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Menschliche Konflikte im Alten land: Den Bestseller von Dörte Hansen brachte das theater Ohnsorg gekonnt auf die Konzertaulabühne.
Kamen. (wol) Wie bringt man eine Fülle an wunderbarem Erzähltext auf die Bühne, wenn die oft knurrigen Hauptfiguren gern eher schweigen? Zum Beispiel so wie das Theater Ohnsorg den Bestseller „Altes Land“ in der Konzertaula wiedergegeben hat.
Ein paar Nebenfiguren wurden locker mit besetzt:, zum beispiel Veras Kindheitsnachbar Hinni.
Zwei Kunstgriffe waren dafür nötig. Die drei weiblichen Hauptfiguren sind so sehr Erzählerinnen, dass irgendwann kaum mehr auffällt, wie sehr Dialoge durch nebeneinander präsentierte Gedankenwelten ersetzt werden. Und das Altern der Akteurinnen im Generationenspiel wird durch elegantes Weitergeben von Rollen, signalisiert durch von Schauspielerin zu Schauspielerin wandernde Mütze oder Armband gelöst. Die Vera zum Beispiel wandert so von einer zur anderen.
Grandios wickeln das Kerstin Hilbig, Ruth Marie Kröger und Kristina Nadj ab. Florian Miro ist als von Krieg und Leben traumatisierter Karl gelegentlich nur Staffage und Musiker, aber doch ausdrucksstarker Teil des Geschehens. Der Buchtext wird gelegentlich gekürzt, aber der Erzähltext bleibt eng am starkem Original.
Inhaltlich geht es um Fluchten und die Schwierigkeit, irgendwo wirklich anzukommen, egal ob es Krieg ist, Familienstrukturen oder gesellschaftliche Zwänge die einen vertreiben. Ein wenig Plattdeutsch hat Dörte Hansen in ihre Originalgeschichte eingewoben. In sofern passt das Stück zunächst mal zum Ohnsorg-Theater. Mit der oberflächlichen Leichtigkeit von Stücken, mit denen Ohnsorg mal bekannt geworden ist, hat die Story von Dörte Hansen aber wenig gemein. Deshalb verlangt auch die Bühnenadaption vom Publikum viel Konzentration und gutes Gehör, von Akteuren starke Artikulation und vom Saal gute Akustik. Für manch einen wurden da Grenzen erreicht.
Irgendwie ist ein altes Bauernhaus im Alten Land, der Apfelbauerregion nahe Hamburg, selbst Akteur der Geschichte. Trotz statischem Bühnenbild passt die Atmosphäre, die davor entsteht. Am Ende herrscht trotz aller Widersprüche und Gegensätze Frieden, und das Haus steht still. Eine starke Vorstellung und eine spannende andere Nuance im städtischen Kulturprogramm in der Konzertaula.
Ruth Marie Kröger, Kristina Nadj und Kerstin Hilbig (v.l.) beeindruckten als wandelbares Trio mit fließenden Rollenwechseln.
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Freitag, 10. Oktober 2025 | Konzertaula Kamen | Beginn 20:00 Uhr (Einlass ab 19:00 Uhr)
Tatort-Star Boris Aljinovic steht in der Komödie „Nein zum Geld“ in der Kamener Konzertaula auf der Bühne. Foto: Dietrich Dettmann
Kamen. Ein Abend voller Witz, Tiefgang und scharfer Dialoge erwartet das Publikum in der Kamener Konzertaula: Am Freitag, 10. Oktober 2025, wird dort die Komödie „Nein zum Geld“ aufgeführt – mit Tatort-Star Boris Aljinovic in der Hauptrolle.
Das Stück ist eine intelligente Charakterkomödie über Werte, Versuchungen und die Frage, ob Geld tatsächlich glücklich macht. Im Mittelpunkt steht ein überraschender Lottogewinn in Millionenhöhe – doch anstatt sich zu freuen, will einer der Beteiligten das Geld vernichten. Was folgt, ist ein pointenreiches Gedankenspiel, in dem Moral, Gier und Idealismus aufeinanderprallen.
Mit scharfsinnigen Dialogen und brillantem Schauspiel entfaltet sich ein turbulentes Ringen um Prinzipien und Lebenshaltungen – ein Theatererlebnis, das gleichermaßen zum Lachen wie zum Nachdenken anregt.
Tickets sind wie gewohnt im Rathaus Kamen (Zimmer 25) erhältlich sowie online im Ticketshop unter https://kamen.comtec-web.de
Restkarten gibt es außerdem eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Theaterkasse.
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Onlinemagazin KamenWeb.de verlost Tickets für die Familienvorstellung am 30. Juni
AnzeigeKamen. Für das Kindertheaterstück „Der kleine Prinz“, das am Montag, 30. Juni 2025 um 17 Uhr in der Konzertaula Kamen aufgeführt wird, verlost das Onlinemagazin KamenWeb.de insgesamt 6 x 2 Eintrittskarten – jeweils für einen Erwachsenen und ein Kind.
Das liebevoll inszenierte Familientheaterstück markiert zugleich den krönenden Abschluss der aktuellen Theatersaison.
Die bekannte Geschichte erzählt von der Begegnung eines kleinen Prinzen mit einem Piloten in der Wüste. Dabei geht es um Freundschaft, Fantasie und das Wesentliche im Leben – kindgerecht aufbereitet für Zuschauer ab fünf Jahren. Die Vorstellung dauert rund 65 Minuten und wird mit einer 20-minütigen Pause gespielt.
Karten sind im Vorverkauf beim Kulturbüro Kamen (Rathausplatz 1, 59174 Kamen) oder online unter www.stadt-kamen.de erhältlich. Der Eintritt beträgt zwischen 5,50 (Kinder) und 8,50 Euro (Erwachsene). Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn um 16 Uhr. Das vollständige Kulturprogramm der Stadt ist online unter www.stadt-kamen.de/leben-und-mehr/kultur einsehbar.
Weitere Informationen zur Teilnahme am Gewinnspiel
So einfach geht es: E-Mail mit Name und Adresse und Telefonnummer an
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. senden. Stichwort: „Der kleine Prinz“. Unter allen Einsendern verlosen wir 6 x 2 Eintrittskarten – jeweils für einen Erwachsenen und ein Kind.Viel Glück!
Einsendeschluss ist der 08.06.2025, 23:59:59 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt.
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Ein ungleiches Paar scheinen zunächst die Schöne und das Biest.
Kamen. (wol) Verzauberter Prinz geht immer – ob als Frosch oder als Biest. Bei der Musicalversion von der Schönen und dem Biest holte das Bochumer Theater Liberi ein altes Märchen aus der Mottenkiste und präsentierte es in der Konzertaula als zeitgemäßes Musical für die ganze Familie.
Märchenhafte Kostüme tragen die verwunschenen Hausdiener auf dem Schloss.
Die Grundgeschichte ist Jahrhunderte alt. Der Prinz muss Biest bleiben bis ihn echte Liebe befreit. Damit werden gleich auch noch ein paar gleicher Maßen verwunschene Hausangestellte erlöst. Die Schöne wiederum landet als Ausgleich für eine für sie gestohlene Rose auf dem Schloss und die Liebesgeschichte nimmt ihren Lauf.
Das Theater Liberi hat sich darauf spezialisiert, solche märchenhaften Handlungen nicht zu entzaubern aber mit viel Schwung ganz neu zu inszenieren. In der Konzertaula ging das Konzept voll auf. Zeitgemäße Songs, aufwendige Kostüme und professionelle Musicaldarsteller begeisterten bei einem Nachmittag für ganze Familien. Das Biest ließ von Beginn an seinen wahren Kern erahnen und schreckte so auch die kleinen Gäste nicht. Das Happy End blieb immer in Reichweite, nur kurz musste das Biest verzweifeln, um dann um so mehr seine Erlösung feiern lassen zu können.
Eine alte Geschichte wurde tatsächlich ganz neu erzählt. Nebengeschichten wie die des Angebers Taureau sorgten für Lacher. Das Ensemble um die Schöne alias Tabea Steltenkamp wurde zu recht gefeiert. Auf ging so ein weiteres Mal auch die Idee der Kamener Kulturverwaltung, Familienunterhaltung ins Programm zu nehmen. Musik und Tanz nahmen die Kamener jeden Alters gefangen. Ihr Echo belohnte das Ensemble mit einem Medley als Zugabe.
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Konfliktreich geht es zu zwischen dem Geizigen und dem Diener, der mit der Kopfbedeckung zwischen diversen Funktionen wechselt.
Kamen. (wol) Eine mehrere hundert Jahre alte Geschichte von Molière um einen geizigen alten Sturkopf zu verknüpfen sowohl mit dem Herrn der Ringe als auch mit Elon Musk – das muss man erstmal schaffen. Kalle Pohl und die Braunschweiger Komödie am Altstadtmarkt bekamen das in der Konzertaula locker hin.
Die Geschichte selbst ist ziemlich aus der Zeit gefallen. Abenteuerliche Perücken und ein Kleidungsstil von einst signalisierten auf der Bühne die Herkunft des Stoffs aus dem 17. Jahrhundert. Väterliche Familiendiktatur mit vom Oberhaupt angeordneten Ehekonstellationen bestimmen die Verwicklungen der Erzählung. Die Knauserigkeit des Geizigen ist selbst in einer Zeit übertrieben, in der Geiz gelegentlich als geil galt.
Vater und Kinder streiten um sehr unterschiedliche Heiratspläne.
Kalle Pohl – vor Jahren neben Carell und Busse einer der Stars bei „Sieben Tage, sieben Köpfe“ - kann nicht nur Komik. Den knurrigen Alten nimmt man ihm ab. Und er durchbricht immer mal wieder mit kleinen Gagspitzen weit weg vom Original dessen Rahmen. Ohne solche Gags wäre die Story wohl auch zu trocken und realitätsfern rübergekommen. Zum Beispiel wird die Goldkiste des Geizigen plötzlich tituliert wie Gollums „Schatz“ aus dem Herrn der Ringe. Die Verwicklungen um diverse Heiratspläne nimmt die Inszenierung auf der Bühne am Ende selbst nicht mehr ernst: „Jetzt wird es lächerlich“, heißt es da plötzlich selbstkritisch.
Ein wenig Moral hatte schon Molière im Sinn. Der Geizige hat am Ende nur noch seinen Schatz. Die Menschen um ihn herum hat er längst verloren. Eine Anspielung stammt sicher nicht von Molière: Der Geizige kündigt beim Finale an, seine Goldtaler zu Milliarden weiter vermehren zu wollen um dann auch noch zum Mars zu fliegen. Spätestens da zitiert Pohl nicht mehr Molière sondern Musk.
Allein mit Geldkassette und mit Plänen im Stile Elon Musks endet das Ganze für den Geizigen alias Kalle Pohl.








