Anzeigen

Digitalisierung: Stadt Kamen investiert massiv in Schulen

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Lokalnachrichten

routerKWKamen. Die Digitalisierung der Schulen in Kamen schreitet mit großen Schritten voran: Bei einer Schulleiterbesprechung Anfang der Woche im Rathaus stimmten die Leitungen aller Kamener Schulen dem Vorhaben der Stadtverwaltung zu, massiv in die Ausstattung der Schulen mit interaktiven Displays und digitalen Endgeräten für Schüler und Lehrer zu investieren. Allein aus dem Digitalpakt des Bundes stehen hierzu 2,1 Millionen zur Verfügung, die sich aus Fördermitteln in Höhe von 1,9 Millionen Euro sowie einem Eigenanteil der Stadt Kamen von rund 200.000 Euro zusammensetzen. Eine Projektgruppe mit Vertretern von Schulen und Stadtverwaltung soll den Ausbau begleiten.

Die Schulen in Kamen haben gute Voraussetzungen: Wie Bürgermeisterin und Schuldezernentin Elke Kappen den Anwesenden erläuterte, sind die Haupt- sowie alle Grundschulen bereits mit den entsprechenden Netzwerken und WLAN ausgestattet. Am Gymnasium baut die Stadt den Netzanschluss aktuell im Zuge der Sanierung aus, im Schulzentrum sind eine Verdichtung der WLAN-Zugangspunkte sowie zusätzlich der flächendeckende Ausbau des LAN-Netzwerkes vorgesehen. Und der Anschluss aller Schulen ans Glasfasernetz ist ebenfalls geplant. „Wir können den Digitalunterricht an allen Standorten sicher gewährleisten“, sagte die Bürgermeisterin den Vertretern der Schulen zu. Nun folgt der nächste Schritt: Die Stadt möchte aus den Fördermitteln des Digitalpaktes zunächst 200 interaktive Displays anschaffen, die in den Unterrichtsräumen zum Einsatz kommen sollen. Stadt und Schulen haben diesen Schritt im vergangenen Schuljahr gemeinsam intensiv vorbereitet – unter anderem wurden jeder Schule Displays zu Testzwecken zur Verfügung gestellt. Die Erfahrungen, die dabei im praktischen Schulunterricht gemacht worden sind, sind unmittelbar in die Entscheidung eingeflossen.

Die Schulen erstellen in den kommenden Wochen nun eine Auflistung der Räume, die hierzu in Frage kommen. Die Stadtverwaltung wiederum bereitet die Ausschreibung vor und geht davon aus, dass die Tafeln im kommenden Jahr in Betrieb genommen werden können – „die Lieferfähigkeit vorausgesetzt“, wie Gruppenleiter Markus Höper ergänzt. Angeschafft werden für die Schulen aus dem Fördertopf zudem weitere mobile Endgeräte. Welche hier genau zum Einsatz kommen werden, wird die Projektgruppe erarbeiten.

Darüber hinaus verständigten sich Schulleitungen und Stadt darauf, aus dem Sofort-Ausstattungsprogramm des Landes 650 Endgeräte für Schülerinnen und Schüler anzuschaffen, „die in ihrer häuslichen Situation nicht auf technische Geräte zurückgreifen können“. Das Land stellt hierzu 295.000 Euro zur Verfügung, hinzu kommt der Eigenanteil der Stadt Kamen in Höhe von 32.870 Euro. Darüber hinaus sollen die Lehrkräfte aus weiteren Fördermitteln des Landes 380 mobile Endgeräte erhalten. Hierfür stehen 190.000 Euro zur Verfügung.

Kunstwoche: Kreativ in verschiedenen Bereichen

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Lokalnachrichten

Ferien Stadtgeschichte1 820CVIm Haus der Stadtgeschichte findet im Rahmen des Landesprojektes Kulturrucksack wieder eine Kunstwoche statt. Die Teilnehmer zeigen sich dabei auf mehreren Ebenen kreativ. Fotos: Christoph Volkmer für KamenWeb.de

von Christoph Volkmer

Kamen. In Kooperation mit dem Haus der Stadtgeschichte bietet das Team des Freizeitzentrums Lüner Höhe bis Freitag eine Kunstwoche für Kinder und Teens an. Der Nachwuchs zeigt sich dabei gleich in mehreren Bereichen kreativ.

Es ist wahrlich ein fantastisches Wesen. Etwas Pferd, ein Teil Giraffe, dazu noch Elemente eines Drachen, einer Katze und von Fisch, Huhn und Schwein. Die beiden Gesamtschülerinnen Mia und Vanessa lassen bei der Corona-Ausgabe der Kulturrucksack-Kunstwoche ihrer Kreativität gleich auf mehreren Ebenen freien Lauf.

Denn ihr Phantasie-Tier entsteht sowohl am Laptop, als auch mit selbst zusammengesuchten Arbeitsmaterialen. Ytong Steine, Farbe und Bastelmaterialien hat Kursleiterin Susanne Steinbach mitgebracht, dazu sind die zwei Mädchen wie auch die anderen 13 Kursteilnehmer einmal am Tag rund um das Haus der Stadtgeschichte bis zum Postpark unterwegs, um in der Natur weitere Dinge zu finden, mit denen ihr Kunstwerk fertig gestellt werden kann.

Neben der Erstellung eigener Skulpturen erhalten die Teilnehmer bei Workshops in digitaler Bearbeitung das Rüstzeug, um ihre geschaffenen Werke digital präsentieren zu können. Dabei ist freigestellt, ob sie ihre Skulpturen fotografieren und dann ausschneiden oder filmen und anschließend digital bearbeiten. Mit dem Ergebnis soll ein eigener digitaler Ausstellungsraum gestalten werden.

„Eine Gruppe arbeitet am Laptop, eine andere ist in der Umgebung unterwegs und die anderen erstellen ihre Skulptur“, erklärt Steinbach. Die Themen, mit denen die jungen Teilnehmer beschäftigen, sind dabei völlig freigestellt. „Manche müssen wir etwas motivieren, um phantasievolle Ideen zu entwickeln, bei anderen klappt das recht schnell.“

Im Gegensatz zu früheren Veranstaltungen kann in diesem Jahr wegen der Pandemie keine Ausstellung zum Ende der Kunstwoche stattfinden. Dennoch sollen die Eltern eine Möglichkeit bekommen, die von den Teilnehmern eingerichteten Räumlichkeiten online zu sehen.

Ferien Stadtgeschichte2 820CVDie Schülerinnen Mia und Vanessa haben während der Woche ein überaus phantasievolles Wesen erschaffen.

Wer einmal lügt …

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Lokalnachrichten

heinrichpeuckmann KWHeinrich Peuckmann, Schriftsteller und Generalsekretär des PEN-ZENTRUM DEUTSCHLAND e.V.von Heinrich Peuckmann

Der Hirtenjunge langweilt sich und weil er will, dass etwas passiert, schreit er laut: „Wolf! Da ist ein Wolf!“ Die Dorfbewohner kommen angerannt, sehen keinen Wolf und merken, dass der Junge gelogen hat. Als kurz darauf aber wirklich der Wolf kommt und der Hirtenjunge wieder schreit, kommt ihm keiner zu Hilfe. Der Wolf frisst die Herde, nach manchen Darstellungen auch den Hirten selbst.

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht. Es ist diese Fabel von Äsop, der im 5. Jhd. vor Christus lebte, aus der dieser berühmte Satz stammt. Und es klingt womöglich schon altmodisch, wenn ich sage, dass ich mit diesem Satz groß geworden bin, dass er immer noch für mich gilt. Bis heute. Ich könnte auch Mat. 5, 37 zitieren: Deine Rede sei ja ja, nein nein, was darüber ist, das ist von übel.

Stimmt, sage ich, obwohl es manchmal nicht so einfach ist, denn zwischen Ja und Nein gibt es Abstufungen, die berücksichtigt werden wollen, aber in der Grundausrichtung ist der Satz richtig und er leitet mich bis heute. Manchmal hätte ich auch gerne gelogen, es hätte mir manche Unannehmlichkeit erspart, aber es ist verflixt mit mir. Ich kann es nicht. Ausreden finden, jemandem die ganze Wahrheit verschweigen, um ihm nicht weh zu tun, das ja. Aber bewusst lügen, nein. Deshalb bin ich Leuten, die lügen, so hilflos ausgeliefert. Ich staune, mit welcher Skrupellosigkeit sie das können, ohne mit der Wimper zu zucken, so dass ich, obwohl ich weiß, dass sie lügen, plötzlich Zweifel bekomme. Sagen sie nicht doch die Wahrheit?

Für Kant war die Lüge der schlimmste Verstoß. Selbst wenn ich durch das Aussprechen der Wahrheit jemand anderen in Gefahr, vielleicht sogar zur Verurteilung zum Tode bringen würde, darf ich nicht lügen, so rigoros war Kant. Das hatte mit seinem Menschenbild zu tun. Das, was den Menschen ausmacht, ist die Kommunikation, und Lüge zerstört sie. Wo gelogen wird, ist keine Kommunikation mehr möglich, also auch kein Menschsein.

Ach Gott, denke ich, du bist old-fashioned, irgendwie aus der Zeit gefallen, denn es lügen ja auch Leute, denen ich, so habe ich das gelernt, mit Respekt begegnen sollte. Der amerikanische Präsident, immerhin einer der führenden Politiker dieser Welt, hat seit seiner Amtsübernahme über 1000mal nachweislich gelogen. Was soll ich von so einem Mann halten? Kann ich dem Respekt entgegenbringen? Es ist gut, dass ich kein Politiker bin, der mit ihm Gespräche führen muss wie Frau Merkel zum Beispiel. Ich glaube, ich würde es ihm sagen: lügst du jetzt gerade oder sagst du ausnahmsweise die Wahrheit? Ich weiß nicht, wie das ankommen würde. Lügner, habe ich gelernt, reagieren aggressiv, wenn sie bei ihren Lügen ertappt werden.

Nun haben wir ein neues Medium, das Internet, und da kann noch besser gelogen werden als es bisher möglich war, denn man muss demjenigen, den man belügt, ja nicht ins Auge schauen. Man macht es ganz anonym, man formuliert eine Lüge, schickt sie übers Internet in die Welt und taucht ab in die Dunkelheit. Es gibt in der Slowakei, las ich neulich, bezahlte Internetlügner, vermutlich von Moskau aus finanziert, die alles Mögliche behaupten, in die Welt setzen und auf diese Weise Menschen beeinflussen. Ganze Wahlen können durch diese Typen entschieden werden, vielleicht ist Trumps Wahl auch schon auf diese Weise entschieden worden. Auch auf die Wahlen in Deutschland sollen sie sich schon vorbereiten.

Aber es sind nicht nur Lügen, die verbreitet werden. Es werden auch Gerüchte gestreut, dieses oder jenes soll geplant werden oder passieren, vielleicht schon bald. Und die Leser dieser Gerüchte kriegen Angst und verlangen nach autoritären Lösungen. Nach dem starken Mann, also nach genau solchen Lösungen, die die Gerüchtestreuer, die die Demokratie bekämpfen, durchsetzen wollen. Es sind Verschwörungstheorien, die im Moment groß in Mode sind, denn davon gibt es jede Menge, vor allem seit dem Attentat auf die Twin-Towers am 9. September 2001.

Ein Brite behauptet allen Ernstes, dass sich heimlich unter uns Reptiloide befinden, verkappte Außerirdische, die die Macht übernehmen wollen. Er glaubt allen Ernstes daran, dass sie sich verstellen können, die Gestalt von normalen Menschen annehmen und uns dann hintergehen. Und viele andere glauben das mit ihm. Natürlich sind auch wieder die Juden im Spiel, Juden eignen sich offensichtlich immer für Schuldzuweisungen. Was die so alles heimlich gegen uns ins Werk setzen sollen, diese Juden, man glaubt es nicht. Unvorstellbar! Man denkt, nach dem schrecklichen Massenmord in der Nazizeit müsse der Antisemitismus ein für alle Mal erledigt sein, ist er aber nicht. Und die Verschwörungstheoretiker selbst, die wieder Juden übler Machenschaften bezichtigen, behaupten, sie seien gar keine Antisemiten. Sie sagen ja nicht, dass alle Menschen jüdischen Glaubens sich gegen uns verschworen haben, sondern nur einige. Wenn das kein Argument ist!

In Ungarn, um mal ein Beispiel zu bringen, sind nach Anweisung von Ministerpräsident Orban 250 Millionen Euro ausgegeben worden, 250 Millionen Dollar, einzig um den reichen Investementmanager George Soros zu diffamieren, der eine Uni in seinem alten Heimatland aufgebaut hat und Menschenrechtsorganisationen gründet, die für Demokratie eintreten und damit eine Politik unterstützen, die dem autoritären Stil von Orban entschieden widerspricht. Gleichzeitig wird in der Kampagne gegen Soros behauptet, das restliche Europa, also Frankreich, Deutschland usw. sei längst in der Hand solcher Leute wie Soros, die europäische Kultur sei schon völlig zerstört von all den Flüchtlingen und Europa sei damit dem Untergang geweiht. Einer wie Orban wäre also der Retter der ungarischen Kultur. Viele Ungarn glauben das, denn es wird ihnen in allen Medien, den Zeitungen und dem Internet, eingetrichtert. Soros ist übrigens, man ahnt es, Jude.

Verschwörungstheorien hat es immer schon gegeben. Sie sind ein Zeichen für Krisen, die die Menschen spüren, deren Ursachen sie aber nicht erklären können. Vor allem gibt es für sie keine einfachen Gründe. Sie erfordern komplizierte Deutungen, aber solche Erklärungen sind nicht das, was viele Leute hören wollen. Einfache Lösungen, einfache Zuordnungen von Schuldigen, das kommt an. Dieser oder jener Täter, die Asylbewerber zum Beispiel oder eben die Juden. Und dieses Denken füttern die Verschwörungstheoretiker. Man mag es nicht glauben, wie viele Menschen auf solche Scheinerklärungen reinfallen, wie sie ihr Handeln danach ausrichten, wie sie Flüchtlinge bedrohen, wie sie autoritäre Politiker wählen, wie sie Journalisten, die Aufklärungsarbeit leisten, beleidigen. Das alles bereitet mir große Sorgen. Die Lüge, die noch so blödsinnige Behauptung, die Halbwahrheit, sie haben Konjunktur und bedrohen unsere Freiheit, denn sie untergraben die Demokratie.

Kann es nicht sein, denke ich manchmal, dass Verschwörungstheorien auch deshalb so viel Erfolg haben, weil sie in eine Zeit fallen, in der die religiöse Option auf dem Rückzug ist? Dass sie eine säkularisierte Form des früheren religiösen Weltbildes sind? Da ist etwas über mir, das über mich waltet, dies ist doch unser religiöses Gefühl. In unserem christlichen Sinne ist es Gott, in dessen Händen unser Leben liegt. Aber an Gott glauben ja immer weniger, trotzdem bleibt ihr Gefühl vorhanden, es gibt da etwas über mir, das mein Leben beeinflusst. Nun ist es also nicht mehr Gott, sondern es sind irgendwelche (bösen) Mächte. Wie gesagt, ich überlege das. Vielleicht denken Sie diesen Gedanken weiter.

Was hilft? Es ist traurig, darüber nachzudenken, denn einfache Antworten, vor allem solche, die schnell wirken, gibt es nicht. Bildung hilft, ja Bildung hilft immer. Je mehr ich weiß, desto besser. Desto weniger bin ich gefährdet, auf Schwachsinn reinzufallen, einfach deshalb, weil ich ihn durchschaue. Aber da stellt sich die traurige Erkenntnis in den Weg, dass gerade solche Fächer, die uns ein Fundament geben, Entwicklungen zu durchschauen, an den Schulen eine immer geringere Rolle spielen. Geschichte ist wichtig, wer Ahnung von Geschichte hat, weiß, dass es dieses oder jenes schon mal gegeben hat und dass wir gut daran tun, alles zu unterlassen, was eine Wiederholung bewirken könnte. Aber was wissen die jungen Leute heute noch von Geschichte? Literatur, gute, lebensgesättigte Gedichte zum Beispiel, würden helfen. Aber wozu, wird gefragt, soll man die noch kennen? Ja, das wird tatsächlich diskutiert. Ausgerechnet eine Schülerin, altklug und beschränkt im Geiste, hat das vor ein paar Jahren verlangt und dabei nicht gewusst, was sie da tat. „Herr, vergib ihnen …“ Statt Gedichte zu interpretieren, wollte sie lieber über Steuererklärungen informiert werden, schrieb sie in großen Magazinen. Und es gibt noch eine weitere Einschränkung. Selbst gute, richtige Bildung schützt nicht vor allem. Ein alter Schulfreund, ein kluger Junge, meldete sich neulich per Mail bei mir, entwickelte die abstrusesten Ideen und ich merkte: er ist ein Verschwörungstheoretiker geworden. Eine Freundin aus gemeinsamer Schulzeit hatte sich schon von ihm losgesagt, schrieb er mir, ich habe auch nicht mehr geantwortet.

Trotzdem, Bildung bleibt wichtig. Und Aufklärung. Wir müssen die Wahrheit gegen die Lüge stellen, was anderes ist Aufklärung ja nicht. Wir müssen alle Möglichkeiten nutzen, Lügen zu entlarven. Jene, deren Lügengespinst sich inzwischen verfestigt hat, werden wir wohl nicht mehr erreichen, leider nicht, aber wir müssen verhindern, dass sie die Köpfe der anderen vernebeln und verwirren.

Und zu diesem Kampf passt ein anderes, sehr altes Bibelwort. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. Wir kennen das achte Gebot. Aber was hieß es damals, zu alttestamentlicher Zeit? Es bedeutete, dass ich in einem Konflikt nicht die Persönlichkeit eines anderen beschädigen darf. Wenn sich nämlich damals zwei Menschen zusammentaten und über einen dritten eine falsche Behauptung in die Welt setzten, konnte dieser dritte verurteilt werden, vielleicht sogar zum Tode. Das sollte durch das achte Gebot verhindert werden, durch Lügen andere Menschen in Not bringen. Und genau das ist es, was wir heute im Internet erfahren. Politiker, Journalisten, Schriftsteller, werden herabgesetzt, es werden ihnen wer weiß was für Dinge unterstellt, sie werden zur Verurteilung frei gegeben, durch „falsches Zeugnis“ also, wie es die Bibel sagt.

Und hier zeigt sich nach Bildung und Aufklärung das dritte, was hilft. Ein humanes, ein aufgeklärtes, möglicherweise auch ein religiös geprägtes, bei uns also ein christliches Weltbild mit Werten, die noch welche sind, das hilft bestimmt. Ein Weltbild, das in dem anderen nicht den Feind sieht, der uns etwas wegnehmen will, sondern den Mitmenschen, der anders ist als wir, warum auch nicht, der aber immer eines bleibt: unser Nächster nämlich, mit dem wir zusammenleben können.

Eine dieser Werte ist deshalb der Kampf um die Wahrheit und die Ächtung der Lüge. Und deshalb bin ich froh, dass ich es nicht kann, berechnend zu lügen, dass ich eine rote Bombe bekomme und mich selbst verrate, wenn ich es doch mal versuche. Letztlich, denke ich, ist das auch gut so. Es hat mir zwar Unannehmlichkeiten bereitet, aber egal, es hat mich zur Rettung eines Wertes geleitet: Du sollst nicht lügen! Und das, davon bin ich fest überzeugt, zahlt sich auf lange Sicht immer noch aus! Selbst in unserer Welt des Internets.

CDU sieht Ende der Fahnenstange für Logistikflächen in Kamen erreicht

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Kommunalpolitik

P3kamen 1118KW
von Alex Grün

Kamen. "Es ist genug", macht CDU-Fraktionschef Ralf Eisenhardt die Position seiner Partei deutlich und meint damit die immer weiter wachsende Zahl von Logistikflächen auf Kamener Stadtgebiet.

ralfeisenh320Die CDU sehe Bau und baldige Inbetriebnahme weiterer Logistikflächen in Kamen als schädlich für die Stadt an. Zwar bedeuteten die Logistikbetriebe auch einen Gewinn an Arbeitsplätzen, aber auch erhebliche Verkehre, die Lärm, Schmutz und öffentliche Folgekosten erzeugen, so Eisenhardt. Bereits mehrfach führte seine Fraktion schon Diskussionen zu diesem Thema und auch in der letzten Sitzung des Wirtschaftsausschusses machte er diese Bedenken gegenüber dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Unna (WfG), Dr. Michael Dannebom, deutlich. „Es ist genug, mehr Logistikflächen verträgt Kamen nicht“, sagt Eisenhardt. Ein Logistikkonzept für den Mittelkreis müsse her, welches auch die Lenkung der Verkehre beinhalten müsse. Ins gleiche Horn stößt sein Parteifreund Rainer Fuhrmann in seiner Funktion als Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses. Auch er sehe "in der Zukunft keinen Platz für die Erweiterung von Logistikflächen in Kamen".„Natürlich haben wir eine gute Verkehrsanbindung und auch die Rekrutierung von Arbeitskräften ist hier möglich, dennoch müssen wir auch die Probleme sehen, die eine Konzentrierung von Logistikflächen mitbringen.“ Auf die weist Fraktionschef Eisenhardt hin: „Der Schwerlastverkehr in der Stadt wird an allen möglichen Stellen beklagt. Auch wenn Straßen wie die Lünener Straße, Werver Mark und einige mehr für die Aufnahme von Schwerlastverkehr geeignet sind, müssen wir schon sehen, dass entlang der Strecken auch Menschen leben.Diese beklagten den Lärm, die Luftqualität, die Gefahren im Straßenverkehr und damit eine erhebliche Einbuße der Lebensqualität in ihrem Alltag. Kamen habe zudem das Problem, dass einige große Logistikansiedler auf Unnaer Gebiet vor allem Verkehre in Kamen verursachen. „Zudem fehlten in Kamen die hochwertigen Arbeitsplätze der Unternehmen, die diese Flächen anmieten“, so EisenhardtDie riesigen Logistikhallen von P3 Logistic Parks sollten erst einmal die letzten ihrer Art sein, die ans Netz gehen. Die CDU Fraktion werde weitere Logistikflächen sicher nicht mehr befürworten, wenn dafür weder ein Konzept noch eine schlüssige Begründung vorlägen, resümieren Eisenhardt und Fuhrmann abschließend.

Indessen sind die von der Fraktion angesprochenen P3-Logistikhallen an der Henry-Everling-Straße keine Flächen im Zuständigkeitsbereich der im Wirtschaftsausschuss kritisierten Kreisgesellschaft, wie Ute Heinze, Mitarbeiterin der Presse-, Marketing- und Öffentlichkeitsabteilung der WfG, betont. Die ehemaligen Gelände von Kettler und Metro seien privater Natur und mithilfe der Stadt Kamen zu dem entwickelt worden, was sie jetzt sind - die WfG hätten mit diesen Logistikriesen nichts zu tun. Außerdem habe die Kreisgesellschaft mittlerweile keine einzige Fläche mehr auf Kamener Gebiet zur Verfügung, die jetzt noch für logistische Ansiedlungen infrage käme, so Heinze. Gleichwohl sehe die WfG weiterhin Sinn darin, Logistikflächen im Kreisgebiet zu erschließenVon P3 wisse man seitens des Kreises, dass dort Hunderte durch die Schließung von Metro und Kettler verloren gegangene Arbeitsplätze kompensiert werden konnten. Auch was die Qualität der Arbeitsplätze betreffe, habe die Branche entgegen ihrem Ruf einiges zu bieten, nicht nur für Logistiker, sondern etwa auch für Mechatroniker, Maschinenbauer, Ingenieure oder Kaufleute, verteidigt Heinze die Branche.

Versicherungen für Azubis

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Lokalnachrichten

VZ18KWKamen. Damit Jugendliche wegen der Corona-Auswirkungen auf den Lehrstellenmarkt nicht den Anschluss an ihre berufliche Zukunft verpassen, wurden viele Weichen neu gestellt: Von einmaligen staatlichen Prämien für Betriebe, die Ausbildungsplätze halten oder sogar mehr als bislang anbieten, bis hin zu flexiblen Ausbildungsstarts bis Oktober oder November. „Auch wenn sich für den ‚Ausbildungsjahrgang Corona‘ besondere Herausforderungen stellen: Die Absicherung von Alltagsrisiken sollten Lehrlinge auch in der Pandemie auf der To-do-Liste haben“, erklärt Anja Grigat, Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale in Kamen.
 
Scheinbar maßgeschneiderte Berufsanfänger-Pakete von Versicherungsgesellschaften seien hier jedoch häufig nicht die Lösung. Denn mal seien die Policen zu teuer, mal offerierten sie überflüssigen Schutz oder deckten existenzielle Risiken nicht ausreichend ab. „Mit Haftpflicht-, Kranken- und Berufsunfähigkeitsversicherung als Basis-Trio sind Ausbildungsstarter auf einem sicheren Weg“, weiß Anja Grigat und gibt  folgende Tipps:
 
  • Krankenversicherung: Mit Beginn der Ausbildung erlischt das Recht, wie bislang in der bisherigen Familienversicherung durch die Eltern versichert zu sein. Der Azubi muss sich bei einer Krankenkasse seiner Wahl selbst versichern. Bei der Suche nach der passenden Krankenversicherung ist es ratsam, verschiedene Krankenkassen entsprechend der persönlichen Bedürfnisse zu vergleichen und dabei auch auf den Service und die Zusatzleistungen zu achten. Die Krankenversicherung übernimmt die Kosten im Krankheitsfall. Das sind Behandlungs- und Krankenhauskosten, Medikamente und Krankengeld ab der siebten Woche einer Krankheit. Für die ersten sechs Wochen zahlt der Ausbildungsbetrieb die Ausbildungsvergütung (netto) weiter, danach gibt es von der Krankenkasse das – niedrigere – Krankengeld.
     
  • Berufsunfähigkeitsversicherung: Auch wenn man beim Start ins Arbeitsleben daran kaum denken mag: Eine frühzeitige Absicherung durch eine private Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist unverzichtbar für den Fall, dass der Beruf wegen eines Unfalls oder einer schweren Erkrankung nicht mehr ausgeübt werden kann. Denn die gesetzliche Rentenversicherung leistet erst in Form der Erwerbsminderungsrente, wenn hier mindestens fünf Jahre lang Beiträge entrichtet sind. Wer noch nichts oder nur kurze Zeit in die Rentenkasse eingezahlt hat, erhält somit keine Rente bei einer Erkrankung oder einem privaten Unfall. Versicherungsschutz besteht nur bei einer Berufskrankheit und bei einem Arbeitsunfall. Damit der private BU-Schutz tatsächlich auch die finanziellen Risiken der Berufsunfähigkeit ausgleicht, darf die Versicherungssumme nicht zu knapp bemessen sein. Den BU-Schutz mit einer teuren Kapitallebensversicherung zu koppeln, ist nicht sinnvoll. Achtung: Einige Versicherer fordern bei Antragstellung Angaben zu einer (möglichen) Corona Erkrankung. Deshalb sollten Gesundheitsfragen, also auch die zu Covid19, peinlichst genau beantwortet werden, um den Versicherungsschutz nicht zu gefährden.
     
  • Private Haftpflichtversicherung: Diese Police ist ein absolutes Muss! Sie deckt Schäden ab, die man bei anderen verursacht – zum Beispiel, wenn die Gesundheit eines anderen durch die eigene Unachtsamkeit dauerhaft stark beeinträchtigt wird. Bis zum Ende der Ausbildung sind Azubis in der Regel bei ihren Eltern mitversichert und müssen keine eigenen Beiträge für die private Haftpflichtpolice zahlen. Den Haftpflichtschutz über den Vertrag der Eltern sollte man sich jedoch von deren Versicherer bestätigen lassen.
     
 
Die nächste anbieterunabhängige Versicherungsberatung mit Expertin Anja Grigat findet in der Verbraucherberatung in der Kirchstraße 7 am 17. August statt.
Terminvereinbarungen sind unbedingt erforderlich und möglich unter 02307/43801-01 oder per email an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Kursangebote der Familienbande

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Lokalnachrichten

familienbande18KWKamen. Neuigkeiten aus dem Kalender der Familienbande:

Kindertanzen
für Kinder zwischen 3 und 5 Jahren
Beim Kindertanzen lernen schon die ganz Kleinen, sich zu kindgerechter Musik rhythmisch zu bewegen.
Wir erlernen kleine Choreografien, schulen das musikalische Gehör und fördern die motorischen Fähigkeiten
der Kleinen.
Falls auch Ihr Kind anfängt sich bei Musik zu bewegen, ist es beim Kindertanzen genau richtig.
Kommt doch einfach mal vorbei. Ich freu mich auf euch.
Dieser Kurs startet am 19.08.2020 und findet 8 x mittwochs von 15.00-15.45 Uhr statt. Die Kosten für den
kompletten Kurs betragen 48 € pro Teilnehmer.

Kindertanzen
für Kinder zwischen 6 und 9 Jahren
Beim Kindertanzen für Schul- und Vorschulkinder erlernen wir Choreografien zu aktuellen Hits aus dem
Radio. Außerdem trainieren wir das musikalische Gehör, die Grob- und Feinmotorik, Rhythmik und die
Orientierung im Raum.
Ich freue mich auf einen tollen Nachmittag und das gemeinsame Tanzen.
Dieser Kurs startet am 19.08.2020 und findet 8 x mittwochs von 15.45-16.45 Uhr statt. Die Kosten für den
kompletten Kurs betragen 60 € pro Teilnehmer.

Tanzen Standard und Latein (Anfänger Kurs)
Tanzen ist Lebensfreude pur. Lasst Euch davon anstecken.
Wer Lust am Tanzen hat, ist in diesem Kurs genau richtig. Im Vordergrund steht die Freude an der Bewegung.
Damit sich jeder auf der Tanzfläche wohl fühlt - egal zu welchem Anlass -, werden die wichtigsten Standardund Lateintänze sowie der Discofox geübt.
Tanzen macht nicht nur Spaß, sondern hält fit, gesund und lässt uns den Alltagsstress besser bewältigen.
Anmeldung bitte zu zweit. Bitte geeignetes Schuhwerk mitbringen (leicht, nicht zu glatt, nicht zu stumpf)
Dieser Kurs startet am 21.08.2020 und findet 7 x freitags von 21.00 – 22.00 Uhr statt. Die Kosten betragen
44,00 Euro pro Teilnehmer.

Elternstart NRW
Das erste Lebensjahr gut begleitet
„Elternstart NRW“ ist ein Familienbildungsangebot für Mütter und Väter mit einem Kind im ersten Lebensjahr.
„Elternstart NRW“ ist für Eltern einmalig kostenfrei.
Themen sind u. a. die frühkindliche Entwicklung, die Eltern-Kind-Beziehung und der Umgang mit der neuen
und auch anstrengenden Familiensituation. Eltern tauschen sich untereinander aus und werden durch eine
pädagogische Fachkraft begleitet.
Die Elternstartkurse findet regelmäßig und fortlaufend statt. Bitte erkundigen Sie sich im Büro, wann die
nächsten Kurse starten. Die Teilnahme wird vom Land LWL gefördert und ist kostenlos.

Klitzeklein bis Riesengroß
-Kinder lernen in Bewegung und mit allen SinnenEin Kursangebot für Eltern/Großeltern mit Kindern ab 12 Wochen
Psychomotorik, ganzheitliches Lernen und Wahrnehmung in Verbindung mit Musik sowie Kreativität und
Endspannung stehen im Vordergrund dieses Kursangebots.
Kinder sind neugierig, wach und aufmerksam. In reizvoll angelegter Zeit können Ihre Kinder nach ihren
eigenen Stärken und Wünschen, ihre Umgebung erforschen und ausprobieren.
Weitere Schwerpunkte sind der Austausch zu altersspezifischen Entwicklungsthemen aber vor allem auch,
die gemeinsame Zeit zu genießen und die Bindung zwischen Eltern/Großeltern und Kind zu stärken.
Dieser Kurs startet am 21.08.2020 und findet insgesamt 10 x freitags von 9.00 – 10.15 Uhr statt. Die Kosten
betragen 70,00 Euro pro Teilnehmer.

Karate-Kids
Ein Angebot für Kinder im Alter von 8 - 13 Jahren
Karate ist der ideale Sport für Kinder. Sie fördert die Disziplin, Koordination und Konzentration!
Die Schwerpunkte sind koordinative Übungen sowie die Förderung einer ganzheitlichen, körperlichen
Entwicklung.
Dieses Kursangebot ist fortlaufend und findet samstags von 16.00-17.30Uhr statt. Die Kosten betragen
30,00Euro im Monat.
Frauenselbstbehauptungskurs

Selbstsicherheit im Alltag
In Kooperation mit der Kreispolizeibehörde Unna – Kriminalprävention / Opferschutz
In diesem Kurs erarbeiten wir mit Ihnen eine Basis zur Bewältigung von besonderen Stress- und
Konfliktsituationen. Wir analysieren mit Ihnen gemeinsam theoretische, psychologische Grundlagen,
beschäftigen uns mit rechtlichen Voraussetzungen und betrachten unterschiedliche Elemente aus der
Opferlehre, wie Körpersprache und Sprache. Ein weiterer Schwerpunkt wird die Vorstellung von Alternativen
und Grenzen der Gegenwehr sein.
An dem Kurs können Frauen ab 18. Jahren teilnehmen.
Dieser Kurs startet am 24.08.2020 und findet insgesamt 3 x montags von 18.00 – 20.00 Uhr statt. Die
Teilnahme ist kostenlos.

„Das Bastelcafé“
Für große und kleine Künstler!
Einmal im Monat wollen wir alle, die Lust am Basteln, Malen, Kleben, Schnipseln… haben, einladen, um
gemeinsam kreativ zu werden.
Wir treffen uns im Cafe´ der Familienbande, lassen uns inspirieren oder trinken einfach einen Kaffee in netter
Gesellschaft, während die kleinen Künstler Spaß am Basteln und Ausprobieren haben.
Wir freuen uns auf jeden! Egal aus welchem Kulturkreis, ob jung oder alt, mit oder ohne Handicap. Wir
wollen uns über das gemeinsame Tun kennenlernen!!!
Unser Bastelcafé im August findet am 25.08.2020 von 15.00 – 16.30 Uhr statt. Die Teilnahme ist kostenlos.
Kindernotfälle, nur keine Panik

Elternabend
Verstauchungen, Platzwunden, Verbrennungen, Fieberkrämpfe, Verschlucken von Gegenständen…
Welche Eltern kennen nicht die Situation, wenn sich ihr Kind verletzt oder erkrankt? Doch wie reagiert man
richtig? Hierzu bekommen Sie wichtige Informationen.
Dieser Elternabend findet am 25.08.2020 von 19.00 – 20.30 Uhr statt. Die Kosten betragen 15,00 Euro pro
Teilnehmer.

Anmeldung und Infos für alle Kursangebote bei der Familienbande, Bahnhofstraße 46 in Kamen, Tel. 02307/2850510 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Das komplette Kursprogramm finden Sie auch auf unserer Homepage unter www.familienbande-kamen.de

Die VKU KultourTour: Den Kreis Unna vom Sofa aus erkunden

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Lokalnachrichten

Kreis Unna. Südsee? Zu weit weg. Rom. London, Paris? Ein alter Hut. Der Kreis Unna? Nichts wie los! Denn auch in unserer Heimat gibt es viel zu entdecken – und Sie kennen sicher noch nicht alles.

Die VKU – in Kooperation mit dem Kreis Unna – zeigt ihren Abonnenten und Gästen attraktive und auch geschichtsträchtige Sehenswürdigkeiten direkt vor der Haustür.

Die KulturTour unter dem Motto „Lernen Sie den Kreis Unna kennen“ findet bereits im 5. Jahr statt und kommt bei den Bürgern des Kreises gut an.

In diesen Zeiten hat sich die VKU dazu etwas Besonderes einfallen lassen:

Für alle, die sich für die erste KulturTour nach Corona schon wieder einstimmen wollen, wurde ein informativer Film erstellt.

Die Rundreise mit dem VKU-Bus zeigt Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten von Kamen, Unna, Holzwickede über Schwerte, Fröndenberg, Bönen, Bergkamen bis in den Nordkreis von Werne bis Selm und Lünen – alles mit fachkundiger Reise-Moderation.

Kunden, die nun auf den Geschmack gekommen sind, werden Sie einfach VKU-Abonnent! Mit dem Couponheft „VKU-exklusiv“ belohnt die VKU ihre Abonnenten für ihre Treue mit tollen Gutschein-Angeboten, wie z.B. der realen Rundfahrt durch den Kreis Unna.

Weitere Auskunft zum Thema Bus und Bahn gibt es bei der kreisweiten Servicezentrale fahrtwind unter Telefon 0 800 3 / 50 40 30 (elektronische Fahrplanauskunft, kostenlos) oder 0 180 6 / 50 40 30 (personenbediente Fahrplanauskunft, pro Verbindung:

Festnetz 20 ct / mobil max. 60 ct) oder im Internet www.fahrtwind-online.de oder über die fahrtwind App (kostenloser Download im Google Play Store oder im App Store).

„Darf ich…“ wegen Teilnahme an der Anti-Corona-Demo fristlos entlassen werden?

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in "Darf ich?"

darf ich500Titel "Darf ich?" enthält Datei: #166484651 | © pixelkorn / Fotolia.comDer Fall des Basketballspielers Joshiko Saibou

von Julian Eckert

Bonn/Berlin. Der Basketball-Proficlub „Telekom Baskets Bonn“ hat kürzlich seinen Spieler Joshiko Saibou fristlos entlassen, nachdem dieser am Wochenende an der Anti-Corona-Demonstration in Berlin teilgenommen hatte. Jetzt wird der Fall wohl vor dem Arbeitsgericht landen. Wir fragen: „Darf ich…“ wirklich wegen einer Demo-Teilnahme gekündigt werden?

Der Verein „Telekom Basktes Bonn“

Der Bonner Profi-Basketballverein zählt zu den erfolgreichsten deutschen Mannschaften und war achtmal Finalteilnehmer in der Basketball-Bundesliga. Im vergangenen Sommer wechselte der 1990 in Berlin geborene Nationalspieler Joshiko Saibou zu dem Bonner Club und erhielt einen Vertrag, der eigentlich bis Sommer 2021 laufen sollte. Eigentlich, denn der Spieler wurde vom Verein im August 2020 fristlos gekündigt.

Teilnahme an Anti-Corona-Demonstration

„Ich habe gestern einen Anruf bekommen, dass mir fristlos gekündigt wurde, weil ich privat an einer Demonstration in Berlin teilgenommen habe“, erklärte Saibou auf seinem Instagram-Account. Für ihn sei dies eine unglaubliche Sache, da er zwar Basketballspieler, aber „in erster Linie ein Mensch“ sei mit dem „Recht auf eine freie Meinung“. Sein ehemaliger Arbeitgeber begründet die Entlassung mit „Verstößen gegen Vorgaben des laufenden Arbeitsvertrags als Profisportler“. Club-Geschäftsführer Wolfgang Wiedlich sagte, dass die Vereine der Basketballbundesliga derzeit akribisch an Hygienekonzepten für Zuschauer in der nächsten Saison und Arbeitsschutzrichtlinien für die Aktiven arbeiteten. Deshalb könne man ein „permanentes Infektionsrisiko, wie es der Spieler Saibou darstellt, weder gegenüber seinen Arbeitskollegen in unserem Team noch gegenüber anderen BBL-Teams im Wettkampf verantworten“, so Wiedlich. 

Während Virologen in Massenveranstaltungen wie Demonstrationen insbesondere bei Missachtung von Abstands- und Maskenvorschriften die Gefahr der Masseninfizierungen sehen, stieg die Zahl der Neuinfizierten am Donnerstag auf 1.045 - der höchste Wert seit Mai.

Saibous Meinung zur Corona-Pandemie

Die Unstimmigkeiten zwischen Spieler und Basketballclub bestanden nach Medienberichten wohl nicht erst seit dem Wochenende, an dem in Berlin die Demonstration gegen die Corona-Schutzmaßnahmen mit 17.000 Teilnehmern stattfand, an der auch Saibou teilgenommen hatte. Bereits im Mai diesen Jahres hatte Saibou ein Video veröffentlicht, in dem er seine Sicht zur Corona-Pandemie erläuterte. Bereits damals hatte sich Wiedlich im Namen des Vereins von Saibous Aussagen distanziert. Auch Saibous Freundin Alexandra Wester, ebenfalls Profisportlerin, war neulich aufgefallen, als sie über Instagram ein englischsprachiges Video veröffentlichte, in dem sie vor einem „Impfzwang“ warnte, von Anwälten und Ärzten sprach, die wegen „Einsatzes für Menschenrechte in Gefängnispsychiatrien“ landeten und von einer „Horrordroge“ erzählte.

Bei der in Berlin stattgefundenen Demonstration am vergangenen Wochenende waren Saibou und seine Freundin mit dabei und - das wirft ihm der Bonner Basketballverein vor - Saibou soll sich dabei nicht an die bekannten Schutzregeln gehalten haben. Saibou selbst hatte Bilder von der Demo in sozialen Netzwerken geteilt, auf denen er ohne Maske zu sehen war. Zuvor hatte er bereits Aufnahmen von sich und seiner Freundin geteilt, auf denen er in der Bahn oder im Fitnessstudio zu sehen war - jeweils ohne Mund-Nasen-Schutz.

Meinungsäußerungs- und Versammlungsfreiheit verletzt?

Der Basketballverein wirft Saibou nicht vor, seine persönliche Meinung geäußert oder an einer Versammlung teilgenommen zu haben. Diese Grundrechte stehen schließlich auch nicht zur Disposition eines Arbeitgebers. Der Verein rügt vielmehr, dass Saibou seiner vertraglich vereinbarten Sorgfaltspflicht seinem eigenen Körper gegenüber nicht genügt habe. Niemand will Saibou offenkundig daran hindern, seine persönliche Meinung kundzutun. Er muss sich dabei nur an die geltenden Vorschriften - wie z.B. Tragen der Mund-Nase-Bedeckung - halten, auch wenn er persönlich diese inhaltlich kritisieren mag. Wer gegen die Anschnallpflicht im Auto ist, darf schließlich auch nicht ohne Gurt fahren.

Kann eine Demo-Teilnahme zur fristlosen Kündigung führen?

Diese Frage ist unter Juristen umstritten. Während einige die Verletzung der arbeitsvertraglichen Sorgfaltspflicht bei Profisportlern als wichtigen Grund für eine außerordentliche Kündigung ansehen, verlangen andere zunächst eine Abmahnung. Dafür sprechen, dass das Verhalten eine sofortige fristlose Kündigung rechtfertigen kann, könnte folgender Aspekt: Mit der Teilnahme an einer Großdemonstration ohne Tragen einer vorgeschriebenen Mund-Nase-Bedeckung oder Abstandhalten setzt sich ein Sportler bewusst nicht nur selbst einer potenziell tödlichen Infektionsgefahr aus, sondern gefährdet Mitspieler, sportliche Gegner, Fans und den Start bzw. Betrieb der gesamten Basketball-Bundesliga. Vereins-Sportmanager Michael Wichterich sagte jüngst, dass ohne Rückkehr in den Spielbetrieb dem Verein das Aus drohe. Wer in der Sache nun Recht bekommt, dürfte wohl bald ein Arbeitsgericht entscheiden: Saibous Ex-Verein rechnet damit, dass der Fall dort landen wird.

Sanierung des Bahnhofsgebäudes kann starten

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Lokalnachrichten

Bahnhof Sanierung1CV820Bis Ende des Jahres soll die Fassade des Kamener Empfangsgebäudes, sowie die Türen und Fenster, modernisiert werden. Fotos : Christoph Volkmer für KamenWeb.de

von Christoph Volkmer

Bahnhof Sanierung2CV820Das Gebäude am Bahnhof ist bereits vorsorglich eingerüstet, jetzt können die Arbeiten starten. Kamen. Bis Ende des Jahres soll die Fassade des denkmalgeschützten Empfangsgebäudes am Kamener Bahnhof modernisiert werden. Bereits seit einigen Tagen ist das Gebäude eingerüstet, die Arbeiten haben aber bisher nicht begonnen.

Das lag laut Auskunft einer Bahnsprecherin an einer fehlenden Genehmigung des Denkmalamts. Diese ist nun seit Mittwoch aus dem Kamener Rathaus auf dem Postweg unterwegs, sodass die Arbeiten in Kürze beginnen werden. „Die Erlaubnis ist heute verschickt worden“, bestätigte Stadtsprecher Peter Büttner auf Anfrage.

Als Untere Denkmalbehörde ist die Stadt in ihrem Gebiet für die Umsetzung des Denkmalschutzgesetztes NRW zuständig und Entscheidungsträger nach gesetzlicher Maßgabe. In diesem Fall haben sich die Verantwortlichen aber dennoch mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Münster abgestimmt. „Die Benehmensherstellung der Unteren Denkmalbehörde mit dem Landschaftsverband ist in diesem Verfahren so vorgesehen“, sagte Büttner.

Große optische Veränderungen müssen nicht befürchtet werden, denn laut Büttner werden die Fassaden mit dem gleichen Farbton wie bisher gestrichen. Der letzte Anstrich soll nach Informationen aus dem Rathaus bereits Ende der 90er Jahre erfolgt sein. Türen und Fenster an dem 1854 errichteten Gebäude werden ebenfalls modernisiert. Was die Maßnahme die Bahn kosten wird, wollte die Sprecherin des Unternehmens nicht mitteilen.

Dass das Empfangsgebäude bereits vorsorglich eingerüstet worden ist, ohne dass die offizielle Erlaubnis für die Durchführung der eigentlichen Arbeiten vorlag, kommentierte Büttner mit einem Schmunzeln: „Da ist die Bahn einmal viel schneller als sonst gewesen.“

 

Anzeigen

kamenlogo  stiftungslogo rot200

kamengutschein240

ko logo

technoparkkamen