Captain Horst: Videoveröffentlichung zur neuen Single „Ich freu mich“ am 24.12.2020

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Musik

captain2020 12Neuigkeiten von Captain Horst: Das Jahr 2020 hat uns als Band einiges abverlangt. Im Grunde lag der Live-Betrieb bereits seit Ende 2019 verletzungsbedingt auf Eis. Doch mit Beginn der Corona-Pandemie und der Erkenntnis, dass diese wohl die ganze Musikbranche auf unbestimmte Zeit beeinflussen würde, verließ uns fast jeglicher Optimismus. Verstärkt wurde dies durch den Ausstieg unseres Freundes und Gründungsmitglieds Fabian Fluhme.

Die Lücke, die er in der Kapelle hinterlassen hat, konnten wir glücklicherweise rasch schließen. Im Hause Horst, in dem nun also Tobias Betke, als neuestes Familienmitglied, das Gitarrenzimmer bezog, sollte demnach eigentlich die Erlangung der Bühnenreife ganz oben auf der Liste für 2020 stehen. Die etwa ein Dutzend von Ende 2019 bis zum Sommer entstandenen neuen Songs wollten doch eigentlich raus auf die Bühne. Die wenigen gemeinsamen Proben zur Sommerzeit nutzten wir also dazu, eben diese Songs etwas reifen zu lassen. Als wir, frei nach dem Motto „das Glas ist immer halb voll“ in eine vage Planung für ein Konzert zum Jahresabschluss gingen, machten wir uns aber schon nicht allzu große Hoffnungen. Als uns dann klar wurde, dass es mit steigenden Infektionszahlen zwangsläufig wieder zu Kontaktbeschränkungen kommen musste, galt es der Realität einmal mehr ins Auge zu sehen. An Konzerte ist in Zeiten von Lockdown und Kontaktbeschränkungen halt nicht zu denken. Die Vernunft siegt schließlich, im Einklang mit den gesellschaftlichen Regelungen, über das Verlangen endlich wieder auf der Bühne zu stehen.

Als selbst der reguläre Probebetrieb wieder unmöglich wurde, mochten wir unserer kreativen Arbeit dadurch keinen Riegel vorschieben. Im Sinne von „jetzt erst recht“ fingen wir also an, neue Arbeitsweisen auszuprobieren. Es galt, die individuellen Möglichkeiten aller Beteiligten zu nutzen, und das Optimum aus der Situation herauszuholen. So haben wir nun teilweise im Proberaum, teils in den heimischen Küchen, Wohnzimmern oder Heimstudios angefangen, die neuen Songs in bester „DIY-Manier“ zu vollenden und zu produzieren.

„Ich freu mich“ ist das erste Ergebnis, welches nun das Licht der Welt erblickt. Aus unserer Sicht ein Lied, welches ohne den Anspruch zu erheben, ein Weihnachtslied zu sein, perfekt in die Zeit passt. Corona verlangt uns allen viel ab, bringt uns aber grundsätzlich auch dazu, über vieles nachzudenken. Über unser Leben, das Leben der anderen und all die notwendigen oder auch überflüssigen Dinge. Es ist an der Zeit, sich auf die wirklich wichtigen Dinge zu konzentrieren. Wir erkennen beispielsweise den Wert von sozialen Kontakten gerade jetzt durch die Reduzierung eben dieser. Egal ob nach einem langen Arbeitstag, einer Reise oder der Trennung durch andere Umstände, wie Krankheit oder Quarantäne. Diese Liste kann schier unendlich sein. Die Freude, jemanden oder vielleicht sogar seine Liebste oder den Liebsten wiederzusehen, ist ein sehr gutes und starkes Gefühl, welches über vieles hinweghelfen kann. Vielleicht können wir mit unserem Lied dazu beitragen, dieses Gefühl zu verbreiten…

In diesem Sinne wünschen wir allen, die es feiern, ein schönes Weihnachtsfest, einen besinnlichen Jahreswechsel, und natürlich Kraft und Gesundheit. Hört auf Herz und Verstand, um die Pandemie zu besiegen! Auf dass wir uns bald wiedersehen können, und es von irgendeiner Bühne schallt: „Ahoi, wir sind Captain Horst, aus Kamen und es ist uns eine Ehre, für euch spielen zu dürfen“…

Weihnachtskonzert-Stream am 23.12. um 18 Uhr

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Musik

NPW goes c Pedro MalinowskiFoto: Pedro Malinowski

In der Vorweihnachtszeit 2020 ist vieles anders: Auch die beliebten Weihnachtskonzerte der Neuen Philharmonie Westfalen in Gelsenkirchen, Recklinghausen, Unna und Marl können nicht im Konzertsaal stattfinden. Doch dies heißt nicht, dass das Publikum in diesem Jahr ganz auf ein NPW-Weihnachtskonzert verzichten muss.

Denn das Orchester hat sich etwas überlegt, um trotzdem musikalisch die Weihnachtszeit einzuläuten: Via Internet kommt die Neue Philharmonie Westfalen dieses Jahr aus dem festlich geschmückten Depot in Ihr Wohnzimmer. Einen Tag vor Heiligabend, am 23. Dezember um 18 Uhr, streamt die NPW ihr rund einstündiges Weihnachtskonzert für alle kostenlos auf den orchestereigenen Facebook- und Youtube-Kanälen.

Das Publikum darf sich auf viel Bewährtes unter der Leitung von GMD Rasmus Baumann freuen: Klassiker aus dem Orchesterrepertoire u.a. von Bach, Mozart, Beethoven oder Piazzolla, hochkarätige Solisten, eine Weihnachtsgeschichte sowie viele weihnachtliche Melodien zum Ausklang des Konzerts. Moderator und NPW-Cellist Andreas de Witt ist wie im letzten Jahr wieder mit von der Partie und wird durch das Programm führen. Und auch das gemeinsam gesungene „Stille Nacht“ darf zum Schluss des Abends nicht fehlen – natürlich Corona-bedingt ohne Kinderchor. Jedoch laden Rasmus Baumann und das Orchester herzlich zum Mitsingen zu Hause ein.

Spendenaufruf statt Konzerteintritt

Und noch etwas ist anders beim Weihnachtskonzert 2020: Eintritt verlangt die Neue Philharmonie Westfalen für das Online-Konzert nicht. Jedoch lädt das Orchester dazu ein, im Gegenzug für die Aktion Lichtblicke zu spenden. Seit 1998 unterstützt die Aktion in ganz NRW Kinder, Jugendliche und Familien, die materiell, finanziell oder seelisch in Not geraten sind:

Spendenkonto bei der Sozialbank Köln
Stichwort: „NPW Weihnachtskonzert“

IBAN: DE78370205000000007070
BIC: BFSWDE33XXX

Gespendet werden kann – auch per PayPal – ebenfalls direkt auf der Website der Aktion Lichtblicke.

Das Weihnachtskonzert der NPW wurde vor dem harten Lockdown unter Einhaltung aller Corona-Hygienevorschriften und Abstandsregelungen im Recklinghäuser Depot – dem Probenzentrum der Neuen Philharmonie Westfalen – aufgezeichnet und wird am 23. Dezember ausgestrahlt.

Weihnachtskonzert

Mittwoch, 23. Dezember 2020
18.00 Uhr
auf YouTube und Facebook (Links s.u.)

Mitwirkende:
Dongmin Lee, Sopran
François-Marie Lhuissier, Violoncello
Michael van Ahlen, Vorleser
Andreas de Witt, Moderation
NEUE PHILHARMONIE WESTFALEN
GMD Rasmus Baumann, Leitung

Hier geht’s am 23. Dezember um 18 Uhr zum Weihnachtskonzert der NPW:

YouTube-Kanal der NPW: www.youtube.com/user/NPWAdmin

Facebook-Seite der NPW: www.facebook.com/NeuePhilharmonieWestfalen

Bernd Böhne veröffentlicht musikalische Liebeserklärung an Heimatstadt Kamen

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Musik

 

von Alex Grün

berndboehe820 CVEine musikalische Liebeserklärung an die Sesekestadt von Bernd Böhne. Foto: Christioph Volkmer für KamenWeb.deKamen. Der Kamener Songwriter und Entertainer Bernd Böhne ist nicht nur ein Bühnen-Multitalent, sondern auch ein Lokalpatriot. Dies stellt er jetzt mit der Veröffentlichung der Stadthymne "Kamen, mein Ruhrgebiet" erneut unter Beweis, der ab Mittwoch (16.12.2020) um 12 Uhr bei KamenWeb.de und Youtube freigeschaltet wird.

Der Song, der ab dem 20. Dezember als Single-CD unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erhältlich sein wird, handelt von Heimat, Freundschaft und den Dingen, die Kamen und das Ruhrgebiet ausmachen und ist einer von rund zwölf Titeln, die Böhne auf sein Album "Klubhaus Music" bringt, das zum Jahreswechsel hin released werden soll.

"Klubhaus" ist auch ein gutes Stichwort zur Entstehungsgeschichte des neuen Kamen-Songs. Ebenso wie viele seiner Branchenkollegen hat auch Böhne die Coronawelle samt Lockdown erwischt. War er noch bis Anfang des Jahres für seine Agentur bundesweit unterwegs wie Hans Dampf in allen Gassen, ist es jetzt auch bei ihm still geworden. Die Zwangspause wurde immerhin genutzt, um in eben jenem Klubhaus, nämlich dem vom Minigolfplatz an der Dürerstraße, den Böhne betreibt, kreativ zu werden. Entstanden ist eine musikalische Liebeserklärung an die Sesekestadt, selbst geschrieben und komponiert, mit viel Pathos und einer gehörigen Portion Industrie-Sound als Reminiszenz an den heimischen Bergbau. Böhne ist nicht nur Autor des Songs, sondern hat ihn auch an fast allen Instrumenten eigenhändig im Studio von Wolfgang Pentinghaus in Unna eingespielt. Geholfen haben ihm Klaus Nappo-Bernatzki am Saxophon und Chormitglieder von Böhnes "Radio Ruhrpott"-Ensemble aus Castrop-Rauxel als Hommage an die Bergbauchöre der Region. "Ohne Corona wäre der Song gar nicht entstanden", berichtet Böhne, einerseits weil die Zeit gar nicht da gewesen wäre, andererseits weil man gezwungen war, sich auf die kleinen Dinge des Lebens zurück zu besinnen - und daraus etwas Neues entstehen zu lassen. "Die Idee hatte ich Mitte November", sagt er. Die Umsetzung bis zum fertigen Song sei etwa innerhalb von vier Wochen erfolgt.

Unterlegt ist das Youtube-Video mit aktuellen Videos aus Kamen, aufgenommen aus dem fahrenden Wagen, Standbildern und Videos von Kamener Wahrzeichen sowie historischen Schwarzweiß-Aufnahmen aus der Stadt, die vom Haus der Stadtgeschichte zur Verfügung gestellt wurden. Dafür bedankt sich Böhne, ebenso wie bei den Sponsoren aus der Kamener Geschäftswelt.

Zu sehen sein soll das Songvideo nicht nur auf Youtube, sondern unter anderem auch auf der Homepage der Stadt Kamen. "Ich hoffe, alle Kamenser können sich darin wiederfinden", sagt Böhne.

Klingelnde Weihnacht: Drei Kamener singen vor der Haustür

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Musik

klingendeweihnacht1220v.l. Paula John, Robin Lindemann und Ann-Sophie Schubert - Wer möchte, dass „Ladies & Gentleman“ vor der Haustür auftreten, kann sich unter www.robin-lindemann.de/weihnachten anmelden.

Kamen. Weihnachten wird in diesem Jahr stiller als sonst: Kein Gesang in der Kirche oder auf dem Weihnachtsmarkt. Doch ein kleines Ständchen können sich Kamener am 23. Dezember vor die Haustür holen.

Am 23. Dezember klingelt es an der Tür. Davor könnten dann Paula John, Ann-Sophie Schubert und Robin Lindemann stehen. Die Drei möchten einen Tag vor Heiligabend ein wenig Musik und Stimmung in die stille Welt bringen. „Musik ist doch so wichtig an Weihnachten“, sagt der Kamener Musiker Robin Lindemann, der unter anderem den Südkamener Chor „Lieder für Menschen“ (LfM) leitet. Im Moment steht das kulturelle Leben still, Abstand ist das Gebot der Zeit. „Ein Chor kann im Moment natürlich nicht proben und auftreten. Da dachten wir uns: Warum das Ganze nicht in klein?“

Paula John und Ann-Sophie Schubert singen ebenfalls im Chor LfM und leiten zudem den Kamener Musical-Verein „Musicollective“. „Wir machen schon lange gerne auch zu dritt Musik“, so Lindemann. Das Terzett nennt sich „Ladies & Gentleman“. Dass in diesem Jahr aufgrund der Pandemie so überhaupt gar nichts stattfindet, wollten die Drei nicht hinnehmen. Und so entstand die Idee: Sie kommen zu den Menschen vors Haus. Wer möchte, dass die Drei am 23. Dezember zwischen 16 und 21 Uhr ein paar Weihnachtslieder vor der eigenen Haustür anstimmen, kann sich online unter www.robin-lindemann.de/weihnachten dazu anmelden. Die Drei kommen dann vorbei und singen den Menschen ihr ganz persönliches Weihnachtsständchen. Nebenbei wollen die drei Kamener auch finanziell etwas Gutes tun: „Wir sammeln bei unserem Auftritt für den Kinder- und Jugendhospizdienst, selbstverständlich kontaktlos.“

„Sicherheit steht dabei über allem, die aktuelle Pandemie erfordert absolute Vorsicht und Zurückhaltung“, betont Lindemann. „Ladies & Gentleman“ stellen sich mindestens sechs Meter von der Tür entfernt auf, vor der dementsprechend genug Platz sein muss. „Alles ist ganz unkompliziert, nach circa 10 Minuten sind wir so schnell wieder weg wie wir kamen und hinterlassen im Idealfall den Zauber der Weihnacht“, sagt Lindemann.

Infos: Wer möchte, dass „Ladies & Gentleman“ vor der Haustür auftreten, kann sich unter www.robin-lindemann.de/weihnachten anmelden.
Dort sind auch alle weiteren Infos sowie eine musikalische Kostprobe zu finden.

Verschoben: Chorkonzert 'Jung und wild'

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Musik

Plakat Jung und wild1120RFverschobenKamen. Der Kamener Chor 'Die letzten Heuler' bedauert es sehr, dass sein für den 1. 11. in der Konzertaula geplantes Konzert 'Jung und wild' verschoben werden muss. Er hat in der Vorbereitung alles dafür getan, durch Proben in der Remise der Ökostation in Bergkamen-Heil, durch Einzelproben zuhause und durch Gruppenproben im Garten, das Konzert vorzubereiten. Als die Vorbereitungen beendet und gelungen waren, hat ihm die neueste Entwicklung der Corona-Pandemie auf den letzten Metern einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Die Abstandsregeln auf der Bühne haben nur 16 Chorsänger*innen auf der Bühne zugelassen. Das war für einen Chor von mehr als 40 Mitwirkenden schon schwer zu verkraften. Die Abstandsregeln im Auditorium haben nur wenig mehr als 172 Personen erlaubt, wo dem Chor sonst zwischen 400 und 600 Zuhörer*innen lauschten. Auch das hat den Elan noch nicht zum Erliegen gebracht. Als jedoch zuletzt die Coronazahlen so rasch anstiegen und Chorsängerinnen und -sänger sich um die eigene Gesundheit und die ihrer Angehörigen Sorgen machten und sich die Unbefangenheit verlor, konnte die Entscheidung nur lauten: Verschiebung.

Das gemeinsam mit dem Kulturamt entwickelte Hygiene-Konzept ist für das Publikum praktisch sicher, auf der Bühne jedoch wäre nach strengsten Maßstäben aufgrund der beim Singen auftretenden Aerosole ein - wenn auch sehr geringes - Restrisiko nicht gänzlich auszuschließen gewesen.

Das Projekt 'jung und wild' und speziell die Soyfer-Vertonungen von Reinhard Fehling haben nach übereinstimmender Meinung der Schauspieler, Instrumentalisten und des ganzen Chores eine größere Freudigkeit und ein größeres Publikum als derzeit möglich verdient. Beides hofft der Chor zu finden, wenn er bei nächster Gelegenheit an gleicher Stelle das Projekt aus der Taufe heben wird.

Die jetzt gelösten Karten nebst Platzzuweisungen behalten ihre Gültigkeit. Von dem bisher eingenommenen Geld kann der Chor den zur Zeit eingeschränkt verdienenden professionellen Mitwirkenden, die schon erheblichen Probenaufwand hatten, eine Überbrückung zahlen. Selbstverständlich besteht auch die Möglichkeit, das Geld für die Tickets durch eine Mail mit Angabe der Bankverbindung an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! sofort zurück zu bekommen. Den Ticketbuchern bietet der Chor auch an, über die oben genannte Mailadresse eine CD des Programmes zum Vorzugspreis von 10 Euro (normaler Verkaufspreis 15 Euro) zu erwerben. Diese CD wurde im Zuge der Vorbereitungen in den Subtone-Studios in Dortmund und im Forum der Ökostation aufgenommen. Sie vermittelt einen schönen Eindruck von dem, was den Konzertbesuchern erst einmal live entgangen ist.

Musikkritik: "Landpartie" mit Corona-Schutz: Das 2. Sinfoniekonzert der Neuen Philharmonie Westfalen - wiederholt ohne Abstriche

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Musik

Musik Datei176696959 Urheber abstract fotoliaDatei: #176696959 | Urheber: abstract | fotolia.comvon Dr. Götz Loos

Die Pandemie ließ die Konzertaula leer bleiben. Es ist traurig gesehen zu haben, wie wenig die besetzten Plätze ausmachten - einerseits durch Platzbegrenzung wegen der Corona-Maßnahmen; andererseits weil auch offensichtlich nicht Wenige fernblieben, die sonst gekommen wären. An der orchestralen Qualität und dem geschaffenen Standard erster Güte der Neuen Philharmonie Westfalen hat sich freilich nichts geändert. Fangen wir mit dem häufiger gespielten Werk am Ende an: Beethovens 6. Sinfonie, die "Pastorale": GMD Rasmus Baumann gab ein Beethoven-"gerechtes" Tempo vor, das das Orchester brillant umsetzte. Maßstab dabei ist immer "die Szene am Bach", ein "Andante molto moto", das also auch Beschwingtheit verlangt - was nicht jeder Interpretation gelingt. Gleiches gilt für "Gewitter. Sturm" - muss schnell sein, aber nicht schluderig bei den Betonungen. Beides hier glänzend dargeboten. 
 
Da das Konzert mit "Landpartie" überschrieben war, mussten natürlich auch die beiden vorhergehenden Werke etwas mit Aufenthalt in Natur und Landschaft zu tun haben. Niels Wilhelm Gades Suite op. 55 hieß dann eben sogar "Sommertag auf dem Lande". Das Komponieren muss vergnüglich gewesen sein, jedenfalls meint man das der Musik anzuhören und gleichfalls schon der Partitur abzulesen! Insgesamt kommen Melodien und Umrahmungen leichtfüßig daher, sicher kein hoher interpretatorischer Anspruch, aber dennoch mitreißend von höchster Perfektion von der Neuen Philharmonie gestaltet. Bemerkenswert ist die Seltenheit seiner Aufführung; ich meine, es in Kamen noch nie auf dem Programm gesehen zu haben. Sicher gilt dies für das dritte Werk: Einojuhani Rautavaaras Konzert für Flöte und Orchester op. 69. Rautavaara verbindet in seiner Musik unvorstellbar viele Einflüsse. Vor allem die Erscheinungsformen der Natur hatten es ihm sehr angetan. So auch beim hier erklungenen "Dance with the Winds", wie das Flötenkonzert betitelt ist. Beachtlich ist zunächst, dass der Solist - hier Pirmin Grehl - gleich vier verschiedene Instrumente der Flötenfamilie bedienen muss (Pikkolo, "normale" Große, Alt- und Bassflöte). Dann gibt es zumeist eine klare Rollenverteilung zwischen Solist und Orchester, wenig Paraphrasierungen und Synchrones. Das Material reicht dennoch von nervös flatterhaften über breit angelegt ruhenden, jahrmarkthaft beschwingten, dann auch wieder unruhigen, fanfarenhaften bis hin zu tiefmystischen Teilen. Kompositorisch sehr interessant und ansprechend also und in der Interpretation atemberaubend... Leider habe ich das erste Konzert verpasst, aber dieses ließ keine Wünsche offen: ein meisterlich souveränes Orchester, ein gewohnt guter und ebenso gelaunter Dirigent und ein virtuoser Solist mit besten Fähigkeiten selbst beim schnellen Instrumentenwechsel.
 
 

Anzeigen

kamenlogo  stiftungslogo rot200

kamengutschein240

ko logo

technoparkkamen