Werbung
Letzte Nachrichten
- Details
- Redaktion
- Lokalnachrichten
- Lesezeit: 4 Minuten
Zum Start der Sanierung der Dortmunder Allee gibt es eine Ersatz-Haltestelle der VKU - idyllisch gelegen direkt an der Südkamener Spange. Fotos: Christoph Volkmer für KamenWeb.de
Kamen. Die Sommerferien neigen sich unaufhaltsam ihrem Ende entgegen. Für alle, die noch nicht genug Erholung getankt haben wird die Zeit knapp, denn am 1. September ist Schluss. Wie gut, dass es rechtzeitig ein neues Angebot der VKU gibt, um zwischendurch einmal richtig runterzukommen.
Die Erneuerung der Dortmunder Allee/Dortmunder Straße zwischen Südkamen und Unna-Afferde lässt eine ultimative Entspannung mit viel natürlichem Flair real werden. Da viele Haltestellen auf der 2,5 Kilometer langen Strecke während der Arbeiten nicht angefahren werden, ist eine neue, alternative Haltestelle eingerichtet worden.
Neue Haltestelle erlaufen
Ausgangspunkt unserer kleinen Reise ist der Friedhof in Afferde. Hier halten an der Bushaltestelle üblicherweise die Linien 151 und 186. Mit der 151 geht es nach Südkamen beziehungsweise nach Unna, die Linie 186 hat Kamen oder in der Gegenrichtung Oberaden als Ziel. Um die Ersatz-Haltestelle zu Fuß zu erreichen, ist vom Friedhof aus eine etwa zwei Kilometer lange Wanderung erforderlich, die den Sportsgeist weckt. Da die Straße je nach Bauphase in Abschnitten komplett gesperrt ist, geht es, weit weg vom Baulärm, vorbei an landwirtschaftlich genutzten Flächen. Urlaubsfeeling pur würden Romantiker dazu sicher sagen.
Am Friedhof in Afferde weisen aktuelle Info-Tafeln auf mögliche Optionen im Busverkehr hin.
Kurz vor dem Erreichen der Ausweich-Haltestelle wird es dann - je nach Routenauswahl - wieder städtischer und belebter auf den Straßen. Ein architektonischer Höhepunkt ist zweifellos der Kreisel, der auf der baufälligen Straße in die Südkamener Spange mündet. Alternativ führt im Rücken der Turnhalle an der Südschule ein Weg für Radfahrer und landwirtschaftliche Fahrzeuge zur Ersatz-Haltestelle, welche - je nach Lauftempo - vom Startpunkt in Afferde nach rund 40 Minuten erreicht ist.
Während die eine Fahrtrichtung noch recht zentral gelegen ist und direkt an den Radweg/Fußweg grenzt, der im weiteren Verlauf der Spange in Richtung Kamen fortgeführt wird, gibt es in der anderen Fahrtrichtung den Erlebnis-Kick gratis dazu.
Abenteuer und Erholung zugleich
Hier geht es „Back to the Basics“. Es gibt rund 100 Meter entfernt eine Ampel, um über die Straße zu kommen. Dann geht es ohne einen Bürgersteig direkt weiter auf ein Feld, bis zu einer kleinen Schotterfläche, auf dem das Haltestellen-Zeichen einsam und ohne Infos zu Fahrzielen auf weiter Fläche steht.
Wer es bis dahin geschafft hat, kann durchatmen und den Klang der vorbeifahrenden Fahrzeuge genießen, oder aber aus der Entfernung hören, wenn ein ICE über die Spange braust. Raus aus dem Alltag und das Leben an sich vorbeiziehen lassen - das alles ist hier möglich. Naherholung und gleichzeitig Anschluss zum ÖPNV. Was will man mehr?
Ergänzende Info: Die Arbeiten zur Erneuerung der Dortmunder Allee und der Dortmunder Straße dauern voraussichtlich ein Jahr. Die Ersatzhaltestelle an der Südkamener Spange wird vermutlich über die gesamte Bauzeit genutzt.
Im Gegensatz zur anderen Fahrtrichtung befindet sich die Haltestelle mit Fahrtrichtung nach Südkamen in einem bereits erschlossenen Areal. Man sollte allerdings auf die Radfahrer achten und auf der Grünfläche bleiben.
- Details
- Redaktion
- Lokalnachrichten
- Lesezeit: 8 Minuten
Eine satirische Nachlese zum Kamener Altstadtfestival 2026
Archivbild: Die Antenne-Unna-Altstadtparty 2022 auf dem Alten Markt – für viele Kamener bis heute der Maßstab, an dem sich das neue Altstadtfestival messen lassen muss.
Kamen wollte nach Jahren der legendären Antenne-Unna-Altstadtpartys endlich wieder ein Altstadtfest. Bekommen hat die Stadt ein Altstadtfestival. Das klingt moderner, internationaler und vermutlich auch nach einem Förderantrag. Dass zwischen "Fest" und "Festival" Welten liegen können, durfte der ehrwürdige Alte Markt am 3. und 4. Juli am eigenen Kopfsteinpflaster erfahren.
Wo früher Generationen gemeinsam zu Coverbands schunkelten, wurde der historische Marktplatz kurzerhand zum "Festivalgelände" erklärt. Vermutlich reichte dafür ein neues Banner und ein paar Bauzäune. Der Alte Markt selbst, dessen Fachwerkfassaden schon Pest, Kriege und jahrhundertelangen Wandel erlebt haben, dürfte innerlich dennoch kurz zusammengezuckt sein.
Das Programm versprach "Musik für jeden Geschmack". Eine mutige Formulierung. Tatsächlich gab es von Akustik über Punk, Hardcore, Rap und Hip-Hop bis Soul fast alles – allerdings nicht unbedingt in der Reihenfolge, die man auf einem Stadtfest mitten zwischen Eiscafé, Tapas-Bar und Außengastronomie erwarten würde.
- Details
- Redaktion
- Lokalnachrichten
- Lesezeit: 4 Minuten
So könnte die neue Seilbahn über der Stadt verlaufen. (Visualisierung: Planungsbüro, nach ersten Informationen, KI-generiert)Kamen. Nach ersten Informationen sind offenbar Details aus bislang nicht öffentlich vorgestellten Planungen durchgesickert: Demnach könnte das markante Fördergerüst der ehemaligen Zeche Monopol künftig Teil einer Stadtseilbahn werden. Die Verbindung soll den Technopark direkt mit dem Sesekepark in unmittelbarer Innenstadtlage verknüpfen.
Die Idee dahinter: eine neue, spektakuläre Verbindung über den Dächern der Stadt. Neben der Verbesserung der innerstädtischen Wege könnte das Projekt auch neue Impulse für die Innenstadt setzen und gleichzeitig Besucher anziehen.
Das markante Fördergerüst der ehemaligen Zeche Monopol, einst eine der modernsten Schachtanlagen Europas, bekommt eine völlig neue Funktion: Es soll künftig Teil einer Stadtseilbahn werden, die den Technopark direkt mit dem Sesekepark in direkter Innenstadtlage verbindet. Das Projekt soll den innerstädtischen Verkehr erleichtern, die Innenstadt als Publikumsmagnet attraktiver machen und den Tourismus fördern.
Die laufende Sanierung des Grillo-Förderturms, ursprünglich zur Erhaltung des historischen Wahrzeichens gestartet, schafft die Voraussetzungen für die ungewöhnliche Nutzung. Dabei sollen die historischen Strukturen des Turms erhalten bleiben, während die Seilbahnstützen integriert werden.
Seit mehr als 60 Jahren gehört die Kölner Seilbahn zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Jahr für Jahr zieht sie zahlreiche Besucher an – mit steigender Tendenz.
Paris und Köln haben sie bereits: Urbane Seilbahnen gelten in vielen Städten als innovative Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr und ermöglichen neue Verbindungen über Flüsse, Straßen und dicht bebaute Quartiere hinweg. Was lange vor allem mit Skigebieten oder touristischen Attraktionen verbunden wurde, gilt heute zunehmend als ernstzunehmender Bestandteil moderner Verkehrsplanung. Ein Beispiel ist das Pariser Projekt Câble C1 (Téléval): Die rund 4,5 Kilometer lange Strecke mit fünf Stationen verbindet südöstliche Vororte mit dem Metronetz – unabhängig vom Straßenverkehr.
Zukünftige Passagiere können sich auf einen spektakulären Blick über die Stadt und den frisch renovierten Förderturm freuen. Die Kombination aus Industriegeschichte, Innovation und Freizeitwert könnte schon bald bundesweit Aufmerksamkeit erregen und sowohl Besucher als auch Einheimische begeistern.
Zielort der Seilbahn: Sesekepark
Westlich der Maibrücke öffnet sich am Südufer der Seseke der neue Sesekepark – grün, offen und einladend. Die flussbegleitende Promenade verbindet Fuß- und Radwege mit großzügigen Plätzen, von denen aus die Seseketerrassen sanft zum Wasser abfallen. Stufen und Podeste laden zum Verweilen ein, während der barrierefreie Wandelweg direkt zum Wasser führt. Von hier aus ist es nur ein kurzer Spaziergang über die Bahnhofstraße bis zum Markt und zur Fußgängerzone – perfekte Anbindung an die Innenstadt.
Warum urbane Seilbahnen?
-
Seilbahnen sind im Vergleich zu anderen Verkehrssystemen klimafreundlich, preiswert, schnell realisierbar und zuverlässig.
-
Wenn die Kabinen im Umlauf fahren, brauchen sie keinen Fahrplan.
-
Seilbahnen sind platzsparend, haben immer freie Fahrt und kennen keine Hindernisse.
-
Sie können verkehrliche Lücken schließen, bestehende ÖPNV-Systeme erweitern oder überlastete Verkehrswege entlasten.
-
Hauptanwendungszweck ist das Überbrücken und Überwinden topographischer, baulicher oder verkehrlicher Hindernisse.
- Details
- Redaktion
- Lokalnachrichten
- Lesezeit: 2 Minuten
Die Neugestaltung der Außenwand der Konzertaula wird viel diskutiert. Fotos: KamenWeb.de
Kommt hierher Frischluft zur Bühne?Kamen. Während in der Innenstadt neue Attraktionen eher rar sind, scheint sich an der altehrwürdigen Konzertaula ein neues Projekt anzudeuten. Augenzeugen berichten über Markierungen und teils recht üppige Löcher an der Außenwand, die - bis zu einer noch offenen Antwort der Stadtverwaltung - zu Spekulationen anregen.
Nicht wenige vermuten, dass an der Wand ein Kletterparcours eingerichtet werden soll. Wer es bis auf das Dach schafft, hätte dann zur Belohnung einen guten Blick auf die für dieses Jahr angekündigte Sanierung und Erweiterung des Gymnasiums. Die Lochbohrungen und Nummerierungen könnten Hinweise auf noch zu installierende Griffe und Tritte der Kletterlandschaft sein.
Für ein besseres Raumklima?
Eins der tieferen und größeren Löcher, welches sich auf der Seite des Gebäudes befindet, an die im Gebäudeinneren der hintere Bereich der Bühne grenzt, sorgt für ein anderes Gedankenspiel. Hier scheint eine neue, wenn auch sehr einfache Belüftungsmethode geschaffen worden sein. Wie hilfreich diese ist, dürfte sich schon am kommenden Wochenende herausstellen, wenn am Freitag und Samstag das Ruhrical zu in der Konzertaula zu Gast ist. Bekanntlich geht es bei dem auch als „Radio Ruhrpott“ bekannten Musical dank vieler Hits meist hitzig zur Sache - da kann eine zusätzliche Abkühlung sicher nicht schaden.
- Details
- Redaktion
- Lokalnachrichten
- Lesezeit: 2 Minuten
Ein Streuwagen im Einsatz bei strömendem Regen und Plusgraden – maximale Salzladung gegen eine Glätte, die an diesem Morgen offenbar verhindert war.
Montagmorgen, 12. Januar 2026, halb acht. Der Wecker klingelt, der Blick aus dem Fenster folgt – und reibt sich verwundert die Augen: 2,5 Grad über Null, strömender Regen, kahle Straßen, nasser Asphalt. Keine Eisglätte, kein Frost, kein winterliches Drama. Alles getaut. Alles nass. Alles völlig unspektakulär.
Die Schule?
Abgesagt.
Der Grund: Eiswarnung Stufe 3. Eine Warnung, die offenbar so ernst zu nehmen ist, dass sie selbst dann gilt, wenn das angekündigte Ereignis sich entschieden hat, einfach nicht zu erscheinen.
Schon gestern war die Lage ähnlich, heute setzt sich die Serie fort. Laut Wetter-App nicht nachvollziehbar, laut Realität widerlegt, laut Prognose sogar zunehmend wärmer. Doch Vorsicht ist Vorsicht – und Vorsicht schlägt inzwischen jede Beobachtung.
Seit Sonntag läuft die Warnmaschine auf Hochtouren: Jede Löschgruppe, das Land NRW, der Regierungsbezirk, die Stadtverwaltung und schließlich die Schulen selbst – alle senden Alarm. Über Apps, Elternmails, Webseiten, Messenger und soziale Netzwerke wird vor der drohenden Eisgefahr gewarnt. Die Botschaft ist überall dieselbe, unüberhörbar und alternativlos. Nur das Wetter selbst hält sich auffallend zurück.
Der eigentliche Höhepunkt folgt dann im Straßenverkehr:
Vor mir biegt ein Streuwagen ein. Und streut. Nicht zögerlich, nicht punktuell, sondern maximal. Salz in industriellen Mengen auf klatschnassem Asphalt, als müsste eine Eisfläche bekämpft werden, die sich nur besonders gut tarnt. Regen prasselt, das Salz löst sich auf, die Botschaft bleibt: Wir sind vorbereitet. Gegen alles. Immer.
Zur Erinnerung ein Blick ins Archiv: Bereits im Vorfeld ordnete das Schulministerium NRW den Wechsel in den Distanzunterricht an. Grundlage war eine landesweite Vorab-Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes. Für den Montagmorgen werde gefrierender Regen erwartet, der „flächendeckend zu gefährlicher Glätte führen könne“. Schulministerin Dorothee Feller betonte, die Entscheidung sei frühzeitig und aus Gründen der Sicherheit getroffen worden. Betreuung sei in den Schulen gewährleistet – falls doch jemand den Mut aufbringt, bei Regen und Plusgraden das Haus zu verlassen.
Sicherheit ist wichtig. Niemand bestreitet das. Doch langsam drängt sich der Eindruck auf, dass wir nicht mehr auf Wetter reagieren, sondern auf Szenarien. Auf das, was theoretisch passieren könnte, wenn alles ungünstig zusammenkommt – selbst dann, wenn nichts davon eintritt.
Der Winter jedenfalls hat an diesem Montag offensichtlich frei genommen.
Die Kinder auch.
Der Streuwagen hingegen war pünktlich, motiviert und großzügig.Vielleicht ist das der neue Alltag im Januar 2026:
Schulen schließen bei Regen,
Straßen werden gesalzen bei Plusgraden,
und Entscheidungen frieren nicht mehr an Eis, sondern an Prognosen fest.Der Winter war angekündigt.
Gekommen ist er nicht.
Aber abgesagt wurde trotzdem.





