Wahl abgesagt: Zwei Chefinnen fürs Rathaus - April, April!

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rathaus17KWvon Andreas Milk

Kamen. Vereinte Frauen-Power für Kamen: Statt noch Monate Wahlkampf gegeneinander zu führen, tun sich Elke Kappen und Tanja Brückel zusammen. Erstmals in der Geschichte der Stadt Kamen wird der Bürgermeisterposten ab August per Job-Sharing besetzt. Die Wahl am 17. Juni ist entbehrlich - und deshalb abgesagt.

Ein Bündnis aus CDU, Grünen, FDP und Freien Wählern hatte "Familienbande"-Chefin Brückel aufgestellt, etwas später folgte die SPD mit der Ersten Beigeordneten Kappen. Klar schien damit: Ab Sommer sitzt eine Frau auf dem Rathaus-Chefplatz.

Während Unterstützer und Gegner der beiden Kandidatinnen sich in den sozialen Medien beharkten, waren Tanja "Tanne" Brückel und Elke "Kappe" Kappen längst viel weiter. "Bei unseren heimlichen Treffen haben wir eine Menge Gemeinsamkeiten gefunden", sagt Brückel. Ihren Anfang genommen hatte die Allianz am 11. März - bei der feierlichen Ratssondersitzung zum 50-jährigen Stadtjubiläum (KamenWeb.de berichtete). "Wir kamen mit der NRW-Gleichstellungsministerin Ina Scharrenbach ins Gespräch", berichtet Kappen, "sie bot auch die entscheidende Hilfe an." Soll heißen: Scharrenbach - zuständig auch für Kommunales - sagte die Änderung der NRW-Gemeindeordnung zu. Erst so wird die Teilung des Bürgermeisterjobs juristisch wasserdicht.

Wie diese Aufteilung im einzelnen funktionieren wird - darüber wollen die Frauen noch im Detail reden. Am sinnvollsten scheint beiden derzeit ein tageweiser Wechsel. Vorteilhaft ist das etwa bei langwierigen Ratssitzungen: Wer bis spät abends im Sitzungssaal zubringt, bleibt am nächsten Tag halt zuhause. Andererseits: Stehen zwei dringende Termine zeitgleich an, kann "die" Kamener Bürgermeisterin bei beiden zugegen sein.

Auch der Beitrag eines Mannes zu diesem landesweit (noch) einzigartigen Modell soll nicht unerwähnt bleiben: Jonas Büchel, bisher als dritter Bewerber im Spiel, zog sich angesichts des übermächtigen Frauenbündnisses zurück. "Es ist an der Zeit, sich von patriarchalischen Strukturen zu lösen", sagte er uns. Seine offizielle Verzichtserklärung zum 1. April war formale Voraussetzung für die offizielle Absage des Juni-Wahltermins schon an diesem Ostersonntag. Büchel, dem der Kampf gegen Leerstände in der City Herzenssache ist, hat ebenfalls einen Verbündeten aufgetan: den scheidenden Bürgermeister Hermann Hupe. "Wir machen erst mal zusammen eine Kneipe auf. Zack, ein Leerstand weniger! Alles weitere - abwarten."

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Festnetzausbau der Telekom verzögert sich - warum bloß?

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Telekombaustelle218CVAktuell stoppt die Kälte auch den Festnetzausbau der Telekom. Foto: Christoph Volkmer für KamenWeb.de von Christoph Volkmer

Kamen. Minustemperaturen sorgen derzeit an vielen Baustellen für eine wetterbedingte Zwangs-Auszeit. Auch die Arbeiten der Telekom, die nach Stationen unter anderem in Südkamen und im Kamener Osten nun im Bereich der Innenstadt ihr Netz ausbaut, indem Kupfer- durch Glasfaserkabel ersetzt werden, kommt wegen Frost und Kälte aktuell nicht weiter. Ebenso hapert es derzeit etwas bei der Kommunikation des magentafarbenen Kommunikations-Unternehmens.

So ist es trotz mehrerer schriftlicher und fernmündlicher Versuche seit der vergangenen Woche nicht geglückt, eine Auskunft von der Presseabteilung darüber zu bekommen, warum das im September vergangenen angekündigte schnelle Internet für 23.350 Haushalte statt Ende März nun erst Ende September diesen Jahres verfügbar sein wird.

Dies ist anhand einer vom Unternehmen bereitgestellten Karte erkennbar, auf der die bereits ausgebauten Gebiete sowie die aktuellen Baumaßnahmen mit einem Vorlauf von rund drei Monaten zu erkennen sind.

Vielleicht sind die entsprechenden Mitarbeiter ja alle derzeit beim großen Treffen der Mobilfunk-Branche in Barcelona im Einsatz und deshalb eben einmal nicht immer und überall erreichbar?

Update (01.03.2018, 20:31 Uhr):
Eine Woche nach der ersten Anfrage hat das Unternehmen nun geantwortet.
Demnach ist aktuell in Heeren ein Großteil des Tiefbaus abgeschlossen. Hier wurden bereits vier Kilometer im Spülbohrverfahren erschlossen und über fünf Kilometer Glasfaser eingezogen, sowie zwölf Multifunktionsgehäuse aufgestellt. Im weiteren Verlauf wird das Unternehmen zunächst die Stadtmitte und dann die Bereiche in und um Westick, Kaiserau und Methler erschließen. „Zeitgleich haben wir bereits im Süd-/Östlichen Teil von Kamen mit den Spülbohrarbeiten begonnen und arbeiten uns im weiteren Vorlauf in den Kamener Norden“, so der Sprecher weiter.
Der eigentliche Baubeginn habe sich wegen aufwändiger Plan- und Genehmigungsverfahren von Oktober auf Januar verschoben. „Wir und die Stadt Kamen versuchen, bis September das Stadtgebiet erfolgreich erschlossen zu haben“, teilt die Telekom weiter mit.

 

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Der Karneval macht’s möglich…?

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Helau218cvvon Christoph Volkmer

Kamen. Nach vielen Verhandlungen wollen CDU, CSU und SPD heute die letzten Hürden für die Bildung einer neuen Großen Koalition aus dem Weg räumen. Die Gespräche über eine Fortsetzung der GroKo sollen schließlich bis zur heißen Phase des Karnevals beendet sein.

Während die Politiker in Berlin also noch nicht ganz am Ziel sind und sicher wie so oft weitere Verhandlungen nötig werden, hat der Karneval am Wochenende gezeigt, wie schnell man auch ohne langwierige Verhandlungen in Bewegung kommen kann.

So gesehen in Werne, bei der traditionellen Sitzung der dortigen Kolpingsfamilie: Als dort Sitzungspräsident Jörg Weber die prominenten Gäste aus Politik und Wirtschaft zum Tanz mit anschließender Polonaise aufrief, dauerte es nicht lange, bis die Kamener CDU-Frau Ina Scharrenbach, NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Michael Thews über die Bühne tanzte. Beide gaben dabei eine gute Figur ab - vielleicht ein gutes Omen dafür, dass es bald mal wieder eine Regierung gibt? Im Karneval soll ja alles möglich sein…

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Erste Treppenstufen zum Sesekepark sind gelegt

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Seseke1117cv

von Christoph Volkmer

Kamen. Bereits seit April 2015 sind die am Computer entworfenen Bilder, wie der Sesekepark einmal aussehen soll, bekannt. Doch spannender als eine Grafik ist nun mal die Realität. Da die Baustelle nicht nur an einer prominenten Stelle sitzt, sondern sich in den vergangenen Wochen zudem vergrößert hat, wächst die Vorfreude.

Die ist seit heute bei manchem Betrachter sicherlich noch größer geworden, denn vor einigen Stunden haben die Mitarbeiter des aus Hamm stammenden Garten- und Landschaftsbau Betriebs Mennigmann die ersten Steine verlegt, die auf der Freitreppe hinunter bis zur Seseke führen werden, verlegt. Eine Art kleiner Meilenstein für das Projekt, bei dem quasi täglich Fortschritte festzustellen sind, was bei anderen Großbaustellen ja nicht immer der Fall ist.

Bis in den Bereich entlang der Seseke zwischen Maibrücke und Hochstraße das pralle Leben einzieht, wird es voraussichtlich noch bis Mai nächsten Jahres dauern. Egal, das scheint ein gutes Zeitfenster zu sein, denn im Sommer macht die Benutzung des Beachvolleyballplatzes oder eines Spielplatzes für verschiedene Generationen sicher noch mehr Spaß als im kühlen Herbst.

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Das einsame Haltestellenschild

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von Andreas Milk

haltestelle1017AMKamen. Das erste Mal habe ich mich gewundert. Wieso steht da am Galgenberg, im Niemandsland zwischen Kamen-Mitte und Bergkamen-Overberge, so ein Bushaltestellenschild rum? Gleich neben einem Bauernhof? Mit weit und breit nix drum rum? Haben Betrunkene das nach einer wüsten Party aus der Stadt hier her verschleppt? Holt es sich die VKU irgendwann zurück? - Aber das Schild stand weiter. Und steht immer noch.

Und nun weiß ich endlich, wieso - und Sie gleich auch. Also: Es steht da, weil von besagtem Hof Schulkinder in den Bus der Linie 124 zusteigen, verrät auf Nachfrage Katrin Heyer von der VKU. Ein feiner Zug, ähm, Bus - mit kundenfreundlichem Haltepunkt. Wenn die Kinder eines Tages der Schule und dem Schulbus entwachsen sind, feiern sie vielleicht eine wüste Party - und verschleppen das Schild irgendwo hin.

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