamt nur wenig Geld bereitgestellt, das zur Rettung der Lufthansa zum Beispiel vorhanden ist. Zur Rettung der Banken, die sich durch eigene Schuld, durch Verzocken aus reiner Gier vor einigen Jahren selbst in die Bredouille gebracht haben, sowieso. Die Wirtschaft muss laufen, soll sie ja auch, aber insgesamt scheint sich das Bild vom geistig anregenden, mutigen Künstler zu wandeln zu Spitzwegs armen Poeten in der Dachkammer. Dem genügt doch auch ein Bett und vor dem Regen, der durchs undichte Dach dringt, schützt ihn ein Schirm. Die Kunst kann also warten. Geht ins Bett und lasst euch nicht nassregnen.

Die Künstler haben es an platten Beispielen in beiden Zeiten des Lockdowns erfahren. Während Buchhandlungen geschlossen blieben, ebenso Bibliotheken, durften Baumärkte geöffnet bleiben, in manchen Regionen auch Sexshops. Kirchen mussten auch geschlossen bleiben, während der Fußball als modernes sinnstiftendes Medium, wenn auch ohne Zuschauer aber begleitet von Fernsehübertragungen, rollte. Dabei ist das Argument mit der Wirtschaft gar keines, das Kunst ausschließen oder als zweitrangig behandeln müsste. Die Kunst selber ist ein milliardenschwerer Wirtschaftszweig und steht im Ranking weit oben.

Immerhin hat das Bundesministerium für Kultur und Medien dann doch Geld bereitgestellt. Milliarden, für Schriftsteller über den Literaturfonds in Darmstadt immerhin Millionen. Die werden nun umständlich verteilt für Projekte, die man beantragen kann, für Lesungen, Podcasts usw. Einerseits gut, aber wie lange kann ein Schriftsteller von einem 500-Euro Lesehonorar leben, das ihm bestenfalls aus dem Unterstützungsfond zufallen wird? Und da sowieso im Moment keine Lesungen stattfinden, heißt es nicht nur Geduld zu haben bis wieder eine möglich ist, die Schriftsteller verkaufen in der Zwischenzeit auch entsprechend weniger Bücher. Bei Lesungen, ja, da ist einiges an Umsatz möglich, der nun entfällt.

Die kleinen, privaten Theater stehen auf der Kippe, es ist eben nicht nur der Einzelhandel, über dessen Probleme täglich in den Nachrichtensendungen berichtet wird. Und die Schauspieler, und die Bühnentechniker und all die anderen? Wenn alles irgendwann und vor allem hoffentlich bald vorbei sein wird, wer von den Künstlern wird dann noch da sein? Wer wird endgültig in seinen Ersatzberuf als Taxifahrer oder Pizzaausträger eingetaucht sein?

Wir brauchen tiefer greifende Lösungen, wir brauchen sie sowieso in der gesamten Gesellschaft. Ein bedingungsloses Grundeinkommen für Künstler, mindestens in Krisenzeiten, wäre mal eine Alternative, über die man nachdenken müsste. Kriterium für Künstler, die so eines erhalten könnten, wäre Teilhabe an der Künstlersozialkasse. Notnägel sind ja schön und gut, aber sie halten die Last, die an ihnen hängt, nicht lange. Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde eine ausreichende, auf Dauer angelegte Hilfe sein, über deren Ausweitung in die gesamte Gesellschaft wir genauso nachdenken müssten.

Ein ganzer Berufszweig leidet, einer, den die Menschen dringend brauchen für ihre Entwicklung zu einem komplexen Menschen, für ein sinnerfüllteres Leben jenseits des konsumistischen Weltbilds, aber die es bemerken, sind hauptsächlich die Künstler selber. Die anderen spenden trostreiche Worte, die sich schnell als leer oder halbleer erweisen. In Abwandlung eines Verses von Lessing könnte man sagen:

Wer wird nicht einen Künstler loben

doch wird man ihn auch unterstützen? Nein.

Wir wollen weniger erhoben

doch mehr gefördert sein.

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